Wofür arbeiten Sie eigentlich? (Robert J. Tamasy)

09.11.2020

Haben Sie sich auch schon gefragt: „Wofür arbeite ich eigentlich?“

Ich denke, den meisten von uns geht es zumindest manchmal so. Viel Zeit, Energie und Mühe werden von der täglichen Tretmühle verschluckt. Und am Ende werden wichtige Ziele dennoch nicht erreicht.

Neulich hörte ich dazu eine lustige Geschichte: Als ein wohlhabender Immobilienkönig starb, hatte er verfügt, dass er eingeäschert wird und seine Asche in Sanduhren gefüllt wird. Diese Sanduhren gingen dann an seinen Banker, seinen Steuerberater und seinen Finanzbeamten. In seinem Nachlass erklärte er: „Ich habe die meiste Zeit meines Lebens für diese Leute gearbeitet, da kann ich auch nach meinem Tode für sie weiterarbeiten.“

Diese zynische Sicht auf das Leben ist nicht selten. Sogar in der Bibel wird das alttestamentliche Buch des Prediger Salomo, der als reichster und weisester Mann der Welt galt, mit dieser Perspektive eröffnet: „Alles ist vergänglich und vergeblich, sagte der Prediger, nichts hat Bestand, ja, alles ist vergebliche Mühe!“ (Prediger 1,2). Spüren Sie den Frust des antiken Königs?

Und weiter: „Der Mensch plagt sich ab sein Leben lang, doch was bringt es ihm ein?… Niemand denkt mehr an das, was früher geschehen ist, und auch an die Taten unserer Nachkommen werden sich deren Kinder nicht mehr erinnern.“ (Prediger 1,3-11). Das hat sich wohl auch der
reiche Immobilienmagnat gedacht, als er seine Asche in Sanduhren umfüllen ließ. So würde wenigstens ein Teil von ihm weiterleben.

König Salomo klagte weiter: „Da begann ich das Leben zu verabscheuen, alles Tun auf der Welt kam mir unerträglich vor. Denn es ist so vergeblich, als wollte man den Wind einfangen. Auch mein Besitz, für den ich mich mein Leben lang abgemüht hatte, war mir verleidet, denn ich begriff, dass ich einmal alles meinem Nachfolger hinterlassen muss. Und wer weiß schon, ob der weise oder töricht sein wird?“ (Prediger 2,17-19).

Ist es das also? Sind die vielen Stunden, Wochen, Monate und Jahre, die wir in unsere Arbeit stecken, letztlich ohne Wert? Zum Glück endet die Bibel nicht mit Salomos Klagen. Wenn wir wollen, dass unser Leben einen Sinn hat und nachhaltige Wirkung zeigt, müssen wir nur Jesu Aufruf in Seiner sogenannten Bergpredigt folgen.

Nach einigen starken Ermahnungen unter anderem gegen damalige, langjährige Traditionen und Praktiken versicherte Jesus Seinen Zuhörern, dass ihr Leben einen Unterschied mit Ewigkeitswert bewirken könne: „Häuft in dieser Welt keine Reichtümer an! Sie werden nur von Motten und Rost zerfressen oder von Einbrechern gestohlen! Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel, die unvergänglich sind und die kein Dieb mitnehmen kann. Wo nämlich euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.“ (Matthäus 6,19-21).

Wie können wir dies tun? Jesus gab uns die Antwort darauf. „Setzt euch zuerst für Gottes Reich ein und dafür, dass sein Wille geschieht. Dann wird er euch mit allem anderen versorgen.“ (Matthäus 6,33). Ich würde es so sagen: Wir können unser Leben lang nur für uns arbeiten und alles zurücklassen. Oder wir können unser Leben dem Dienst an unserem Herrn und in Seinem Namen an anderen Menschen widmen und ein Erbe hinterlassen. Die Früchte unserer Arbeit gehen uns so voraus.

 

© 2020. Robert J. Tamasy ist Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher. Er bloggt alle 14 Tage unter www.bobtamasy.blogspot.com.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
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