Ist der Mensch „des Menschen Wolf“?

Ist der Mensch „des Menschen Wolf“?

Der Wolf im Einkaufszentrum 

Folgende Geschichte aus dem Frühjahr 2026 erinnerte mich wieder an eine alte Redewendung: Ein Wolf hat in einer Einkaufspassage in Hamburg-Altona eine Frau angegriffen und im Gesicht verletzt. Solch einen Angriff gab es fast 30 Jahre in Deutschland nicht mehr. Das junge Tier hatte sich in der Stadt verirrt, reagierte panisch und biss eine Frau ins Gesicht, als sie dem verängstigten Tier helfen wollte. Der Wolf wurde dann aus der Binnenalster gefischt und nach Begutachtung „auf Bewährung“ knapp einen Monat später wieder ausgesetzt. Der Wolf und der Mensch – beide fanden schon vor langer Zeit Eingang in ein messerscharfes Zitat:   

 „Der Mensch ist des Menschen Wolf“ 

Dieser Satz ist eine Übersetzung aus dem Lateinischen, im Original: Homo homini lupus est. – „Der Mensch ist des Menschen Wolf“. Es stammt vom englischen Philosophen Thomas Hobbes, der im 17. Jahrhundert als einer der einflussreichsten Denker galt. Der Wolf selbst war schon seit Urzeiten bekannt als Jäger, der Beute reißt. So greift schon ein Zitat im Alten Testament in der Heiligen Schrift dies auf: „Die Oberen in seiner Mitte sind wie reißende Wölfe, Blut zu vergießen und Menschen umzubringen um ihrer Habgier willen.“ (Hesekiel 22, 27) Und die Formulierung von Thomas Hobbes war nicht dazu angetan, das Bild des Wolfs positiver zu zeichnen – und das des Mitmenschen erst recht nicht. Er verstärkte damit die permanente Angst, von den eigenen Zeitgenossen ausgenutzt, betrogen und tief verletzt zu werden. „Der Mensch ist des Menschen Wolf.“ 

   

Vorsicht vor „reißenden Wölfen“ 

Aber: Nicht jeder ist ein Wolf! Sondern nur der, der habgierig und machthungrig, der „böse, gefährlich oder täuschend“ (Wikipedia) ist! Nicht jeder Mensch ist ein Wolf – auch wenn das Hobbes’sche Zitat das nahelegt. Aber es gibt sie, die „Wölfe im Schafspelz“. Auch diese deutsche Redensart geht auf die Bibel zurück, wenn Jesus Christus in seiner berühmten „Bergpredigt“ selbst seine Nachfolger vor irregeleiteten religiösen Führern mit den Worten warnt: „Hütet euch aber vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. (Matth. 7, 15) 

 

„Wölfe“ in der Wirtschaft 

Ich widerstehe hier ausdrücklich und bewusst der Versuchung, über „Wölfe“ in der Politik zu sprechen – auch wenn ich viele Beispiele dafür vor Augen habe. 

 Gehen wir also zur Wirtschaft: Kennen Sie den Film “The Wolf of Wall Street“ von 2013? Falls nicht, sollten Sie ihn sich ansehen. Nach einer wahren Geschichte wird die Habgier der filmischen Hauptperson geweckt und genährt – und zerstört am Ende ihn und die Menschen um ihn herum.  Und vermutlich gibt es keinen unter uns, der bei Anderen Habgier gespürt und sich auf Sicherheitsabstand zurückgezogen hat. Und vermutlich gibt es keinen unter uns, der schon einmal von seinem eigenen Hang zu dieser Gier überrascht wurde und sich ihr stellen musste. 

  

Ist der Mensch „des Menschen Wolf“? 

Nein, er ist es nicht grundsätzlich. Sonst könnte es kein Vertrauen in den Beziehungen zwischen Völkern und Menschen geben, kein Vertrauen im Persönlichen und beim Wirtschaften. Ja, er ist es dann, wenn Hab- und Machtgier Besitz von einem Menschen, einer Regierung, einer Organisation oder einer Firma ergreifen. Üben wir uns also miteinander in der Kunst, mit gesundem Vertrauen und gleichzeitig gesundem Misstrauen anderen zu begegnen, immer bereit, mehr und mehr Vertrauen aufzubauen. Ja, es ist tatsächlich eine Kunst! 

