Auserwählt (Chris Simpson)

Auserwählt (Chris Simpson)

In der Geschäftswelt geraten wir schnell unter Druck. Ein Geschäft platzt. Eine vertrauenswürdige Führungskraft sucht sich eine andere Stelle. Die Zahlen gehen runter. Der Vorstand will sofortige Antworten. Ihr Team beobachtet Sie. Zu Hause lässt der Druck nicht nach. Entscheidungen und Gespräche stehen an. Und mittendrin schleicht sich der Gedanke ein: Das ist zu viel für mich.

Dieser Gedanke zeigt uns etwas, nicht nur über die Situation, sondern über unseren Glauben. Wir nehmen reflexhaft an, dass der Druck zu stark ist und wir zu schwach sind. Doch vielleicht stimmt das gar nicht. Vielleicht ist der Druck nicht zu stark, sondern genau angemessen?

Die Heilige Schrift widerspricht immer wieder unserem Instinkt, vor Druck zu fliehen. Noah trug die Last des Gehorsams, als niemand ihn verstand. Josef ertrug Verrat und wurde hingehalten, bevor er in eine Führungsposition gelangte. Moses stand stotternd und mit einem Stab vor dem Pharao. Daniel blieb standhaft in einem feindlichen System, das ihn umformen wollte. Diese Männer wichen dem Druck nicht aus.

Paulus, der erst ein Verfolger, dann ein Prediger war, ist vielleicht das eindeutigste Beispiel. Als der Herr ihn rief, sprach Er sehr deutlich: „Ich habe diesen Mann dazu auserwählt, mich bei allen Völkern und Herrschern der Erde, aber auch bei den Israeliten bekannt zu machen.“ (Apg. 9,15). Keine Willkür. Kein Zufall. Auserwählt. Nicht, weil es bequem ist, sondern weil es passt.

Paulus‘ Geist, Ausbildung, Ausdauer und sogar seine Vergangenheit wurden in etwas geformt, das Gott gebrauchen konnte. Dieser Auftrag war schwer, aber nicht fahrlässig. Gott wählt das aus, was erforderlich ist. Manchmal in Form von Klarheit, wenn alle anderen kopflos sind. Manchmal in Form von Ruhe mitten im Stress. Manchmal in Form von Mitleid, wenn Menschen am Ende ihrer Kraft sind. Manchmal bedeutet das dranbleiben, wenn es vernünftig erscheint, wegzulaufen.

Paulus kannte Druck nicht nur theoretisch, sondern auch in der Realität. Er schrieb: „Die Schwierigkeiten bedrängen uns von allen Seiten, und doch werden wir nicht von ihnen überwältigt. Wir sind oft ratlos, aber nicht verzweifelt.“ (2. Kor. 4,8). Er brach unter dem Druck nicht zusammen, weil Gott ihn bereits so formte, dass er ihn aushalten konnte. Dasselbe gilt auch für uns. Gott weiß genau, was wir brauchen, und bereitet uns entsprechend vor. Wenn wir Druck verspüren, heißt das also nicht notwendigerweise, dass etwas nicht stimmt. Vielleicht soll uns etwas anvertraut werden. Bevor wir beten, dass die Last von uns genommen wird, sollten wir um Kraft bitten, diese gut zu ertragen. Um Weisheit, Ausdauer und Klarheit. Gott versorgt und hilft uns, Er bringt das zu Ende, was Er begonnen hat.

Der Druck mag real sein, aber er ist nicht willkürlich. Wir sind erwählt. Und manchmal besteht der Unterschied zwischen Zusammenbrechen und Führen einfach darin, zu glauben, dass die Last, die Gott uns auf die Schultern gelegt hat, kein Fehler ist, sondern: eine Berufung.

