„Wo du bist, bist du richtig“
„Sucht eure Berufung, dann seid ihr zufrieden“
Prinz Constantin zu Salm-Salm über Glauben, Berufung und die Kunst, loszulassen
Constantin zu Salm ist Unternehmer, Vermögensberater, Christ, Vater von fünf Kindern – und ein Mensch, der erst lernen musste, seinen Platz zu finden. Als Jugendlicher hätte er wohl am wenigsten akzeptiert, dass sein Platz dort liegen würde, wo er geboren wurde. Heute ist er angekommen und kann seine Berufung leben. In der TV-Reihe von fak+or c auf Hope TV hat er seine Lebens- und Lerngeschichte erzählt.
Ein Bibelvers über dem Tor zum Weingut
Selten werden Menschen im 21. Jahrhundert an Gebäuden und über Einfahrten mit Bibelversen begrüßt. Über dem Torbogen des Weinguts von Prinz Constantin zu Salm-Salm in Wallhausen (Rheinland-Pfalz, Anbaugebiet Rhein-Hessen) ist so ein Bibelvers zu finden:
„Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen.“
Eine Reminiszenz an ein altes Adelsgeschlecht? Keineswegs. Der Vers stammt aus jüngster Vergangenheit. „Meine Frau und ich haben den Vers aus dem Buch Josua anbringen lassen, als wir das Gut übernommen haben“, erzählt der Adlige, der sich im TV-Interview bei fak+or c ganz locker von Moderator Michale vom Ende mit Constantin ansprechen und Duzen lässt. „Der Vers erinnert uns jeden Tag daran, wofür wir Verantwortung tragen – und wem wir letztlich dienen.“
Zweifel am vorgezeichneten Weg
Dennoch scheint sein Weg in dem traditionsreichen Haus, in dem er aufwächst, vorgezeichnet: Irgendwann würde er in Wallhausen das Familienunternehmen übernehmen, das Weinbau, Forstwirtschaft und Vermögensverwaltung verbindet. „Als Kind war mir das zwar bewusst,“ erinnert er sich, „aber ich habe mich oft gefragt, ob das wirklich mein Platz ist.“
Sein Jugendleiter in der Kirchengemeinde nimmt ihm die Zweifel: „Dort wo du bist, bist du richtig“. Ein Zuspruch, den Constantin wörtlich nimmt. So kann er sich mit der Vorstellung, sein Leben und Wirken auf dem Stammgut der Familie zu verbringen, immer besser vorstellen.
Doch dann schicken ihn die Umstände erstmal weit weg von Hause. Seine Lehr- und Wanderjahre beginnen, und zwar im Ausland.
Schule als Mobbingfaktor
Denn in der Schule läuft es zunächst nicht gut. Legasthenie, schlechte Noten, Lehrer, die ihn vor allem an seinen Schwächen messen. „Ich hatte in der siebten Klasse ganz viele Fünfen. Heute würde man sagen: Ich wurde gemobbt.“ Seine Eltern entscheiden, ihn auf ein Internat nach England zu schicken – ein Benediktinerkloster. Das bringt die Wende. Dort erlebte Constantin zu Salm zum ersten Mal, was es heißt, als ganze Person mit all ihren Gaben gesehen zu werden. „Die Engländer schauten nicht auf meine Schwächen, sondern auf das, was ich gut kann. Das hat alles verändert.“
Rugby – hart aber 100% fair
Neben dem Unterricht entdeckt er den Sport für sich – Rugby wird zu seinem Lieblingssport und zur Lebensschule. „Wir haben anfangs jedes Spiel verloren – aber keiner hat aufgegeben. Diese Haltung, immer weiterzumachen, hat mich geprägt.“
Rugby lehrt ihn Teamgeist, Durchhaltevermögen und Fairness – Tugenden, die er in allen Bereichen für prägend hält. „Wenn in einer Rugby-Mannschaft einer nicht 100 Prozent gibt, verliert das ganze Team. So ist es auch im Unternehmen oder in der Familie.“
Vom Pflichtgefühl zur Berufung
Nach seiner Ausbildung kehrt Constantin zurück nach Wallhausen. Gemeinsam mit seinem Bruder führt er das Familienunternehmen fort. Während Felix den Weinbau verantwortet, leitet Constantin die Bereiche Forstwirtschaft und Finanzen.
