Die schweren Folgen mangelnden Durchhaltevermögens (Robert J. Tamasy)

31.10.2022

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, wie leicht es ist, mit etwas zu beginnen, aber wie schwer, es dann auch zu Ende zu bringen? Dies ist einer der Gründe, warum Unternehmen scheitern. Jemand hat eine glänzende Idee und beginnt ein neues Unternehmen mit überschäumender Begeisterung, doch dann kommen Widrigkeiten, Entmutigung und Niederlagen. Türen, die sich hoffnungsvoll geöffnet haben, werden plötzlich wieder zugeschlagen.

Als Journalist und Autor habe ich unzählige Artikel und fast zwei Dutzend Bücher geschrieben und herausgegeben. Mehrere Buchideen, die mich einmal gefesselt haben, wurden aber nie beendet. Im Leben wie auch im Sport geht es oft nicht darum, wie man etwas beginnt, sondern darum, wie man es zu Ende bringt.

Führungskräfteberater und Trainer Tim Kight drückt es so aus: „Die Entscheidung zu beginnen ist am einfachsten. Die Entscheidung weiterzumachen ist am Schwersten. Der erste Entschluss bringt dich in die Gänge. Die vielen weiteren Entschlüsse lassen dich dranbleiben. Sei unermüdlich.“

Um ein Projekt zu beginnen, vor allem wenn dieses viel Zeit und Energie in Anspruch nehmen wird, braucht es Entschlusskraft. Doch dann wird es holprig, Hindernisse bedrohen unser Vorankommen. Es braucht Durchhaltevermögen, um dran zu bleiben. Deshalb ist das, was der schottische König Robert the Bruce vor einer wichtigen Schlacht gegen die Briten 1314 sagte, im 21. Jahrhundert genauso relevant: „Wenn es dir beim ersten Mal nicht gelingt, versuche es wieder und wieder.“

Trauriger Weise geben viele auf dem Weg zum Erfolg auf: Vielversprechende Athleten beschließen, dass das harte Training, um ganz nach oben zu kommen, zu viel ist. Begabte Musiker, denen die vielen Übungsstunden, um Exzellenz zu erreichen, zu viel sind. Geschäftsleute, die ganz nach oben kommen wollen, denen es dann aber an der nötigen Geduld fehlt.

In der Bibel finden wir für beides Beispiele, Menschen, die mit Durchhaltevermögen Großes erreichten und solche, die viel Potential mitbrachten, aber vom Weg abkamen und mit Schimpf und Schande scheiterten. Der Unterschied bestand in der Entschlossenheit, nicht nur zu beginnen, sondern auch weiterzumachen, egal wie schwierig die Umstände waren. Hier sind zwei biblische Aussagen (von vielen) hinsichtlich Durchhaltevermögen:

Schwierigkeiten eifrig entgegentreten.

Niemand begegnet gerne Schwierigkeiten. Doch die Perspektive, dass wir durch solche Schwierigkeiten wachsen und reifen, macht es einfacher, durchzuhalten. „Liebe Brüder und Schwestern! Betrachtet es als besonderen Grund zur Freude, wenn euer Glaube immer wieder hart auf die Probe gestellt wird. Ihr wisst doch, dass er durch solche Bewährungsproben fest und unerschütterlich wird. Diese Standhaftigkeit soll in eurem ganzen Leben ihre Wirkung entfalten, damit ihr in jeder Beziehung zu reifen und tadellosen Christen werdet, denen es an nichts mehr fehlt.“ (Jakobus 1,2-4).

Das Ziel im Blick behalten.

Der Apostel Paulus diente dem Herrn lange und fruchtbringend. Doch er wähnte sich niemals „am Ziel“. „Wie gesagt, meine lieben Brüder und Schwestern, ich weiß genau: Noch bin ich nicht am Ziel angekommen. Aber eins steht fest: Ich will vergessen, was hinter mir liegt, und schaue nur noch auf das Ziel vor mir. Mit aller Kraft laufe ich darauf zu, um den Siegespreis zu gewinnen, das Leben in Gottes Herrlichkeit. Denn dazu hat uns Gott durch Jesus Christus berufen.“ (Philipper 3,13-14). Einem lohnenden Ziel müssen wir uns nicht nur am Anfang verschreiben, sondern so häufig wie es notwendig ist, bis wir es erreichen.