In einer profitorientierten Welt gegen den Strom schwimmen (Chris Simpson)

In einer profitorientierten Welt gegen den Strom schwimmen (Chris Simpson)

Wer Jesus lange genug in der Arbeitswelt nachfolgt, wird dies zu spüren bekommen. Leiser Druck, immer in dieselbe Richtung. Wir sollen handeln wie alle anderen. Die Zahlen sollen stimmen, unsere Überzeugungen sollen wir für uns behalten. Es geht um den Profit.

In der Bibel finden wir viele Beispiele dafür. Den Zauberer Simon, der die Kraft des Heiligen Geistes mit Geld kaufen wollte (Apg. 8,18-24). Den Silberschmied Demetrius, der in Ephesus einen Aufruhr vom Zaun brach, als das Evangelium ihm in seinem Handel in die Quere kam (Apg. 19,24). In Philippi wurde ein Sklavenmädchen von Dämonen befreit. Ihre Besitzer tobten vor Zorn, als sie feststellten, dass sie kein Geld mehr mit ihr verdienen konnten (Apg. 16,16-19).

Jedes Mal war Geld der Auslöser für den Ärger. Wo Jesus Christus Raum gewinnt, geht irgendwo das Einkommen zurück und es gibt Widerstand. Nichts davon sollte einen gläubigen Menschen überraschen. Das Evangelium verändert einen Menschen. Alle anderen schwimmen weiter im Mainstream, während ein Jünger Jesu umkehrt und gegen den Strom schwimmt.

Stellen Sie sich einen vollen Bürgersteig mitten in der Großstadt vor. Hunderte Menschen laufen in dieselbe Richtung, Smartphone in der einen, Kaffee in der anderen Hand. Dann dreht sich einer um und läuft in die Menschenmasse hinein. Erst erstaunte Blicke, dann Rempler. Jemand flucht. Ein anderer will wissen, warum man nicht in die Richtung läuft, in die alle laufen. So fühlt sich Nachfolge oft an.

Das Evangelium verändert einen Menschen grundlegend. Sehnsüchte und Motive verändern sich. Der Profit fällt vom Thron und wird zum Werkzeug. Bei Entscheidungen geht es nicht länger um materiellen Gewinn, sondern um Gehorsam. Der Fokus liegt nicht länger auf uns selber, sondern auf Christus. Und dann werden Dinge offenbar. Jesus sagte es frei heraus: „Und so vollzieht sich das Urteil: Das Licht ist in die Welt gekommen, aber die Menschen lieben die Finsternis mehr als das Licht. Denn alles, was sie tun, ist böse.“ (Joh. 3,19). Licht muss nicht schreien, es leuchtet einfach.

Einstellungen und Praktiken kommen ans Tageslicht und werden so in Frage gestellt. Entscheidungen brauchen mehr Zeit. Es werden Linien gezogen, wo bisher keine waren. Das Licht führt zu Unbehagen. Gier mag die Dunkelheit, sie scheut das Licht. Menschen fühlen sich verurteilt, auch wenn niemand etwas gesagt hat. Andere fühlen sich in ihrem Lebensstil, den sie genießen, gestört.

Die Bibel bringt es auf den Punkt: „Jeder, der an Jesus Christus glaubt und so leben will, wie es Gott gefällt, muss mit Verfolgung rechnen.“ Meistens geschieht dies leise. Ein Vertrag, der nicht zustande kommt. Eine Beförderung, die wir nicht bekommen. Einladungen, die ausbleiben. Druck, subtil, aber real.

Spannung ist kein Versagen, sondern ein klares Anzeichen, dass wir nicht mehr mit dem Strom schwimmen, wie es tote Fische tun. Lebendige Fische schwimmen gegen den Strom. Gott hat schon immer Menschen gebraucht, die gegen den Strom unterwegs sind. Nicht laut, aber stetig. Und dieser leise Gehorsam stört Menschen auf, die nicht wussten, dass sie in der falschen Richtung unterwegs waren. Einige von denen, die heute verärgert sind, danken Ihm vielleicht noch dafür, dass wir uns geweigert haben, mit dem Strom mitzulaufen.

