Vision – unvergleichlich wichtig (Robert J. Tamasy)

24.02.2020

Ich werde nie vergessen, wie ich das erste Mal ganz allein ohne Begleitung mit dem Auto gefahren bin. Meine Eltern hatten mir erlaubt, mit einem unserer Familienautos zu meiner Abendschicht in einem circa 4 Meilen entfernten Lebensmittelladen zu fahren.

Durch meine Fahrschule und meinen Vater sowie einen Onkel in Texas, bei dem ich im Sommer zuvor 6 Wochen verbracht hatte, war ich bestens darauf vorbereitet. Die Hinfahrt lief problemlos. Die Rückfahrt nicht.

Gegen 22 Uhr verließ ich meinen Arbeitsplatz. Es herrschte dichter Nebel und ich konnte kaum 3 Meter weit sehen. Glücklicherweise war mir der Weg sowohl als Fahrer als auch als Beifahrer wohl vertraut, so dass ich mich trotz des Nebels orientieren konnte. Dass die Scheinwerfer mich blendeten, machte es aber nicht besser.

Damals waren Handys noch nicht einmal erfunden. Meine Mutter war mit den Nerven am Ende und mein Vater wollte sich schon auf die Suche nach mir machen. Gott sei Dank kam ich bewahrt zu Hause an, ohne Kratzer im Auto, auch wenn ich für die Fahrt eine Stunde länger als normal gebraucht hatte.

So ist das Leben manchmal. Wir geraten in eine Krise, ob am Arbeitsplatz oder persönlich, und sehen unsere Hand vor Augen nicht mehr. „Wo soll ich lang? Ist der Weg frei? Liegen unerwartete Hindernisse im Nebel, die Schaden anrichten könnten?“

Unsere Sicht kann sehr eingeschränkt sein. Viele erfolgreiche Unternehmer, Innovatoren und Führungskräfte waren in der Geschäftswelt nur aufgrund eines Schlüsselfaktors erfolgreich: Sie wussten, was sie wollten und wie sie das erreichen konnten. Daran hielten sie sich fest, auch wenn es auf dem Weg „neblig“ wurde.

Mit einer gemeinsamen Vision – nicht nur für die Gegenwart, sondern auch für die Zukunft – kann jedes
Team Höchstleistungen bringen. Vielleicht kennen Sie die Geschichte des Maurers, der vor einigen Jahrhunderten gefragt wurde, was er mache. Während seine Kollegen Antworten gaben wie „Zement mischen“ oder „eine Mauer bauen“, antwortete er: „Ich baue eine Kathedrale.“ Das ist Vision!

In der Bibel lesen wir viel über Vision. In Sprüche 29,18 heißt es: „Ohne Gottes Weisung verwildert ein Volk; doch es blüht auf, wenn es Gottes Gesetz befolgt!“.

Eine effektive Führungskraft versteht die Bedeutung einer Vision für ein Team und kann Fragen beantworten wie: „Wo gehen wir hin und warum?“, „Wie kommen wir dahin?“ und „Was machen wir, wenn wir dort ankommen?“. Bauen Sie eine Kathedrale oder nur eine Mauer?

 

 

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© 2020. Robert J. Tamasy ist Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher. Er bloggt alle 14 Tage unter www.bobtamasy.blogspot.com
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
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