Digitale Dienste mit Pfiff

Wie Unternehmen und Gemeinden von neuen Angeboten profitieren können

Die digitale Welt entwickelt sich rasend schnell. Täglich kommen neue Programme, Apps oder Internetdienste auf den Markt. Da man dabei schnell die Übersicht verliert, hat die Redaktion hier ein paar jüngere Anwendungen zusammengestellt, die sich in Unternehmen und Gemeinde als nützlich erweisen können.

Konferenz mit „Eisbrecher-Frage“

Corona hat persönliche Begegnungen extrem erschwert. Viele Konferenzen finden nur noch über Zoom oder andere Plattformen statt. Der Service „wonder.me“ versucht, in einem Internetbrowser ein Treffen von Menschen abzubilden. Der Gastgeber eröffnet einen Raum, den Eingeladene betreten und auch wieder verlassen können. Der Raum ist nicht gedacht für Vorträge, sondern wirklich fürs Gespräch. Das kann allerdings auch eine Art Podium mit mehreren Teilnehmern sein, die diskutieren – und die anderen Gäste hören zu.

Innerhalb des Raums lassen sich sogenannte Areas einrichten, die jeweils eine eigene Überschrift bekommen und so ein Interessengebiet benennen. Wer sich vom Titel angesprochen fühlt, geht dorthin und findet Gleichgesinnte für eine Unterhaltung. Der Gastgeber (Host) kann zudem eine „Eisbrecher-Frage“ stellen, bevor ein Gast zugelassen wird. Das soll den Einstieg ins Gespräch erleichtern.

Die Nutzungsmöglichkeiten sind vielfältig. Ob man eine Produktvorstellung nachbauen will, Kunden und Vertrieb in einem Raum zusammenbringen möchte, Nachgespräche zur Sonntagspredigt ermöglichen will, eine Messe veranstaltet oder einfach Menschen vernetzen möchte – das alles ist möglich und die zweitbeste Variante, wenn sich aufgrund der Pandemie das persönliche Treffen in einem Raum weiterhin verbietet.

Die Erfahrungen mit „wonder.me“ sind unterschiedlich. Teilweise wurde in den vergangenen Monaten die Videoqualität bemängelt, was an der hohen Auslastung der boomenden Seite liegen kann. Auch erklärt sich nicht alles intuitiv von selbst, weshalb neue Teilnehmer teilweise überfordert sind. Es gibt aber sehr begeisterte Reaktionen über die Möglichkeit, in Kontakt zu anderen zu treten. Zurzeit ist das Angebot kostenlos, voraussichtlich kommt gegen Ende des Jahres eine Bezahlversion. Wichtiger Hinweis: Der Anbieter nimmt für sich in Anspruch, datenschutzkonform nach der DSGVO zu arbeiten.

www.wonder.me

 

Unterwegs auf allen Kanälen

Livestreams haben in den vergangenen Monaten einen gewaltigen Boom erfahren. In einer verwirrend vielfältigen Welt von Social Media und Internetseiten ist es manchmal bedauerlich, dass man sich beim Streamen für eine Plattform entscheiden muss, anstatt seine Veranstaltung über verschiedene Kanäle zu senden.

Dieses Problem löst Streamyard. Der US-Anbieter verspricht, dass der Sender an verschiedenen Orten gleichzeitig sein kann: YouTube, Facebook, LinkedIn und viele mehr. Das macht das Zuschauen für die Empfänger bequemer, sie müssen nicht die Plattform wechseln und können dann auch innerhalb des jeweiligen Kanals kommentieren, Likes verteilen oder andere zum Mitgucken einladen. Damit besteht die Chance, die Reichweite erheblich zu erhöhen. Ein zeitsparender Vorteil ist es, das Video-Material nicht mehrfach für jede Plattform einzeln hochladen zu müssen.

