von Kasia Andres | Aug. 10, 2026 | Allgemein, Montagsgedanke
In fast jeder Firma hört man, wie von Menschen in der Sprache der Mathematik gesprochen wird. Köpfe werden gezählt. Vollzeitäquivalente. Ressourcen. Zu besetzende Sitze. In all dieser Buchführung verschwindet der Mensch. Er wird zur Zahl, die steigt, wenn es gut läuft, und die reduziert wird, falls es nicht gut läuft.
Das passiert schleichend. Wir entscheiden uns nicht dafür, die Menschen nicht mehr zu sehen. Wir sind beschäftigt, die Arbeit stapelt sich, und der Mann, der den Kaffee auffüllt oder die Frau, die die Abrechnungen macht, werden zum Möbiliar. Wir laufen Hundert Mal an ihnen vorbei ohne einmal ihren Namen zu nennen.
Apostel Paulus weigerte sich, so zu leben. Am Schluss seines Briefes an die Römer, in Kapitel 16, einem Kapitel, das Sie wahrscheinlich überlesen haben, macht er etwas Merkwürdiges. Er zählt Menschen auf. Phoebe, Priszilla und Aquila, Epänetus, Maria, und so weiter, bis er 30 Menschen beim Namen genannt hat. Und er nimmt Bezug auf sie. Diese Person arbeitete fleißig, die andere riskierte ihren Hals für ihn. Zwei weitere sind noch vor ihm Christen geworden.
Dreißig Namen in einem Brief, der das Römische Reich überdauerte.
Warum bewegte der Heilige Geist einen Mann, so viel Tinte auf eine Namensliste zu verwenden? Weil es Gott wichtig ist, dass wir gekannt werden. Er schuf in uns einen Hunger danach, gesehen zu werden und für jemanden zu zählen. Er versteht diesen Hunger, weil Er ihn in uns hineingelegt hat. Bei Ihm ist niemand anonym. Der Gott, der die Haare auf unserem Kopf gezählt hat, kennt uns mit Namen.
Wieviel Kraft darin steckt, erlebte ich auf unserer „Africa Convention“ in Simbabwe 2024. Zusammen mit einem Bruder aus Südafrika machte ich die Runde durch einen Raum mit jungen Berufstätigen, wobei wir einige beim Namen nannten und Gottes Wahrheit über sie aussprachen. Die Augen jedes einzelnen füllten sich mit Tränen; sie weinten, weil jemand sie ansah und ihren Namen aussprach. Es liegt Kraft darin, einen Menschen wissen zu lassen, dass er gesehen wird.
Der Mann im Büro unter Ihnen hat einen Namen, den er von den Menschen bekam, die ihn am meisten liebten. Die Frau an der Rezeption ist es wert, nicht auf ein Profil, Namensschild und Klicks in den sozialen Medien reduziert zu werden.
Lernen Sie Namen und gebrauchen Sie sie. Nicht wie ein Verkäufer, der Ihnen schmeicheln und den Verkauf abschließen will. sondern wie ein Bruder, der die Person vor sich wirklich sieht. Grüßen Sie die Putztruppe. Danken Sie dem Assistenten laut und mit Namen vor allen anderen. Fragen Sie die neue Mitarbeiterin, wo sie herkommt, und merken Sie sich die Antwort.
Es kostet Sie nichts, spricht aber lauter als alle Predigten. Die Menschen erkennen, ob sie gemanagt werden oder geschätzt. Behandeln Sie die am geringsten bezahlte Person im Unternehmen als Ebenbild Gottes und Sie spiegeln unseren Erlöser wider. Sie brauchen keine Plattform, um am Arbeitsplatz zu dienen. Sie brauchen Namen. Sprechen Sie sie aus.
