Fünf Fragen an Hannah Brocksieper

1. Du wendest dich auf deinem LinkedIn-Profil explizit an junge Frauen im Beruf mit Kindern, warum ist dir das Thema so wichtig?

Ich bin selbst mitten in dieser Lebensphase und merke: Statistiken über „Gender Pay Gap“ oder die „Teilzeitfalle“ frustrieren mich, aber bringen mich nicht weiter. Ich brauche konkrete Tipps, wie ich diese Phase gut meistern und genießen kann. Dabei helfen mir Vorbilder, deren Strategien, Einstellung oder auch die Kompromisse, die sie bewusst eingehen, ich mir abschauen kann. Weil ich so wenige davon kenne, möchte ich selbst Teil der Konversation sein. Dadurch lerne ich auch die Frauen kennen, die bereits über diese Themen sprechen.

 

2. Was muss in unserer Gesellschaft passieren, damit Frauen Beruf und Familie optimal zusammenbringen können?

Das Thema ist komplex und es gibt keine „one-size-fits-all“ Lösung. Aus meiner Sicht braucht es zum einen ein gesellschaftliches Umdenken. Kinder sind unsere Zukunft, deshalb geht uns das Thema alle etwas an. Die Frage ist also vielmehr, wie wir als Gesellschaft Beruf und Kinder optimal zusammenbringen. Die Verantwortung darf nicht bei „Frauen im Beruf“ liegen, sondern auch bei Männern, Arbeitgebern und den einzelnen Teams. Zum anderen brauchen wir strukturelle Anpassungen aus der Politik, beispielsweise in der Steuer-, Renten- und Elterngeldpolitik.

 

3. Welche Rolle sollten dabei die Männer spielen?

Eine ganz zentrale! Wir können den Wandel nur gemeinsam gestalten. Auch hier wünsche ich mir mehr männliche Vorbilder, die beispielsweise länger als zwei Monate Elternzeit nehmen, nicht alleine unter Frauen auf dem Spielplatz sind und ihren Teil der Verantwortung bei Erziehung, Haushalt und Mental Load übernehmen. Es ist schön zu sehen, dass sich in meiner Generation schon einiges bewegt, aber wir haben noch einen Weg vor uns.

 

4. KI ist unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Immer häufiger gibt es teure Schulungsangebote, die davon sprechen, dass man mit Hilfe einer KI ganze Marketingstrategien fahren kann, mit einem vollständig automatisierten Konzept, das von der Planung bis zur Durchführung der Kommunikation mit den Kunden sämtliche Marketingagenturen und Copywriter, sprich, Menschen, überflüssig macht. Was hältst du von diesen Angeboten?

Die KI kann gerade im Bereich Automatisierung und Datenanalyse eine enorme Effizienzsteigerung bringen. Das sehe ich als große Chance, auch für meine Agentur! Kreativität oder eine authentische, emotionale Verbindung zur Zielgruppe aufbauen kann sie nicht, bzw. nur mit dem richtigen Prompting. Das macht ein Mensch. Am Ende ist es immer die make-or-buy-decision des Kunden: Steure ich mithilfe von KI das Marketing (auch das und ggf. Kurse benötigen Zeit und Geld) oder engagiere ich jemanden, der das übernimmt.

 

 

5. Fühlst du dich als Marketingfrau von KI bedroht, wo lauern Gefahren, wo ist KI aber auch wirklich nützlich und was kann sie im Marketingbereich sinnvoll an menschlicher Arbeit ersetzen?

Nein, ich sehe die KI grundsätzlich als Chance: Die Welt hat sich schon immer verändert und es überleben die Unternehmen, die den Wandel erkennen und gestalten. Ich nenne die KI gerne meine „inselbegabte Mitarbeiterin“. Extrem gut in vielen Bereichen, aber ich muss sie führen und schulen. Gefahren sehe ich darin, wenn Ergebnisse blind übernommen werden, im Bereich von Urheberrechten oder wenn KI menschliche Beziehungen ersetzen soll.