„Ich bin geschäftsführender Gesellschafter – aber ehrlich gesagt, das Führen fiel mir früher schwer“, gibt er zu. Erst ein Berufungsseminar öffnet ihm die Augen: „Da wurde mir klar, dass Menschen völlig unterschiedliche Begabungen haben. Manche leiten, andere lehren, wieder andere dienen. Das hat mir geholfen, mich selbst einzuordnen – und andere besser zu verstehen.“
Heute sieht er Führung als Dienst – als Aufgabe, Menschen zu befähigen, ihren Platz zu finden.
„Wenn jeder das tut, was er wirklich gut kann, entsteht Frieden – im Team und im Herzen.“ (Prinz Constantin zu Salm-Salm)
Warten können auf den richtigen Moment
In dieser Haltung spiegelt sich eine biblische Gestalt wider, die ihn besonders fasziniert: Nehemia. „Nehemia hat nicht aufgegeben, aber er hat auch nicht übereilt gehandelt. Er hatte ein Gespür für das richtige Timing.“ Dieses Vertrauen auf Gottes Zeit habe er selbst erst lernen müssen. „Manchmal ist eine Entscheidung einfach noch nicht reif. Dann darf man warten – und darauf vertrauen, dass der richtige Moment kommt.“
Erfolg ist Ruf zur Verantwortung
Als Unternehmer adeliger Herkunft wird Constantin oft mit automatisch vorhandenem Wohlstand in Verbindung gebracht. Doch das Bild trügt, wendet der durchaus erfolgreiche Unternehmer ein. Wohlstand müsse immer wieder neu erarbeitet und gepflegt werden, sagt er.
Das Entscheidende sei die Haltung zum Geld. „Ich bin katholisch geprägt, da ging es immer ums Dienen, um Barmherzigkeit. Geld war fast etwas Verdächtiges. Aber irgendwann habe ich verstanden: Wenn meine Begabung wirtschaftlicher Erfolg ist, dann darf ich sie nutzen. Unternehmerisch zu denken ist keine Sünde – es ist eine Berufung. Wichtig ist, was man damit tut.“
Erfolg sieht er daher als Ruf zur Verantwortung, nicht als Selbstzweck. „Wenn wir Geld verdienen, schaffen wir Arbeitsplätze. Das ist für mich ein Dienst an anderen.“
Familie zuerst
So ist Constantin zunächst der klassische Unternehmer, der seine Arbeit und das Wohl und Wehe seines Unternehmens in den Mittelpunkt stellt. Erst vor rund vier Jahren beginnt für ihn ein innerer Wandel. „Ich habe gefastet, war danach eine Woche im Kloster – und habe gemerkt: Meine Reihenfolge stimmt nicht. Ich sagte immer: Gott, Familie, Arbeit. Aber gelebt habe ich: Arbeit, Familie, Gott.“
Seitdem hat Constantin seine Prioritäten neu justiert. „Mein ältester Sohn wollte, dass ich mit auf ein CVJM-Zeltlager komme. Früher hätte ich gesagt: keine Zeit. Diesmal fuhr ich mit – und es war großartig.“
Heute nimmt er sich gezielt Zeit für jedes seiner fünf Kinder, schwärmt er: Reiten mit der Tochter, Fußballspielen mit einem der Söhne, Besuche im Internat. „Jedes Kind hat seine Vorlieben und Hobbys, daran kann ich bewusst anknüpfen, und für die Kinder besonders wertvolle Zeit mit ihnen verbringen.“ Das habe er für sich herausgearbeitet.
