Im College begann ich mich für Gott und den Glauben zu interessieren. Ich schrieb mich sogar in Religionskurse ein, verlor aber rasch das Interesse, da sich diese als staubtrocken entpuppten.

So verlagerte sich mein Interesse auf das Schreiben, das mir sehr lag, und ich wurde schließlich Herausgeber einer lokalen Zeitung. Über 10 Jahre lang schrieb ich für Zeitungen und arbeitete als Herausgeber, doch kein einziges Mal kam mir in dieser Zeit in den Sinn, dass ich dies für Gott tat. Und das, obwohl ich in der Zeit Christ geworden war.

Das änderte sich vollkommen, als ich Mitarbeiter von CBMC wurde (Herausgeberorganisation der Montags Impulse; Anm. d. Übers.). Als Herausgeber verschiedener Publikationen von CBMC traf ich viele Menschen, die nicht nur mit Hingabe an Jesus Christus glaubten, sondern auch die Vision teilten, Ihm an ihrem Arbeitsplatz zu dienen.

Schnell stellte ich fest, dass die Kluft zwischen meinem Glauben und meiner Arbeit nichts Ungewöhnliches war. Oft wurde ich fassungslos angestarrt, wenn ich in verschiedenen Gemeinden darüber sprach, dass wir „Botschafter Christi“(2. Kor. 5,20) seien. Für sie war der Dienst am Herrn ein hauptamtlicher Dienst, z.B. als Pastor oder Missionar. Doch in Wirklichkeit handelte es sich um ein Missverständnis ihrerseits.

Der Reformator Martin Luther hatte eine klare biblische Vorstellung davon, wie Glaube und Arbeit zusammenhängen sollten. Er schrieb: „Jede Tätigkeit hat ihre eigene Ehre vor Gott. Arbeit ist eine göttliche Berufung. In unserer täglichen Arbeit dienen wir Gott, indem wir unserem Nächsten dienen und wir haben Anteil an Gottes permanenter Versorgung der Menschheit.“ Arbeit und Glauben sind miteinander verbunden, nicht getrennt.

Luther trug dazu bei, die Vorstellung zu überwinden, dass es zwei „Klassen“ von Christen gäbe, Hauptamtliche wie Priester und Missionare und die „Laien“ in den Kirchenbänken, die für die Hauptamtlichen beten und dienen. Es gibt keine „Teilzeit-Christen“. Entweder folgen wir Jesus rund um die Uhr oder gar nicht. Und als Seine Nachfolger sind wir berufen, Ihm und anderen in Seinem Namen zu dienen. Alle Gläubige sind per Definitionem „Hauptamtliche“.

Jesu Missionsbefehl gilt allen. Nach Seiner Auferstehung gab Jesus Seinen Jüngern vor Seiner Himmelfahrt letzte Anweisungen. Keiner Seiner Jünger hatte ein Seminar oder eine Bibelschule besucht. Jesus sagte ihnen: „Geht hinaus in die ganze Welt, und ruft alle Menschen dazu auf, mir nachzufolgen!… Lehrt sie, so zu leben, wie ich es euch aufgetragen habe. Ihr dürft sicher sein: Ich bin immer bei euch, bis das Ende dieser Welt gekommen ist! “ (Mt. 28,19-20). Wir sollen nicht nur selber Jesus nachfolgen, wir sollen auch andere lehren und dazu ausrüsten, Ihm nachzufolgen.

Alles, was wir tun, dient dem Herrn. Gott wirkt auch außerhalb von Gemeinden und einem kirchlichen Umfeld. „All euer Tun – euer Reden wie euer Handeln – soll zeigen, dass Jesus euer Herr ist. Weil ihr mit ihm verbunden seid, könnt ihr Gott, dem Vater, für alles danken… Denkt bei allem daran, dass ihr für den Herrn und nicht für die Menschen arbeitet.“(Kol. 3,17 + 23).

Copyright 2026 Robert J. Tamasy ist Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher. Er bloggt alle 14 Tage unter www.bobtamasy.blogspot.com.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
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