©2026. Tief bewegt von der transformatorischen Kraft des Evangeliums ist es das Anliegen von Christopher C. Simpson, den Glauben in der Geschäftswelt zu verbreiten. Christopher ist Präsident von CBMC International; zuvor diente er 28 Jahre lang in der US Marine und beim Secret Service, wo er für den Schutz von 7 Präsidenten zuständig war. Mit seiner Frau Ana lebt er in Boca Raton, Florida, USA.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
von Kasia Andres | Aug. 3, 2026 | Allgemein, Montagsgedanke
Stimmen im Kopf sind normalerweise nichts Gutes, doch ich habe gelernt, dass zwei davon durchaus – in gleichem Maße – bedenkenswert sind. Diese beiden „Stimmen“ heißen Bedacht und Demut.
Bedacht. Beim Planen und Verfolgen einer Vision sollten wir nicht impulsiv und oberflächlich vorgehen, sondern mit Bedacht und Verstand. Jesus hat uns das vorgelebt. Zu Beginn Seines Dienstes sprach Er gegenüber Seinen Jüngern davon, „die Kosten zu überschlagen“: „Stellt euch vor, jemand möchte einen Turm bauen. Wird er dann nicht vorher die Kosten überschlagen? Er wird doch nicht einfach anfangen und riskieren, dass er bereits nach dem Bau des Fundaments aufhören muss. Die Leute würden ihn auslachen und sagen: Einen Turm wollte er bauen! Aber sein Geld reichte nur für das Fundament!“ (Lk. 14,28-30).
Viele Geschäftsleute können sich nicht mit der Idee anfreunden, die Kosten zu überschlagen. Menschen neigen dazu, sich zu überschätzen. So überschätzten laut einer von David Brooks zitierten Studie 99% der Geschäftsleute ihren Erfolg.
Voller Begeisterung stürzen wir uns auf eine sich bietende Gelegenheit und gehen dabei mehr Risiken ein als gedacht. Wir begeistern uns für eine großartige Vision, doch nach 100 Metern geht uns die Luft aus.
Wir müssen uns Fragen stellen wie: Welche Ressourcen benötige ich? Welche Hindernisse könnten auftreten? Wird sich diese Entscheidung im Rückblick als impulsiv erweisen? Wer bringt eine andere Sicht ein, von wem könnte ich lernen? Bevor wir Ergebnisse bekommen, müssen wir investieren. Wir müssen Zeit investieren, um zu weisen Entscheidungen zu gelangen: „Was der Fleißige plant, bringt ihm Gewinn; wer aber allzu schnell etwas erreichen will, hat nur Verlust.“ (Spr. 21,5).
Das Gegengewicht dazu ist die Demut: Wir sollten uns nicht zu sehr auf unsere eigenen Pläne verlassen und gar arrogant werden. Bleiben wir demütig und bescheiden. Auch wenn Jesus uns ermahnt, „die Kosten zu überschlagen“, sollten wir daran denken, dass Pläne nicht in Stein gemeißelt sind.
Deutlich wird dies im neutestamentlichen Buch Jakobus, das in seiner Lehre so unmittelbar und realitätsnah ist. Hier heißt es: „Manche von euch kündigen an: Heute oder morgen wollen wir hier- und dorthin reisen. Wir wollen dort ein Jahr bleiben, gute Geschäfte machen und viel Geld verdienen. Dabei wisst ihr nicht einmal, was morgen geschieht! Was ist denn schon euer Leben? Nichts als ein leiser Hauch, der – kaum ist er da – auch schon wieder verschwindet. Darum sollt ihr lieber sagen: Wenn der Herr will und wir leben, wollen wir dieses oder jenes tun. Ihr aber seid stolz auf eure Pläne und gebt damit an. Eine solche Überheblichkeit ist verwerflich.“ (Jak. 4, 13-16).
Gott ist gut. Wenn Er will, wird er meine Sache voranbringen. Wenn Er ihr Einhalt gebietet, ist Er immer noch gut.
Demut ohne Bedacht produziert Führungskräfte, die Entscheidungen mit einem Übermaß an Emotionen treffen und Dinge nicht zu Ende bringen. Bedacht ohne Demut bringt Führungskräfte hervor, die nicht mit Fehlschlägen umgehen können und empathielos sind. Es braucht beides.
