faktor c-Online Seminar im Januar mit Rebekka Hahn

Die Wirtschaft hat die Macht der Geschichte für sich entdeckt. Storytelling gilt als Wundermittel für die resonanzstarke Produktlancierung und – wichtiger noch – für die authentische Selbstvermarktung.

Richtig ist: Wie sehen die Welt nicht wie sie ist, sondern wie wir sind. Was wir glauben, bestimmt, wie wir leben. Die Geschichten, die wir erzählen, geben Antwort darauf, wer wir sind und sein möchten, wie wir leben wollen und was wir vom Leben wollen. So rührt die Wiederentdeckung des Erzählens an die Sehnsucht, dem eigenen Gewordensein auf die Spur zu kommen und sich selbst neu entwerfen zu dürfen.

Doch was, wenn wir unser Leben nicht als lückenlose Überwindungs- oder Fortschrittsgeschichte erzählen können? Lässt sich Unaufgelöstes und Widersprüchliches verschweigen oder wenigstens überschreiben? Wie finden wir in der Vielstimmigkeit und Verwobenheit unseres Lebens überhaupt ‚unsere‘ Geschichte? Und welches transformatorische Potential liegt darin für eine zukunftswerte Gestaltung unserer Beziehungen und unseres Handelns?

Diesen Fragen geht das Onlineseminar nach und startet bei diesem Ausblickspunkt: Geschichten formen unser Leben. Wir können uns immer wieder neu entscheiden, welche Geschichte wir erzählen. Und zugleich erzählen wir sie nie allein.

Foto: Deborah Pankow

Rebekka Hahn forscht und lehrt an der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Bielefeld. Ihr besonderes Forschungsinteresse gilt der Biographieforschung und der mehrgenerationalen Familienforschung. In ihrer aktuellen Studie folgt sie der Frage, wie Werte und Zugehörigkeiten über die Lebenszeit wirksam werden für biographische Selbst- und Lebensentwürfe.