Jeder Tag ein Abenteuer – mit Jesus

Wie ein Unternehmer Gottes Zusagen im Alltag entdeckt

In der Bibel steht eine riesige Zahl von Zusagen und Verheißungen, die Gott den Menschen gibt. Kann man damit im Berufsalltag Erfahrungen machen? Ein christlicher Unternehmer hat es erlebt – aber manchmal braucht er dabei Geduld.

Von Fritz Wohlfarth

 

Nach Jahrzehnten als Christ und Unternehmer muss ich sagen: Es ist nicht immer einfach. Da frage ich Jesus in meiner Gebetszeit um einen Rat, bekomme endlich darauf eine Antwort – und dann trifft es scheinbar nie ein. Vielleicht verschlimmert sich die Situation noch, und ich verstehe die Welt nicht mehr.

 

Dann wird mir noch ein Bibelspruch zugesagt wie dieser: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind“ (Römerbrief, Kapitel 8, Vers 28). Man fragt sich, was gerade diese Bibelstelle soll. Wenn wir so etwas in der Not hören, dann sind wir vermutlich nicht überzeugt, dass alles zum Besten ist, oder?

 

Wie kann uns Paulus im Römerbrief so eine feste Zusage geben? Er selbst war in Not und musste viel ertragen. Im 2. Korintherbrief (Kapitel 11) spricht Paulus sogar davon, dass er dreimal mit Ruten geschlagen und einmal gesteinigt wurde, dreimal Schiffbruch erlitten und einen Tag und eine Nacht in Seenot zugebracht hat. Das hat er alles auf seinen Reisen erlebt, um die Botschaft Gottes unter den Menschen zu verbreiten. Trotzdem schreibt er, dass alles für uns zum Besten ist.

 

Können wir Gott umstimmen?

 

Die Bibel spricht davon, dass Gott alle Zusagen einhält, weil er ein gerechter Gott ist. Im Buch Mose haben die Israeliten, die Gott zuvor aus der ägyptischen Sklaverei gerettet hatte, ganz schnell einen anderen Gott gesucht, nur weil etwas nicht so lief, wie sie sich das vorstellten. Gott wollte sie dann vernichten und ein neues Volk suchen. Mose aber überzeugte Gott, dies nicht zu tun. Genauer gesagt glaube ich, dass es Gott gefiel, wie Mose mit ihm geredet und im Gebet um das Volk gerungen hat. Es steht in der Bibel, Gott ließ sich von Mose überzeugen, das Volk zu verschonen. Also ist er ein Gott, der auch auf einen seiner Diener hört.

 

Wieso konnte Mose ihn umstimmen? Wer jetzt auf eine einfache Antwort, eine pauschale Wegweisung wartet, der wartet vergeblich. Wenn wir einmal in unserem Leben eine Entscheidung getroffen haben, Jesus in unser Leben einzuladen, dann ist ein erster Schritt getan. Die Bibel spricht davon, dass dann der Weg in den Himmel gebahnt ist. Wir Menschen treffen aber jeden Tag sehr viele Entscheidungen. Da sind auch einige dabei – ich spreche auch für mich -, die den Weg in den Himmel versperren könnten.

 

Freundschaft mit Jesus

 

Das Gute ist, dass wir immer die Möglichkeit haben, neu zu beginnen. Wenn wir Fehler machen, gehen wir zu Jesus und bekennen die Fehler, wir bitten um Vergebung. Jesus vergibt gern, und wir können wieder neu anfangen. Unsere Schuld ist abgewaschen. Das ist vielleicht die größte Zusage, die Gott uns macht.

 

Allerdings ist mir aufgefallen, dass dies auch immer mit einer Entscheidung zu tun hat, nämlich, dass wir ihm vertrauen und daran glauben, dass er es mit uns gut meint. Wenn ich mich nun so verhalte, ihm zu vertrauen, dann beginnt eine Freundschaft zwischen Jesus und mir. Freunde gehen ehrlich miteinander um. Sie sagen einander, was sie denken. Vor allem aber verbringen sie Zeit miteinander.