©2026. Tief bewegt von der transformatorischen Kraft des Evangeliums ist es das Anliegen von Christopher C. Simpson, den Glauben in der Geschäftswelt zu verbreiten. Christopher ist Präsident von CBMC International; zuvor diente er 28 Jahre lang in der US Marine und beim Secret Service, wo er für den Schutz von 7 Präsidenten zuständig war. Mit seiner Frau Ana lebt er in Boca Raton, Florida, USA.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.

Lieben in der Geschäftswelt (Rick Boxx)

Lieben in der Geschäftswelt (Rick Boxx)

Es ist so wohltuend, wenn Verkäufer nicht das Beste für sich selber, sondern das Beste für ihre Kunden im Blick haben. Letztes Jahr sprach ich mit dem Geschäftsführer eines angesehenen Software-Unternehmens über den Bedarf meines Unternehmens. Seine Antwort überraschte mich: „Wir hätten vielleicht etwas für dich, Rick, aber ehrlich gesagt wäre das nicht die beste Option für dich.“ Wie würden Sie sich fühlen, wenn jemand bereitwillig zugibt, dass ein ähnliches Produkt einer anderen Firma besser für Sie wäre?

Ich zumindest fühlte mich durch seine ehrliche Antwort wertgeschätzt und geliebt. Er lebte das, was Jesus uns lehrte: „So wie ihr von anderen behandelt werden möchtet, so behandelt sie auch.“ (Lk. 6,31). Der Geschäftsmann versetzte sich in meine Lage und empfahl uns, jemanden mit mehr Expertise auf unserem speziellen Gebiet zu suchen.

Allzu oft geht es in der Geschäftswelt nur darum, einen Verkauf abzuschließen, auch wenn dabei Versprechen gemacht werden, die nicht eingehalten werden können. Es geht nur um den Profit. Doch als Christen sollen wir bei jeder Begegnung, bei einem Verkaufsgespräch, einem beiläufigen Gespräch oder wenn jemand Hilfe benötigt bei einer Problemlösung die Liebe Jesu sichtbar werden lassen.

Die Bibel lehrt uns, dass wir mit bedingungsloser, manchmal aufopferungsvoller Liebe dem Herrn und unseren Mitmenschen dienen: „Meine Freunde! Lasst uns einander lieben, denn die Liebe kommt von Gott. Wer liebt, ist ein Kind Gottes und kennt Gott.“ (1. Joh. 4,7). Wenn wir auch dann die Wahrheit sagen, wenn es uns schadet, können wir so in der Geschäftswelt die Liebe Jesu sichtbar machen.

Im neutestamentlichen Buch Philipper finden wir einen faszinierenden Vergleich, wie wir im harten Wettbewerb hervorstechen können. Wir sollen uns makellos verhalten, „und ihr werdet als Gottes vorbildliche Kinder mitten in dieser verdorbenen und dunklen Welt leuchten wie die Sterne in der Nacht.“ (Phil. 2,15). Doch nicht wir sind die Sterne, sondern wir „leuchten wie Sterne“. Anders gesagt sind wir eher wie der Mond, der das Licht der Sonne reflektiert. Wir reflektieren die Liebe Christi.

Ehrlichkeit in der Geschäftswelt hat aber auch noch einen weiteren Vorteil: Sie baut Vertrauen auf und zeigt Kunden und potentiellen Kunden, dass sie sich auf uns verlassen können. Im alttestamentlichen Buch der Sprüche wird dies deutlich gemacht: „Wer ehrlich ist, lebt gelassen und ohne Furcht; ein Unehrlicher aber wird irgendwann ertappt.“ (Spr. 10,9). „Der Ehrliche geht aufrichtig und sicher seinen Weg; ein Unehrlicher zerstört sich selbst durch seine Falschheit.“ (Spr. 11,3).

Der oben erwähnte Geschäftsmann gab ehrlich zu, dass sein Software-Produkt unseren Bedarf nicht optimal abdecken würde, aber er wusste auch, dass wir ihn in Zukunft wieder fragen und als vertrauenswürdig weiterempfehlen würden. Wenn wir Liebe empfangen, wollen wir Liebe weitergeben.

Copyright 2026, Unconventional Business Network.
Aus „UBN Integrity Moments“, eine Kommentarreihe über Ehrlichkeit am Arbeitsplatz aus christlicher Sicht.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.