Copyright 2024. Dr. Stephen R. Graves ist Unternehmensstratege, pragmatischer Theologe und sozialer Kapitalist. Er berät Manager und Unternehmer.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
von Kasia Andres | Juli 20, 2026 | Allgemein, Montagsgedanke
Mein Ur-Großvater wurde Mitte 90. Wade (sein Vorname) war Dachdecker und Teilzeit-Landwirt. Er liebte es, hart zu arbeiten und das Leben zu genießen. Als er 89 war, verriet er mir mit einem Augenzwinkern: „Gestern habe ich das Dach der benachbarten Kirche fertiggestellt, aber sage deinen Eltern nichts davon.“
Wie viele Menschen kennen Sie, die im hohen Alter ein solch anstrengendes Projekt auf sich nehmen? Die meisten Menschen sprechen eher davon, wie sehr sie sich auf den Ruhestand freuen, wenn sie nicht mehr täglich zur Arbeit müssen. Nicht so mein Ur-Großvater. Für ihn war Arbeit Freude; sie war ihm auch über das Rentenalter hinaus wichtig.
Auf der ganzen Welt sehen wir ehrfurchtgebietende Beispiele von Menschen, die mit ganzem Herzen bei der Arbeit waren. Große, wunderbare Kirchen in Europa, die Chinesische Mauer, das Taj Mahal in Indien, die modernen Wolkenkratzer in Dubai, die architektonische Wunderwerke sind. Die Vereinigten Staaten von Amerika feierten kürzlich ihren 250. Geburtstag, und zahlreiche Gebäude in ihrer Hauptstadt Washington D.C. zeugen von der harten Arbeit und der Hingabe vieler Menschen.
Vor Hunderten von Jahren wurde ein Steinmetz in Paris, der an einer kleinen Mauer arbeitete, gefragt, was er da tue. Mit großer Begeisterung antwortete er: „Ich baue eine Kathedrale!“ Sein Anteil daran mag klein gewesen sein, aber er wusste, dass sein Dienst wichtig war.
Die meisten von uns bauen wahrscheinlich nicht an Wahrzeichen, die die Jahrhunderte überdauern, aber dennoch können wir alle Freude und Zufriedenheit aus unserer Arbeit ziehen.
König Salomo verbrachte die meiste Zeit seines Lebens mit Vergnügungen, Unterhaltung und allen ehrgeizigen Projekten, die ihm in den Sinn kamen. Am Ende kam er zu dem Schluss: „Alles ist vergebliche Mühe.“ (Pred. 1,14), ein Satz, den er zahlreiche Male wiederholte. Doch der König hatte eine Offenbarung, die ihm zeigte, dass mitten in den vergeblichen Mühen des Lebens Sinn zu finden ist.
Salomo schrieb: „So erkannte ich: Ein Mensch kann nichts Besseres tun, als die Früchte seiner Arbeit zu genießen – das ist sein einziger Lohn. Denn niemand kann sagen, was nach dem Tod geschehen wird!“ (Pred. 3,22). Außerdem riet er seinen Lesern: „Alles, was du tun kannst, wozu deine Kraft ausreicht, das tu! Denn im Totenreich, wohin auch du gehen wirst, gibt es weder Tun noch Denken, weder Erkenntnis noch Weisheit.“ (Pred. 9,10).
In der Bibel entdecken wir, dass Gott von Beginn an wollte, dass Arbeit keine Last ist, sondern Zufriedenheit, Erfüllung und Freude bringt. Das erste Gebot Gottes an Adam und Eva war: „Vermehrt euch, bevölkert die Erde, und nehmt sie in Besitz! Ihr sollt Macht haben über alle Tiere: über die Fische, die Vögel und alle anderen Tiere auf der Erde! Ihr dürft die Früchte aller Pflanzen und Bäume essen…“ (Gen. 1,28-29).
Gott bestimmte die Menschen, die Er geschaffen hatte, zu Verwaltern, Managern und Arbeitern, damit sie alles, was Er gemacht hatte, pflegten und erhielten. Deshalb finden Menschen wie mein Ur-Großvater Erfüllung in „allem, was sie tun können“. Haben auch Sie Freude an Ihrer Arbeit?