Was meine Kunden an mir als Agentur schätzen ist, dass sie ein echtes Gegenüber haben, ich persönliche Erfahrungen einbringe, zwischen den Zeilen lese und ich ihnen nur das verkaufe, was gerade für sie relevant ist. Kaufentscheidungen werden immer auch von Emotionen gesteuert. In meinem Fall kaufen Kunden neben meiner Expertise das Gefühl, „gut aufgehoben zu sein“ – was sie auch sind 😉

 

Fünf Fragen an Friedrich Rominger

Fünf Fragen an Friedrich Rominger

Status und Geld sind nicht alles bei der Karriereplanung, Sinnerfüllung und nachhaltige Ziele sind mindestens genauso wichtig, sagt Friedrich Rominger, Vorstandsvorsitzender von Fak+or C und selbst Jahrzehnte lang in einem internationalen Konzern in der Leitung tätig, bevor er noch einmal im Nonprofitbereich neue Akzente gesetzt hat. Wie aus seiner Sicht eine gute Karriereplanung aussehen kann, schildert er hier in unserer Rubrik „Fünf Fragen an…“:

 

faktor c:

Fünf Fragen an Friedrich Rominger

Status und Geld sind nicht alles bei der Karriereplanung, Sinnerfüllung und nachhaltige Ziele sind mindestens genauso wichtig, sagt Friedrich Rominger, Vorstandsvorsitzender von faktor c und selbst Jahrzehnte lang in einem internationalen Konzern in der Leitung tätig, bevor er noch einmal im Nonprofitbereich neue Akzente gesetzt hat. Wie aus seiner Sicht eine gute Karriereplanung aussehen kann, schildert er hier in unserer Rubrik „Fünf Fragen an…“:

 

Was raten Sie jemandem, der am Anfang seiner Karriere den nächsten Schritt plant?

Grundsätzlich alle Aufgaben, die anstehen, mit Freude und Elan ausführen und ausfüllen. Nicht nur auf den nächsten Karriereschritt fokussieren, sondern durch Leistung und Begeisterung auffallen und damit signalisieren, da ist jemand, der für die nächste Stufe bereit ist. Ich habe immer meine Aufgaben mit Elan und Begeisterung erledigt und dann kam der nächste Karriereschritt automatisch, natürlich bei entsprechender Eignung, so selbstkritisch muss man sein.

Und, was vielleicht komisch klingt in dieser Situation: zufrieden und dankbar sein mit der Rolle, die man zurzeit hat – nicht nur die nächste Stufe erzwingen wollen, was sogar das Gegenteil bewirken könnte.

 

Welche Werte sind Ihnen wichtig, wenn Sie jetzt auf ein erfülltes Berufsleben zufrieden zurückblicken?

Authentisch sein, loyal sein, ehrlich sein – keine krummen Dinge zulassen bzw. mitmachen. Nicht die Ellenbogen benützen, sondern als Teamplayer mit anderen zusammenarbeiten und nicht gegen sie agieren. Als Vorgesetzter nicht Macht ausüben, sondern die Mitarbeitenden auf Augenhöhe mit einbeziehen und fair behandeln.

 

Wie würden Sie konkret Gott in die Karriereplanung einbinden?

Gebet ist sehr wichtig – wir brauchen die Unterstützung und den Beistand von Gott. Auf dem Gebet liegt so viel Verheißung und Macht. Auch Gott klar fragen, wo soll es hingehen und um Weisheit für die richtige Entscheidung bitten. Er hilft dann, Klarheit zu bekommen.

 

Wie weit sind christliche Werte in einem weltumspannenden Konzern tragfähig, wieweit sind sie lebbar und wo sind Sie damit an Grenzen gestoßen?

Die sind sehr wohl lebbar und tragfähig, vor allem im eigenen Team kann man die schon durchsetzen bzw. einfordern. Das christliche Weltbild und die Konzernwerte waren aus meiner Sicht nicht konträr zueinander.

 

Sie haben Anfang des Jahres 2026 in einem Video-Statement werbend auf die Regionalgruppen von faktor c hingewiesen. Warum halten Sie den Austausch und die Begegnungen dort für wertvoll?

Als Vorgesetzter, speziell im Senior Executive Bereich oder als Unternehmer hat man sehr häufig Herausforderungen oder Problemstellungen, welche normalerweise niemand aus der Ortsgemeinde oder der lokalen Kleingruppe (zu der man hoffentlich zugehörig ist) versteht, und mit dem man sich da im christlichen Umfeld austauschen kann.
Die Themen wiederum verstehen Kollegen auf selbem Level, aber die haben häufig ein anderes Wertesystem als wir als Christen.

Deshalb ist es umso wichtiger, dass christliche Führungskräfte und Unternehmer eine Gruppe haben, die dieselbe Sprache sprechen, die einen verstehen und auch unterstützen können, und die einen im Gebet begleiten können. Ich hätte mir als Senior Executive gewünscht, so eine Gruppe zu haben – hatte ich aber nicht. Deshalb werbe ich bei faktor c jetzt so intensiv für diese Gruppen. Es ist so einfach und so hilfreich, so eine Gruppe zu starten und aufzubauen.