©2026. Tief bewegt von der transformatorischen Kraft des Evangeliums ist es das Anliegen von Christopher C. Simpson, den Glauben in der Geschäftswelt zu verbreiten. Christopher ist Präsident von CBMC International; zuvor diente er 28 Jahre lang in der US Marine und beim Secret Service, wo er für den Schutz von 7 Präsidenten zuständig war. Mit seiner Frau Ana lebt er in Boca Raton, Florida, USA.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
CBMC InternatIonal: Chris Simpson, President. Tel.: +1 520 334 1114 Adresse: P.O. Box 17376, Tucson, Arizona 85731, USA E-Mail: jmarple@cbmcint.org –
Internet: www.cbmcint.org (IVCG-Manna 24. KW 2026)

Wir arbeiten nicht nur für uns selber (Robert J. Tamasy)

Wir arbeiten nicht nur für uns selber (Robert J. Tamasy)

Die Arbeitsmotivation vieler Menschen ist selbstorientiert. Sie müssen ihren Lebensunterhalt verdienen, für ihre Familie sorgen, ihren selbsterwählten Lebensstil finanzieren, sie gehen ihrer Arbeit mit Freude und Leidenschaft nach, fühlen sich bestätigt und bedeutend.

Nichts davon ist schlecht. Dies alles kann eine sinnvolle Nebenwirkung unserer Arbeit sein. Doch auch der schlaueste, begabteste und erfahrenste Mensch kann nicht alles allein bewerkstelligen. Ein „selbstzentrierter“ Ansatz kann sich in unserer Arbeit und unserem Leben verheerend auswirken.

Ich denke an meine eigene Karriere zurück. Als ich vor über 40 Jahren zu CBMC (Herausgeberorg. d. Montags Impulse; Anm. d. Übers.) kam, war dies ein großer Schritt für mich, verbunden mit wesentlich mehr Verantwortung. Ich hatte Erfahrung im Schreiben, Layouten und Fotografieren, hatte aber noch nie ein Magazin herausgegeben. Viele Fähigkeiten fehlten mir, und ich hatte keine Erfahrung mit Themen wie Finanzen, Zeitmanagement und Familienbeziehungen.

Glücklicher Weise fanden wir talentierte Menschen, die diese Lücken ausfüllen konnten, wie einen Grafikdesigner und Illustrator, kompetente Autoren, sowie einen Redaktions- und einen Verwaltungsassistenten. Alle brachten ihre einzigartigen Begabungen und Fähigkeiten mit ein. Jede neue Ausgabe des Magazins übertraf unsere Erwartungen. Meiner Ansicht nach war das Ganze großartiger als die Summe der einzelnen Teile.

Dieses Prinzip trifft auf alle Berufe zu. Ob wir Unternehmer sind, Manager, Verkäufer, Rechtsanwalt, Arzt, Ingenieur oder Architekt oder auch Pastor, wir können nicht nur für uns selber arbeiten. Für ein optimales Ergebnis brauchen wir einander. Eine der besten Bibelstellen zum Wert der Zusammenarbeit finden wir in Prediger 4,9-12. Hier einige Aussagen daraus:

Mehr Produktivität. Ein Arbeitspferd mag eine bestimmte Last ziehen können, aber zwei Arbeitspferde können zusammen ein Vielfaches dieser Last ziehen. Dieses Prinzip trifft auch beim Verfolgen eines Zieles oder der Zusammenarbeit an einem Projekt zu. „Zwei haben es besser als einer allein, denn zusammen können sie mehr erreichen. “ (Pr. 4,9).

Mehr Resilienz. Niemand ist perfekt und wir alle machen mal Fehler oder geraten ins Straucheln. Kollegen, die uns helfen, wieder aufzustehen und uns erneut an die Arbeit zu machen, sind immer hilfreich. „Stürzt einer von ihnen, dann hilft der andere ihm wieder auf die Beine. Doch wie schlecht steht es um den, der alleine ist, wenn er hinfällt! Niemand ist da, der ihm wieder aufhilft!“ (Pr. 4,10).

Mehr Ressourcen. Als Einheit können wir besser auf Herausforderungen reagieren. „Wenn zwei in der Kälte zusammenliegen, wärmt einer den anderen, doch wie soll einer allein warm werden?“ (Pr. 4,11).

Mehr Kraft. Widrigkeiten, die einen, vielleicht auch zwei von uns, zum Einknicken bringen können, sind besser zu überwinden, wenn wir als Team zusammenarbeiten. „Einer kann leicht überwältigt werden, doch zwei sind dem Angriff gewachsen. Man sagt ja auch: Ein Seil aus drei Schnüren reißt nicht so schnell!“ (Pr. 4,12).

Copyright 2026 Robert J. Tamasy ist Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher. Er bloggt alle 14 Tage unter www.bobtamasy.blogspot.com.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.