  

Nachtrag 1: Die Vorlage für Hobbes‘ Wolf-Zitat 

„Homo homini lupus est“ – Der Mensch ist des Menschen Wolf. Diese Redewendung von Thomas Hobbes geht auf ein Zitat des Komödiendichters Plautus (254 – 184 v. Chr.) zurück, der ursprünglich so gedichtet hatte: „Lupus est homo homini, non homo, quom qualitas sit non novit.“ – Ein Wolf ist der Mensch der Menschen, kein Mensch, solange er nicht weiß, welcher Art der andere ist. 


Nachtrag 2: „Wölfe – und die Christen“ 

Jesus Christus dreht einmal unser Denken um, das vor Wölfen warnt und zu größtmöglicher Distanz zu ihnen aufruft. Er schickt einmal seine 72 engsten Mitarbeitenden zu den Menschen in den umliegenden Orten und Städten mit den Worten: „Geht! Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe.“ (Lukas 10, 3). Mit einer Friedensbotschaft zu anderen gehen – und gleichzeitig mit Ablehnung, Gegenwehr und inneren und äußeren Verletzungen zu rechnen; das ist die Königsdisziplin, zu der Jesus Christus alle herausfordert, die sich als seine Nachfolger und Mitarbeitenden verstehen. Nur gut, dass er gleichzeitig versprochen hat, unsichtbar dabei zu sein!  

 

 

Michael vom Ende, im April 2026
Geschäftsführer von faktor c, einer Initiative von Christen in der Wirtschaft
www.faktor-c.org

 

Wie sieht mein Büro aus? 

Wie sieht mein Büro aus? 

 

Gefühlt hat jeder Mensch in Deutschland sein Büro – ich jedenfalls habe zwei. Büro, Bürokratie, Bürokratismus, Bürokratisierung; da kann einem ganz schwindelig werden. 

„Büro“ kommt vom französischen bureau, das wiederum auf das spätlateinische burra (grober Wollstoff, zottiges Gewand), mit dem die Schreibtische bezogen wurden, zurückgeht. Je länger, je mehr stand das Wort nicht nur den Stoff oder den Schreitisch, sondern für die dort verrichtete Tätigkeit: Die Verwaltung. Und wenn man dann noch das griechische kratia (Herrschaft) dazusetzt, dann wissen wir: Bürokratie ist die „Herrschaft der Verwaltung“.  

„Bürokratische Strukturen und Verfahren existieren nicht nur in der öffentlichen Verwaltung, sondern auch in privaten Unternehmen, Kirchen und Non-Profit-Organisationen. Im weitesten alltagssprachlichen Sinne umfasst der Begriff alle mit Schreibarbeit und „Papierkrieg“ befassten nicht-privaten Tätigkeiten, deren Umfang seit den 1940er Jahren weltweit zugenommen hat, um heute wieder leicht abzunehmen.“ Soweit der sehr erhellende Ausflug zu Wikipedia. 

Wie sieht mein Büro aus? 

Zum einen stehen sich bis heute „Leer- und Volltischler“ gegenüber, zum anderen wird die Bürokratie, zwar langsam, aber immer „papierloser“. Außerdem würden Schreibstuben-Mitarbeiter aus dem Mittelalter heutige digitalisierte multifunktionale Büros vermutlich nicht mehr als solche identifizieren können. Mein Büro z. B. ist Besprechungsraum, Telefonzentrale, digitales Studio, Musikzimmer, Meditationsraum – und noch manches mehr,  

Verwaltet werden müssen Dinge, Abläufe, Unternehmungen aber bis heute. Und so fokussiert sie die Frage weg vom Schreibtischbezug, der burra, über die „Herrschaft des Verwaltens“, die Bürokratie, hin zur Frage: Wie sieht der Mensch aus, der verwaltet? 

Wie sehe ich im Büro aus? 

