Exzellenz gewinnt – Worauf es in der Firma wirklich ankommt

Günter Veit ist in seiner Branche Marktführer. Dabei wollte er eigentlich christlicher Missionar werden. In 45 Jahren Betriebserfahrung hat er gelernt: Wenn die Bibel vom „Reich Gottes“ spricht, dann meint sie auch die Business-Welt. Und dort kommt es nicht nur auf den Glauben an – sondern auch auf Exzellenz.

 

Eigentlich wollte ich Missionar werden. Ich ging schon auf die Bibelschule. Doch dann rief mich 1975 Gott in die Firma meines Vaters. Die Ölkrise hatte kurz zuvor auch unser Unternehmen ins Trudeln gebracht. Deshalb sollte ich vorübergehend aushelfen. Wir stellen Maschinen zur Formgebung von Stoffen her, unsere Hauptmärkte sind die Bekleidungsindustrie, Textile Care und Automotive.

 

Nicht lange danach lud mich der Gründer der Organisation „Jugend mit einer Mission“, Loren Cunningham, nach Zürich ein. Er sprach dort über die Vision, die Bill Bright (Gründer des Missionswerks „Campus für Christus“) und er von Gott bekommen hatten und die heute als die „Sieben Gesellschaftsbereiche, die Gott durch uns Christen zum Guten beeinflussen möchte“ bekannt sind. Das öffnete mir die Augen. Mein Traum vom Missionar war doch nicht umsonst. Er ging nur anders in Erfüllung: Ich begann zu lernen, Gottes Alternative in der Geschäftswelt zu leben. Was das bedeutet, möchte ich in fünf praktischen Punkten erläutern, die mir geholfen haben.

 

1. Ich will Gottes Wort kennen und anwenden

Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, die Bibel als das Wort Gottes zu kennen und immer griffbereit zu haben. Darum habe ich viele Verse daraus auswendig gelernt. Empfehlung: Wer das ausprobieren will, kann dafür die App „RemberMe“ benutzen. Es gibt ja sehr gute Management-Bücher, und ich habe viele davon gelesen, aber keines kann, was das Wort Gottes kann: Jeremiah 15:16 Dein Wort ward meine Speise, sooft ich‘s empfing, und Dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost; denn ich bin ja nach Deinem Namen genannt, HERR, Gott Zebaoth. Psalm 32:8 Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten. Zugegeben: Das Wort Gottes ist keine Detailanweisung für Geschäftsentscheidungen. Aber es zeigt uns die Prinzipien für alle
Entscheidungen. Der Heilige Geist hilft uns, das Wort in unserer spezifischen Situation anzuwenden! Das ist eine superstarke Kombination!

 

2. Ich will sehr gute Arbeit leisten

Meine Überzeugung ist: Produkte und Dienstleistungen von Christen sollten sehr gut sein. Nicht nur ordentlich, nicht nur „okay“, sondern herausragend. Ist das wirklich ein biblischer Auftrag? Ist das einer der Werte, die Gottes Alternative im Bereich Wirtschaft  zeigen? Gehört deine Arbeit, das Produkt deiner Firma, zu den Besten?

 

Was sagt die Bibel?

1. Mo. 1:31: Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.

 

Also nicht nur „akzeptabel“. Arbeit ist eine Erfindung Gottes. Und Gott lieferte sehr gute Arbeit. Röm. 12:2 Passt euch nicht dieser Welt an, sondern ändert euch, indem ihr euch von Gott völlig neu ausrichten lasst. Nur dann könnt ihr beurteilen, was Gottes Wille ist, was gut und vollkommen ist und was ihm gefällt. Gott möchte, dass wir seine Alternative leben, seine Nachahmer sind. Exzellenz gewinnt, daran habe ich keinen Zweifel. Unser Firmen-Slogan lautet: Pressing for Excellence. Es handelt sich um ein Wortspiel, weil “Pressing” einerseits das Bügeln von Stoffen beschreibt, andererseits das Drängen auf etwas. Dieses Etwas ist bei uns die Spitzenleistung. Dafür ist unsere Firma inzwischen weltweit bekannt: Wir haben Produkte in sehr hoher Qualität gepaart mit einem hervorragenden Kundenservice in den größten Märkten dieser Welt. Dafür sind die Kunden übrigens auch bereit, mehr Geld zu bezahlen.

 

3. Ich will am Reich Gottes mitbauen

Mt. 6,10: „Dein Reich komme – Dein Wille geschehe – wie im Himmel so auf Erden“!

Als Geschäftsleute beten wir nicht nur dafür,
dass Gottes Reich kommt. Wir bauen selbst mit an diesem Reich, in seiner Berufung unter der Führung seines Geistes. Für uns Christen im Geschäftsbereich darf es keine unbiblische Trennung zwischen unserem Leben im Geschäft und unserem Leben als Christen geben.
Wir leben unser Christsein im Geschäft.

Kol. 3:23 Alles, was ihr tut – tut von ganzem Herzen dem Herrn und nicht den Menschen. Alles was wir tun, ist Dienst mit unserem Gott und für unseren Gott. Dadurch gewinnt auch die scheinbar unwichtigste oder langweiligste Arbeit Bedeutung.

Mt. 28:19-20 Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Genau übersetzt heißt es: „Während ihr geht … macht zu Jüngern!“ Wir müssen aufpassen, die Bibel nicht selektiv zu lesen. Manche
meinen, der Missionsauftrag gelte nur für Missionare, aber der Vers „Denen, die Gott lieben, dienen alle zu Besten“ gilt für jeden. Wirklich? Wir Geschäftsleute können auf vielfältige Art und Weise am Reich Gottes mitbauen und helfen, den Missionsauftrag zu
erfüllen. Nicht nur durch Finanzen! 

