Grupp fordert Rückkehr zur Unternehmer-Haftung

Geschäftsführer und Manager müssen nach Ansicht des Unternehmers Wolfgang Grupp (Burladingen/Zollernalbkreis) wieder die Haftung für ihr wirtschaftliches Handeln übernehmen. Es müsse endlich aufhören, dass Führungskräfte, die die größten Fehler gemacht haben, auch noch mit Millionenbeträgen abgefunden werden, sagte Grupp beim Kongress Christlicher Führungskräfte. Er selbst führe sein Unternehmen „Trigema“ mit 1.200 Mitarbeitern in der Rechtsform der persönlichen Haftung. „Bevor ein Steuerzahler einen Euro bezahlen muss, habe ich nicht mal mehr ein Dach überm Kopf“, sagte Grupp.

Der 79-Jährige empfahl, als christlicher Unternehmer Gott nicht nur um Hilfe zu bitten, sondern ihm auch zu danken. „Ich habe noch nie einen Dankgottesdienst gesehen, wenn wir Wirtschaftswachstum hoch sieben haben“, kritisierte er. Er selbst rechne damit, dass er einmal für sein Handeln vor Gott Rechenschaft ablegen müsse. Er besuche jeden Morgen seine Hauskapelle, um sich als Führungskraft demütig zu halten und „selbst an die Kandare zu nehmen“, sagte Grupp.

Die Vizepräsidentin des Europa-Parlaments und FDP-Politikerin Nicola Beer nannte als Kompass für ihr Handeln das Wertepaar Freiheit und Verantwortung. Beide Werte seien aber in der Corona-Pandemie nur schwer zusammenzuhalten. Im Kampf gegen das Virus müsse die Politik darauf achten, niemanden zu bevormunden, betonte Beer.

epd

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