Haben Sie schon einmal eine Prüfung durchmachen müssen? Eine Prüfung verbinden wir meistens mit Widrigkeiten, echten Nöten oder größeren Herausforderungen. Die Prüfung besteht darin, wie wir damit umgehen. Aber es gibt noch eine weitere Form der Prüfung, an die die meisten von uns gar nicht denken würden. Es ist die Prüfung durch… Lob. Wie reagieren wir, wenn alles gut geht und die Menschen uns erzählen, wie talentiert wir seien und welch gute Arbeit wir machen würden?
Hier ein Beispiel: Lisa wurde die neue Abteilungsleiterin. Ihr Team war erleichtert, dass der vorherige Abteilungsleiter nach schweren persönlichen Konflikten und Rückschlägen in der Abteilung das Unternehmen verließ. Aus Freude über den Wechsel lobten sie Lisa, der ein hervorragender Ruf vorausging, in der Hoffnung, dass sie wieder eine Normalität herstellen würde.
Lisa hatte aber genug Erfahrung, um zu wissen, dass es nicht ausreichen würde, einfach besser als ihr Vorgänger zu erscheinen, denn die Bewunderung würde bald schwinden, sobald sie schwere Entscheidungen würde treffen müssen.
Das menschliche Ego ist schwach. So wie Kritik schnell dazu führen kann, dass wir unseren Wert in Frage stellen, kann Lob uns dazu bringen, höher von uns zu denken als angemessen ist. Genau davor hat Apostel Paulus gewarnt: „In der Vollmacht, die mir Gott als Apostel gegeben hat, warne ich euch: Überschätzt euch nicht, sondern bleibt bescheiden. Keiner von euch soll sich etwas anmaßen, was über die Kraft des Glaubens hinausgeht, die Gott ihm geschenkt hat.“ (Römer 12,3).
Jeden Tag erleben wir, dass Führungskräfte genau das tun, wovor Paulus gewarnt hat: Sie überschätzen sich. Es ist nichts falsch daran, auf gute Arbeit und erreichte Ziele stolz zu sein. Doch wenn der Stolz überhandnimmt und wir meinen, besser als andere zu sein, uns für bedeutender zu halten, wird das unweigerlich Probleme mit sich bringen.
Natürlich ist zu hoffen, dass wir von Zeit zu Zeit für unsere Arbeit Lob erhalten. Die Frage ist nur, wie wir damit umgehen. In zwei Versen aus dem alttestamentlichen Buch der Sprüche wird dieses Thema adressiert.
In Sprüche 27,2 heißt es: „Überlass es anderen, dich zu loben! Es ist besser, ein Fremder rühmt dich, als du selbst!“, und in Sprüche 27,21: „Gold und Silber werden im Ofen und im Tiegel geprüft, der Prüfstein eines Menschen ist sein Ruf.“ Der Ruf als Prüfstein!
Ein Freund von mir, der jahrelang als Herausgeber eines Magazins gearbeitet hat, erzählte mir, dass diese Verse ihm halfen, die richtige Sicht auf seine Arbeit einzunehmen. Als er und sein Team beträchtliche Veränderungen an Inhalt und Design der Publikation vorgenommen haben, wurden sie durch Menschen ermutigt, die ihnen mitteilten, wie sehr sie das Magazin schätzen würden. Dennoch vergaß er nie, dass Gott es war, der ihn in die Position gebracht, ihm die notwendigen Fähigkeiten und Erfahrungen gegeben und ein begabtes Team zur Seite gestellt hatte.
Es tut gut, Bestätigung für unsere Arbeit zu erhalten. Dennoch sollten wir niemals vergessen, dass letztlich dem Herrn die Ehre und das Lob für unsere Leistung gebührt.
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Aus „UBN Integrity Moments“, eine Kommentarreihe über Ehrlichkeit am Arbeitsplatz aus christlicher Sicht.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.