Wie genial, wie organisiert, wie chaotisch, wie strukturiert bin ich, ist meine Arbeitsweise? Ist es wichtig, ob ich Leer- oder Volltischler bin, oder doch eher, warum ich es bin? Während ich dies schreibe, unterbreche ich – und schaue mich prüfend im gesamten Raum um. Warum sieht mein Büro so aus, wie es aussieht – und nicht anders? Spiegelt die Einrichtung meines Büros, aber noch mehr meine Art des Verwaltens, mich wider? 

Es gibt im Alten Testament eine – auf den ersten Blick ermüdende – Beschreibung einer Verwaltungstätigkeit: Da wird der Tempeldienst neu geordnet, weil das bisherige System an ein Ende gekommen war. Ausführlich wird im 2. Chronikbuch, Kapitel 31, diese Neuordnung der Verwaltung beschrieben. Sehr detailliert werden Abläufe beschrieben, Namen von Verantwortlichen genannt und dadurch die Organisation der Verwaltung erkennbar. Und man liest zweimal ein Adjektiv, das es in sich hat – gewissenhaft. Die Mitarbeitenden waren gewissenhaft – und das war an den Ergebnissen abzulesen: Menschen wurden versorgt, der Wohlstand wurde vermehrt, es gab Sicherheit für viele Mitarbeitende. 

Im weiteren Bericht wird deutlich, was dem Urheber und Planer dieser Neuordnung, dem Unternehmer und König Hiskia, wichtig war: „Bei jedem Unternehmen, das er im Dienst des Hauses Gottes oder für die Weisung und die Gebote begann, um seinen Gott zu suchen, handelte er mit Hingabe seines ganzen Herzens und hatte Erfolg.“ (2. Chr. 31, 21). Er war fokussiert auf Gott und auf die Menschen, für die er Verantwortung hatte. 

Wie sehen die Ergebnisse meines Büros aus? 

Ob die Ergebnisse meines Tuns im Büro gut sind, entscheidet sich nicht an der Anzahl der Blätter, Bücher, Ordner oder Schreibgeräte. Die Früchte meiner Arbeit entscheiden sich auch nicht an der Größe, Farbe oder Aufgeräumtheit des Schreibtischs oder des gesamten Raums.  

Ob mein Tun Sinn macht, entscheidet sich an meiner Haltung zu Gott – bin ich, wie Hiskia, gut, recht und getreu vor dem HERRN“ (2. Chr. 31,20) und handle „mit Hingabe meines ganzen Herzens„?  

Ob der Output als Erfolg zu werten ist, misst sich an drei Fragen: 

  • Mache ich meine Arbeit „gewissenhaft“ (s. o.)? 
  • Ist mein Verwaltungsaufwand „genügend“, d. h. nicht zu viel und nicht zu wenig, damit Menschen versorgt, Wohlstand vermehrt und Sicherheit für Mitarbeitende entsteht? 
  • Rückt mein Tun Gott in ein gutes Licht?  

 Michael vom Ende, im März 2026
Geschäftsführer von faktor c, einer Initiative von Christen in der Wirtschaft

Angeschlagen, aber noch nicht geschlagen

Angeschlagen, aber noch nicht geschlagen

„Angeschlagen, aber noch nicht geschlagen“ – groß prangte kürzlich diese Überschrift über einem Artikel in der Tageszeitung. Es ging um die Rolle der Kirchen, unter Druck von der Welt und der Gesellschaft im Großen, von der Politik im Kleinen. „Angeschlagen, aber noch nicht geschlagen“. Im Artikel standen Sätze wie „Wer betet, wird auffällig.“ Und „Christentum und Autoritarismus vertragen sich nicht.“, aber auch, dass in den Kirchen „eine Kraft steckt, die sich für das eigene Leben nutzen ließe.“  

Was hier über die Kirche geschrieben wurde, löste bei mir Nachdenken aus: Wäre solch eine Artikel-Überschrift nicht auch passend für die aktuelle Wirtschaft – und die Christinnen und Christen, die in ihr aktiv sind? 