Copyright 2026, Unconventional Business Network.
Aus „UBN Integrity Moments“, eine Kommentarreihe über Ehrlichkeit am Arbeitsplatz aus christlicher Sicht.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
von Kasia Andres | Juni 29, 2026 | Allgemein, Montagsgedanke
Abgeschlossene Verträge, gelieferte Projekte, die meisten Berufstätigen messen ihren Wert durch ihre Leistung. Wir leben innerhalb von Zahlen und Fristen und beginnen zu glauben, dass alles von uns abhängt. Wenn wir nicht liefern, geht nichts mehr.
Diese Lüge bleibt nicht im Büro, sie schleicht sich in unseren Glauben ein. Wir beginnen zu denken, dass Gottes Wirken auf der Welt von unserem Bemühen, unserer Kompetenz und unserer Bereitschaft abhängt. Unsere Berufung fühlt sich als Druck an. Der Dienst wird zur Last.
Johannes 21 erzählt eine andere Geschichte. Nach der Auferstehung fischten die Jünger die ganze Nacht und fingen nichts. Bei Sonnenaufgang fragte Jesus sie, ob sie etwas gefangen hätten. Sie verneinten. Er hieß sie das Netz auf der anderen Seite des Bootes auswerfen. Sie gehorchten, und das Netz wurde so gefüllt, dass sie es kaum wieder einholen konnten. Ihre harte Arbeit schien sich ausgezahlt zu haben. Dann kamen sie an den Strand. Jesus hatte bereits Feuer gemacht und grillte die Fische. Das Brot stand bereit, das Frühstück war fertig. Und dann sagte Er etwas, das jeden selbstgefälligen Arbeiter am Boden zerstören sollte: „Bringt ein paar von den Fischen her, die ihr gerade gefangen habt!“ (Joh. 21,10).
Das Essen hing nicht von ihrem Fang ab. Jesus wollte immer noch, dass sie einen Beitrag leisteten, aber Er brauchte ihren Fisch nicht. Er hatte bereits für alles gesorgt, was nötig war. Aber Er hieß willkommen, was sie beisteuerten. Es verband sie miteinander. Das Wunder bestand nicht darin, Jesus etwas zu bringen, was Er nicht hatte, sondern darin, dass Er sie daran teilhaben ließ.
Das verändert unser Verständnis von Arbeit. Gott ist nicht durch unsere Leistung begrenzt, Er braucht unsere Kompetenz nicht für Sein Handeln. Unsere Jobs, unser Einfluss, unser Zeugnis sind keine Werkzeuge, die Er verzweifelt benötigt, sondern Gaben, die Er uns aus Gnade gibt. Eine Einladung, an dem mitzuarbeiten, was Er in der Welt bereits tut. Das verändert die Vorzeichen unserer Arbeit: Wir erscheinen nicht mehr deshalb, weil die Welt ohne uns untergeht, sondern weil Gott uns gebrauchen will. Wir arbeiten, weil wir bereits berufen sind. Wir bezeugen Christus nicht, weil Gott ohne unsere Stimme hilflos wäre, sondern weil Er sich über unseren Gehorsam freut.
In Kolosser 3,23 heißt es: „Denkt bei allem daran, dass ihr für den Herrn und nicht für die Menschen arbeitet.“ Das ist ein Privileg, kein Druck. Die Gefahr ist, dies zu vergessen und göttliche Zusammenarbeit als persönliche Last zu empfinden. Dann wird Gehorsam zur Pflicht statt zur Gelegenheit. Wir leben, als würde Gott von uns abhängig sein, statt uns daran zu erinnern, dass Er uns einlädt.
Der auferstandene Herr bittet die Jünger nicht, für das Mahl zu sorgen, Er bittet sie, das zu bringen, was sie gefangen haben, und ihm am Feuer Gesellschaft zu leisten. Mögen wir niemals Seine Einladung mit unserer Unentbehrlichkeit verwechseln. Mögen wir Berufung niemals als Last statt als Wunder empfinden. Mit Jesus unsere Arbeit zu verrichten ist nichts, das wir ertragen müssten. Es ist ein Geschenk und eine Ehre.
