Mein Ur-Großvater wurde Mitte 90. Wade (sein Vorname) war Dachdecker und Teilzeit-Landwirt. Er liebte es, hart zu arbeiten und das Leben zu genießen. Als er 89 war, verriet er mir mit einem Augenzwinkern: „Gestern habe ich das Dach der benachbarten Kirche fertiggestellt, aber sage deinen Eltern nichts davon.“

Wie viele Menschen kennen Sie, die im hohen Alter ein solch anstrengendes Projekt auf sich nehmen? Die meisten Menschen sprechen eher davon, wie sehr sie sich auf den Ruhestand freuen, wenn sie nicht mehr täglich zur Arbeit müssen. Nicht so mein Ur-Großvater. Für ihn war Arbeit Freude; sie war ihm auch über das Rentenalter hinaus wichtig.

Auf der ganzen Welt sehen wir ehrfurchtgebietende Beispiele von Menschen, die mit ganzem Herzen bei der Arbeit waren. Große, wunderbare Kirchen in Europa, die Chinesische Mauer, das Taj Mahal in Indien, die modernen Wolkenkratzer in Dubai, die architektonische Wunderwerke sind. Die Vereinigten Staaten von Amerika feierten kürzlich ihren 250. Geburtstag, und zahlreiche Gebäude in ihrer Hauptstadt Washington D.C. zeugen von der harten Arbeit und der Hingabe vieler Menschen.

Vor Hunderten von Jahren wurde ein Steinmetz in Paris, der an einer kleinen Mauer arbeitete, gefragt, was er da tue. Mit großer Begeisterung antwortete er: „Ich baue eine Kathedrale!“ Sein Anteil daran mag klein gewesen sein, aber er wusste, dass sein Dienst wichtig war.

Die meisten von uns bauen wahrscheinlich nicht an Wahrzeichen, die die Jahrhunderte überdauern, aber dennoch können wir alle Freude und Zufriedenheit aus unserer Arbeit ziehen.

König Salomo verbrachte die meiste Zeit seines Lebens mit Vergnügungen, Unterhaltung und allen ehrgeizigen Projekten, die ihm in den Sinn kamen. Am Ende kam er zu dem Schluss: „Alles ist vergebliche Mühe.“ (Pred. 1,14), ein Satz, den er zahlreiche Male wiederholte. Doch der König hatte eine Offenbarung, die ihm zeigte, dass mitten in den vergeblichen Mühen des Lebens Sinn zu finden ist.

Salomo schrieb: „So erkannte ich: Ein Mensch kann nichts Besseres tun, als die Früchte seiner Arbeit zu genießen – das ist sein einziger Lohn. Denn niemand kann sagen, was nach dem Tod geschehen wird!“ (Pred. 3,22). Außerdem riet er seinen Lesern: „Alles, was du tun kannst, wozu deine Kraft ausreicht, das tu! Denn im Totenreich, wohin auch du gehen wirst, gibt es weder Tun noch Denken, weder Erkenntnis noch Weisheit.“ (Pred. 9,10).

In der Bibel entdecken wir, dass Gott von Beginn an wollte, dass Arbeit keine Last ist, sondern Zufriedenheit, Erfüllung und Freude bringt. Das erste Gebot Gottes an Adam und Eva war: „Vermehrt euch, bevölkert die Erde, und nehmt sie in Besitz! Ihr sollt Macht haben über alle Tiere: über die Fische, die Vögel und alle anderen Tiere auf der Erde! Ihr dürft die Früchte aller Pflanzen und Bäume essen…“ (Gen. 1,28-29).

Gott bestimmte die Menschen, die Er geschaffen hatte, zu Verwaltern, Managern und Arbeitern, damit sie alles, was Er gemacht hatte, pflegten und erhielten. Deshalb finden Menschen wie mein Ur-Großvater Erfüllung in „allem, was sie tun können“. Haben auch Sie Freude an Ihrer Arbeit?

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Aus „UBN Integrity Moments“, eine Kommentarreihe über Ehrlichkeit am Arbeitsplatz aus christlicher Sicht.

Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.