Wenn man vor einer Generation von der „Cloud“ gesprochen hätte, hätte niemand gewusst, was gemeint ist. Jetzt ist sie Teil des Alltags. E-Mails, Fotos, Dokumente, alles lebt in der „Cloud“. Jederzeit und von überall zugänglich. Auch wenn wir sie kaum noch wahrnehmen, verbindet sie alles und wir sind von ihr abhängig.
Die Bibel spricht von einer anderen Cloud, einer anderen „Wolke“, die viel älter und bedeutender ist: „Da wir nun so viele Zeugen des Glaubens um uns haben, lasst uns alles ablegen, was uns in dem Wettkampf behindert, den wir begonnen haben – auch die Sünde, die uns immer wieder fesseln will. Mit zäher Ausdauer wollen wir auch noch das letzte Stück bis zum Ziel durchhalten. Dabei wollen wir nicht nach links oder rechts schauen, sondern allein auf Jesus. Er hat uns den Glauben geschenkt und wird ihn bewahren, bis wir am Ziel sind.“ (Hebr. 12,1-2). Die digitale Cloud sammelt unsere Daten, die biblische unseren Glauben. Sie flüstert uns zu: „Du bist nicht allein.“
Das ist am Arbeitsplatz häufig nicht zu spüren. Führungskräfte sitzen in ihren Büros und müssen einen Druck ertragen, den niemand sieht. Unternehmer arbeiten bis spät in die Nacht im verzweifelten Versuch, über die Runden zu kommen. Angestellte sitzen in Meetings, in denen der Glaube nicht willkommen scheint. Das schleichende Gefühl der Einsamkeit kann die Ausdauer schnell erschöpfen.
Doch genau dann sollten Sie an die biblische Cloud denken. Der Autor des Briefes an die Hebräer weist uns auf die hin, die vor uns Ausdauer erwiesen: Abraham, Mose, Rahab, David. Menschen mit unschönen Geschichten. Mit komplizierten Lebensgeschichten. Und dennoch vertrauten sie Gott. Sie glaubten auch in unmöglichen Momenten.
Diese biblische Cloud hat sich im Laufe der Jahrhunderte nicht in Luft aufgelöst. Sie ist immer noch um uns herum. Angestellte in Nairobi und Sao Paulo, gläubige Menschen in Vorstandsbüros in Singapur, in Krankenhäusern in Neu-Delhi oder Klassenzimmern in Toronto, Männer und Frauen, die dort glauben, wo es leichter ist, sich zu verstecken. Führungskräfte, die sich auch dort für den ehrlichen Weg entscheiden, wo es ihrer Karriere nicht förderlich ist. Arbeitnehmer, die anderen dienen, wo der Ehrgeiz flüstert: „Da ist mehr für dich drin.“ Wir sind nicht allein.
Der Brief an die Hebräer belässt es nicht bei der Ermutigung, er wird praktisch. Ausdauer bedeutet, Dinge abzulegen. „Lasst uns alles ablegen, was uns in dem Wettkampf behindert.“ Manche dieser Dinge sind offensichtlich, wie Sünde oder destruktive Gewohnheiten. Andere aber verbergen sich hinter Tugenden: Perfektionismus, rücksichtsloser Ehrgeiz oder Kontrollsucht. Dinge, die dazu beitragen, dass wir befördert werden, können auch unsere Seele zerstören. Ausdauer bedeutet nicht, noch mehr festzuhalten, es bedeutet, loszulassen. Christus das tragen zu lassen, was wir nicht tragen können.
Bei der Ausdauer geht es aber nicht nur ums Loslassen, es geht auch um den Fokus. „Dabei wollen wir nicht nach links oder rechts schauen, sondern allein auf Jesus.“ Jesus ist die Quelle unseres Glaubens. Er ist das Rennen vor uns gelaufen, ertrug das Kreuz und die Scham. Jetzt sitzt Er zur Rechten Gottes. Die Zeugen zeigen uns, dass es möglich ist, zu glauben, doch Jesus macht es unvermeidlich – Er ist Autor und Vollender unseres Glaubens. Legen wir ab, was uns belastet, schauen wir auf Jesus und laufen wir weiter. Die Ziellinie ist näher, als wir denken.
©2026. Tief bewegt von der transformatorischen Kraft des Evangeliums ist es das Anliegen von Christopher C. Simpson, den Glauben in der Geschäftswelt zu verbreiten.
Christopher ist Präsident von CBMC International; zuvor diente er 28 Jahre lang in der US Marine und beim Secret Service, wo er für den Schutz von 7 Präsidenten zuständig war. Mit seiner Frau Ana lebt er in Boca Raton, Florida, USA.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.