©2026. Tief bewegt von der transformatorischen Kraft des Evangeliums ist es das Anliegen von Christopher C. Simpson, den Glauben in der Geschäftswelt zu verbreiten. Christopher ist Präsident von CBMC International; zuvor diente er 28 Jahre lang in der US Marine und beim Secret Service, wo er für den Schutz von 7 Präsidenten zuständig war. Mit seiner Frau Ana lebt er in Boca Raton, Florida, USA.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
von Kasia Andres | Juni 22, 2026 | Montagsgedanke
In meiner Kindheit gab es das Sprichwort: „Stöcke und Steine können mir die Knochen brechen, aber Beleidigungen können mir nichts anhaben.“ Doch das Leben hat mich gelehrt, dass Worte uns genauso verletzen können wie Stöcke und Steine.
Besonders deutlich wird dies mit der Entwicklung und Eskalation des sogenannten „Cybermobbing“. Vor allem junge Menschen werden in den sozialen Medien, in Textnachrichten und E-Mails Opfer böswilliger verbaler Attacken. Viel zu viele Kinder und Teenager erfahren so großes Leid, was manchmal sogar zum Suizid führt.
Doch auch Erwachsene und die Arbeitswelt bleiben davon nicht verschont. An manchen Arbeitsplätzen sind Beleidigungen eine tägliche Realität. Wutausbrüche, das öffentliche Vorführen von Kollegen, rachsüchtige E-Mails und die Verunglimpfung anderer sind nur allzu häufig.
All dies ist bestenfalls kontraproduktiv, kann aber auch ernsthaften Schaden verursachen. Sowohl das Neue als auch das Alte Testament erinnern uns an die Kraft und potentielle Gefahr unserer Worte. Hier einige Beispiele, die sich auf mündliche wie schriftliche Äußerungen beziehen:
Kleine Ursache, große Wirkung. Wir sollten die Wirkung unserer Worte nicht unterschätzen und unsere Worte weise wählen. „Genauso ist es mit unserer Zunge. So klein sie auch ist, so groß ist ihre Wirkung! Ein kleiner Funke setzt einen ganzen Wald in Brand. Mit einem solchen Feuer lässt sich auch die Zunge vergleichen. Sie kann eine ganze Welt voller Ungerechtigkeit und Bosheit sein. Sie vergiftet uns und unser Leben, sie steckt unsere ganze Umgebung in Brand, und sie selbst ist vom Feuer der Hölle entzündet. “ (Jak. 3,5-6).
Zum Guten wie zum Bösen. Wie ein Hammer ein Nagel in Holz schlagen oder jemandes Daumen verletzen kann, kann die Zunge anderen dienen oder harsch kritisieren und beleidigen. „Mit unserer Zunge loben wir Gott, unseren Herrn und Vater, und mit derselben Zunge verfluchen wir unsere Mitmenschen, die doch nach Gottes Ebenbild geschaffen sind. Segen und Fluch kommen aus ein und demselben Mund. Aber genau das, meine lieben Brüder und Schwestern, darf es bei euch nicht geben!“ (Jak. 3,9-10).
Unter unserer Kontrolle. Worte können dazu dienen, Informationen zu kommunizieren, aber sie können auch Waffen sein. Deshalb ist es weise, die Wirkung unserer gesprochenen und geschriebenen Worte zu kalkulieren, so wie wir erst zielen, bevor wir ein Gewehr abfeuern. „Wer viele Worte macht, wird sicher schuldig – darum hält der Kluge sich zurück.“ (Spr. 10,19).
Ein Werkzeug zur Ermutigung. Bei so viel Negativität in dieser Welt fallen wir positiv auf, wenn wir uns beherrschen und bewusst darum bemühen, nur das zu äußern, was für andere und uns selber von positivem Nutzen ist. „Redet nicht schlecht voneinander. Was ihr sagt, soll für jeden gut und hilfreich sein, eine Wohltat für alle.“ (Eph. 4,29).