Was wird bleiben? (Robert J. Tamasy)

Was wird bleiben? (Robert J. Tamasy)

Welche Vision haben Sie für Ihre Karriere? Was möchten Sie am Ende Ihres Berufslebens erreicht haben?

Wir gehen unsere Berufstätigkeit mit den unterschiedlichsten Perspektiven und Zielen an. Für manche steht das Geld im Vordergrund, sie wollen so lange wie möglich so viel wie möglich verdienen. Andere können es kaum erwarten, endlich in Rente zu gehen.

Manche Menschen möchten sich beruflich weiterentwickeln, die Karriereleiter erklimmen oder ein erfolgreiches Unternehmen gründen und führen. Sie wollen Erfolg und Anerkennung. Andere wiederum arbeiten, weil es ihnen echte Freude bereitet und sie mit Zufriedenheit erfüllt, wie es in Prediger 5,18 beschrieben wird: „Wenn Gott einen Menschen reich und wohlhabend werden lässt und ihm auch noch Freude dabei schenkt, dann kann der Mensch es dankbar annehmen und die Früchte seiner Arbeit genießen. Denn das ist ein Geschenk Gottes!“

Entwickeln Sie einen Plan, um Ihre beruflichen Ziele zu erreichen. Doch was wird bleiben? Diese Frage hat sich Patrick Morley gestellt, ein prominenter Autor und Redner. Vor einiger Zeit fand ich ein Zitat von ihm in den sozialen Medien: „Heute Morgen versuchte ich mich an den Namen eines enorm erfolgreichen Geschäftsmannes und legendären Philanthropen in Tampa, Florida, zu erinnern… Sein Name war ständig in den Nachrichten. Er war eine echte Berühmtheit, doch schon 10 Jahre, nachdem ich seinen Namen zuletzt gehört hatte, fiel mir sein Name nicht mehr ein. Und so geht es vielen Berühmtheiten.“

Auch ich erinnere mich nicht mehr an den Namen dieses Mannes. Er hat seine finanziellen Ressourcen und seinen Einfluss eingesetzt, um viel Gutes zu tun, doch Ruhm und Beliebtheit sind flüchtig. Ob wir beliebte Entertainer, begabte Musiker, prominente Manager, gefeierte Chirurgen, bekannte Rechtsanwälte oder talentierte Sportler sind, unsere Zeit im Rampenlicht ist endlich und wir werden durch andere Menschen ersetzt. Die Frage, die Morley stellte, lautete also: Wer erinnert sich 10 Jahre nach unserem Tod noch an unseren Namen? Eine sehr gute Frage, um in unserem Leben die Prioritäten richtig zu setzen!

Gott rief die Nation Israel durch den Propheten Jesaja zur Reue. Obwohl die Israeliten häufig stur und ungehorsam waren, vergaß der Herr niemals Sein Bundesversprechen. Durch den Propheten sagte Er: „Hab keine Angst, Israel, denn ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst zu mir…. So viel bist du mir wert, dass ich Menschen und ganze Völker aufgebe, um dich am Leben zu erhalten. Diesen hohen Preis bezahle ich, weil ich dich liebe.“ (Jes. 43,1-4).

Wir sollten niemals vergessen, dass Gott uns dazu berufen hat, Ihm zu dienen und an Seinem Plan für die Ewigkeit teilzuhaben. Es gibt keine bessere Investition als das Engagement für andere Menschen, indem wir sie zu Jesus führen und ihnen helfen, im Glauben zu wachsen, so dass sie wiederum andere lehren. Wie Apostel Paulus seinen Schützling Timotheus ermahnte: „Was du von mir in Gegenwart vieler Zeugen gehört hast, das gib jetzt an zuverlässige Christen weiter, die fähig sind, auch andere im Glauben zu unterweisen.“ (Tim. 2,2).

Copyright 2026 Robert J. Tamasy ist Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher. Er bloggt alle 14 Tage unter www.bobtamasy.blogspot.com.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.