Produktpräsentationen, Predigten, Live-Events für Kunden oder Gemeindemitglieder – das alles lässt sich via Streamyard in die verschiedensten Kanäle einspeisen. Die Macher empfehlen ihr Angebot allerdings nicht absoluten Neulingen. Man solle erst auf einem Kanal aktiv werden und sich beim Senden sicher fühlen, bevor man weitere Kanäle hinzufügt, schreiben sie auf ihrer Internetseite.

www.streamyard.com

 

 

Die virtuelle Tafelrunde

Ein Besprechungszimmer voller Leute, vorne ein Whiteboard – das ist das klassische Arrangement für ein Meeting. In Corona-Zeiten muss auch so etwas ins Netz verlegt werden. Das „Conceptboard“ stellt eine virtuelle Tafel zur Verfügung, auf die alle Teilnehmer von zu Hause aus schreiben können. Das Online-Werkzeug bietet sogar mehr Möglichkeiten als die weiße Wand mit ein paar Stiften. Es lassen sich beispielsweise Fotos, Grafiken oder Screenshots von Internetseiten hochladen, an denen dann gemeinsam gearbeitet wird.

Auf dem Bildschirm ist immer erkennbar, welcher der Teilnehmer gerade was auf der Seite einträgt, beschriftet oder verschiebt. So können Ideen gesammelt werden, Meinungen zu Vorlagen eingeholt werden, Listen erstellt oder Prozesse verbessert werden. Die Arbeitsfläche lässt sich beliebig erweitern, die natürliche Grenze etwa eines Flipchart-Bogens fällt weg. Audio- und Videoanrufe während der Konferenz machen Erklärungen leichter, es muss nicht zu jedem Punkt eine Mail oder ein Chat gestartet werden.

Geeignet ist diese Seite für Gremien aller Art – auch solche, deren Mitglieder weit verstreut wohnen und ein Zusammentreffen selbst in pandemielosen Zeiten unverhältnismäßig wäre. Die Vertriebsrunde profitiert von diesem Werkzeug ebenso wie der Kirchengemeinderat. Wo kreativ zusammengearbeitet wird, Geistesblitze gesammelt und bewertet werden oder wo man wie an einem Flipchart mit anderen etwas weiterentwickeln möchte, kann das „Conceptboard“ wertvolle Dienste leisten.

Die Ergebnisse einer virtuellen Sitzung an der gemeinsamen Tafel lassen sich dann abspeichern und weiterverwenden. Der Anbieter integriert seinen Dienst in gängige Plattformen wie Microsoft Teams, Dropbox oder Google Drive.

www.conceptboard.com

 

Der Termin-Assistent

Eine vernünftige Terminverwaltung ist für den Einzelnen häufig schon eine Herausforderung, für ein Team manchmal nahezu unlösbar. Als Helfer und Assistent bietet sich „Calendly“ an. Das Programm kann mit bis zu sechs Kalendern verbunden werden, um zu überprüfen, wann man verfügbar ist und anderen Termine anbieten kann. Calendly weiß dann also, wenn ich in meinem Wochenmeeting bin, wo ich Zeit für den Zahnarzt reserviert habe und dass ich donnerstags immer eine Stunde später ins Büro komme, weil ich meine Tochter vorher in die Schule fahre.

Wer dann einen Termin mit mir sucht, erfährt die privaten Dinge natürlich nicht. Ihm wird nur angezeigt, wann ich verfügbar bin. Das funktioniert intern wie extern. Auf diese Weise kann etwa ein Vorgesetzter seinen Mitarbeitern Zeiten anbieten, in denen sie ihn sprechen können. Eine Therapeutin oder ein Gemeindeleiter öffnet jede Woche mehrere Zeitfenster, in die sich die Hilfesuchenden dann selbst eintragen. Coaches können ebenfalls kleine Slots anbieten, um potenziellen Kunden einen unverbindlichen Erstkontakt zu ermöglichen. Und natürlich findet sich in größeren Abteilungen leichter ein gemeinsamer Termin für den Betriebsausflug oder die Jahresfeier.

