In der Geschäftswelt geraten wir schnell unter Druck. Ein Geschäft platzt. Eine vertrauenswürdige Führungskraft sucht sich eine andere Stelle. Die Zahlen gehen runter. Der Vorstand will sofortige Antworten. Ihr Team beobachtet Sie. Zu Hause lässt der Druck nicht nach. Entscheidungen und Gespräche stehen an. Und mittendrin schleicht sich der Gedanke ein: Das ist zu viel für mich.

Dieser Gedanke zeigt uns etwas, nicht nur über die Situation, sondern über unseren Glauben. Wir nehmen reflexhaft an, dass der Druck zu stark ist und wir zu schwach sind. Doch vielleicht stimmt das gar nicht. Vielleicht ist der Druck nicht zu stark, sondern genau angemessen?

Die Heilige Schrift widerspricht immer wieder unserem Instinkt, vor Druck zu fliehen. Noah trug die Last des Gehorsams, als niemand ihn verstand. Josef ertrug Verrat und wurde hingehalten, bevor er in eine Führungsposition gelangte. Moses stand stotternd und mit einem Stab vor dem Pharao. Daniel blieb standhaft in einem feindlichen System, das ihn umformen wollte. Diese Männer wichen dem Druck nicht aus.

Paulus, der erst ein Verfolger, dann ein Prediger war, ist vielleicht das eindeutigste Beispiel. Als der Herr ihn rief, sprach Er sehr deutlich: „Ich habe diesen Mann dazu auserwählt, mich bei allen Völkern und Herrschern der Erde, aber auch bei den Israeliten bekannt zu machen.“ (Apg. 9,15). Keine Willkür. Kein Zufall. Auserwählt. Nicht, weil es bequem ist, sondern weil es passt.

Paulus‘ Geist, Ausbildung, Ausdauer und sogar seine Vergangenheit wurden in etwas geformt, das Gott gebrauchen konnte. Dieser Auftrag war schwer, aber nicht fahrlässig. Gott wählt das aus, was erforderlich ist. Manchmal in Form von Klarheit, wenn alle anderen kopflos sind. Manchmal in Form von Ruhe mitten im Stress. Manchmal in Form von Mitleid, wenn Menschen am Ende ihrer Kraft sind. Manchmal bedeutet das dranbleiben, wenn es vernünftig erscheint, wegzulaufen.

Paulus kannte Druck nicht nur theoretisch, sondern auch in der Realität. Er schrieb: „Die Schwierigkeiten bedrängen uns von allen Seiten, und doch werden wir nicht von ihnen überwältigt. Wir sind oft ratlos, aber nicht verzweifelt.“ (2. Kor. 4,8). Er brach unter dem Druck nicht zusammen, weil Gott ihn bereits so formte, dass er ihn aushalten konnte. Dasselbe gilt auch für uns. Gott weiß genau, was wir brauchen, und bereitet uns entsprechend vor. Wenn wir Druck verspüren, heißt das also nicht notwendigerweise, dass etwas nicht stimmt. Vielleicht soll uns etwas anvertraut werden. Bevor wir beten, dass die Last von uns genommen wird, sollten wir um Kraft bitten, diese gut zu ertragen. Um Weisheit, Ausdauer und Klarheit. Gott versorgt und hilft uns, Er bringt das zu Ende, was Er begonnen hat.

Der Druck mag real sein, aber er ist nicht willkürlich. Wir sind erwählt. Und manchmal besteht der Unterschied zwischen Zusammenbrechen und Führen einfach darin, zu glauben, dass die Last, die Gott uns auf die Schultern gelegt hat, kein Fehler ist, sondern: eine Berufung.

©2026. Tief bewegt von der transformatorischen Kraft des Evangeliums ist es das Anliegen von Christopher C. Simpson, den Glauben in der Geschäftswelt zu verbreiten. Christopher ist Präsident von CBMC International; zuvor diente er 28 Jahre lang in der US Marine und beim Secret Service, wo er für den Schutz von 7 Präsidenten zuständig war. Mit seiner Frau Ana lebt er in Boca Raton, Florida, USA.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
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