Copyright 2026 Robert J. Tamasy ist Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher. Er bloggt alle 14 Tage unter www.bobtamasy.blogspot.com.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
von Kasia Andres | Juni 15, 2026 | Montagsgedanke
Als junger Berufstätiger war ich mit Arbeitgebern gesegnet, die Fortbildung zu schätzen wussten. So konnte ich an wertvollen und hilfreichen Fortbildungen teilnehmen; manchmal entpuppten sich diese allerdings auch als kurzlebige Trends, die von wenig Nutzen und schnell vergessen, ja vielleicht sogar konträr zu Gottes Weisheit waren.
Die Ideen und Philosophien von Geschäftspraktiken mögen sich mit der Zeit und der Technik verändern, doch die Wahrheiten und Prinzipien der Bibel sind zeitlos und nicht der Veränderung unterworfen. Dies gilt besonders in Hinblick auf Ethik, Werte und unsere Beziehungen zu anderen und zu Gott.
Im Alten Testament lehrt uns der Herr durch den Propheten Hosea: „Wer klug und weise ist, der hört auf alle diese Worte und nimmt sie sich zu Herzen. Denn der Herr zeigt uns den richtigen Weg. Wer ihm vertraut, kommt ans Ziel, doch wer sich vom Herrn abwendet, stürzt ins Verderben.“ (Hosea 14,10).
Wissen und Erfahrung sind nützlich, aber nicht mit Weisheit gleichzusetzen. Im Neuen Testament lesen wir: „Wenn es jemandem von euch an Weisheit fehlt, soll er Gott darum bitten, und Gott wird sie ihm geben.“ (Jak. 1,5). Die „Weisheit“ der Wirtschaft kann sich jeden Tag verändern, doch die zeitlose Weisheit Gottes ist unveränderlich und immer verlässlich.
Dasselbe gilt auch im Hinblick auf die Ausbildung. Ich war immer der Auffassung, dass eine gute Ausbildung wichtig für mein Fortkommen ist. So habe ich möglichst hohe Abschlüsse angestrebt und mich beständig fortgebildet, um bessere Arbeit zu leisten und Engagement zu zeigen.
Als ich Christ wurde, machte ich es in meinem Glauben genauso; ich las kontinuierlich in der Bibel, um mehr Wissen zu erlangen. Doch ich erkannte bald, dass ich damit an Grenzen kam. Wie der Apostel Jakobus schrieb: „Wer Gelegenheit hat, Gutes zu tun, und tut es trotzdem nicht, der wird vor Gott schuldig.“ (Jak. 4,17).
Es ist wichtig, Gottes Wort kennen zu lernen, doch dabei können wir es nicht belassen. Es geht nicht darum, nur Wissen anzuhäufen, sondern wir dienen Gott, indem wir nach unserem Wissen handeln und es auch bei unserer täglichen Arbeit umsetzen.
Wir sind gewiss: „Denn die ganze Heilige Schrift ist von Gott eingegeben. Sie soll uns unterweisen; sie hilft uns, unsere Schuld einzusehen, wieder auf den richtigen Weg zu kommen und so zu leben, wie es Gott gefällt. So werden wir reife Christen und als Diener Gottes fähig, in jeder Beziehung Gutes zu tun.“ (2. Tim. 3,16-17). Wenn wir in der Wahrheit der Bibel leben, befähigt uns das, unsere Arbeit gut und richtig zu tun.
Eine Ausbildung und praktisches Training können – in welchem Bereich auch immer – sehr wertvoll sein. Doch das Training des Herrn durch Sein Wort wird sich für Ihren Werdegang als noch viel gewinnbringender erweisen. Wie es in Eph. 2,10 heißt: „Gott hat etwas aus uns gemacht: Wir sind sein Werk, durch Jesus Christus neu geschaffen, um Gutes zu tun. Damit erfüllen wir nur, was Gott schon im Voraus für uns vorbereitet hat.“
Copyright 2026, Unconventional Business Network.