Geprüft durch Lob (Rick Boxx)

Geprüft durch Lob (Rick Boxx)

Haben Sie schon einmal eine Prüfung durchmachen müssen? Eine Prüfung verbinden wir meistens mit Widrigkeiten, echten Nöten oder größeren Herausforderungen. Die Prüfung besteht darin, wie wir damit umgehen. Aber es gibt noch eine weitere Form der Prüfung, an die die meisten von uns gar nicht denken würden. Es ist die Prüfung durch… Lob. Wie reagieren wir, wenn alles gut geht und die Menschen uns erzählen, wie talentiert wir seien und welch gute Arbeit wir machen würden?

Hier ein Beispiel: Lisa wurde die neue Abteilungsleiterin. Ihr Team war erleichtert, dass der vorherige Abteilungsleiter nach schweren persönlichen Konflikten und Rückschlägen in der Abteilung das Unternehmen verließ. Aus Freude über den Wechsel lobten sie Lisa, der ein hervorragender Ruf vorausging, in der Hoffnung, dass sie wieder eine Normalität herstellen würde.

Lisa hatte aber genug Erfahrung, um zu wissen, dass es nicht ausreichen würde, einfach besser als ihr Vorgänger zu erscheinen, denn die Bewunderung würde bald schwinden, sobald sie schwere Entscheidungen würde treffen müssen.

Das menschliche Ego ist schwach. So wie Kritik schnell dazu führen kann, dass wir unseren Wert in Frage stellen, kann Lob uns dazu bringen, höher von uns zu denken als angemessen ist. Genau davor hat Apostel Paulus gewarnt: „In der Vollmacht, die mir Gott als Apostel gegeben hat, warne ich euch: Überschätzt euch nicht, sondern bleibt bescheiden. Keiner von euch soll sich etwas anmaßen, was über die Kraft des Glaubens hinausgeht, die Gott ihm geschenkt hat.“ (Römer 12,3).   

Jeden Tag erleben wir, dass Führungskräfte genau das tun, wovor Paulus gewarnt hat: Sie überschätzen sich. Es ist nichts falsch daran, auf gute Arbeit und erreichte Ziele stolz zu sein. Doch wenn der Stolz überhandnimmt und wir meinen, besser als andere zu sein, uns für bedeutender zu halten, wird das unweigerlich Probleme mit sich bringen.

Natürlich ist zu hoffen, dass wir von Zeit zu Zeit für unsere Arbeit Lob erhalten. Die Frage ist nur, wie wir damit umgehen. In zwei Versen aus dem alttestamentlichen Buch der Sprüche wird dieses Thema adressiert.

In Sprüche 27,2 heißt es: „Überlass es anderen, dich zu loben! Es ist besser, ein Fremder rühmt dich, als du selbst!“, und in Sprüche 27,21: „Gold und Silber werden im Ofen und im Tiegel geprüft, der Prüfstein eines Menschen ist sein Ruf.“ Der Ruf als Prüfstein!

Ein Freund von mir, der jahrelang als Herausgeber eines Magazins gearbeitet hat, erzählte mir, dass diese Verse ihm halfen, die richtige Sicht auf seine Arbeit einzunehmen. Als er und sein Team beträchtliche Veränderungen an Inhalt und Design der Publikation vorgenommen haben, wurden sie durch Menschen ermutigt, die ihnen mitteilten, wie sehr sie das Magazin schätzen würden. Dennoch vergaß er nie, dass Gott es war, der ihn in die Position gebracht, ihm die notwendigen Fähigkeiten und Erfahrungen gegeben und ein begabtes Team zur Seite gestellt hatte.

Es tut gut, Bestätigung für unsere Arbeit zu erhalten. Dennoch sollten wir niemals vergessen, dass letztlich dem Herrn die Ehre und das Lob für unsere Leistung gebührt.

Copyright 2026, Unconventional Business Network.
Aus „UBN Integrity Moments“, eine Kommentarreihe über Ehrlichkeit am Arbeitsplatz aus christlicher Sicht.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.