 

Vor über 20 Jahren hörte ich die Botschaft bei einer Konferenz der ICCC (International Christian Chamber of Commerce / Internationale Christliche Handelskammer), dass wir auch als Geschäftsleute von Gott berufen sind und ihm unsere Firma anvertrauen sollen. Das hat mich sehr bewegt, und mir wurde bewusst, dass es hier nicht nur um mich als Person geht, sondern auch darum, alle Bereiche meines Lebens in Gottes Hand zu übergeben. Vor Zeugen habe ich dies offiziell getan. Ich bin nun nicht mehr der Inhaber, sondern der Geschäftsführer. Natürlich: Auf dem Papier bleibe ich der Inhaber, aber nicht mehr vor Gott.

 

Die Firma an Gott abgeben

 

Als Geschäftsführer habe ich viele Entscheidungen zu treffen, aber ich muss auch viel mit Jesus besprechen. Immerhin ist er der Inhaber des Unternehmens geworden. Er weiß letztlich genau, was richtig ist. Trotzdem bekomme ich nicht immer die Antworten, die ich gerne hätte.

 

Vor einigen Jahren brachen einige Aufträge weg, und ich konnte die Löhne nicht mehr bezahlen. Ich war etwas irritiert, weil ich doch von Gott ständig die Zusage bekommen habe, dass ich vorangehen soll und er sich um alles kümmert. Es waren noch drei Wochen, dann hätte ich meinen Leuten sagen müssen, dass kein Lohn in der Firma, die Gott gehört, vorhanden ist.

 

Ich ging in mein Gebetszimmer und tat das Einzige, was ich in dieser Situation tun konnte. Ich sagte Jesus, dass es doch seine Firma sei. Daher ist er auch für die Löhne zuständig. Wenn kein Geld da ist, ist das auch in seiner Verantwortung, auch bei dem was die Menschen dann von mir und ihm denken. Ich werde die Firma schließen. Ohne Geld kein Vorankommen. Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass Gott sich eben nicht an das hält, was er mir versprochen hat. So erinnerte ich Gott nur daran, dass er mir doch so viele Zusagen gemacht hat – und nun sieht es so aus, als hätte ich mich verhört.

 

Natürlich wäre es mir möglich gewesen, einen Kredit aufzunehmen oder meine restlichen Ersparnisse in die Firma zu „stecken“, aber das wollte ich nicht. Es fühlte sich einfach nicht gut an.

 

Überraschende Hilfe

 

Kurz darauf rief mich ein Mann an und fragte, ob ich Fritz Wohlfarth sei, weil er und seine Familie in der Gebetszeit immer wieder meinen Namen wahrgenommen hätten. Er hatte ein Problem auf dem Bau und fragte, ob ich ihm helfen konnte. Wir trafen uns und wurden uns schnell einig. Meine Firma wollte helfen. Dann stellte ich die Anzahlungsrechnung mit einem Zahlungsziel, doch der neue Kunde zahlte so schnell, dass an dem Tag, als die Löhne zu überweisen waren, das Geld auf dem Konto lag. Seitdem kümmere ich mich nicht mehr um die Löhne.

 

Natürlich erlebe ich auch, dass manche Zusagen bis heute noch nicht eingehalten sind. Nicht annähernd. Aber mein Vertrauen ist durch Gottes ständiges Eingreifen in anderen Dingen so tief geworden, dass ich meinem Freund und gleichzeitig Chef und Meister nur noch danken kann. Ich stelle immer öfter fest, dass meine Anliegen auch Jesus interessieren. Er hört mir zu.

 

Meine Beziehung zu ihm ist sehr eng geworden, und das fördert wiederum die Sehnsucht in mir, eine noch viel tiefere Beziehung mit ihm einzugehen. Mir ist bewusst, dass es auf die Beziehung ankommt, die ich mit Jesus lebe. Je mehr wir mit Christus verbunden sind, desto mehr kann er uns gebrauchen, und desto mehr verstehen wir seinen Willen. Ich empfinde, dass Jesus ständig an meiner Seite ist und mir auch spontan hilft, manche Situationen besser zu meistern und sie lockerer zu sehen, auch wenn ich mich nicht gerade wohlfühle.

