Ein Büro am Montagvormittag. Das Klackern der Tastaturen, Konkurrenzdenken hinter höflichem Lächeln. Soweit alles normal, neutral. Oder doch nicht? Jeder Arbeitsplatz ist eine Art Tempel mit eigenen Ritualen. Erfolg wird angebetet und erfährt seine Krönung in Beförderungen und Titeln. Sicherheit versteckt sich hinter Einkommen und Rentenplänen. Sie sind die Götter unserer Zeit, klein, glänzend und unerbittlich.

Und dann kommt Jesus herein. Während Seiner Zeit auf der Erde mied Er die Zentren der Macht nicht. Er begab sich mitten hinein in die Synagogen, Tempelvorhöfe, die Orte, an denen Kultur und Überzeugung miteinander kollidierten. Dort lehrte und heilte Er, konfrontierte das Zerbrochene. Und als der Tempel von Gier geflutet wurde, warf Er die Tische um (Mt. 21,12-13). Macht war für Jesus keine Gefahr, die es zu meiden galt, sondern ein Auftrag Seines Vaters.

Auch Apostel Paulus sprach nicht nur in Synagogen, sondern auch auf dem Marktplatz in Athen, einem Zentrum der Geschäfte und Ideen (Apg. 17,17). Später stand er vor Statthaltern und Königen und erzählte kompromisslos von Jesus (Apg. 24-26). Er suchte weder eine Plattform noch Ruhm. Er nutzte die Zugänge, die sich ihm boten. Sein Ziel:  „Alles menschliche Denken nehmen wir gefangen und unterstellen es Christus, weil wir ihm gehorchen wollen.“ (2. Kor. 10,5).  

Das ist keine Theorie, das ist ein ganz normaler Arbeitstag, im Büro, im Klassenzimmer, in der Klinik, im Gerichtssaal. Wenn Gott uns Türen öffnet, um gesellschaftlich oder beruflich Einfluss zu nehmen, geschieht das nicht zufällig. Wir sind nicht da, um schneller die Leiter zu erklimmen, sondern um Sein Königreich zu verherrlichen.  

Jesus verglich dieses mit Sauerteig (Mt. 13,33): still, verborgen, aber nicht aufzuhalten. Wahrer Einfluss hat nicht mit Umfang oder Sichtbarkeit zu tun, sondern mit Präsenz. Exzellenz, die Respekt verdient. Integrität, die etwas kostet, uns aber auch authentisch werden lässt. Mut, das Falsche zu benennen und das Richtige zu leben. Geduld, treu zu bleiben, auch wenn sich Dinge schmerzhaft langsam verändern.  

So ging es Daniel in Babylon (Daniel 6) und Josef in Ägypten (1. Mose 41). Beide lebten im Ausland, trugen aber Gottes Weisheit bis in die höchsten Führungsebenen. Sie waren nicht laut, blieben aber auch nicht still, als die Wahrheit eine Stimme forderte. Ihr Glaube formte Reiche, ohne sich vor ihnen zu beugen.

Die Arbeitswelt ist nach wie vor erfüllt vom Lärm ihrer eigenen Götter – Erfolg, Bequemlichkeit und Kontrolle –, doch der Geist Jesu sendet uns als Seine Botschafter direkt in diesen götzendienerischen Lärm hinein. Hier kommt der Zugang ins Spiel. Wir tragen Seine Präsenz in Räume, in denen andernfalls niemals Sein Name erwähnt würde. Wenn Sie morgen also Ihren Laptop öffnen oder in ein Meeting gehen, denken Sie daran: Sie betreten einen Tempel.

Arbeiten Sie mit Überzeugung. Führen Sie mit Integrität. Verweigern Sie sich den Götzen. Unser Glaube ist nicht laut, er ist lebendig. Macht bedeutet nicht Status, sondern Verantwortung. Die Frage ist nicht, ob wir irgendwo Zugang haben, sondern was wir mit dem Zugang machen, den wir haben. Denn Jesus will dort sichtbar werden, wo Er uns hinsendet.   

 

©2026. Tief bewegt von der transformatorischen Kraft des Evangeliums ist es das Anliegen von Christopher C. Simpson, den Glauben in der Geschäftswelt zu verbreiten. Christopher ist Präsident von CBMC International; zuvor diente er 28 Jahre lang in der US Marine und beim Secret Service, wo er für den Schutz von 7 Präsidenten zuständig war. Mit seiner Frau Ana lebt er in Boca Raton, Florida, USA.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.