Führen heißt auch zuhören (Erenia Mendoza)

Führen heißt auch zuhören (Erenia Mendoza)

Unsere Generation hat gelernt, schnell zu reagieren, aber gleichzeitig verlernt, wirklich zuzuhören. In Meetings, Gesprächen, ja sogar in Beziehungen hören wir gerade mal so lange zu, bis wir unsere nächste Antwort vorbereitet haben. Die Bibel dagegen lehrt uns etwas ganz anderes, nämlich dass wahrer Einfluss nicht dort beginnt, wo wir reden, sondern dort, wo wir jemandem das Gefühl geben, gesehen, verstanden und wertgeschätzt zu werden.

Im Neuen Testament ermahnt uns Jakobus 1,19: „Seid immer sofort bereit, jemandem zuzuhören; aber überlegt genau, bevor ihr selbst redet. Und hütet euch vor unbeherrschtem Zorn!“. Jesus praktizierte dieses aktive Zuhören ständig. Hier einige Beispiele:

Zuhören, ohne zu unterbrechen. In Lukas 24 lesen wir, dass sich die Jünger auf dem Weg nach Emmaus frustriert und enttäuscht fühlten. Der auferstandene Jesus näherte sich ihnen und fragte sie: „Worüber unterhaltet ihr euch?“ Er wusste es genau, gab ihnen aber geduldig die Möglichkeit, ihr Herz auszuschütten. Wir dagegen unterbrechen andere gerne, kommen zu voreiligen Schlüssen und wollen alles schnell lösen.

Echtes Interesse zeigen. Jesus begann Sein Gespräch mit der Samariterin am Brunnen (Joh. 4) nicht mit einer verurteilenden Rede, sondern indem Er eine Beziehung aufbaute und ihr so das Gefühl gab, von Bedeutung zu sein. Die Menschen merken, ob wir nur höflich sind oder echte Liebe in unserer Aufmerksamkeit ist.

Fragen, bevor wir antworten. Bartimäus, ein Blinder, rief am Wegrand: „Jesus, du Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!“ (Mk. 10, 46-52). Jesus blieb stehen und fragte: „Was soll ich für dich tun?“ Jesus kannte die Antwort, fragte aber dennoch. Zuhören heißt, anderen Würde zu geben. Häufig denken wir, wir wüssten, was der andere braucht, haben seinen Schmerz aber nicht wirklich verstanden.

Hören auch ohne Worte. Jesus sah die Furcht in Petrus‘ Augen, die Scham der Samariterin, den Frust der Emmaus-Jünger. Aktives Zuhören beinhaltet auch das Wahrnehmen von Emotionen und nicht-sichtbaren Bedürfnissen. Menschen äußern nur selten alles explizit. Reife Führungspersönlichkeiten lernen auch das wahrzunehmen, was nicht gesagt wird.

Mit Gnade und Wahrheit antworten. Jesus ging es nie nur um Informationen. Sein Zuhören erzeugte immer Fürsorge, Führung und Veränderung. Nach dem Zuhören ermutigte Er, konfrontierte wo notwendig, heilte und lehrte. Vielleicht ist unser Problem nicht nur mangelnde Kommunikation, sondern mangelnde Präsenz. Wir sind umgeben von Menschen, die beachtet werden wollen und sich nach jemandem sehnen, der ihnen wirklich zuhört. Wir spiegeln Jesus am besten wider, indem wir innehalten, sehen, hören und die Menschen mit unserer bedingungslosen Aufmerksamkeit lieben.

Zuhören erfordert Demut. Es erfordert Geduld. Es erfordert echtes Interesse. Und das weist auf Christus hin. Aktives Zuhören ist eine stille Form der Liebe. Einflussreiche Menschen sind nicht immer die, die am meisten reden, sondern oft diejenigen, die anderen das Gefühl geben, von Bedeutung zu sein.

 

 

Copyright 2026. Erenia Mendoza ist Geschäftsführerin von CBMC Brasilien. Erenia wurde in Nicaragua geboren und ist in Brasilien aufgewachsen. Sie arbeitet in der Unterhaltungsindustrie, u.a. für Sony Pictures und Walt Disney.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
CBMC InternatIonal: Chris Simpson, President. Tel.: +1 520 334 1114 Adresse: P.O. Box 17376, Tucson, Arizona 85731, USA E-Mail: jmarple@cbmcint.org –
Internet: www.cbmcint.org (IVCG-Manna 35. KW 2026)

Gott beruft jeden in den „hauptamtlichen“ Dienst (Robert J. Tamasy)

Gott beruft jeden in den „hauptamtlichen“ Dienst (Robert J. Tamasy)

Im College begann ich mich für Gott und den Glauben zu interessieren. Ich schrieb mich sogar in Religionskurse ein, verlor aber rasch das Interesse, da sich diese als staubtrocken entpuppten.

