Vor kurzem jährte sich meine OP am offenen Herzen zum 20. Mal. Seitdem hatte ich keine ernsthaften Herzprobleme mehr. Aus Dankbarkeit dafür begann ich ungefähr ein Jahr nach meiner OP mit einem ehrenamtlichen Besuchsdienst in diesem Krankenhaus bei Patienten, die sich ähnlichen OPs unterzogen haben. Ich möchte sie in ihrem Genesungsprozess ermutigen.
Im Laufe meines Genesungsprozesses sind mir vier Dinge wichtig geworden, die ich allen Patienten mitteile, auch wenn meine Besuche aus Rücksicht auf die Patienten kurz gehalten sind. Diese Prinzipien gelten aber nicht nur für die Genesung von schwerer Krankheit, sondern auch für alle Krisen und größeren Herausforderungen, die uns am Arbeitsplatz begegnen.
Dazu gehört auch der Wunsch, Jesus Christus in einem Umfeld zu repräsentieren, das der biblischen Wahrheit oft feindlich gesinnt ist. Hier sind diese Prinzipien, die von Zusagen der Bibel gestützt sind:
Geduld. Sowohl die Genesung von größeren OPs als auch das Überwinden vieler Herausforderungen und Rückschläge am Arbeitsplatz benötigen Zeit. Wir neigen dazu, schnelle Lösungen zu suchen, um die Probleme hinter uns zu lassen. Doch die besten Lösungen benötigen oft mehr Zeit, als uns lieb ist. Deshalb ist Geduld gefragt. „Meine lieben Brüder und Schwestern, bleibt fest und unerschütterlich in eurem Glauben! Setzt euch mit aller Kraft für den Herrn ein, denn ihr wisst: Nichts ist vergeblich, was ihr für ihn tut.“ (1. Kor. 15,58).
Eine positive Einstellung. Ein zäher Genesungsprozess schwerwiegender gesundheitlicher Probleme kann sehr entmutigend sein. Das Gleiche gilt für Rückschläge und Enttäuschungen am Arbeitsplatz. Leicht werden wir dann wütend oder entwickeln eine negative Haltung zu unseren Umständen, aber es ist für jeden Heilungsprozess besser, sich bewusst für eine positive Einstellung zu entscheiden. „Schließlich, meine lieben Brüder und Schwestern, orientiert euch an dem, was wahrhaftig, gut und gerecht, was redlich und liebenswert ist und einen guten Ruf hat, an dem, was auch bei euren Mitmenschen als Tugend gilt und Lob verdient.“ (Phil. 4,8).
Ausdauer. Die Genesung von einer OP erfordert häufig eine strikte Reha, Tag für Tag und über einen längeren Zeitraum hinweg. Doch auch die Erholung von beruflichen Fehlschlägen und Nöten erfordert Zeit und Entschiedenheit. „…Wir danken Gott auch für die Leiden, die wir wegen unseres Glaubens auf uns nehmen müssen. Denn Leid macht geduldig. Geduld aber vertieft und festigt unseren Glauben, und das wiederum gibt uns Hoffnung. Und diese Hoffnung geht nicht ins Leere. Denn uns ist der Heilige Geist geschenkt, und durch ihn hat Gott unsere Herzen mit seiner Liebe erfüllt.“ (Röm. 5,3-5).
Gebet. Bei schweren Erkrankungen und anderen großen Herausforderungen bekommen wir es angesichts der unsicheren, unbekannten Zukunft mit der Angst zu tun. Wir fragen uns: „Werde ich wieder ganz gesund?“ Oder: „Werde ich mich von diesem Rückschlag jemals wieder erholen?“ Doch gerade hier können wir der Macht des Gebetes vertrauen. „Macht euch keine Sorgen! Ihr dürft Gott um alles bitten. Sagt ihm, was euch fehlt, und dankt ihm! Und Gottes Friede, der all unser Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und Gedanken im Glauben an Jesus Christus bewahren.“ (Phil. 4,6-7).
Copyright 2026 Robert J. Tamasy ist Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher. Er bloggt alle 14 Tage unter www.bobtamasy.blogspot.com.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.