Zugang bedeutet Macht (Chris Simpson)

Zugang bedeutet Macht (Chris Simpson)

Ein Büro am Montagvormittag. Das Klackern der Tastaturen, Konkurrenzdenken hinter höflichem Lächeln. Soweit alles normal, neutral. Oder doch nicht? Jeder Arbeitsplatz ist eine Art Tempel mit eigenen Ritualen. Erfolg wird angebetet und erfährt seine Krönung in Beförderungen und Titeln. Sicherheit versteckt sich hinter Einkommen und Rentenplänen. Sie sind die Götter unserer Zeit, klein, glänzend und unerbittlich.

Und dann kommt Jesus herein. Während Seiner Zeit auf der Erde mied Er die Zentren der Macht nicht. Er begab sich mitten hinein in die Synagogen, Tempelvorhöfe, die Orte, an denen Kultur und Überzeugung miteinander kollidierten. Dort lehrte und heilte Er, konfrontierte das Zerbrochene. Und als der Tempel von Gier geflutet wurde, warf Er die Tische um (Mt. 21,12-13). Macht war für Jesus keine Gefahr, die es zu meiden galt, sondern ein Auftrag Seines Vaters.

Auch Apostel Paulus sprach nicht nur in Synagogen, sondern auch auf dem Marktplatz in Athen, einem Zentrum der Geschäfte und Ideen (Apg. 17,17). Später stand er vor Statthaltern und Königen und erzählte kompromisslos von Jesus (Apg. 24-26). Er suchte weder eine Plattform noch Ruhm. Er nutzte die Zugänge, die sich ihm boten. Sein Ziel:  „Alles menschliche Denken nehmen wir gefangen und unterstellen es Christus, weil wir ihm gehorchen wollen.“ (2. Kor. 10,5).  

Das ist keine Theorie, das ist ein ganz normaler Arbeitstag, im Büro, im Klassenzimmer, in der Klinik, im Gerichtssaal. Wenn Gott uns Türen öffnet, um gesellschaftlich oder beruflich Einfluss zu nehmen, geschieht das nicht zufällig. Wir sind nicht da, um schneller die Leiter zu erklimmen, sondern um Sein Königreich zu verherrlichen.  

Jesus verglich dieses mit Sauerteig (Mt. 13,33): still, verborgen, aber nicht aufzuhalten. Wahrer Einfluss hat nicht mit Umfang oder Sichtbarkeit zu tun, sondern mit Präsenz. Exzellenz, die Respekt verdient. Integrität, die etwas kostet, uns aber auch authentisch werden lässt. Mut, das Falsche zu benennen und das Richtige zu leben. Geduld, treu zu bleiben, auch wenn sich Dinge schmerzhaft langsam verändern.  

So ging es Daniel in Babylon (Daniel 6) und Josef in Ägypten (1. Mose 41). Beide lebten im Ausland, trugen aber Gottes Weisheit bis in die höchsten Führungsebenen. Sie waren nicht laut, blieben aber auch nicht still, als die Wahrheit eine Stimme forderte. Ihr Glaube formte Reiche, ohne sich vor ihnen zu beugen.

Die Arbeitswelt ist nach wie vor erfüllt vom Lärm ihrer eigenen Götter – Erfolg, Bequemlichkeit und Kontrolle –, doch der Geist Jesu sendet uns als Seine Botschafter direkt in diesen götzendienerischen Lärm hinein. Hier kommt der Zugang ins Spiel. Wir tragen Seine Präsenz in Räume, in denen andernfalls niemals Sein Name erwähnt würde. Wenn Sie morgen also Ihren Laptop öffnen oder in ein Meeting gehen, denken Sie daran: Sie betreten einen Tempel.

Arbeiten Sie mit Überzeugung. Führen Sie mit Integrität. Verweigern Sie sich den Götzen. Unser Glaube ist nicht laut, er ist lebendig. Macht bedeutet nicht Status, sondern Verantwortung. Die Frage ist nicht, ob wir irgendwo Zugang haben, sondern was wir mit dem Zugang machen, den wir haben. Denn Jesus will dort sichtbar werden, wo Er uns hinsendet.   