Mitarbeiter als Missionare

Hier zwei Beispiele: Zu der Zeit, als wir unsere eigene Organisation und Produktion in China begannen, war es schier unmöglich, dort für Missionare Visa zu erhalten. So haben wir für die Tätigkeiten in China Missionare angestellt und sie für unser Geschäft nach China geschickt. Es gab keine Visum-Probleme für Geschäftsleute.

 

Als wir aufgrund von starkem Umsatzwachstum einen neuen Firmenstammsitz bauten, hatte ich den Eindruck, dass dieser Sitz eine Freikirche beherbergen konnte. Die war bis dahin in Landsberg noch nicht geplant gewesen. Aber drei Jahre später wurde sie dann in unserer Firma gegründet und war dort für fast zwanzig Jahre. Firmen sind ideale Gemeinderäume. Räume und Parkplätze sind frei, wenn die Gemeinde sie braucht. Unsere Mission richtet sich an unsere Nächsten, unsere Mitarbeiter, unsere Lieferanten, unsere Kunden, andere Unternehmer, Behördenvertreter. Gott schenkt uns Wohlwollen bei Kunden und Geschäftspartnern. Zudem
bin ich eingeladen worden, unsere Branche in der Öffentlichkeit zu vertreten, auch in den Medien.

Krisen als Test

Christen in der Wirtschaft werden gebraucht, um Gottes Maßstab aufzuzeigen und umzusetzen. Den Auftrag von Jesus „Lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe“ führen wir aus
– in der Art, wie wir unsere Mitarbeiter behandeln (Mensch im Mittelpunkt)
– durch die Werte, die wir weitergeben (Leitsätze) und leben
– in der Art, wie wir mit den Schwierigkeiten umgehen, in die wir immer wieder im Alltag kommen. Wir haben schon viele Krisen durchgemacht: Covid-19 ist die schwerste!

Leben als Christ in der Wirtschaft ist nicht einfach. Es gilt, täglich unzählige Entscheidungen
zu treffen, zum Teil sehr schwere und weitreichende. Christen erleben Misserfolge und Rückschläge. Auch Enttäuschungen,  Insbesondere von anderen Menschen. Aber Gott versorgt, und Gott erhört Gebete. Gottes Auftrag ist unsere Motivation, als Christ im Alltag „Flagge zu zeigen“. So bringen wir bei unserer Betriebsweihnachtsfeier immer die christliche Botschaft. Oft habe ich erlebt, wie Mitarbeiter in ihrer Not zu mir gekommen sind, weil bekannt ist: Der Chef kann beten – der hat einen Draht nach oben.

4. Ich will Gottes Weisung erwarten

Gott hat mir immer wieder geholfen, richtige Entscheidungen zu treffen, aber trotzdem habe ich auch viele Fehlentscheidungen getroffen. So gingen drei Mal Beteiligungen mit nichtchristlichen Geschäftspartnern schief. Zwei neue Geschäftsbereiche klappten überhaupt nicht. Aber: Gott hat uns auch viele neue und gute Ideen geschenkt. Wichtig ist es, dass wir einen Prüfmechanismus
einführen. Nicht jede scheinbar gute Idee war von Gott.

Psalm 37:7:  Sei stille dem HERRN und warte auf ihn.

Still zu sein fällt mir als sehr aktivem Mensch sehr schwer. Es ist aber nötig. Wichtigste Priorität in meinem Leben ist es, jeden Tag zuerst Zeit mit Gott zu verbringen, Kraft aus Gottes Wort zu tanken und zu hören, was er mir zu sagen hat.

Jak. 1:5 Wenn es aber jemandem unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der jedermann gern gibt

 

In dieser Zeit der existenzbedrohenden Krise ist es besonders wichtig, auf Gott zu hören! Ich bin gespannt, wie er helfen wird.

5. Ich will es nicht alleine schaffen

Als Christen sollten wir keine Einzelkämpfer sein. Wir brauchen jemanden zum Beraten und Beten.

Spr. 15:22 Die Pläne werden zunichte, wo man nicht miteinander berät; wo aber viele Ratgeber sind, gelingen sie.

Luk. 10:1 Danach setzte der Herr weitere zweiundsiebzig Jünger ein und sandte sie je zwei und zwei vor sich her.

Wichtig ist es also, nicht allein zu sein. Zum einen brauchen wir eine aufbauende Gemeinde und/oder einen Hauskreis, um geistlich brennend zu werden und zu bleiben. Aber zum anderen brauchen wir auch mindestens einen anderen Christen, mit dem man seine geschäftlichen Angelegenheiten professionell besprechen und gemeinsam beten kann.

Am besten ging es mir, wenn ich jemanden mit mir im Geschäft hatte, mit dem ich reden und beten konnte – vor allem meine Ehefrau
Connie, mit der ich seit 43 Jahren verheiratet bin, aber auch leitende christliche Mitarbeiter sowie mein Sohn Christopher.

Segen über 45 Jahre

In meinem Unternehmerleben habe ich riesigen Segen erlebt. Wir hatten zwar kein Wachstum wie Apple, Google oder Amazon. Aber immerhin ein Wachstum von 50 Mitarbeitern in Deutschland zu 400 Mitarbeitern in 14 Ländern. Damit wurden wir auch ein Zeugnis gegenüber anderen Religionen. Wir haben 45 Jahre überlebt in einer schrumpfenden Branche. Viele Mitarbeiter haben ihr ganzes Berufsleben bei uns verbracht. Inzwischen habe ich meinem Sohn das Geschäft übergeben. Ich bin unendlich dankbar für alles, was ich gelernt habe und was ich mit Gott, meinem Herrn, erlebt habe.

Von Günter Veit, Seiten 6–11, faktor c Ausgabe 3/2020

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