„Mentoring ist unser Ding“

Erfahrene unterstützen weniger Erfahrene – faktor c erstellt Leitfaden für Mentoren

Mentoring gilt als geniale Möglichkeit, Menschen voranzubringen. faktor c, eine Initiative von Christen in der Wirtschaft, möchte diesen Bereich deshalb ausbauen. Warum Mentoring so wichtig ist, erläutert einer der Autoren eines neuen Leitfadens.

Ganz simpel lässt sich Mentoring so beschreiben: Jemand mit Erfahrung begleitet unterstützend jemanden mit nicht so viel Erfahrung. Dass das viel mit der Initiative faktor c zu tun hat, erkennen wir, wenn wir uns den Leitsatz dieser Initiative anschauen: „Menschen begegnen einander, unterstützen sich gegenseitig, werden inspiriert und finden Orientierung – damit Leben in den Herausforderungen der Wirtschaft gelingen kann.“

An dieser Stelle könnte der Artikel nun zu Ende sein – ist er aber nicht, weil wir gerne anschaulich zeigen wollen, dass uns Mentoring bei faktor c ein echtes Herzensanliegen ist.

Im Folgenden fünf Gründe, warum uns Mentoring auf dem Herzen liegt.

  1. (Auch) Mentoring ist unser Auftrag

faktor c ist eine Initiative von Christen in der Wirtschaft mit einer klaren Mission: Begegnen, Unterstützen, Inspirieren und Orientierung geben auf Basis von biblisch-christlichen Grundsätzen. Das ist dieselbe DNA wie beim Mentoring.

Der Mentor Paulus hat seinem Mentee Timotheus Folgendes geschrieben: „Was du von mir in Gegenwart vieler Zeugen gehört hast, das gib an zuverlässige Christen weiter, die wiederum fähig sind, andere im Glauben zu unterweisen.“ (2. Timotheus 2,2). Daraus lässt sich ein universelles Prinzip ableiten: Wir sind beauftragt, unsere Fähigkeiten, Wissen und Erfahrungen an andere Personen weiterzugeben, die motiviert sind zu lernen und zu wachsen. Und dies ist nicht ausschließlich dort sinnvoll, wo es darum geht, andere im Glauben zu unterweisen, sondern ganz praktisch überall dort, wo wir als Christen wirken: im Alltag, im Berufs- und Familienleben, in Wirtschaft, Politik und Ehrenamt.

  1. Mentoring ist gelebte Nächstenliebe

Mentorinnen und Mentoren bei faktor c sind Überzeugungstäter: Es geht nicht um Geld oder die große Bühne, sondern darum, sich in andere Personen zu investieren. Das ist manchmal klein und unscheinbar, kann jedoch im Leben eines Menschen einen großen Unterschied machen.

Ein guter Leitsatz findet sich in Galater 6,10: „Solange uns noch Zeit bleibt, wollen wir allen Menschen Gutes tun, vor allem aber denen, die mit uns an Jesus Christus glauben.“ Gutes tun kann sehr vielfältig aussehen – und das ist auch gut so! Im Mentoring geht es in erster Linie darum, sich auf den Mentee einzulassen, zuzuhören, Unterschiede wertschätzend zu akzeptieren, bei konkreten Fragen der Lebensplanung als Dialogpartner zur Seite zu stehen und die eigene Erfahrung mit Fingerspitzengefühl so einfließen zu lassen, dass es für den Mentee eine Bereicherung ist.

  1. Mentoring macht uns stark

Mentoring stärkt Beziehung. Das gilt zunächst einmal für die Mentoring-Beziehung zwischen Mentor und Mentee. In erster Linie soll der Mentee profitieren, denn es geht darum, dass der Mentee durch die moderierte Erfahrung des Mentors Unterstützung, Reflektion, Bestätigung, Ermutigung, Klarheit und Perspektive bekommt. Dieses Unterstützungs-Prinzip finden wir in Prediger 4,9-10: „Zwei haben es besser als einer allein, denn zusammen können sie mehr erreichen. Stürzt einer von ihnen, dann hilft der andere ihm wieder auf die Beine. Doch wie schlecht steht es um den, der alleine ist, wenn er hinfällt! Niemand ist da, der ihm wieder aufhilft!“

Darüber hinaus profitiert auch der Mentor: Er kann sich mit seiner Persönlichkeit und seinen Fähigkeiten einsetzen und lernt ebenfalls durch die Fragestellungen und Sichtweisen des Mentees an Erfahrung dazu. Das ist besonders hilfreich, wenn ältere Mentoren jüngere Mentees begleiten und dadurch Einblick in das Leben der jungen Generation bekommen.

Aber auch ein Drittes ist wahr: Wir als „faktor-c“-Gemeinschaft profitieren von starken Einzelbeziehungen und reifen Persönlichkeiten. Daher ist es uns auch ein Anliegen, Mentoring weiter auszubauen und zu gestalten. Je mehr wir füreinander einstehen und uns gegenseitig ermutigen, im Alltag und im Berufsleben authentisch als Christ zu leben, desto stärker wird unser Gemeinschaftscharakter.

