Auserwählt (Chris Simpson)

Auserwählt (Chris Simpson)

In der Geschäftswelt geraten wir schnell unter Druck. Ein Geschäft platzt. Eine vertrauenswürdige Führungskraft sucht sich eine andere Stelle. Die Zahlen gehen runter. Der Vorstand will sofortige Antworten. Ihr Team beobachtet Sie. Zu Hause lässt der Druck nicht nach. Entscheidungen und Gespräche stehen an. Und mittendrin schleicht sich der Gedanke ein: Das ist zu viel für mich.

Dieser Gedanke zeigt uns etwas, nicht nur über die Situation, sondern über unseren Glauben. Wir nehmen reflexhaft an, dass der Druck zu stark ist und wir zu schwach sind. Doch vielleicht stimmt das gar nicht. Vielleicht ist der Druck nicht zu stark, sondern genau angemessen?

Die Heilige Schrift widerspricht immer wieder unserem Instinkt, vor Druck zu fliehen. Noah trug die Last des Gehorsams, als niemand ihn verstand. Josef ertrug Verrat und wurde hingehalten, bevor er in eine Führungsposition gelangte. Moses stand stotternd und mit einem Stab vor dem Pharao. Daniel blieb standhaft in einem feindlichen System, das ihn umformen wollte. Diese Männer wichen dem Druck nicht aus.

Paulus, der erst ein Verfolger, dann ein Prediger war, ist vielleicht das eindeutigste Beispiel. Als der Herr ihn rief, sprach Er sehr deutlich: „Ich habe diesen Mann dazu auserwählt, mich bei allen Völkern und Herrschern der Erde, aber auch bei den Israeliten bekannt zu machen.“ (Apg. 9,15). Keine Willkür. Kein Zufall. Auserwählt. Nicht, weil es bequem ist, sondern weil es passt.

Paulus‘ Geist, Ausbildung, Ausdauer und sogar seine Vergangenheit wurden in etwas geformt, das Gott gebrauchen konnte. Dieser Auftrag war schwer, aber nicht fahrlässig. Gott wählt das aus, was erforderlich ist. Manchmal in Form von Klarheit, wenn alle anderen kopflos sind. Manchmal in Form von Ruhe mitten im Stress. Manchmal in Form von Mitleid, wenn Menschen am Ende ihrer Kraft sind. Manchmal bedeutet das dranbleiben, wenn es vernünftig erscheint, wegzulaufen.

Paulus kannte Druck nicht nur theoretisch, sondern auch in der Realität. Er schrieb: „Die Schwierigkeiten bedrängen uns von allen Seiten, und doch werden wir nicht von ihnen überwältigt. Wir sind oft ratlos, aber nicht verzweifelt.“ (2. Kor. 4,8). Er brach unter dem Druck nicht zusammen, weil Gott ihn bereits so formte, dass er ihn aushalten konnte. Dasselbe gilt auch für uns. Gott weiß genau, was wir brauchen, und bereitet uns entsprechend vor. Wenn wir Druck verspüren, heißt das also nicht notwendigerweise, dass etwas nicht stimmt. Vielleicht soll uns etwas anvertraut werden. Bevor wir beten, dass die Last von uns genommen wird, sollten wir um Kraft bitten, diese gut zu ertragen. Um Weisheit, Ausdauer und Klarheit. Gott versorgt und hilft uns, Er bringt das zu Ende, was Er begonnen hat.

Der Druck mag real sein, aber er ist nicht willkürlich. Wir sind erwählt. Und manchmal besteht der Unterschied zwischen Zusammenbrechen und Führen einfach darin, zu glauben, dass die Last, die Gott uns auf die Schultern gelegt hat, kein Fehler ist, sondern: eine Berufung.