Das Programm bietet Bestätigungs- und Erinnerungs-Mails und Texte an, um die Verbindlichkeit gebuchter Zeiten zu erhöhen. Außerdem lässt es sich in einer Internetseite einbinden, um anderen das Finden eines gemeinsamen Termins zu erleichtern.

www.calendly.com

 

 

Schweizer Messer für Umfragen

Umfragen sind ein wertvolles Instrument, Informationen über eine Zielgruppe zu finden oder Menschen enger mit der eigenen Organisation zu verbinden. Die Fragemöglichkeiten scheinen unbegrenzt: Zu welchen Themen sollen wir in der Gemeinde Veranstaltungen anbieten? Hier sind drei Titelvorschläge für unser nächste Buch – welchen halten Sie für den besten? Welche Wünsche haben Sie an unsere Internetseite? Oft geht es nicht nur um das Ergebnis der Umfrage, sondern auch um das Signal an das Gegenüber: „Du bist mir wichtig, ich denke an Dich und würde gerne Deine Meinung hören.“

„lamapoll“ hat als dickes Plus, dass es datenschutzkonform nach DSGVO läuft. Das unterscheidet diesen Anbieter von vielen anderen, die vergleichbare Tools ebenfalls im Programm haben. Da Umfragen oft persönliche Informationen enthalten oder etwas über den Befragten verraten, ist dieser Vorteil nicht zu unterschätzen. Die Liste der Referenzkunden auf der Internetseite zeigt eindrucksvoll, welche namhaften Unternehmen sich für diesen Service entschieden haben.

Die Bedienung ist nutzerfreundlich und ermöglicht es auch Anwendern ohne Programmierkenntnisse, in vergleichsweise kurzer Zeit eine Umfrage oder einen Fragebogen zu erstellen. Die Darstellung lässt sich anpassen, beispielsweise kann ein Firmenlogo darin erscheinen. Bei der Auswertung der Ergebnisse bietet „lamapoll“ diverse Listen und Diagramme.

Der Service kann 14 Tage lang kostenlos ausprobiert werden, die Testphase endet automatisch ohne Kündigung. Eine kostenlose Variante mit Basisfunktionen steht auch danach zur Verfügung.

www.lamapoll.de

 

 

Aus Newsletter-Beziehern Fans machen

Die gute alte E-Mail ist schon tausendfach totgesagt worden – und lebt doch fröhlich weiter. Die meisten Organisationen besitzen einen mehr oder weniger großen Bestand an Mailadressen, den sie aber meistens nur unstrategisch verwenden. Heißt: Sie verschicken im Dezember einen Weihnachtsgruß oder alle paar Monate einen Newsletter.

Hier kommt „convertkit“ ins Spiel. Der Anbieter richtet sich zuerst an kommerzielle Nutzer. Dieser soll Unterstützung dabei bekommen, seine Liste an Mailadressen zu vergrößern und mit diesen Adressen dann Umsätze zu generieren. Doch sind die Werkzeuge auch für Organisationen interessant, denen es nicht ums Geld geht, sondern die ihre Beziehung zu Freunden und Unterstützern einfach intensivieren und festigen wollen.

Der Anbieter hilft, eine sogenannte Landingpage im Internet zu erstellen, die Besuchern das nächste Projekt einer Organisation vorstellen. Dort wird dann auch ein Formular eingesetzt, über das ein Newsletter zu abonniert ist. Die Gestaltung solcher Newsletter unterstützt „Convertkit“ ebenfalls.

Einige Prozesse lassen sich dabei automatisieren, etwa die Uhrzeit, wann eine Rundmail gesendet werden soll. Oder ein gezielter und personalisierter Inhalt an Menschen, die meine Internetseite schon besucht, aber ein Produkt oder eine kostenlose Offerte noch nicht bestellt haben.

www.convertkit.com

 

Ein Wochenende für in der Wirtschaft Tätige ab 58 Jahren (Ü58).

Die einen richten sich auf das Ende des (bezahlten) Arbeitslebens ein, die anderen auf mindestens 20 weitere Arbeitsjahre. Wir arbeiten an den gemeinsamen Fragestellungen…

Newsletter bestellen

Bitte tragen Sie in das Feld Ihre Mailadresse ein.

     Ich bin damit einverstanden, dass meine Daten im Rahmen der Datenschutzerklärung verwendet werden.