Zeit, Bilanz zu ziehen (Jim Langley)

17.05.2021

Geschäftsleute mögen es offensichtlich, die Bilanz zu verbessern. Wenn Sie für andere arbeiten, hatten Sie wohl schon in der ein oder anderen Form mit Leistungsbewertungen zu tun. Selbst
Top-Manager werden vom Vorstand bewertet oder von Hauptaktionären einer kritischen Überprüfung unterzogen. Und meistens geht es dabei auch darum, wie die Bilanz aussieht.

Dieses Denken begegnet uns in vielen Bereichen des Lebens. Ob im Geschäftsleben, im Sport oder wo auch immer, wir wollen für unsere gute Leistung anerkannt werden. Es fühlt sich gut an,
berufliche und persönliche Ziele zu erreichen und sich neue zu setzen. Daran ist nichts Verkehrtes; doch welche Folgen hat es, wenn wir zu viel Wert auf die Erreichung unserer Ziele setzen?

Auch ich habe mir berufliche und persönliche Ziele gesetzt, aber über die Jahre hat sich da etwas verändert. Inzwischen interessiert mich am meisten die Bilanz meiner Beziehung zu meinem
Himmlischen Vater.

Das Buch Prediger behandelt dieses Dilemma in seinen ersten 11 Kapiteln. König Salomo, „der  Prediger“, präsentiert eine emotionale Bewertung unseres Lebens „unter der Sonne“. Immer wieder weist er auf unsere Mühen hin, unsere Bilanz zu verbessern, immer mehr zu erreichen und zu erfahren, und bezeichnet dies als „Haschen nach dem Wind“. Ich würde es als selbstzentrierte, vergebliche Existenz bezeichnen.

Im Schlusskapitel des Buches Prediger hilft Salomo uns, das große Ganze zu sehen, zu erkennen, dass das Leben aus mehr besteht als nur aus dem ständigen Jagen nach Mehr und Besser. Er schlägt vor, Gott in das Bild unseres Lebens zu holen, damit wir eine klarere Perspektive bekommen und unsere Lebensreise auf eine neue, tiefere, bedeutungsvollere Art und Weise betrachten.

Salomo schließt mit diesen weisen Worten: „Zu guter Letzt lasst uns hören, welche Schlussfolgerung sich aus all dem ergibt: Begegne Gott mit Ehrfurcht und halte seine Gebote! Das gilt für jeden Menschen. Denn Gott wird Gericht halten über alles, was wir tun – sei es gut oder böse -, auch wenn es jetzt noch verborgen ist.“ (Prediger 12,13-14). Gott wird über alles Gericht halten, sei es gut oder schlecht. Es ist nicht an uns, zu urteilen. Unsere Aufgabe besteht nur darin, unsere Pflicht zu tun.

In den 30 Jahren meines Christseins wurde mir bewusst, dass diese Pflicht darin besteht, dem Herrn gehorsam zu sein und danach zu streben, Ihm zu gefallen und meine Nächsten so zu lieben, wie es mir möglich ist. Ich habe weiterhin entdeckt, dass ich andere nicht wirklich lieben kann, wenn ich Gott und mich selber mit all meinen Fehlern und Unzulänglichkeiten nicht liebe.

Wenn es nun an die „Bilanz“ geht, erkenne ich, dass meine persönlichen Ziele nicht so ausschlaggebend sind. Ich mache mir mehr Gedanken über den Prozess, durch den mich Gott führt. Wie es in Römer 12,2 heißt: „Passt euch nicht den Maßstäben dieser Welt an, sondern lasst euch von Gott verändern, damit euer ganzes Denken neu ausgerichtet wird.“

Jeder Tag ist ein neuer Tag, und mein Wunsch ist inzwischen, meinem Himmlischen Vater zu gefallen und darauf zu achten, was, wann, wo und für wen Er in meinem Leben wirkt. Ich setze mir weiterhin Ziele und ziehe natürlich auch Bilanz, aber dabei geht es mir vor allem um meine Beziehung zu dem, der alles geschaffen hat, was wir in der kurzen Zeit auf dieser Erde erleben.
Und dies ist nur der Anfang einer tiefen, ewigen Beziehung zu unserem Schöpfer.

©2021, alle Rechte vorbehalten. Jim Langley ist seit über 30 Jahren in der Versicherungsbranche tätig und
engagiert sich seit langem bei CBMC. Auch durch sein Schreiben ermutigt er gerne andere Menschen zu einer persönlichen Beziehung zu Gott.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
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Internet: www.cbmcint.org (IVCG-Manna Nr. 916/ 20. KW 2021)