  1. Mentoring ist weitsichtig

Mentoring ist eine Beziehung zwischen zwei Personen mit einem klaren Ziel: Der Mentee soll befähigt werden, seine Lebensgestaltung bewusst und planvoll anzugehen, Schwierigkeiten im konstruktiven Dialog zu beleuchten und Ziele weise zu planen sowie entschlossen zu erreichen. In Sprüche 15,22 lesen wir, dass wichtige Entscheidungen und Pläne mehr Erfolg haben, wenn ein guter Ratgeber zur Seite steht: „Ohne Ratgeber sind Pläne zum Scheitern verurteilt; aber wo man gemeinsam überlegt, hat man Erfolg.“ Genau dieser Aspekt macht das Mentoring so wertvoll. Gemeinsam überlegte Pläne und durchdachte Entscheidungen sind in den meisten Fällen wohl langfristig besser.

Wir haben die Möglichkeit, voneinander zu lernen. Es liegt an jedem einzelnen, diese Möglichkeit zu nutzen. In Sprüche 2,20 heißt es: „Suche […] nach guten Vorbildern, die dir zeigen, wie man ein gutes Leben führt.“ Wir sind aufgefordert, ein gutes Leben (aus Gottes Perspektive) zu führen und uns aktiv gute Vorbilder zu suchen. Dafür bietet Mentoring bei faktor c eine gute Gelegenheit.

Auf der anderen Seite sind wir als Mentoren dazu aufgefordert, ein gutes Vorbild für andere zu sein. Und ein vorbildlicher Lebensstil ist ebenfalls weitsichtig.

  1. Mentoring ist Lebensfreude

Wo die Gaben liegen, liegen auch die Aufgaben. Und wenn wir die Gaben einsetzen, die in uns stecken, entsteht automatisch Lebensfreude. Das ist eines der Geheimnisse der individuellen Persönlichkeit: In Summe spiegeln wir Christen den Charakter Gottes wider – mit all seinen vielfältigen Facetten. Und wenn wir unsere Gaben (= Fähigkeiten, die uns gegeben wurden) so einsetzen, dass wir Gottes Gemeinschaft bereichern, dann werden wir innerlich erfüllt.

Dieses Prinzip finden wir in 1. Petrus 4,10-11a: „Jeder soll dem anderen mit der Begabung dienen, die ihm Gott gegeben hat. Wenn ihr die vielfältigen Gaben Gottes in dieser Weise gebraucht, setzt ihr sie richtig ein. […] Hat jemand die Aufgabe übernommen, anderen Menschen zu helfen, dann arbeite er in der Kraft, die Gott ihm gibt. So ehren wir Gott mit allem, was wir haben und tun.“

Was ist unsere Vision?

Unsere Vision ist es, Mentoring weiter auszubauen, um auch auf diese Weise unseren Leitsatz lebendig werden zu lassen. Unser Mentoren-Netzwerk kann und soll weiter wachsen. Unser Anliegen ist es, dass wir vielfältig aufgestellt sind: Wir wünschen uns Vielfalt hinsichtlich der Persönlichkeiten, des beruflichen Kontextes und der persönlichen Lebenserfahrungen. Auf diese Weise können wir unseren Mentees geeignete Mentoren zur Seite stellen.

Dazu gehört auch, dass wir die Qualität des Mentorings und des Mentoren-Netzwerks stärken. Wir sind von der Idee des Mentoring überzeugt und begeistert. Darum hat das Mentoren-Leitungsteam um Geschäftsführer Michael vom Ende in diesem Jahr einen „Leitfaden für Mentoren“ erarbeitet. In diesem Leitfaden sind die wichtigsten Fragen beantwortet, die für Mentoring bedeutsam sind. Die folgende Abbildung zeigt das Inhaltsverzeichnis des Leitfadens:

Wie ist Mentoring bei faktor c organisiert?

Beteiligte am Mentoring sind drei Parteien: Mentee, Mentor und faktor c (Leitung Mentoring).

1) Der Mentee, der einen Mentor sucht, informiert sich auf der Website und bewirbt sich mit dem Vordruck, der dort digital zur Verfügung steht (www.faktor-c.org/angebote/Mentoring).

2) Mitglieder, die sich gerne als Mentor engagieren wollen, können sich gerne durch das Ausfüllen eines Anmeldeformulars vor- und zur Verfügung stellen (www.faktor-c.org/angebote/mentoring).

Nur wer Mitglied von faktor c ist, kann Mentor werden. Einmal im Quartal gibt es ein digitales Mentorentreffen zum Austausch und zur Weiterentwicklung.

3) Das Mentoring bei faktor c ist komplett kostenfrei – vom Anfang bis zum Ende. Es ist kein Geschäftsmodell, sondern gelebtes Netzwerk!

4) Die Bewerbung, die Suche und die Vermittlung laufen ausschließlich über faktor c. Die Initiative steuert den Prozess, die grundlegende Kommunikation und die Netzwerk-Arbeit. Ein Team um den Geschäftsführer versucht, Mentees und Mentoren zu „matchen“. Außerdem ist faktor c Ansprechpartner bei Problemen, erreichbar unter mentoring@faktor-c.org.

 

Von Hauke Hillebrenner

 

Internet: www.faktor-c.org/angebote/Mentoring

 

 

 

Ein Wochenende für in der Wirtschaft Tätige ab 58 Jahren (Ü58).

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