Die Welt der Unternehmen ist ein wahrer Dschungel. Das Recht des Stärkeren ist auf bemerkenswerte Weise wirksam, zum Beispiel wenn auf Menschen Druck ausgeübt wird, damit sie nach menschlichen Maßstäben erfolgreich sind. Professor Leon C. Megginson verwendet diese Metapher, um das wirtschaftliche Umfeld zu illustrieren: „Es sind nicht die Stärksten, die überleben, und auch nicht die Intelligentesten, es sind diejenigen, die am besten mit dem Wandel klarkommen“. Auch Renato Grinberg vergleicht die Wirtschaftswelt mit einem Dschungel und behauptet, dass wie bei einem Tiger Krallen, Stärke und Intelligenz gefordert seien, um überleben zu können und Erfolg zu haben.
Doch was passiert, wenn jemand sein Leben an Jesus Christus übergibt? Gottes Wort spricht von tiefgehenden Veränderungen: „Gehört jemand zu Christus, dann ist er ein neuer Mensch…“ (2.Kor. 5,17). „…ändert euch, indem ihr euch von Gott völlig neu ausrichten lasst…“ (Röm. 12,2). „Darum lebe nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir!“ (Gal. 2,20).
Bleibt das Arbeitsleben also nach der Bekehrung so wie zuvor? Alles hängt letztlich von der Formung unseres Charakters ab. Natürlich geschieht Veränderung nicht über Nacht, es ist ein Prozess. Doch es gilt: „…ich dagegen schaue jedem Menschen ins Herz.“ (1. Sam. 16,7). Wenn unser Herz sich verändern will, wird Gott mit uns hindurchgehen.
Der Herr verlässt Seine Kinder nicht und ist immer bereit zu helfen: „…Ich mache dich stark, ich helfe dir, mit meiner siegreichen Hand beschütze ich dich!“ (Jes. 41,10). Er wirkt auch durch unsere Schwächen: „…gerade wenn du schwach bist, wirkt meine Kraft ganz besonders an dir…“ (2. Kor. 12,9). Denn: „Wir sollen zu mündigen Christen heranreifen…“ (Eph. 4, 13).
Es ist nicht einfach auf dieser Welt. Aber das Streben nach Gottes Königreich und Seiner Gerechtigkeit sollte das Ziel sein, das jeden gläubigen Menschen leitet (Matthäus 6,33). Ein Christ sollte die Herausforderungen der Welt nicht scheuen und einen erneuerten Charakter in allen Bereichen der Gesellschaft zeigen.
Einmal erzählte ich einem Christen und Strafverteidiger, dass ich nach meiner Bekehrung keine Verbrecher mehr verteidigen könne, da diese Verteidigung oft auf Lügen basiert. Er erklärte mir daraufhin, dass er sein persönliches Leben von seinem Beruf trenne. Doch sollten wir unser Christsein wirklich von unserem Beruf trennen?
Ein weiterer entscheidender Moment kam, als ich eine Petition entwarf und mein Vorgesetzter von mir verlangte, eine falsche Aussage zur Untermauerung unserer Forderung aufzunehmen. Ich weigerte mich und sagte, ich würde kein Dokument unterzeichnen, das auf Lügen beruht. Von diesem Tag an beschloss ich, Falschheit aus meiner Arbeit als Anwalt zu verbannen, und Gott hat immer für meine Bedürfnisse gesorgt. Christus nachzufolgen erfordert Mut, Weisheit und das Gespür für den richtigen Zeitpunkt für Entscheidungen.
Gott ist derjenige, der uns beisteht: „Darum kann ich beruhigt einschlafen, denn ich weiß: Gott beschützt mich. Ich fürchte mich nicht vor meinen Feinden, auch wenn sie mich zu Tausenden umzingeln.“ (Ps. 3, 6-7).
Das Königreich Gottes ist das Ziel; nichts sollte sich dem entgegenstellen. Christsein ist kein Kleidungsstück, das man nach Belieben an- und auszieht. „Christus, der Herr, soll der Mittelpunkt eures Lebens sein. Seid immer dazu bereit, denen Rede und Antwort zu stehen, die euch nach eurem Glauben und eurer Hoffnung fragen.“ (1. Petr. 3,15).
Rogério Alves ist Rechtsanwalt in Sao Paulo, Brasilien, und Mitglied bei CBMC Brasilien.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.