Angeschlagene Wirtschaft 

Ja, die Wirtschaft ist in der Summe massiv angeschlagen und sucht, schlingernd, ihren Kurs. Viele Ursachen liegen in ihr selbst, in den menschlichen und organisatorischen Beharrungskräften, die einen Aufbruch verhindern. Vieles liegt aber auch an (welt)politischen Umständen, auf die sie nur begrenzt Einfluss hat. Manche Branchen wie z. B. die Zunft der Wirtschaftsübersetzer drohen wegdigitalisiert zu werden, manchen Branchen wie z. B. der metallverarbeitenden, der Möbel-Industrie oder der Landtechnik droht die Luft auszugehen, manche Branchen wie z. B. die Lebensmittelindustrie hält sich tapfer, weil Essen und Trinken immer gehen. Und, auch das muss der Vollkommenheit und der Ehrlichkeit halber gesagt werden, wittern manche Branchen wie z. B. die IT-Dienstleistungen Morgenluft und steigern Einsatz und Gewinn. Trotzdem gilt: In der Summe ist die Wirtschaft angeschlagen.  

Angeschlagene Christen in der Wirtschaft 

Und wenn wir auf die Christinnen und Christen in der Wirtschaft schauen, zeigt sich genau solch ein unterschiedliches Bild. Aber: Eine angeschlagene Branche muss nicht gleich angeschlagene Christen in ihr bedeuten. Bei manchen ist die Branche und ihr Unternehmen angeschlagen, aber sie selbst haben den Kopf „über Wasser“. Genauso gilt: Bei manchen steigen Einsatz, Umsatz und Gewinn, und trotzdem gehen sie als Christinnen und Christen fast unter. Fakt ist, dass es solche christlichen Schwestern und Brüder gibt, die angeschlagen sind. Und die Berichte von ihnen oder über sie häufen sich. Ich bekam es kürzlich eindrücklich erzählt – einem Unternehmer drohte das Ende seines Unternehmens und er überlegte sich auf der Brücke, ob er springen sollte. Was sich so leicht schreibt, beschreibt unaussprechliche Tiefen und Schmerzen der Seele, des Geistes und des Körpers.  

Aber noch nicht geschlagen? 

Angeschlagen, aber noch nicht geschlagen. Kann das tatsächlich möglich sein, dass eine angeschlagene Wirtschaft, Branche und eine angeschlagene Firma nicht automatisch angeschlagene Christinnen und Christen bedeuten muss? Und falls dem so ist, woran könnte es liegen? Gibt es Tipps, Tricks und Geheimnisse, um angeschlagen, aber noch nicht geschlagen zu sein? Viel wäre zu schreiben, von Work-Life-Balance, von seelischer Gesundheitspflege, körperlichem Ausgleich, guter Fachberatung und Unterstützungsangeboten von vertrauenswürdigen Menschen im eigenen Umfeld. 

Aber nicht geschlagen! 

Und ganz am Ende gibt es einen Hinweis, der in seine Tiefe, Weisheit und Ermutigung unüberbietbar ist. Im Neuen Testament gibt es eine bemerkenswerte Passage, in der der einflussreiche Paulus von Tarsus als der Gestalter des sich in alle Welt ausbreitenden Christentums in sein Herz blicken lässt. Sie ist nachzulesen seines zweiten Briefes an die Christen in der Wirtschafts- und Hafenstadt Korinth im heutigen Griechenland. Darin heißt es: „Von allen Seiten werden wir in die Enge getrieben und finden doch noch Raum; wir wissen weder aus noch ein und verzweifeln dennoch nicht“ (2. Kor. 4, 8). Es lohnt sich, die ganze Passage zu lesen, die gipfelt und endet mit dieser Überzeugung, dass Christinnen und Christen beschenkt sind mit dem „weiten Blick“, der weit über den Tag, das Leben und sogar die Welt hinausweist: „Darum werden wir nicht müde; sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert.  Denn unsre Bedrängnis, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit, uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig.“ (2. Kor. 4, 16 – 18) 

Wer sich in diesem Weitblick übt, kann daraus Kraft, Resilienz, Klarheit und Durchhaltevermögen ziehen. Angeschlagen, aber nicht geschlagen! 

 Michael vom Ende, im Januar 2026
Geschäftsführer faktor c, einer Initiative von Christen in der Wirtschaft
www.faktor-c.org 

 

 

Gott ist noch nicht fertig!

