Was ist mit der 16. Sekunde? ( Robert J. Tamasy)

18.05.2020

Vor Kurzem schaute ich das Video der Rede eines Highschool-Jahrgangsbesten. Er sprach über sein Hochgefühl, als er nach Jahren harter Arbeit und persönlicher Entbehrungen sein Ziel erreicht hatte, Jahrgangsbester zu sein.

Doch dann folgte die Ernüchterung: Das Hochgefühl dauerte „ungefähr 15 Sekunden“. Eigentlich hätte er da viel mehr erwartet, aber als die Erkenntnis, dass ihm die akademische Würde zuteilwurde, bei ihm ankam, fühlte er „nichts“. Das Gefühl verschwand so schnell, wie es gekommen war. Gerade mal 15 Sekunden.

Deshalb riet er seinen Kommilitonen, sich Ziele zu setzen und zu träumen, sie aber auch in die richtige Perspektive zu setzen. Er warnte vor Bedauern in der 16. Sekunde. Wir können all unsere Zeit, Talent und Energie in die Erreichung eines bestimmten Ziels investieren, nur um herauszufinden, dass es nicht so erfüllend ist, wie wir gedacht haben.

Die Schule, und gegebenenfalls auch das Studium, ist für die meisten von uns lange her. Wahrscheinlich befinden Sie sich mitten in Ihrer Karriere und setzen sich berufliche und persönliche Ziele – für diesen Tag, für diese Woche, dieses Jahr, für Ihre gesamte Laufbahn. Wir denken: „Wenn ich dies und das erreicht habe, dann werde ich glücklich sein.“ Wir vernachlässigen anderes: Beziehungen, Gesundheit und Fitness, die Fähigkeit, zu genießen und den Moment wertzuschätzen. Denn unsere Ziele sind alles, was zählt.

Doch dann erreichen wir unser Ziel, wie der Jahrgangsbeste. Und für 15 Sekunden genießen wir das Hochgefühl. Aber dann kommt die 16. Sekunde und wir fragen uns: „War das schon alles?“

Dies ist kein Problem des 21. Jahrhunderts. Wie wir in der Bibel erfahren, existierte es schon vor Tausenden von Jahren. Der Jahrgangsbeste warnte vor dem Bedauern in der 16. Sekunde. In der Bibel finden wir dieselbe Aussage anders ausgedrückt: Setze nicht auf die falschen Dinge.

Warum nach Zeitlichem streben, wenn wir die Ewigkeit haben können? Was haben Sie bzw. für was arbeiten Sie, das Sie mitnehmen könnten, wenn Sie sterben? „Häuft in dieser Welt keine Reichtümer an! Sie werden nur von Motten oder Rost zerfressen oder von  Einbrechern gestohlen! Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel, die unvergänglich sind und die kein Dieb mitnehmen kann. Wo nämlich euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.“ (Matthäus 6,19-21).

Konzentrieren Sie sich auf das, was Bestand hat. Ein weiser Mensch sagte einmal: „Am Ende haben nur zwei Dinge Bestand: Gottes Wort und die Menschen“. Deshalb ist es unklug, sich auf Kosten einer wachsenden Beziehung zu Gott und zu den Menschen, die wir lieben, anderen Dingen zu widmen. „Das Gras verdorrt, die Blumen verwelken, aber das Wort unseres Gottes bleibt gültig für immer und ewig.“ (Jesaja 40,8).

Das Leben auf dieser Welt wird bald vorbei sein. Die Bibel bezeichnet unser Leben auf dieser Erde als „flüchtigen Hauch“ (Jakobus 4,14). Viel zu schnell ist es vorbei. Aber was kommt dann, in der Ewigkeit? „Was hat ein Mensch denn davon, wenn ihm die ganze Welt zufällt, er selbst dabei aber seine Seele verliert?“ (Markus 8,36).

PDF_Download des Montags-Gedanken

 

© 2020. Robert J. Tamasy ist Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher. Er bloggt alle 14 Tage unter www.bobtamasy.blogspot.com
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
CBM C INTERNAT IONA L: Jim Firnstahl, President. Tel.: +1 402 431 0002 – Fax: +1 402 431 1749 Address: 1065 N. 115th Street, Suite 210,
Omaha, Nebraska 68154, USA E-Mail: jmarple@cbmcint.org – Internet: www.cbmcint.org (IVCG-Manna Nr. 865/ 21. KW 2020)