So verlagerte sich mein Interesse auf das Schreiben, das mir sehr lag, und ich wurde schließlich Herausgeber einer lokalen Zeitung. Über 10 Jahre lang schrieb ich für Zeitungen und arbeitete als Herausgeber, doch kein einziges Mal kam mir in dieser Zeit in den Sinn, dass ich dies für Gott tat. Und das, obwohl ich in der Zeit Christ geworden war.

Das änderte sich vollkommen, als ich Mitarbeiter von CBMC wurde (Herausgeberorganisation der Montags Impulse; Anm. d. Übers.). Als Herausgeber verschiedener Publikationen von CBMC traf ich viele Menschen, die nicht nur mit Hingabe an Jesus Christus glaubten, sondern auch die Vision teilten, Ihm an ihrem Arbeitsplatz zu dienen.

Schnell stellte ich fest, dass die Kluft zwischen meinem Glauben und meiner Arbeit nichts Ungewöhnliches war. Oft wurde ich fassungslos angestarrt, wenn ich in verschiedenen Gemeinden darüber sprach, dass wir „Botschafter Christi“(2. Kor. 5,20) seien. Für sie war der Dienst am Herrn ein hauptamtlicher Dienst, z.B. als Pastor oder Missionar. Doch in Wirklichkeit handelte es sich um ein Missverständnis ihrerseits.

Der Reformator Martin Luther hatte eine klare biblische Vorstellung davon, wie Glaube und Arbeit zusammenhängen sollten. Er schrieb: „Jede Tätigkeit hat ihre eigene Ehre vor Gott. Arbeit ist eine göttliche Berufung. In unserer täglichen Arbeit dienen wir Gott, indem wir unserem Nächsten dienen und wir haben Anteil an Gottes permanenter Versorgung der Menschheit.“ Arbeit und Glauben sind miteinander verbunden, nicht getrennt.

Luther trug dazu bei, die Vorstellung zu überwinden, dass es zwei „Klassen“ von Christen gäbe, Hauptamtliche wie Priester und Missionare und die „Laien“ in den Kirchenbänken, die für die Hauptamtlichen beten und dienen. Es gibt keine „Teilzeit-Christen“. Entweder folgen wir Jesus rund um die Uhr oder gar nicht. Und als Seine Nachfolger sind wir berufen, Ihm und anderen in Seinem Namen zu dienen. Alle Gläubige sind per Definitionem „Hauptamtliche“.

Jesu Missionsbefehl gilt allen. Nach Seiner Auferstehung gab Jesus Seinen Jüngern vor Seiner Himmelfahrt letzte Anweisungen. Keiner Seiner Jünger hatte ein Seminar oder eine Bibelschule besucht. Jesus sagte ihnen: „Geht hinaus in die ganze Welt, und ruft alle Menschen dazu auf, mir nachzufolgen!… Lehrt sie, so zu leben, wie ich es euch aufgetragen habe. Ihr dürft sicher sein: Ich bin immer bei euch, bis das Ende dieser Welt gekommen ist! “ (Mt. 28,19-20). Wir sollen nicht nur selber Jesus nachfolgen, wir sollen auch andere lehren und dazu ausrüsten, Ihm nachzufolgen.

Alles, was wir tun, dient dem Herrn. Gott wirkt auch außerhalb von Gemeinden und einem kirchlichen Umfeld. „All euer Tun – euer Reden wie euer Handeln – soll zeigen, dass Jesus euer Herr ist. Weil ihr mit ihm verbunden seid, könnt ihr Gott, dem Vater, für alles danken… Denkt bei allem daran, dass ihr für den Herrn und nicht für die Menschen arbeitet.“(Kol. 3,17 + 23).