Nicht immer der Beste sein müssen
Prinz Constantin zu Salm-Salm ist angekommen. Die Zweifel, die er als Kind über seinen Platz auf der Welt hatte, sind verflogen. Heute empfindet er es als Berufung, das Erbe seiner Vorfahren weiterzuführen und nach heutigen Maßstäben zu gestalten.
Dazu gehöre auch, die Gaben seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schätzen und zielgerichtet einzusetzen. Und das bezieht er auch auf sich selbst. So habe er endlich gelernt, nicht alles selbst machen zu müssen. „Früher dachte ich, ich müsse in allem der Beste sein. Heute weiß ich: Es ist ein Geschenk, wenn andere etwas besser können.“
Diese Haltung – Vertrauen, Loslassen, Berufung leben – prägt sein Denken heute. Was er den Menschen mitgeben wolle, wird er in dem TV-Interview gefragt. Seine Antwort:
„Sucht eure Berufung, wenn ihr die gefunden habt, führt das zu tiefer Zufriedenheit.“ (Prinz Constantin zu Salm-Salm)
Schlussgedanke:
Prinz Konstantin zu Salm hat seinen Platz gefunden – nicht, weil er ihn gesucht hat, sondern weil er gelernt hat, auf Gottes Führung zu vertrauen. Sein Leben zeigt: Berufung ist weniger ein Ziel als eine Haltung. Sie beginnt dort, wo man sagt: „Hier bin ich – und hier will ich treu sein.“
🎁🌟Bonustext – Aufnehmen, inspirieren lassen, umsetzen
Acht Fragen an Constantin zu Salm-Salm auf einen Blick:
Was ist unsere größte Verantwortung?
Für jeden von uns hat Gott eine Aufgabe, jeder hat eine Berufung. Unsere Verantwortung ist es, diese Berufung zu suchen bzw. sich rufen zu lassen.
Was ist deine größte Stärke?
Es liegt mir, neue Unternehmen zu gründen, das mache ich richtig gerne.
Was ist deine größte Schwäche?
Im eigentlichen, operativen Prozess bin ich nicht der beste Geschäftsführer. Das zu erkennen und das zuzulassen, war ein Prozess. Ich musste zulassen, mir jemanden an die Seite zu holen, der das Geschäftsführerische besser kann als ich.
Wo hast du deine größte Unterstützung erlebt?
Im Internat in England hat man auf meine Stärken gesetzt und nicht auf meine Schwächen als Mensch mit Legasthenie geschaut wie in der deutschen Schule.
Rugby ist dein Lieblingssport, was hast du dort gelernt?
Beim Rugby muss jeder 100% geben, sonst verliert die ganze Mannschaft, auch das habe ich im Internat in England gelernt.
Was ist in deinem Unternehmen das größte Geschenk?
Es gibt so viele Mitarbeiter in unserem Unternehmen mit so vielen Gaben. Das mitzuerleben ist ein Geschenk. Aber auch das war ein Prozess. Erst in einem Berufungsseminar habe ich bewusst gelernt, die Stärken des anderen zu sehen und zu erkennen: für jeden gibt es einen Platz.
Was war dein wertvollster Umdenkungsprozess?
Ich habe immer von den Prioritäten her gedacht: Gott, Familie, Firma. Gehandelt habe ich in Wirklichkeit aber genau umgekehrt. Erst nach Exerzitien im Kloster habe ich angefangen, die Reihenfolge in echt zu leben. Statt einem wichtigen Termin in Firma bin ich mit einem meiner Söhne in ein Zeltlager gefahren. Das war sehr bereichernd. Jetzt versuche ich, Familie ganz anders zu leben.
Wo beginnt Verantwortung?
Verantwortung lernt man schon in der Familie. Wenn ich als Vater morgens schlechte Laune habe, dann verderbe ich allen anderen den Tag.
Die Grundlage für diesen Artikel wurde durch Transkription aus dem TV-Interview durch ChatGPT geschaffen. Redaktionelle Fassung Andreas Odrich.