Skepsis gegenüber Grundeinkommen

Der Philosoph und Theologieprofessor an der Staatsunabhängigen Theologischen Hochschule Basel (STH), Harald Seubert, hat sich skeptisch über Konzepte zum bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) geäußert. Es würde auf die Kultur und das Arbeitsleben eine massive Wirkung ausüben, sagte Seubert bei einer Online-Konferenz des Forums christlicher Wirtschaftswissenschaftler. Er verglich in seinem Vortrag biblische Aussagen mit der griechischen und römischen Philosophie: Aus biblischer Sicht komme der Arbeit eine eigene Würde und ein wesentlicher Rang in der Bestimmung des Menschen zu.

Würde das Grundeinkommen tatsächlich bedingungslos sein – also beispielsweise nicht an eine Bedürftigkeitsprüfung gekoppelt sein –, würde das einen „geradezu planwirtschaftlichen Eingriff“ in Eigentums- und Marktverhältnisse erfordern: „Dabei ist es mehr als fraglich, ob dies im Rahmen einer gewaltenteiligen Verfassung überhaupt legitimierbar ist.“

Ferner könnte es ökonomische Probleme geben. Wenn das BGE in einem einzelnen Nationalstaat innerhalb der EU eingeführt würde, wären weitreichende Probleme im transnationalen Verhältnis zu erwarten.

Gleichzeitig betont Seubert, dass es auch Alternativen zum BGE geben könnte. Möglich wäre etwa eine Mischung von Grundeinkommen und Erwerbsarbeit, „deren Austarierung nicht einfach den Marktkräften überlassen werden darf“. Seubert verweist dabei auf die Soziallehre der katholischen Kirche.

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