Gott ist noch nicht fertig!

Im vorletzten Kapitel der gesamten Bibel, im Buch der Offenbarung Kapitel 21, Vers 5, steht ein kurzer, inhaltsschwerer Satz. Mitten im Schlussakkord des großen und großartigen Zukunftsbildes der Weltgeschichte versteckt er sich. An ihm macht sich unsere Hoffnung fest, heute und jeden Morgen neu aufzustehen und motiviert unsere Bestimmung zu suchen und zu leben. 

Kurz ist er, dieser Satz: „Siehe, ich mache alles neu.“ (Offenbarung 21, 5) Fünf Worte, im griechischen Originaltext sind es sogar nur vier Worte: „Siehe, neu (ich) mache alles.“ – δο καιν ποι πάντα (Idou kaina poio panta). Vier Worte, die es in sich haben. Vier Gedanken zu vier Worten:  

1. Schau hin: „Siehe“ 

Mit dem Wort „SIEHE“ beginnt der Vier-Worte-Satz. Von Zeit zu Zeit müssen wir hingewiesen werden auf die Dinge, die wir vielleicht sehen, aber nicht wirklich wahrnehmen. Schau hin! Lenke deinen Fokus auf das, was wichtig ist und jetzt kommt. „Alle mal herhören!“. „Augen auf!“. „Achtung!“. „Konzentration!“. Das alles steckt in diesem ersten Wort „SIEHE“ drin. Also, aufgepasst:  

2. Es wird anders: „neu 

Alleine das Wort NEU triggert uns. Menschen zu allen Zeiten waren und sind neu-gierig. Und wenn ein Artikel, ein Produkt, ein Angebot oder eine Sache mit dem Label „neu“ versehen wird, können wir sicher sein, dass es Aufmerksamkeit auf sich zieht. Und wenn „neu“ draufsteht, dann kann es vieles bedeuten: Das Produkt kann refurbished, erneuert sein – wie neu! Oder es kann „weiterentwickelt“ worden sein. Oder es hat es tatsächlich so noch nicht gegeben, eine Neuerfindung. Das Wort „neu“ triggert uns besonders dann, wenn das Bekannte, das Alte, das Bisherige nicht gut oder nicht mehr gut ist. Wenn Gott etwas NEU macht, dann kann er alles: von „refurbished“ bis „noch nie dagewesen“.   

3. Es läuft: „mache ich“ 

MACHE ICH.“ – Gott ist ein Macher. Ein Macher der besonderen Art. Er macht Dinge neu, oft aus dem Nichts. Schon das zweite Wort der (hebräischen) Bibel ist das Wort „machte, schuf“. Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Er macht auch ein neues Herz, einen neuen Bund, einen neuen Himmel und eine neue Erde – und alles andere auch. Er macht, weil er die Macht hat. Er macht, weil er es mag. Er macht die Dinge selbstbewusst, sitzt am Ende der Zeiten auf dem Thron und sagt wie selbstverständlich „MACHE ICH.“ Und es gilt, was immer galt: Wenn Gott etwas sagt, dann macht er es auch!   

4. Keine Ausnahmen: „alles“ 

Unfassbar: Neu macht Gott ALLES, nicht nur einiges oder manches. Soviel Kraft und Macht hat kein Mensch, kein Volk und keine Community auf dieser Welt, dass er, es oder sie alles neu machen könnte. Wir entwickeln ein neues Produkt, gründen eine neue Firma, erneuern unsere privaten und beruflichen Schwerpunkte, entwickeln etwas Neues. Vielleicht machen wir diese Dinge nicht nur ein-, sondern mehrmals. Aber niemals schaffen wir Menschen, alleine oder mit anderen, ALLES neu zu machen.  

Am Ende der Zeiten sitzt Gott auf dem Thron und sagt diesen Satz. Der Widerhall dieses Ausspruchs wird überall zu hören sein. Und klingt sogar hinein in diesen Moment, wo wir diesen Vier-Worte-Satz heute lesen und hören. Siehe, neu mache (ich) alles“. Am Ende der Zeiten, aber auch jetzt gerade in diesem Moment. Denn Gott ist noch nicht fertig. Dieser Vier-Worte-Satz hat Kraft für heute: 

SIEHE: Achte darauf, wie Gott jetzt gerade dich verändert – in deinem Denken und Glauben, deinem Fühlen und Wollen.  

