Die Zehn Gebote im digitalen Wandel

Die Zehn Gebote erweisen sich auch in Zeiten des digitalen Wandels als hilfreiches Geländer für ein Leben in Freiheit und Verantwortung. Diese Ansicht vertrat der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Prof. Heinrich Bedford-Strohm (München), bei der Vorstellung der EKD-Denkschrift „Freiheit digital. Die Zehn Gebote in Zeiten des digitalen Wandels“.

Bedford-Strohm zufolge haben sich die Technologien rasant weiterentwickelt. Die gesellschaftlichen Normen für ihre Nutzung hinkten jedoch hinterher. Es gelte, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen und ihre Risiken zu begrenzen. Eine „Ethik der Digitalisierung“ sei dringlich. Die Kirchen seien dafür „nach wie vor die erste Adresse“, weil sie nicht nur die Köpfe, sondern auch die Herzen erreichten.

Wie es in der 248 Seiten umfassenden Denkschrift heißt, darf die digitale Technik nicht zu einer neuen Macht werden, die unfrei mache. Internetunternehmen sammelten Daten über das Nutzerverhalten im Netz und machten sich so ein Bild von ihnen. Das digitale Leben könne das Zusammenleben zwischen den Generationen erleichtern. Zudem könnten virtuelle Konferenzen und Lernangebote den Reiseverkehr „überflüssig“ machen.

Ferner warnt die Denkschrift angesichts des Gebots „Du sollst nicht töten“ davor, dass digitale Technologien neue Formen von Krieg, Gewalt und Überwachung ermöglichen – von Hackerangriffen bis zu vermeintlich „autonomen“ Waffensystemen.

Zum Gebot, nicht die Ehe zu brechen, heißt es in der Denkschrift, digitale Sexualität könne dazu befreien, selbstbestimmt und verantwortungsvoll zu leben, wenn „alle verantwortlich handeln und nicht auf Kosten anderer“. So könne die Nutzung von Sexrobotern Menschen ohne Chance auf eine Intimbeziehung in die Lage versetzen, ihre Sexualität auszuleben. Zudem spricht sich das Papier für gerechte Teilhabe am digitalen Wirtschaftsleben aus. So müssten Online-Monopole vermieden und Beschäftigte geschützt werden.

Die Veröffentlichung der Denkschrift wird unter www.ekd-digital.de sowie in den Sozialen Medien mit einer Kampagne begleitet. So sollen Experten über den verantwortlichen Umgang mit der Digitalisierung diskutieren.

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