 

 

 

Fünf Fragen an Ania und Stefan Lindner

Fünf Fragen an Ania Lindner

Vor welchen Herausforderungen stehen die Unternehmen und diejenigen, die sie führen, im Jahr 2026 bei faktor c? Was bewegt sie, und was können sie an Erfahrungen weitergeben? Dazu haben wir für diesen Newsletter Ania Lindner, die im HR-Management des internationalen Lebensmittelkonzerns MARS arbeitet (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Schokoriegel), gebeten, unsere „Fünf Fragen an…“ zu beantworten. Zu ihr persönlich und zu ihrem Mann Stefan Lindner, der im Lebensmittelgroßhandel tätig ist, finden Sie in diesem Newsletter einen ausführlichen Artikel und natürlich auch seine Fünf Fragen.

 

Sie haben mehrere Jahre in England gearbeitet und jetzt schon lange in Deutschland. Welche Unterschiede gibt es?

Was Deutschland und das Vereinigte Königreich (UK) angeht, so ist einer der größten Unterschiede meiner Meinung nach die deutlich informellere Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer im UK im Vergleich zu Deutschland und auch die unter Kolleginnen und Kollegen. Im UK duzen sich alle, und die meisten Büros sind als Open Space gestaltet. In Deutschland empfinde ich es meistens noch relativ formell. Viele Menschen sprechen sich mit „Sie“ an, und es gibt noch viele Einzelbüros. Gleichzeitig habe ich in Deutschland ein sehr gutes Verhältnis zu meinem Chef und meinen Kolleginnen und Kollegen. Wir arbeiten in einem großes Open-Space-Büro, und einige von ihnen sind auch privat meine Freunde.

Ich empfinde Deutschland auch deutlich bürokratischer als das UK. Es gibt sehr viele Prozesse und Dokumente, die benötigt werden, insbesondere im Personalwesen. Im UK empfinde ich es etwas einfacher.

Es gibt auch arbeitsrechtliche Unterschiede zwischen Deutschland und dem UK. Grundsätzlich ist der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin in Deutschland etwas besser geschützt, zum Beispiel vor Kündigung, als im UK.

 

Die Unternehmenskultur wird für Menschen immer wichtiger. Inwieweit sollte sie in die Jobwahl miteinbezogen werden? 

Ich glaube, die Unternehmenskultur spielt eine entscheidende Rolle. Daher empfehle ich jedem dringend, die Unternehmenskultur sorgfältig zu prüfen und sicherzustellen, dass sie mit den eigenen Werten übereinstimmt. Meiner Meinung nach ist dies unerlässlich, um sich am Arbeitsplatz wohlzufühlen. Dazu gehören neben Transparenz Integrität, gegenseitiges Vertrauen, Umgang miteinander und viele weitere Aspekte, die jeder für sich prüfen sollte.

 

KI im Personalwesen (HR-Management): Welche Möglichkeiten bietet KI, wo ist sie aber auch nicht geeignet?

Künstliche Intelligenz (KI) ist in verschiedenen Geschäftsbereichen, einschließlich der Personalabteilung (HR), äußerst nützlich. Sie kann bei der Formulierung von Stellenanzeigen, dem Screening von Lebensläufen und dem internen Talentmanagement helfen, indem sie einen Überblick über Tausende von Talenten innerhalb eines Unternehmens bietet. Darüber hinaus kann KI durch einen Chatbot Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei der Beantwortung von Standardfragen im Zusammenhang mit HR behilflich sein. Es gibt noch viele weitere Bereiche, insbesondere administrative, in denen KI effektiv und effizient eingesetzt werden kann. Natürlich kann KI persönliche Gespräche nicht ersetzen. Vertrauen aufzubauen, menschliche Interaktionen zu fördern und ehrliche Gespräche zu führen, sind Dinge, die Menschen immer brauchen werden.

 

Fachkräftemangel: Wie versuchen Sie, junge Leute zu motivieren, welche Ausbildungsmöglichkeiten und Berufsfelder gibt es?

Natürlich ist es für jedes Unternehmen wichtig, Nachwuchs zu fördern. MARS bietet Studierenden ein Praktikum während des Studiums und nach dem Studium ein Trainee-Programm sowie Direct-Entry-Möglichkeiten für Absolventen an. Unsere Programme decken verschiedene Bereiche ab, darunter Produktion, Supply Chain, Einkauf, Marketing und Vertrieb.

 

Was schätzen Sie am gegenseitigen fachlichen Austausch als Ehepaar, wovon profitieren Sie gegenseitig am meisten?

