Die Arbeitsmotivation vieler Menschen ist selbstorientiert. Sie müssen ihren Lebensunterhalt verdienen, für ihre Familie sorgen, ihren selbsterwählten Lebensstil finanzieren, sie gehen ihrer Arbeit mit Freude und Leidenschaft nach, fühlen sich bestätigt und bedeutend.

Nichts davon ist schlecht. Dies alles kann eine sinnvolle Nebenwirkung unserer Arbeit sein. Doch auch der schlaueste, begabteste und erfahrenste Mensch kann nicht alles allein bewerkstelligen. Ein „selbstzentrierter“ Ansatz kann sich in unserer Arbeit und unserem Leben verheerend auswirken.

Ich denke an meine eigene Karriere zurück. Als ich vor über 40 Jahren zu CBMC (Herausgeberorg. d. Montags Impulse; Anm. d. Übers.) kam, war dies ein großer Schritt für mich, verbunden mit wesentlich mehr Verantwortung. Ich hatte Erfahrung im Schreiben, Layouten und Fotografieren, hatte aber noch nie ein Magazin herausgegeben. Viele Fähigkeiten fehlten mir, und ich hatte keine Erfahrung mit Themen wie Finanzen, Zeitmanagement und Familienbeziehungen.

Glücklicher Weise fanden wir talentierte Menschen, die diese Lücken ausfüllen konnten, wie einen Grafikdesigner und Illustrator, kompetente Autoren, sowie einen Redaktions- und einen Verwaltungsassistenten. Alle brachten ihre einzigartigen Begabungen und Fähigkeiten mit ein. Jede neue Ausgabe des Magazins übertraf unsere Erwartungen. Meiner Ansicht nach war das Ganze großartiger als die Summe der einzelnen Teile.

Dieses Prinzip trifft auf alle Berufe zu. Ob wir Unternehmer sind, Manager, Verkäufer, Rechtsanwalt, Arzt, Ingenieur oder Architekt oder auch Pastor, wir können nicht nur für uns selber arbeiten. Für ein optimales Ergebnis brauchen wir einander. Eine der besten Bibelstellen zum Wert der Zusammenarbeit finden wir in Prediger 4,9-12. Hier einige Aussagen daraus:

Mehr Produktivität. Ein Arbeitspferd mag eine bestimmte Last ziehen können, aber zwei Arbeitspferde können zusammen ein Vielfaches dieser Last ziehen. Dieses Prinzip trifft auch beim Verfolgen eines Zieles oder der Zusammenarbeit an einem Projekt zu. „Zwei haben es besser als einer allein, denn zusammen können sie mehr erreichen. “ (Pr. 4,9).

Mehr Resilienz. Niemand ist perfekt und wir alle machen mal Fehler oder geraten ins Straucheln. Kollegen, die uns helfen, wieder aufzustehen und uns erneut an die Arbeit zu machen, sind immer hilfreich. „Stürzt einer von ihnen, dann hilft der andere ihm wieder auf die Beine. Doch wie schlecht steht es um den, der alleine ist, wenn er hinfällt! Niemand ist da, der ihm wieder aufhilft!“ (Pr. 4,10).

Mehr Ressourcen. Als Einheit können wir besser auf Herausforderungen reagieren. „Wenn zwei in der Kälte zusammenliegen, wärmt einer den anderen, doch wie soll einer allein warm werden?“ (Pr. 4,11).

Mehr Kraft. Widrigkeiten, die einen, vielleicht auch zwei von uns, zum Einknicken bringen können, sind besser zu überwinden, wenn wir als Team zusammenarbeiten. „Einer kann leicht überwältigt werden, doch zwei sind dem Angriff gewachsen. Man sagt ja auch: Ein Seil aus drei Schnüren reißt nicht so schnell!“ (Pr. 4,12).

Copyright 2026 Robert J. Tamasy ist Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher. Er bloggt alle 14 Tage unter www.bobtamasy.blogspot.com.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.