 

©2026. Tief bewegt von der transformatorischen Kraft des Evangeliums ist es das Anliegen von Christopher C. Simpson, den Glauben in der Geschäftswelt zu verbreiten. Christopher ist Präsident von CBMC International; zuvor diente er 28 Jahre lang in der US Marine und beim Secret Service, wo er für den Schutz von 7 Präsidenten zuständig war. Mit seiner Frau Ana lebt er in Boca Raton, Florida, USA.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
Die Verbindung von Wissen und Weisheit (Carmen Milka Herrera)

Die Verbindung von Wissen und Weisheit (Carmen Milka Herrera)

Wissen ist in der heutigen Geschäfts- und Arbeitswelt an vielen Orten und auf vielerlei Weise zu finden. Weisheit hingegen nicht. Das habe ich in meinem eigenen Leben erfahren. Vor über 40 Jahren verkündete eine Zeitung, dass ich an der Pontificia Universidade Católica in Campinas, Brasilien, ein volles Stipendium erhalten hatte. Die Universitäten meines Heimatlandes Bolivien hatten ihre Tore geschlossen, und so schickte mein Vater meine Unterlagen an die brasilianische Botschaft. Kurz darauf verließ ich meine Heimat.

Von Bolivien nach Brasilien – das war einerseits weit, andererseits aber auch nicht. Vom Spanischen ins Portugiesische – das war anders, aber auch nicht ganz anders. Ein tropisches Land mit Winter in der Jahresmitte. Schwierig? Ja. Anders? Ja, aber mit ähnlicher, südamerikanischer Kultur. Dennoch fühlte ich mich entwurzelt, ohne Familie in der Nähe, ohne Freunde. Sogar mein Glaube fühlte sich nur noch wie eine ferne Erinnerung an. Immer wieder fragte ich mich, was ich tun und sagen und mit wem ich mich anfreunden sollte.

So dachte ich auch immer wieder darüber nach, was die beste – und weiseste – Option sei. Meine Eltern, die immer meine größte Quelle der Weisheit gewesen waren, konnte ich nicht länger fragen. Briefe waren zwei Wochen unterwegs, E-Mail, Fax und Messenger-Dienste gab es damals noch nicht. Und ständig machten neue Herausforderungen schnelle Lösungen erforderlich.

Vielleicht stehen auch Sie heute vor Fragen, die Einfluss auf den Lauf Ihres weiteren Lebens haben. Wenn wir Jesus Christus nachfolgen, ist Gott mit uns, aber wir erkennen nicht immer, dass wir mit Ihm sind. Gefühle der Einsamkeit und der Angst beeinflussen unser Weltverständnis und unsere Entscheidungen. So lebte ich damals: Schritt für Schritt, extrem vorsichtig, aber doch mit dem tiefen Wunsch, weniger ängstlich und spontaner zu sein.

Meine Professoren an der Universität meinten, Weisheit sei in Büchern zu finden und in guten Gesprächen, und Antworten in soliden Argumenten von Ursache und Wirkung. Das stimmt auch. Doch ich fand heraus, dass unsere wichtigste Ressource die Bibel ist. Wie Charles Spurgeon weise feststellte: „Besuchen Sie viele Bücher, aber leben Sie in der Bibel.“

Dazu Gedanken aus dem alttestamentlichen Buch Hiob: „Aber die Weisheit – wo ist sie zu finden? Und wo entdeckt man die Einsicht?… Das Meer und seine Tiefen sprechen: Die Weisheit ist nicht bei uns.“ (Hiob 28, 12+14). „Woher also kommt die Weisheit? Und wo entdeckt man die Einsicht? Ja, sie ist dem menschlichen Auge verborgen, und auch die Raubvögel erspähen sie nicht. Das tiefe Totenreich und selbst der Tod, sie sprechen: Wir haben von ihr nur ein Gerücht gehört!“(Hiob 28, 20-22).

Wenn wir das Wort Gottes lesen, kommen wir durch Reflexion zum Verständnis. Hier sind drei Beispiele:

  • Wohin? „Gott allein kennt den Weg zur Weisheit; er nur weiß, wo sie zu finden ist.“ (Hiob 28,23). Ohne das Wort begrenzt mich die Angst, Fehler zu machen oder Schuld auf mich zu laden.
  • Wie? „Kein Mensch kennt den Weg zu ihr; unter den Lebenden findet man sie nicht.“ (Hiob 28,13). In der intellektuellen Welt zählen Informationen, Kreativität und einsames Nachdenken, das Knien vor Gott kommt hier eher selten vor.
  • Wo finden wir Führung? „Denn er blickt über die ganze Welt, er durchschaut Himmel und Erde.“ (Hiob 28,24). Der Einzige, der den Weg kennt und uns in unserem Leben führen kann, ist Gott.