NEU: Vertraue darauf, wie Gott Haltungen und Einstellungen, aber auch Situationen und Lebensbedingungen neu macht.  

MACHE ICH: Schaue Gott zu, wie er mit seiner einzigartigen Macht in der Welt wirkt.  

ALLES: Und warte gespannt darauf, wie Gott am Ende der Geschichte, wie wir sie kennen, alles neu machen wird.  

Michael vom Ende, im Januar 2026
Geschäftsführer faktor c, einer Initiative von Christen in der Wirtschaft
www.faktor-c.org 

 

Licht soll erstrahlen

Licht soll erstrahlen

In diesem Jahr ist in Norwegen ein neues Weihnachtslied entstanden.  Lyset skal stråle – Licht soll erstrahlen. Geschrieben von Hans-Olav Mørk und Tore W. Aas. Letzterer ist Chorleiter des auch über Europa hinaus bekannten Oslo Gospel Choir, und ich habe das Vorrecht, mit ihm befreundet zu sein.  

Das Lied hat eine wunderbare Botschaft für die Advents- und Weihnachtszeit, in der wir – in diesem Jahr besonders – intensiv nach Hoffnung, Freude und Frieden suchen. Die Liedschreiber haben mir die Erlaubnis gegeben, den von mir erstellten deutschen Text zu verwenden. Und so tue ich es hiermit. Am Ende hänge ich die digitalen Hinweise auf die gesungenen Versionen an; im norwegischen Original und in meiner deutschen Übersetzung. Ich wünsche Segen, Freude und einen starken Moment der Hoffnung auf Gottes Licht und seinen Frieden beim Lesen des Textes und Hören des Liedes. 

Licht soll erstrahlen (Friedenszeit) 

Refrain 

Licht soll erstrahlen,
die Dunkelheit weicht.
Jetzt strahlt die Freude wie die Dämm‘rung, die uns am Morgen erreicht.
Die Nacht ist zu Ende,
das Licht kommt von weit.
Für alle Menschen heißt die Botschaft: Friedenszeit! 

1. Strophe

Wer davon noch träumt,
dass der Tag des Friedens nah ist,
sieht ein Himmelslicht, hört die Engelsheere sing‘n.
Unterm Sternenmeer
singen sie von Hoffnung, Freude:
Gott ist hier, als Neugebor‘ner ist er uns ganz nah. 

Refrain 

Licht soll erstrahlen,
die Dunkelheit weicht.
Jetzt strahlt die Freude wie die Dämm‘rung, die uns am Morgen erreicht.
Die Nacht ist zu Ende,
das Licht kommt von weit.
Für alle Menschen heißt die Botschaft: Friedenszeit! 

2. Strophe

Zu ihm woll’n wir gehen,
wie er ruht in seiner Krippe,
Hoffnung gibt er uns, Licht in dieser dunklen Nacht.
Himmelskönigs-Sohn,
knien wir an deiner Krippe,
hängen wir an deinen Lippen: Es wird Friedenszeit. 

Refrain  

Licht soll erstrahlen,
die Dunkelheit weicht.
Jetzt strahlt die Freude wie die Dämm‘rung, die uns am Morgen erreicht.
Die Nacht ist zu Ende,
das Licht kommt von weit.
Für alle Menschen heißt die Botschaft: Friedenszeit! 