Ich schätze den Austausch mit Stefan sehr. Ich kann ihm voll und ganz vertrauen und weiß, dass die Informationen, die ich mit ihm teile, vertraulich behandelt werden. Stefans Hintergrund im Obst- und Gemüsehandel, im Mittelstand und als Geschäftsführer bringt eine einzigartige Perspektive in unsere Gespräche ein. Seine Erfahrung als Outsider ist besonders wertvoll, da er neue Ideen einbringt, die möglicherweise nicht entstehen würden, wenn ich mich nur mit Kollegen aus dem gleichen Unternehmen austauschen würde. Darüber hinaus schätze ich Stefans ruhige und durchdachte Art, die eine gute Balance zu meinem eigenen Ansatz darstellt.

 

 

 

 

 

 

 

Fünf Fragen an Stefan Lindner

 

Vor welchen Herausforderungen stehen die Unternehmen und diejenigen, die sie führen, im Jahr 2026 bei Faktor C? Was bewegt sie, und was können sie an Erfahrungen weitergeben? Dazu haben wir für diesen Newsletter Stefan Lindner, Geschäftsführer eines Lebensmittelgroßhändlers mit Spezialisierung auf Obst und Gemüse auf dem Frankfurter Großmarkt gebeten, unsere „Fünf Fragen an…“ zu beantworten. Zu ihm persönlich und zu seiner Frau Ania Lindner, die im internationalen Personalmanagement tätig ist, finden Sie in diesem Newsletter einen ausführlichen Artikel und natürlich auch die Fünf Fragen an Ania Lindner.

 

Wie stellen Sie im Frischegroßhandel sicher, dass die Produkte auch wirklich frisch beim Kunden ankommen?

Es geht bei der Auswahl der Lieferanten los, weiter über die Wareneingangskontrolle und die passende Lagerung (Bananen nicht zu kalt, Salat dagegen kalt und feucht). Und natürlich:  Die Ware muss ich schnell drehen, sprich, zügig weiterverkaufen, dann ist der Bestand auch immer frisch.

 

KI im Frischegroßhandel: Welche Möglichkeiten bietet KI, wo schafft sie alte Jobs ab, wo entstehen neue durch KI?

Viele Szenarien sind denkbar. Bei Lieferanten: fotogestützte und von einer KI ausgewertete Wareneingangskontrollen, automatische Rechnungsprüfung. Bei Kunden: Bestellungen, die über eine KI in Aufträge für das Warenwirtschaftssystem übersetzt werden. Vielleicht geben unsere Kunden ihre Bestellungen irgendwann bei einem Bot ab. Der kann in Stoßzeiten mit mehreren Lieferanten gleichzeitig Kontakt aufnehmen, während wir bislang zeitaufwändig jeden einzelnen Lieferanten nacheinander kontaktieren müssen. Dabei geht es immer um Effizienz, z.B. durch weniger manuelles Eingreifen oder Reduzierung von Fehlern. Das ersetzt nicht zwingend bestehende Arbeitsplätze, hilf aber Wachstum besser zu managen.

 

Fachkräftemangel: Wie versuchen Sie junge Leute zu motivieren, welche Ausbildungsmöglichkeiten und Berufsfelder gibt es im Frischegroßhandel?

Die Einstiegshürde ist sehr niedrig. Man braucht für den Start kein Fachwissen. Das kommt alles beim „Training on The Job“. Wir bieten Ausbildungen zum Groß- und Außenhandelskaufmann, Fachkraft für Lagerlogistik und Fachlageristen an. Als Weiterbildungen gibt dann noch die Möglichkeit, ein IHK-Zertifikat als Fruchthandelsexperte zu erreichen.

 

Wie gestalten Sie den Übergang im Familienunternehmen von der Leitung durch Ihren Vater auf sich? Wovon profitieren Sie gegenseitig am meisten, wo sind Sie sich einig, was machen Sie bei Meinungsverschiedenheiten?

Mein Vater hat natürlich viel mehr Erfahrung und weiß, wo er hinschauen muss. Ich hatte immer viel Freiheit, mich im Unternehmen einzubringen. Diesen Freiraum nutze ich und dafür bin ich sehr dankbar. Heißt aber nicht, dass wir immer einer Meinung sind. Jeder setzt seine Prioritäten selbst und die sind nicht immer deckungsgleich. Dann wird offen diskutiert.

 

Aus ihrer Sicht: Was schätzen Sie am gegenseitigen fachlichen Austausch als Ehepaar?

Ich schätze es, dass ein Austausch stattfindet. Ich glaube das nennt man Beziehung. Und das ist viel wert.