Rennen für Gold – ist das richtige Rennen? (Sergio Fortes)

18.10.2021

Gehörten Sie auch zu den Millionen von Menschen, die die in 2021 abgehaltene Sommerolympiade 2020 in Tokio verfolgt haben? Zusammen mit der Winterolympiade zeigt dieses global ausgestrahlte Ereignis die Höhen und Tiefen des Wettkampfes von Männern und Frauen um Ruhm für sich und ihre jeweiligen Nationen.

Über 11.000 Athleten aus 204 Ländern kannten in den pandemiebedingt um ein Jahr verschobenen „Sommer-Spielen 2020“ trotz der einjährigen Unterbrechung nur ein Ziel: Sie nahmen anstrengendes Training und strikte Diäten in Kauf und hielten sich von allem fern, was einer Goldmedaille im Weg stehen könnte. Bronze, selbst Silber, waren nicht genug.

Jedes Opfer schien ihnen recht. Ein Hochleistungssportler, der in den olympischen Spielen mindestens sechs Medaillen erreichen wollte, erlitt einen plötzlichen  emotionalen Zusammenbruch. Später sagte er: „Es geht im Leben nicht nur um Sport. Wir sind nicht nur Sportler. Wir sind Menschen, und manchmal ist es notwendig,  einen Schritt zurückzutreten.“ Die meisten von uns können sich die Anforderungen der olympischen „Goldjagd“ kaum vorstellen.

Viele von uns haben jedoch in anderen Bereichen ähnliche Erfahrungen gemacht. In der heutigen hoch-kompetitiven Wirtschaftswelt und dem Alltag, in dem wir an vielen Fronten kämpfen müssen, bleibt die Jagd nach „Gold“ ungebrochen. Die harte Realität ist: Wir laufen im „Hamsterrad“.

Jungunternehmer wollen Geld verdienen, reich werden; ältere Führungskräfte ebenso. Mit wenig geben sie sich nicht zufrieden. Sie wollen so viel sie nur bekommen und erreichen können – und das möglichst schnell. Sie nehmen viel Stress und Druck auf sich, und alles andere muss an die zweite Stelle rücken: Familie, Gesundheit, soziale Beziehungen, Hobbies. Nur das Gold – viel Gold – zählt.

Die Bibel dagegen spricht von der Nichtigkeit des Strebens nach dem, was letzten Endes verloren sein wird. König Salomo, der als der reichste Mann aller Zeiten gilt, gab dazu folgenden Kommentar: „Doch dann dachte ich nach über das, was ich erreicht hatte, und wie hart ich dafür arbeiten musste, und ich erkannte: Alles war letztendlich vergebens – als hätte ich versucht, den Wind einzufangen! Es gibt auf dieser Welt keinen bleibenden Gewinn.“ (Prediger 2,11).

Jesus Christus sprach folgende Warnung aus, als Er die Geschichte eines fleißigen Landwirtes mit Rekord-Ernte erzählte: „Wie dumm du doch bist! Noch in dieser Nacht wirst du sterben. Wer bekommt dann deinen ganzen Reichtum, den du angehäuft hast?“ (Lukas 12,20).

Mich ermutigt, dass viele junge Menschen einen Lebensstil ablehnen, in dem es ausschließlich um materiellen, finanziellen und sozioökonomischen Erfolg geht. Die neueren Generationen haben andere Erfolgsmaßstäbe als die Generationen vor ihnen, vor allem die sogenannten „Baby-Boomer“.

Wie viel sind eine harmonische, gesunde Familie, soziale Beziehungen, innerer Friede und ein tadelloser Ruf wert? Jesus sagte zu Seinen Jüngern: „Leben bedeutet mehr als Essen und Trinken, und der Mensch ist wichtiger als seine Kleidung.“ (Lukas 12,23).

Welche Art von „Gold“ bringt Sie heute um Ihren Schlaf, hält Sie von Ihrer Familie ab, raubt Ihnen so viele Stunden Ihres Tages, dass Ihnen keine Zeit mehr bleibt für eine gesunde Mahlzeit oder einen Arzttermin? Jesus sprach eine ernsthafte Warnung aus: „Was hat ein Mensch denn davon, wenn ihm die ganze Welt zufällt, er selbst dabei  aber seine Seele verliert? Er kann sie ja nicht wieder zurückkaufen!“ (Matthäus 16,26).

Jesus erzählte allen, die hören wollten, was das „wahre Gold“ ist: „Setzt euch vielmehr für Gottes Reich ein, dann wird er euch mit allem anderen versorgen.“ (Lukas 12,31).

 

Sergio Fortes ist Berater für strategisches Management und Konzernführung sowie Mitglied
des CBMC Brasilien
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
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