Aus „UBN Integrity Moments“, eine Kommentarreihe über Ehrlichkeit am Arbeitsplatz aus christlicher Sicht.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
von Kasia Andres | Juni 1, 2026 | Montagsgedanke
Die Arbeitsmotivation vieler Menschen ist selbstorientiert. Sie müssen ihren Lebensunterhalt verdienen, für ihre Familie sorgen, ihren selbsterwählten Lebensstil finanzieren, sie gehen ihrer Arbeit mit Freude und Leidenschaft nach, fühlen sich bestätigt und bedeutend.
Nichts davon ist schlecht. Dies alles kann eine sinnvolle Nebenwirkung unserer Arbeit sein. Doch auch der schlaueste, begabteste und erfahrenste Mensch kann nicht alles allein bewerkstelligen. Ein „selbstzentrierter“ Ansatz kann sich in unserer Arbeit und unserem Leben verheerend auswirken.
Ich denke an meine eigene Karriere zurück. Als ich vor über 40 Jahren zu CBMC (Herausgeberorg. d. Montags Impulse; Anm. d. Übers.) kam, war dies ein großer Schritt für mich, verbunden mit wesentlich mehr Verantwortung. Ich hatte Erfahrung im Schreiben, Layouten und Fotografieren, hatte aber noch nie ein Magazin herausgegeben. Viele Fähigkeiten fehlten mir, und ich hatte keine Erfahrung mit Themen wie Finanzen, Zeitmanagement und Familienbeziehungen.
Glücklicher Weise fanden wir talentierte Menschen, die diese Lücken ausfüllen konnten, wie einen Grafikdesigner und Illustrator, kompetente Autoren, sowie einen Redaktions- und einen Verwaltungsassistenten. Alle brachten ihre einzigartigen Begabungen und Fähigkeiten mit ein. Jede neue Ausgabe des Magazins übertraf unsere Erwartungen. Meiner Ansicht nach war das Ganze großartiger als die Summe der einzelnen Teile.
Dieses Prinzip trifft auf alle Berufe zu. Ob wir Unternehmer sind, Manager, Verkäufer, Rechtsanwalt, Arzt, Ingenieur oder Architekt oder auch Pastor, wir können nicht nur für uns selber arbeiten. Für ein optimales Ergebnis brauchen wir einander. Eine der besten Bibelstellen zum Wert der Zusammenarbeit finden wir in Prediger 4,9-12. Hier einige Aussagen daraus:
Mehr Produktivität. Ein Arbeitspferd mag eine bestimmte Last ziehen können, aber zwei Arbeitspferde können zusammen ein Vielfaches dieser Last ziehen. Dieses Prinzip trifft auch beim Verfolgen eines Zieles oder der Zusammenarbeit an einem Projekt zu. „Zwei haben es besser als einer allein, denn zusammen können sie mehr erreichen. “ (Pr. 4,9).
Mehr Resilienz. Niemand ist perfekt und wir alle machen mal Fehler oder geraten ins Straucheln. Kollegen, die uns helfen, wieder aufzustehen und uns erneut an die Arbeit zu machen, sind immer hilfreich. „Stürzt einer von ihnen, dann hilft der andere ihm wieder auf die Beine. Doch wie schlecht steht es um den, der alleine ist, wenn er hinfällt! Niemand ist da, der ihm wieder aufhilft!“ (Pr. 4,10).
Mehr Ressourcen. Als Einheit können wir besser auf Herausforderungen reagieren. „Wenn zwei in der Kälte zusammenliegen, wärmt einer den anderen, doch wie soll einer allein warm werden?“ (Pr. 4,11).
Mehr Kraft. Widrigkeiten, die einen, vielleicht auch zwei von uns, zum Einknicken bringen können, sind besser zu überwinden, wenn wir als Team zusammenarbeiten. „Einer kann leicht überwältigt werden, doch zwei sind dem Angriff gewachsen. Man sagt ja auch: Ein Seil aus drei Schnüren reißt nicht so schnell!“ (Pr. 4,12).
