„Best Practices“ werden schon lange wertgeschätzt. Sie machen überflüssig, dass alles wieder neu erfunden werden muss, und bieten Effizienz und gesammelte Weisheit von denjenigen, die vor uns am Werk waren. Auf ähnliche Weise sorgen Industriestandards für einen Rahmen, der ein höheres Maß an Klarheit und Konsistenz ermöglicht.
Als ich begann, beim US-amerikanischen „Secret Service“ zu arbeiten, lernte ich den Wert solcher Strukturen schnell zu schätzen. Es herrschte ein geradliniger Ethos: „So wird es gemacht.“ Diese Standards schufen Stabilität in Momenten der Unsicherheit und wurden für mich zu einer Reihe von „Straßenlaternen“, die mich leiteten, wenn es hektisch oder gar chaotisch wurde.
Doch eine entscheidende Frage bleibt: Was ist, wenn dieses „so wird es gemacht“ zwar profitabel und effizient ist, Gottes Willen aber diametral gegenübersteht? Die Bibel erwähnt diese Spannung direkt. Als Israel sich darauf vorbereitete, ins Gelobte Land einzuziehen und ein Volk engagieren wollte, dessen Praktiken und Systeme nach weltlichen Standards zu funktionieren schienen, warnte Gott Moses am Berg Sinai: „Schließt keinen Bund mit den Bewohnern des Landes, in das ihr kommt! Ihr geratet sonst durch sie in eine tödliche Falle.“ (Ex. 34,12).
Bei allen Innovationen und Errungenschaften ist die Geschäftswelt nicht immun für tödliche Fallen. Globale Wirtschaftssysteme werden oft ohne Berücksichtigung der Menschenwürde oder der göttlichen Gerechtigkeit gebaut. Sie werden in erster Linie durch die kalten Parameter Profit, Effizienz und Wachstum bestimmt. Und wo der Charakter Gottes nicht das Fundament ist, sind Korruption, Ausbeutung und Götzendienst nicht weit, auch wenn sie unter dem Banner der „Best Practices“
daherkommen.
Urteilsvermögen ist für christliche Führungspersönlichkeiten keine Option, sondern ein Muss. Als von Gott geheiligte Menschen können wir die Standards um uns herum nicht unkritisch übernehmen. Alles muss sich zunächst an Jesu Charakter und der Wahrheit Seines Wortes messen lassen.
Urteilsvermögen allein reicht aber nicht aus. Die Berufung vom Sinai geht noch weiter. Bei Gottes Anweisung an Sein Volk ging es nicht nur darum, Kompromisse zu vermeiden, sondern auch darum, das Umfeld aktiv zu prägen: „Reißt ihre Altäre nieder, zertrümmert ihre heiligen Steinsäulen…“ (Ex. 34,13). Es geht also nicht nur um persönliche Integrität, sondern auch um Transformation des Unternehmens.
Christliche Führungskräfte, Unternehmer und Geschäftsleute verpflichten sich der Erneuerung, dem Voranbringen von Praktiken und dem Aufbau von Unternehmen, die Gottes Gerechtigkeit, Schönheit und Wahrheit widerspiegeln.
Wir sollen Exzellenz also nicht ablehnen, sondern neu definieren. Wir sollen die Wirtschaftswelt nicht verlassen, sondern reinwaschen. Wir sollen keine privaten Imperien gründen, sondern gute Verwalter für Gottes Königreich sein. Hebräer 11,10 erinnert uns daran: Wir warten „auf die Stadt, die wirklich auf festen Fundamenten steht und deren Gründer und Erbauer Gott selbst ist.“ Dies ist das Werk der heiligen Störung, und ich bete, dass Sie dazu bereit sind:
• um mit Exzellenz zu arbeiten, die von Rechtschaffenheit geprägt ist,
• um mit Weisheit zu führen, die von Demut geleitet wird,
• um mit Kraft zu bauen, die von Liebe gelenkt wird.
©2025. Tief bewegt von der transformatorischen Kraft des Evangeliums ist es das Anliegen von Christopher C. Simpson, den
Glauben in der Geschäftswelt zu verbreiten. Christopher ist Präsident von CBMC International; zuvor diente er 28 Jahre lang
in der US Marine und beim Secret Service, wo er für den Schutz von 7 Präsidenten zuständig war. Mit seiner Frau Ana lebt er
in Boca Raton, Florida, USA.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.