Wie baut man ein erfolgreiches Unternehmen auf? Zu diesem Thema gibt es unzählige Bücher. Sogenannte „Experten“ haben viele Theorien dazu, aber nur selten hören wir ein bestimmtes Wort von ihnen, das einen bedeutenden Unterschied für ein Unternehmen und seine Kunden machen kann: Höflichkeit.
Höflichkeit ist eine Haltung und ein Verhalten anderen gegenüber, eine respektvolle oder bedachte Handlung oder ein ebensolcher Ausdruck. Höflichkeit – oder ihr Fehlen – fällt mir schnell auf, wenn ich ein Geschäft betrete, sei es ein Lebensmittelladen oder ein Kaufhaus, eine Arztpraxis, ein Kino oder ein Restaurant.
Trauriger Weise scheint die Höflichkeit heutzutage größtenteils aus der Mode gekommen zu sein. Manche Menschen nehmen sogar schon Anstoß daran, wenn man ihnen die Tür aufhält, eine Geste, die keinesfalls herablassend gemeint ist, sondern die Gegenwart einer anderen Person anerkennt.
In unserem Wohnort sind ein Lebensmittelladen und sein Personal für Höflichkeit bekannt. Die Kunden werden stets gegrüßt, gefragt, ob man ihnen helfen könne, und es wird ihnen sogar angeboten, die Einkäufe zum Auto zu bringen. Es gibt noch einen weiteren, sehr bekannten Lebensmittelladen, in dem es nur selten so höflich zugeht. Sie dürfen raten, welchen der Läden ich bevorzuge…
Doch woher kommen die Unterschiede? Ich nehme an, es liegt in den meisten Fällen an der Unternehmenskultur, der Erwartung, wie sich die Mitarbeitenden zu verhalten haben. Höflichkeit passiert nicht zufällig. Interessanter Weise macht es kaum Mühe, anderen gegenüber höflich zu sein, die Vorteile sind aber bedeutsam.
In vielen Bibelstellen geht es um Höflichkeit und darum, wie und warum sie unsere Interaktionen mit anderen Menschen prägen sollte:
Anderen Menschen Priorität einräumen. Höflichkeit zeigt anderen Menschen, dass sie wertgeschätzt werden. „Weder Eigennutz noch Streben nach Ehre sollen euer Handeln bestimmen. Im Gegenteil: Seid bescheiden und achtet den anderen mehr als euch selbst. Denkt nicht an euren eigenen Vorteil. Jeder von euch soll das Wohl des anderen im Auge haben.“ (Phil. 2,3-4).
Andere so behandeln, wie man selber behandelt werden möchte. Als jemand fragte, was Gott von Seinen Menschen erwartet, sagte Jesus, dass die Antwort nicht kompliziert sei. „Dies ist das wichtigste Gebot: …Ihr sollt ihn von ganzem Herzen lieben, mit ganzer Hingabe, mit eurem ganzen Verstand und mit all eurer Kraft. Ebenso wichtig ist das andere Gebot: Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist wichtiger als diese beiden.“ (Mk. 12,29-31).
Sich im Konkurrenzkampf am Arbeitsplatz von anderen unterscheiden. Im Geschäftsleben, wo es häufig nur um Gewinn geht und alles andere zweitrangig erscheint, fällt es auf, wenn wir echtes Interesse und Fürsorge anderen gegenüber zeigen. „Kein Christ darf gehässig über andere reden oder gar Streit suchen. Er soll vielmehr jedem freundlich und liebevoll begegnen.“ (Titus 3,2).
Copyright 2025 Robert J. Tamasy ist Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher. Er bloggt alle 14 Tage unter
www.bobtamasy.blogspot.com.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.