Die fünf großen Fragen des Lebens (Stephen R. Graves)

09.01.2023

Wenn man im Internet „Sinn des Lebens“ eingibt, findet man Zitate wie „Wer ein Warum zum Leben hat, erträgt fast jedes Wie“ von Friedrich Nietzsche, oder „Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern dass man nie beginnen  wird zu leben“ von Marc Aurel.

Den Sinn des Lebens finden wir jedoch nicht im Internet. Auch ich habe eine Meinung dazu, möchte Ihnen aber an dieser Stelle nicht darlegen, was der Sinn des Lebens meiner Ansicht nach ist, sondern stelle stattdessen die Behauptung auf, dass Sie diese Frage schon für sich beantwortet haben. Oder besser gesagt nicht eine Frage, sondern die fünf großen Fragen des Lebens: 1. Wo komme ich her? 2. Wer bin ich? 3. Warum bin ich? 4. Wie sollte ich leben? 5. Wo gehe ich hin?

Fragen Sie sich, was Ihr Leben als Antwort auf diese Fragen widerspiegelt. Wenn Sie befürchten, nicht objektiv zu sein, fragen Sie Ihnen  nahestehende Menschen. Schauen Sie sich an, welche Antworten Sie auf diese Fragen  bereits formuliert haben:

Herkunft: Wo komme ich her? Uns faszinieren die Herkunftsgeschichten von Menschen. Wir müssen jedoch noch weiter zurückgehen. Geht das Leben auf einen „Urknall“ ohne Ursache zurück? Wenn wir dies bejahen, sind wir vor allem uns selbst, unserem Überleben und Fortkommen verpflichtet. Doch wenn unsere Antwort ist, dass es einen Schöpfer gibt, lohnt es sich, Fragen wie diese zu stellen:

Identität: Wer bin ich? Es ist gut dokumentiert, dass Menschen unter 30 Jahren sich viel mit Fragen zur eigenen Identität und dem Sinn ihres Lebens herumschlagen, doch letztlich betrifft die Frage nach der eigenen Identität  uns alle. Was unterscheidet uns alle Ihrer Auffassung nach? Diese Frage hat mit der folgenden Frage nach dem Sinn zu tun.

Sinn: Warum bin ich? Wir fragen häufig nach dem Sinn der Arbeit, vergessen dabei aber unser Leben als Ganzes zu betrachten. Vielleicht sind wir zu sehr von Smartphones, High-Tech-Geräten und Arbeit abgelenkt, um uns  diese Frage zu stellen. Sie mögen vielleicht sagen, dass Sie die Antwort auf diese Frage nicht kennen, doch Ihr Leben spiegelt das wider, was Sie für Ihren Lebenssinn halten. Geht es um Glück? Oder geht es darum, Freude
mit anderen zu teilen, gütig zu sein, ein Erbe zu hinterlassen, sich zu beweisen, Gott zu ehren oder eine bessere Welt zu hinterlassen?

Moral: Wie sollen wir leben? Jede Religion hat ihre Ethik, aber auch nicht-religiöse Menschen haben einen Sinn für Moral. C.S. Lewis schrieb, dass jeder Mensch eine Vorstellung von Richtig und Falsch hat, ob er religiös ist  oder nicht. Was ist erlaubt? Was ist das Beste? Wenn unsere Moral in der Bibel verankert ist, haben wir von Gott schwierige Gebote bekommen: Unseren Nächsten zu lieben wie uns selbst, jedem zu vergeben, höher von
anderen zu denken als von uns selber und viele weitere mehr.

Bestimmung: Wo gehen wir hin? Auch in einer Welt, in der immer weniger Menschen an Gott glauben, glauben viele an ein Leben nach dem Tod. Auch in einer Gesellschaft, in der der Fortschritt auf vielerlei Weise zu Schmerz  und Leiden geführt hat, sucht die Menschheit noch mehr Fortschritt. Wir alle glauben, dass wir irgendwohin gehen, sei es als Einzelpersonen, als Kultur oder als Spezies. Was ist also unsere Bestimmung? Was passiert nach  unserem Tod? Was Sie für die Bestimmung von Ihnen selbst oder anderen Menschen halten beeinflusst die Art und Weise, wie Sie heute leben.

Die Antworten auf diese fünf Fragen sind das Fundament Ihres Lebenshauses. Wenn Stürme kommen, können Sie sich an diesem Fundament festhalten und sagen: „Was auch passieren mag, darauf baue ich mein Leben.“

©2023. Dr. Stephen R. Graves ist Unternehmensstratege, pragmatischer Theologe und sozialer Kapitalist. Er
berät Manager und Unternehmer.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
CBMC InternatIonal: Internet: www.cbmcint.org (IVCG-Manna Nr. 1001/ 2. KW 2023)