Carmen Milka Herrera ist Gründerin und Leiterin einer Sprachschule in Brasilien.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.

Wenn die Zahlen nicht stimmen (Chris Simpson)

Wenn die Zahlen nicht stimmen (Chris Simpson)

Es beginnt meistens vor dem Bildschirm. Eine Tabelle. Eine Prognose. Zahlen, die nicht gehorchen wollen. Die Gewinnspanne ist dünn. Der Druck real. Die Menschen erwarten eine Antwort von Ihnen und alles vor Ihnen sagt: Es reicht nicht.

Dieser Moment ist kein seltener. Er ist aber auch heilig, da Glaubensüberzeugungen und Werte auf dem Prüfstand stehen. Die Frage ist: Werden wir den Test bestehen oder werden wir durchfallen?

Das Problem ist nicht neu, es ist so alt wie die Zeit. In der Bibel kommt es häufig vor, zum Beispiel in Johannes 6, wenn Jesus vor einer riesigen Menschenmenge steht. Tausende, die echten Hunger, ein echtes Bedürfnis haben. Und bevor Er irgendein Wunder tut, stellt Er eine Frage, die fast unvorsichtig erscheint: „Wo können wir für alle diese Leute Brot kaufen?“ (Joh. 6,5).

Einer Seiner Jünger, Philippus, macht daraufhin das, was Führungskräfte gemeinhin tun, er rechnet. Er schaut in den Geldbeutel und verkündet das Urteil. Er kommt zu dem Schluss, dass es nicht reichen wird, selbst wenn sie den letzten Groschen ausgeben. Der Jünger Andreas dagegen überlegt, was sie haben. Fünf Brote. Zwei Fische. Doch auch er kommt zu dem Schluss: „Aber was ist das schon für so viele Menschen!“ (Joh. 6,9).

In Johannes 6,6 erfahren wir aber: „Er (Jesus) fragte dies, um zu sehen, ob Philippus ihm vertraute; denn er wusste, wie er die Menschen versorgen würde.“ Das verändert alles. Jesus fragt nicht in Ermangelung eines Plans. Es geht ihm nicht um Brote, sondern um Glauben. Philippus rechnet, Andreas ergreift die Initiative; beide handeln rational. Aber beide versagen. Nicht weil sie sich irren, sondern weil sie bei der menschlichen Logik stehen bleiben.

Als berufstätige Menschen sind wir diszipliniert, kompetent. Unter Druck strengen wir uns noch mehr an, planen noch besser, versuchen doch noch das richtige Ergebnis zu erzielen. Doch manchmal geht es nicht mehr darum, das Problem noch irgendwie in den Griff zu bekommen, sondern darum, es zu überwinden. Jesus weist das Angebotene nicht zurück, Er empfängt es dankend und tut dann das, was nur Er tun kann.

Überfluss kommt nicht vom besseren Rechnen, es kommt davon, dass wir das, was wir haben, in Gottes Hand legen, denn Er weiß, was zu tun ist. Wenn die Zahlen nicht stimmen und alle Bemühungen nicht fruchten, ist unser Glaube gefragt. Wenn die Zahlen nicht stimmen, sind nicht unsere Fähigkeiten, sondern unser Vertrauen gefragt, denn Jesus ist treu.

Erkenntnisse für Führungspersönlichkeiten:

  1. Nicht jede Herausforderung muss gemeistert werden, manchmal geht es nur darum, sie zu überwinden.
  2. Kompetenz ist eine Gabe, kann aber zur Last werden, wenn sie an die Stelle von Vertrauen tritt.
  3. Jesus macht offenbar, in was wir vertrauen.

Gott kann mit unseren Ressourcen, die wir Ihm zur Verfügung stellen, mehr tun als mit unseren perfektesten Plänen.

©2026. Tief bewegt von der transformatorischen Kraft des Evangeliums ist es das Anliegen von Christopher C. Simpson, den Glauben in der Geschäftswelt zu verbreiten. Christopher ist Präsident von CBMC International; zuvor diente er 28 Jahre lang in der US Marine und beim Secret Service, wo er für den Schutz von 7 Präsidenten zuständig war. Mit seiner Frau Ana lebt er in Boca Raton, Florida, USA.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.