Copyright 2026 Robert J. Tamasy ist Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher. Er bloggt alle 14 Tage unter www.bobtamasy.blogspot.com.
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Mehr als nur Köpfe zählen (Chris Simpson)

In fast jeder Firma hört man, wie von Menschen in der Sprache der Mathematik gesprochen wird. Köpfe werden gezählt. Vollzeitäquivalente. Ressourcen. Zu besetzende Sitze. In all dieser Buchführung verschwindet der Mensch. Er wird zur Zahl, die steigt, wenn es gut läuft, und die reduziert wird, falls es nicht gut läuft.

Das passiert schleichend. Wir entscheiden uns nicht dafür, die Menschen nicht mehr zu sehen. Wir sind beschäftigt, die Arbeit stapelt sich, und der Mann, der den Kaffee auffüllt oder die Frau, die die Abrechnungen macht, werden zum Möbiliar. Wir laufen Hundert Mal an ihnen vorbei ohne einmal ihren Namen zu nennen.

Apostel Paulus weigerte sich, so zu leben. Am Schluss seines Briefes an die Römer, in Kapitel 16, einem Kapitel, das Sie wahrscheinlich überlesen haben, macht er etwas Merkwürdiges. Er zählt Menschen auf. Phoebe, Priszilla und Aquila, Epänetus, Maria, und so weiter, bis er 30 Menschen beim Namen genannt hat. Und er nimmt Bezug auf sie. Diese Person arbeitete fleißig, die andere riskierte ihren Hals für ihn. Zwei weitere sind noch vor ihm Christen geworden.

Dreißig Namen in einem Brief, der das Römische Reich überdauerte.

Warum bewegte der Heilige Geist einen Mann, so viel Tinte auf eine Namensliste zu verwenden? Weil es Gott wichtig ist, dass wir gekannt werden. Er schuf in uns einen Hunger danach, gesehen zu werden und für jemanden zu zählen. Er versteht diesen Hunger, weil Er ihn in uns hineingelegt hat. Bei Ihm ist niemand anonym. Der Gott, der die Haare auf unserem Kopf gezählt hat, kennt uns mit Namen.

Wieviel Kraft darin steckt, erlebte ich auf unserer „Africa Convention“ in Simbabwe 2024. Zusammen mit einem Bruder aus Südafrika machte ich die Runde durch einen Raum mit jungen Berufstätigen, wobei wir einige beim Namen nannten und Gottes Wahrheit über sie aussprachen. Die Augen jedes einzelnen füllten sich mit Tränen; sie weinten, weil jemand sie ansah und ihren Namen aussprach. Es liegt Kraft darin, einen Menschen wissen zu lassen, dass er gesehen wird.

Der Mann im Büro unter Ihnen hat einen Namen, den er von den Menschen bekam, die ihn am meisten liebten. Die Frau an der Rezeption ist es wert, nicht auf ein Profil, Namensschild und Klicks in den sozialen Medien reduziert zu werden.

Lernen Sie Namen und gebrauchen Sie sie. Nicht wie ein Verkäufer, der Ihnen schmeicheln und den Verkauf abschließen will. sondern wie ein Bruder, der die Person vor sich wirklich sieht. Grüßen Sie die Putztruppe. Danken Sie dem Assistenten laut und mit Namen vor allen anderen. Fragen Sie die neue Mitarbeiterin, wo sie herkommt, und merken Sie sich die Antwort.

Es kostet Sie nichts, spricht aber lauter als alle Predigten. Die Menschen erkennen, ob sie gemanagt werden oder geschätzt. Behandeln Sie die am geringsten bezahlte Person im Unternehmen als Ebenbild Gottes und Sie spiegeln unseren Erlöser wider. Sie brauchen keine Plattform, um am Arbeitsplatz zu dienen. Sie brauchen Namen. Sprechen Sie sie aus.

©2026. Tief bewegt von der transformatorischen Kraft des Evangeliums ist es das Anliegen von Christopher C. Simpson, den Glauben in der Geschäftswelt zu verbreiten. Christopher ist Präsident von CBMC International; zuvor diente er 28 Jahre lang in der US Marine und beim Secret Service, wo er für den Schutz von 7 Präsidenten zuständig war. Mit seiner Frau Ana lebt er in Boca Raton, Florida, USA.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de