Vor kurzem fiel mir auf einer beruflichen Plattform in den sozialen Medien folgendes Zitat ins Auge: „Meine Eltern sagten mir, wenn ich Kaugummi herunterschlucke, bleibt er sieben Jahre in meinem Magen. Mein Lehrer sagte mir, wenn ich den Samenkern einer Wassermelone schlucke, würde eine Pflanze in mir wachsen. Niemand jedoch sagte mir, dass, wenn ich die Worte hinunterschlucke, die gesagt werden müssen, diese viel länger als sieben Jahre bleiben würden, und viel wilder wachsen, als eine Pflanze das könnte.“

Ich verstehe dies so, dass ich zum Ausdruck bringen sollte, was mir nicht passt. Ob ich damit einverstanden bin, weiß ich nicht so recht – zumindest nicht unbedingt.

Manchmal ist es legitim oder sogar ratsam, unsere Gedanken zur Sprache zu bringen, ob es sich nun um eine Beschwerde, eine Sorge, eine Meinung oder Wut handelt. Das, was wir sagen, kann zu einem besseren Verständnis führen oder eine andere Perspektive einbringen.

Manchmal jedoch ist es besser zu schweigen. Vielleicht fühlen wir uns besser, wenn wir unsere Gedanken und Gefühle äußern, doch diese können auch viel Schaden anrichten. „Genauso ist es mit unserer Zunge. So klein sie auch ist, so groß ist ihre Wirkung!… Sie vergiftet uns und unser Leben, sie steckt unsere ganze Umgebung in Brand, und sie selbst ist vom Feuer der Hölle entzündet.“ (Jak. 3,5-6).

Sollen wir nun also frei heraus sagen, was wir wirklich denken und fühlen, oder lieber nicht, um Schaden zu vermeiden? Die Antwort ist einfach: Es kommt auf die Umstände an und darauf, was gesagt werden soll.

Worte sparsam einsetzen. Weniger ist manchmal mehr. „Wer viele Worte macht, wird sicher schuldig – darum hält der Kluge sich zurück.“ (Spr. 10,19). „Sogar einen Dummkopf könnte man für klug halten – wenn er sich nicht durch seine eigenen Worte verraten würde!“ (Spr. 17,28).

Sprechen, wenn es hilfreich ist. Wenn wir unsere Worte weise und zur rechten Zeit einsetzen, können sie viel Gutes bewirken. „Redet nicht schlecht voneinander. Was ihr sagt, soll für jeden gut und hilfreich sein, eine Wohltat für alle.“(Eph. 4,29). „Ein freundliches Wort ist wie Honig: angenehm im Geschmack und gesund für den Körper.“ (Spr. 16,24).

Gedanken vorsichtig, ohne Hast äußern. Manche Menschen neigen dazu zu sprechen, bevor sie nachgedacht haben. „Wer seine Zunge im Zaum halten kann, schützt sich selbst. Ein Großmaul richtet sich zugrunde.“ (Spr. 13,3). „Denkt daran, liebe Brüder und Schwestern: Seid immer sofort bereit, jemandem zuzuhören; aber überlegt genau, bevor ihr selbst redet. Und hütet euch vor unbeherrschtem Zorn!“ (Jak. 1,19).

Durchdachtes zum Ausdruck bringen. Impulsivität kann ungut sein. Wir können die Worte, die wir einmal gesagt haben, nicht mehr zurücknehmen. „Die Worte eines gedankenlosen Schwätzers verletzen wie Messerstiche; was ein weiser Mensch sagt, heilt und belebt.“ (Spr. 12,18). „Ein weiser Mensch gibt Acht auf seine Worte, denn wer sich selbst beherrschen kann, ist vernünftig.“ (Spr. 17,27).

Copyright 2026 Robert J. Tamasy ist Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher. Er bloggt alle 14 Tage unter www.bobtamasy.blogspot.com.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.