T/M: Tore W. Aas/Hans-Olav Mørk („Lyset skal stråle“)
deutsche Übersetzung: Michael vom Ende 2025
Hör-Link zum norwegischen Original: https://youtu.be/40BVfiZbd4o?si=PH1OhOVil4ied6qQ 
Hör-Link zur deutschen Übersetzung:  https://youtu.be/d6dY5-IbmYY

Michael vom Ende 
Geschäftsführer faktor c, einer Initiative von Christen in der Wirtschaft
www.faktor-c.org 

Eroberer reisen in Teams

Eroberer reisen in Teams

Vier Worte. Ein Satz, der es in sich hat. Eine einfache Wahrheit. Und mir fallen sofort Beispiele ein: 

Beispiel 1: Wie geht eine erfolgreiche Kaninchenjagd? Man nehme als Team einen Bussard, ein Frettchen und zwei Menschen. Einer setzt das Frettchen an einen Kaninchenbau, in dem es dann verschwindet und die Kaninchen aus dem Bau treibt. Der zweite hält den Bussard auf der Hand und lässt ihn fliegen und jagen, sobald der andere ein aufgescheuchtes Kaninchen sichtet. „Eroberer reisen in Teams.“ 

Beispiel 2: Im Frühjahr 2019 wurde das erste Foto von einem schwarzen Loch im Weltall der staunenden Weltöffentlichkeit präsentiert. 4,5 Milliarden Menschen haben dieses Foto gesehen. Die Vorgeschichte begann vor ca. 15 Jahren. Da taten sich Forscher, Astronomen und Astrophysiker zusammen, schalteten mehrere Observatorien auf der ganzen Welt zusammen und konnten so den Traum von diesem Foto wahrmachen. „Eroberer reisen in Teams.“ 

Beispiel 3: In der höchst erfolgreichen Serie „Game of Thrones“ im letzten Jahrzehnt wurde die fiktive Geschichte von den sieben Königslanden erzählt: Haus Stark und Haus Lennister sind zwei von diesen sieben, die in Kämpfen und Intrigen, mit strategischen Hochzeiten und gezielten Morden um die Herrschaft und um das Überleben kämpfen. Als sich im Verlauf der Serie neue und gefährliche Gegner zeigen, wird immer deutlicher, dass es nur eine Zukunft gibt, wenn man ihnen gemeinsam begegnet. „Eroberer reisen in Teams.“ 

Beispiel 4: Ein Blick in die Heilige Schrift lehrt: Die ersten Menschen waren zwei. Ein Team, das den feindlichen Lebensraum erobern musste. Mose sandte vor der Eroberung des versprochenen Landes Israel ein Erkundungsteam mit 12 Mitgliedern aus. Jesus Christus schickte seine Nachfolger immer in Zweiterteams als Vorhut an verschiedene Orte: „Danach setzte der Herr zweiundsiebzig andere ein und sandte sie je zwei und zwei vor sich her in alle Städte und Orte, wohin er gehen wollte.“ (Lukas 10, 1) Der Völkerapostel Paulus gründete Gemeinden in Teams. Allen gemeinsam war, dass sie etwas erobern wollten: Die einen Land und Lebensraum, die anderen Herzen und Köpfe. „Eroberer reisen in Teams.“ 

Beispiel 5: Die Herausforderung der Digitalisierung, auch im deutschen Mittelstand, kann die einzelne Firma nur schwer selbst bewältigen. „Digitale Genossenschaften“ schlägt z. B. unser Mitglied Dr. Daniela Eberspächer-Roth vor. Ihren Artikel, aus dem die Überschrift dieses Textes stammt, lesen Sie gerne hier selbst noch einmal nach. „Eroberer reisen in Teams.“ 

Wenn Christinnen und Christen andere in ihrem wirtschaftlichen Umfeld beeinflussen und ihnen ihre Erfahrungen mit Gott bezeugen wollen, müssen zweierlei Bedingungen erfüllt sein: Sie haben solche Erfahrungen gemacht. Und sie suchen ihresgleichen und tun sich mit ihnen zusammen. Das legen viele Beispielgeschichten aus der Heiligen Schrift nah. Denn: „Eroberer reisen in Teams.“ Willst du erobern – ein Geschäftsfeld, Menschenherzen, ein (geografisches) Gebiet für die Guten Nachrichten von Jesus Christus, ein gesellschaftliches Thema, eine Position im Sport oder in der Politik? Dann suche Gleichgesinnte, Mitstreiterinnen und Mitstreiter, die das Ziel teilen – und den Erfolg möglich machen. 

Michael vom Ende, im November 2025 
Geschäftsführer von faktor c, einer Initiative von Christen in der Wirtschaft