Copyright 2026 Robert J. Tamasy ist Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher. Er bloggt alle 14 Tage unter www.bobtamasy.blogspot.com.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
von Kasia Andres | Mai 26, 2026 | Allgemein, Montagsgedanke
Haben Sie schon einmal eine Prüfung durchmachen müssen? Eine Prüfung verbinden wir meistens mit Widrigkeiten, echten Nöten oder größeren Herausforderungen. Die Prüfung besteht darin, wie wir damit umgehen. Aber es gibt noch eine weitere Form der Prüfung, an die die meisten von uns gar nicht denken würden. Es ist die Prüfung durch… Lob. Wie reagieren wir, wenn alles gut geht und die Menschen uns erzählen, wie talentiert wir seien und welch gute Arbeit wir machen würden?
Hier ein Beispiel: Lisa wurde die neue Abteilungsleiterin. Ihr Team war erleichtert, dass der vorherige Abteilungsleiter nach schweren persönlichen Konflikten und Rückschlägen in der Abteilung das Unternehmen verließ. Aus Freude über den Wechsel lobten sie Lisa, der ein hervorragender Ruf vorausging, in der Hoffnung, dass sie wieder eine Normalität herstellen würde.
Lisa hatte aber genug Erfahrung, um zu wissen, dass es nicht ausreichen würde, einfach besser als ihr Vorgänger zu erscheinen, denn die Bewunderung würde bald schwinden, sobald sie schwere Entscheidungen würde treffen müssen.
Das menschliche Ego ist schwach. So wie Kritik schnell dazu führen kann, dass wir unseren Wert in Frage stellen, kann Lob uns dazu bringen, höher von uns zu denken als angemessen ist. Genau davor hat Apostel Paulus gewarnt: „In der Vollmacht, die mir Gott als Apostel gegeben hat, warne ich euch: Überschätzt euch nicht, sondern bleibt bescheiden. Keiner von euch soll sich etwas anmaßen, was über die Kraft des Glaubens hinausgeht, die Gott ihm geschenkt hat.“ (Römer 12,3).
Jeden Tag erleben wir, dass Führungskräfte genau das tun, wovor Paulus gewarnt hat: Sie überschätzen sich. Es ist nichts falsch daran, auf gute Arbeit und erreichte Ziele stolz zu sein. Doch wenn der Stolz überhandnimmt und wir meinen, besser als andere zu sein, uns für bedeutender zu halten, wird das unweigerlich Probleme mit sich bringen.
Natürlich ist zu hoffen, dass wir von Zeit zu Zeit für unsere Arbeit Lob erhalten. Die Frage ist nur, wie wir damit umgehen. In zwei Versen aus dem alttestamentlichen Buch der Sprüche wird dieses Thema adressiert.
In Sprüche 27,2 heißt es: „Überlass es anderen, dich zu loben! Es ist besser, ein Fremder rühmt dich, als du selbst!“, und in Sprüche 27,21: „Gold und Silber werden im Ofen und im Tiegel geprüft, der Prüfstein eines Menschen ist sein Ruf.“ Der Ruf als Prüfstein!
Ein Freund von mir, der jahrelang als Herausgeber eines Magazins gearbeitet hat, erzählte mir, dass diese Verse ihm halfen, die richtige Sicht auf seine Arbeit einzunehmen. Als er und sein Team beträchtliche Veränderungen an Inhalt und Design der Publikation vorgenommen haben, wurden sie durch Menschen ermutigt, die ihnen mitteilten, wie sehr sie das Magazin schätzen würden. Dennoch vergaß er nie, dass Gott es war, der ihn in die Position gebracht, ihm die notwendigen Fähigkeiten und Erfahrungen gegeben und ein begabtes Team zur Seite gestellt hatte.
Es tut gut, Bestätigung für unsere Arbeit zu erhalten. Dennoch sollten wir niemals vergessen, dass letztlich dem Herrn die Ehre und das Lob für unsere Leistung gebührt.
Copyright 2026, Unconventional Business Network.
Aus „UBN Integrity Moments“, eine Kommentarreihe über Ehrlichkeit am Arbeitsplatz aus christlicher Sicht.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.