 

Menschen um mich herum fragen nach, weil sie gern das haben möchten, was ich habe: Frieden und Freude, auch in schwierigen Situationen.

 

Vergebung lernen

 

Es ist nicht immer leicht, weil ich natürlich auch mit meinen Fehlern und Unzulänglichkeiten zu kämpfen habe. Ich verletze Menschen, treffe falsche Entscheidungen, und andere Menschen – auch Christen – verletzen mich. Doch das alles erzähle ich meinem besten Freund. Ich gehe zu ihm und lege es ihm hin. Und obwohl ich auch nicht immer gleich vergeben kann, merke ich, dass meine Liebe zu diesen Menschen neu beginnt, weil ich es mit Jesus immer wieder bespreche. Irgendwann kann ich sogar Menschen vergeben, die mich sehr verletzt haben.

 

Rückblickend erkenne ich, dass er seine Versprechen mir gegenüber immer eingehalten hat, selbst, wenn ich mich nicht an meine Versprechen ihm gegenüber hielt. In den Situationen, in denen wir sein Eingreifen und sein Handeln vermissen, selbst da ist er tätig. Nur eben anders, als ich es in diesem Moment sehen kann. Jesus teilt mir in meinen Gesprächen immer wieder mit, was ich lernen soll. Aber auch beim Bibellesen, in Predigten und bei Gesprächen mit anderen Menschen spricht er zu mir, so dass ich schnell verstehen kann, was er gerade von mir erwartet.

 

Dann kommt es darauf an, das gleich umzusetzen oder zumindest es zu versuchen, was mir von ihm aufgetragen wurde. So vertiefe ich meine Beziehung zu ihm zusätzlich.

 

Lass Dich gebrauchen!

 

Wenn du in diese enge Beziehung mit Jesus gehst, dann wird dir jeder Tag wie ein kleines Abenteuer vorkommen. Geduld wird dein Leben prägen und vor allem das Vertrauen darauf, dass der richtige Zeitpunkt kommt, in dem er seine Versprechen dir gegenüber einhalten wird. Achte nur darauf, dass du im richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort bist, an dem dich Jesus vorher hingesendet hat. Es sieht manchmal so aus, als würde dieser Weg oder diese Situation überhaupt nicht gut für dich sein. Doch das stimmt nicht. Der Spruch ist wahr: Christus liebt dich und will dich heilen, dich verändern und dich für sein Werk gebrauchen. Lass es zu.

 

Lese sein Wort, verbringe Zeit mit ihm, indem du dir auch bewusst eine Stille zum Hören auf seine Stimme einräumst. So gehst du bewusster durch den Tag, und du wirst plötzlich wahrnehmen, dass er schon begonnen hat, seine Zusagen zu erfüllen. Er beschenkt uns gern.

 

Lass auf dich diese Bibelstelle wirken. Mir ist sie zu einem Lebensstil geworden:

„Vertraue auf den Herrn mit deinem ganzen Herzen und stütze dich nicht auf deinen Verstand. Auf all deinen Wegen erkenne nur ihn, dann ebnet er selbst deine Pfade!“ (Sprüche 3, Verse 5 und 6).

 

 

Fritz Wohlfarth (58) ist verheiratet mit Gabi und hat vier Söhne. Er ist Geschäftsführender Gesellschafter der i-Quant Bauoptimierung GmbH in Königsbrunn bei Augsburg (www.i-quant.de). Beim christlichen Business-Netzwerk ICCC engagiert er sich als Schatzmeister im Vorstand (www.iccc.de). Er betreibt auch einen eigenen YoutTube-Kanal (https://www.youtube.com/channel/UCGMT2Z7IkV0WdfeGemuMLJA/featured?view_as=subscriber)

Ein Wochenende für in der Wirtschaft Tätige ab 58 Jahren (Ü58).

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