Es beginnt meistens vor dem Bildschirm. Eine Tabelle. Eine Prognose. Zahlen, die nicht gehorchen wollen. Die Gewinnspanne ist dünn. Der Druck real. Die Menschen erwarten eine Antwort von Ihnen und alles vor Ihnen sagt: Es reicht nicht.

Dieser Moment ist kein seltener. Er ist aber auch heilig, da Glaubensüberzeugungen und Werte auf dem Prüfstand stehen. Die Frage ist: Werden wir den Test bestehen oder werden wir durchfallen?

Das Problem ist nicht neu, es ist so alt wie die Zeit. In der Bibel kommt es häufig vor, zum Beispiel in Johannes 6, wenn Jesus vor einer riesigen Menschenmenge steht. Tausende, die echten Hunger, ein echtes Bedürfnis haben. Und bevor Er irgendein Wunder tut, stellt Er eine Frage, die fast unvorsichtig erscheint: „Wo können wir für alle diese Leute Brot kaufen?“ (Joh. 6,5).

Einer Seiner Jünger, Philippus, macht daraufhin das, was Führungskräfte gemeinhin tun, er rechnet. Er schaut in den Geldbeutel und verkündet das Urteil. Er kommt zu dem Schluss, dass es nicht reichen wird, selbst wenn sie den letzten Groschen ausgeben. Der Jünger Andreas dagegen überlegt, was sie haben. Fünf Brote. Zwei Fische. Doch auch er kommt zu dem Schluss: „Aber was ist das schon für so viele Menschen!“ (Joh. 6,9).

In Johannes 6,6 erfahren wir aber: „Er (Jesus) fragte dies, um zu sehen, ob Philippus ihm vertraute; denn er wusste, wie er die Menschen versorgen würde.“ Das verändert alles. Jesus fragt nicht in Ermangelung eines Plans. Es geht ihm nicht um Brote, sondern um Glauben. Philippus rechnet, Andreas ergreift die Initiative; beide handeln rational. Aber beide versagen. Nicht weil sie sich irren, sondern weil sie bei der menschlichen Logik stehen bleiben.

Als berufstätige Menschen sind wir diszipliniert, kompetent. Unter Druck strengen wir uns noch mehr an, planen noch besser, versuchen doch noch das richtige Ergebnis zu erzielen. Doch manchmal geht es nicht mehr darum, das Problem noch irgendwie in den Griff zu bekommen, sondern darum, es zu überwinden. Jesus weist das Angebotene nicht zurück, Er empfängt es dankend und tut dann das, was nur Er tun kann.

Überfluss kommt nicht vom besseren Rechnen, es kommt davon, dass wir das, was wir haben, in Gottes Hand legen, denn Er weiß, was zu tun ist. Wenn die Zahlen nicht stimmen und alle Bemühungen nicht fruchten, ist unser Glaube gefragt. Wenn die Zahlen nicht stimmen, sind nicht unsere Fähigkeiten, sondern unser Vertrauen gefragt, denn Jesus ist treu.

Erkenntnisse für Führungspersönlichkeiten:

  1. Nicht jede Herausforderung muss gemeistert werden, manchmal geht es nur darum, sie zu überwinden.
  2. Kompetenz ist eine Gabe, kann aber zur Last werden, wenn sie an die Stelle von Vertrauen tritt.
  3. Jesus macht offenbar, in was wir vertrauen.

Gott kann mit unseren Ressourcen, die wir Ihm zur Verfügung stellen, mehr tun als mit unseren perfektesten Plänen.

©2026. Tief bewegt von der transformatorischen Kraft des Evangeliums ist es das Anliegen von Christopher C. Simpson, den Glauben in der Geschäftswelt zu verbreiten. Christopher ist Präsident von CBMC International; zuvor diente er 28 Jahre lang in der US Marine und beim Secret Service, wo er für den Schutz von 7 Präsidenten zuständig war. Mit seiner Frau Ana lebt er in Boca Raton, Florida, USA.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.