Willkommen im Leben über Fünfzig

Es muss einen Grund haben, wenn ich gerade heute den Satz „50 ist das neue 20“ in unserer Zeitung lese. Und es hat tatsächlich einen: Kein anderes Thema kann das Selbstwertgefühl so sehr schwächen wie Bemerkungen zum Aussehen oder Alter. Und außerdem: Wer will heute schon alt sein?

Die gefühlte Mitte

 

Erstaunlicherweise – oder auch nicht- habe ich zu meinem 5o. Geburtstag einige Bücher zum Thema „Lebensmitte“ geschenkt bekommen. Besonders das Buch „Alt werden für Anfänger“ hat mich in eine Anfängerschule geschickt, die ich nicht besuchen will. Meine spontane Frage, ob ich mir Sorgen machen müsse, wurde meistens mit einem Augenzwinkern der Gäste beantwortet. Bis zu diesem Tag hatte ich mir überhaupt keine Gedanken um das neue Lebensjahrzehnt gemacht.

 

Was meinen Sie? Ist der 50. Geburtstag ein beängstigendes Datum? Muss man sich um das Leben jenseits der 50 Sorgen machen? Die Jugend ist noch in Sichtweite, und gleichzeitig deuten runde Geburtstage an, dass das Leben endlich ist. Es gibt viele Ratgeberbücher für die Bewältigung der Lebensmitte.

 

Tipp:

Stellen Sie Bücher, deren Inhalt Sie noch nicht lesen wollen, einfach ins Regal.

 

In diesem Jahr werde ich 59, und hin und wieder meldet sich ein kleiner Sender in meinem Kopf, der mich an meine Literatur-Verweigerung erinnert. So! So! Dann stelle ich mich vor mein Bücherregal, lese das Inhaltsverzeichnis der gut gemeinten Ratgeber und habe bisher noch nicht die Notwendigkeit verspürt, eines dieser Bücher in meinen Lesesessel zu legen. Dennoch stelle ich fest, dass in Meetings ich häufiger die Älteste bin, aber daraus mache ich kein Drama.

 

Neue Gelassenheit

 

Als Optimistin gehe ich davon aus, dass ich 90 Jahre alt werde. Theoretisch habe ich die Lebensmitte schon längst überschritten. Hier kann ich aber nur einwenden, dass „50 nicht das neue 20“ bedeutet, aber ich mich psychologisch betrachtet erst mit 59 in der gefühlten Mitte befinde. Ich durfte viele Möglichkeiten kennenlernen, um mein Leben zu gestalten und schaue auf viele wertvolle Erfahrungen zurück, die mein Leben reich gemacht haben. Das liebe ich sehr. Meine eigenen Stärken und Schwächen sind mir bewusst, und ich freue mich über eine Gelassenheit, die ich mit 20 noch nicht kannte. Gerne gebe ich mir die Erlaubnis für eigene Entscheidungen und verzichte auf Gesprächspartner, die behaupten, die ewige und einzige Wahrheit zu besitzen. Das entspannt!

 

Tipp:

Kombinieren Sie hin und wieder mal nach dem Lust-und-Laune-Prinzip ein paar extravagante Gedanken.

 

 

Leider muss ich hin und wieder unzufrieden feststellen, dass ich mich seit meinem 40. Geburtstag nur noch mit dem Ziel der Schadensbegrenzung vor den Spiegel stelle. In jeder Unzufriedenheit bieten sich allerdings zwei Möglichkeiten: 1. Mürrisch auf bessere Zeiten zu warten oder 2. Einen anderen Weg zu gehen. Ich habe mich für Möglichkeit Nr. 2 entschieden. Dabei sein ist schließlich alles. Ziemlich sicher weiß ich, dass mit eiserner Disziplin oder viel Sport meine Figur halten könnte, aber dazu habe ich keine Lust. Da auch zu diesem Thema „50 nicht die neue 20“ ist, habe ich mir eine Kleidergröße mehr gegönnt und meine Garderobe erneuert. Auch hier habe ich meine eigene Antwort gefunden und bin glücklich damit. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass eine große Portion Humor den veränderten Proportionen gut tut. Ob sie es glauben oder nicht: Lachen mag das Gehirn genauso gerne wie Meditation. Kein Scherz.

 

Tipp:

Lachen Sie viel, das hebt die Stimmung, inspiriert und schenkt gute Laune. Essen Sie ohne schlechtes Gewissen hin und wieder eine Tafel Schokolade, ohne die Kalorien zu zählen.

 

Die Zeit jenseits der 50 wird knapper und ich stelle fest, dass ich mir gut überlege, für wen oder was ich meine Zeit einsetzen möchte. Da bin ich richtig geizig geworden. Ich erlaube mir hin und wieder die Frage, was mich glücklich macht und halte kleine Glücksmomente in einem Dankbarkeitstagebuch fest. Das gibt mir Kraft.

Ich genieße die schönen Momente, die ich bereits habe und beschäftige mich weniger mit „Wenn-dann-Sätzen“.

Besonders wertvoll sind für mich Menschen, die mich in meiner Persönlichkeit fördern und positiven Einfluss auf mein Leben nehmen. Hin und wieder schreibe ich diesen wunderbaren Menschen eine handgeschriebene Karte und bedanke mich für Ihren guten Einfluss.

 

Die „Pause-Taste“ drücken

 

Nehmen Sie sich regelmäßig Zeit für Momente, in denen Sie sich wirklich wohlfühlen. Hören Sie auf Ihr Herz und nicht auf gesellschaftliche Normen und Verpflichtungen. Bevor Sie anfangen, Normen zu erfüllen sollten Sie sich fragen, ob diese Normen auch wirklich richtig für sie sind. Drücken sie regelmäßig die „Pause-Taste.“ Verzichten Sie darauf, auf verpasste Chancen zu schauen und suchen das Mögliche im Hier und Jetzt. Ich wache zum Beispiel gerne mal mit der Sonne auf und verzichte darauf, einen Wecker zu stellen. Mein Ziel: Ich will gesund alt werden und meine Zukunft mit Freude und Leichtigkeit gestalten.

 

Meine werteorientierte Lebenshaltung ist biblisch begründet, und ich bin dankbar dafür, dass mein Selbstwert durch die Liebe Gottes bestimmt wird und nicht durch mein Gewicht auf der Waage. Ich bringe meine Gedanken regelmäßig mit allen Dimensionen ins Gebet und treffe wegweisende Entscheidungen im Dialog mit Gott. Gerade dann, wenn meine Gedanken blockiert sind und neue Wege noch nicht sichtbar, suche ich biblische Kraftquellen und Gottes Zusagen. Das sind für mich besondere Zeiten zum Staunen und Gelegenheiten zum Träumen. Und das ist keine Frage des Alters. Gott sei Dank.

 

Fazit:

Es geht auch anders. Nichts muss bleiben, wie es ist. Es gibt viele Gründe, die Lebensmitte zu lieben.

 

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