©2026. Tief bewegt von der transformatorischen Kraft des Evangeliums ist es das Anliegen von Christopher C. Simpson, den Glauben in der Geschäftswelt zu verbreiten. Christopher ist Präsident von CBMC International; zuvor diente er 28 Jahre lang in der US Marine und beim Secret Service, wo er für den Schutz von 7 Präsidenten zuständig war. Mit seiner Frau Ana lebt er in Boca Raton, Florida, USA.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
CBMC InternatIonal: Chris Simpson, President. Tel.: +1 520 334 1114 Adresse: P.O. Box 17376, Tucson, Arizona 85731, USA E-Mail: jmarple@cbmcint.org –
Internet: www.cbmcint.org (IVCG-Manna 24. KW 2026)

„Wer führt, muss beten“ – David Hirsch zu Gast bei faktor c auf Hope TV

„Wer führt, muss beten“ – David Hirsch zu Gast bei faktor c auf Hope TV

Menschen oder Zahlen? Für David Hirsch kein Entweder-oder. Schon früh lernt er beides zu verbinden: geprägt von einem Vater, der als Pfarrer für Menschen da war – und zugleich wirtschaftliche Verantwortung trug. Heute steht David Hirsch als Geschäftsführer in der Sozialwirtschaft genau in diesem Spannungsfeld. Er führt Organisationen durch Krisen, balanciert zwischen Menschlichkeit und Effizienz – und kennt die Herausforderungen auch aus eigener Erfahrung: berufliche Rückschläge, persönliche Brüche und hohe Verantwortung. Dabei hat er gelernt, mit Krisen umzugehen – und ihnen nicht auszuweichen. Sein Fazit: „Ich kann Krise“ und „Ich kann beten“. Wie beides zusammengeht und was ihn trägt, erzählt er in dieser Folge.

Prinz Constantin zu Salm-Salm

Dort richtig, wo du bist.

Karl-Dietmar Plentz

Vom Backen und Beten

Die Gäste

 

Prinz Constantin zu Salm-Salm 02.10.2025 Dort richtig, wo du bist.
Stefan und Ania Lindner 09.10.2025 BUSINESS braucht BEZIEHUNG
Friedrich Rominger 16.10.2025 Wenn Gott die Richtung vorgibt
Dorothee Schwertfeger 23.10.2025 Leben zwischen zwei Welten
Axel Kamann 30.10.2025 Der reiche Mann und das Meer
Friedbert Gay 06.11.2025 Vom Techniker zum Menschenentwickler
Hauke Hillebrenner 13.11.2025 „Invest in People“: Der Mensch zählt
Karin und Günther Höhfeld 20.11.2025 Mit Zuversicht durch Krisenzeiten
Klaus Händel 27.11.2025 Vertrauen lernen auf die harte Tour
Günter Veit 04.12.2025 50 Jahre Christsein im internationalen Geschäft
Keren Pickard 11.12.2025 Mut lernen macht einen Unterschied
Frank Lehmann 18.12.2025 Als Christ erfolgreich wirtschaften
Norman Rentrop 08.01.2026 Erfolg braucht Verantwortung
Christoph Niklaus 15.01.2026 Heimat bauen mit Gottvertrauen
Dirk und Martina Rosemeier 22.01.2026 Mit Menschenliebe durchs Leben
David Klenert 29.01.2026 Wenn der Weinberg zur Lebensschule wird
Hannah Brocksieper 05.02.2026 Was Frauen im Business wirklich brauchen
Christoph Jakob 12.02.2026 Firmen übernehmen. Christen einsetzen. Zukunft bauen.
Frank Benner 19.02.2026  Manchmal hilft nur noch beten
Petra Waldminghaus 26.02.2026  Von Fürsorge zu Führungsstärke
Christoph Wegert  05.03.2026  Wirtschaft braucht Werte
Jörg Friebe 12.03.2026 Ein Kirchenschiff für Führungskräfte
Walter Stuber 19.03.2026
Martin Daum

faktor c – Christen in der Wirtschaft 

Unsere Sendung auf Hope TV

Wirtschaft und Glaube – passt das zusammen? Was bedeutet es, als Christ unternehmerisch zu denken, Entscheidungen zu treffen, mit Erfolgsdruck umzugehen – und dabei den eigenen Glauben nicht außen vor zu lassen? Diese Fragen beschäftigen viele Unternehmer und Führungskräfte täglich. Mit der neuen Sendereihe „faktor c – Christen in der Wirtschaft“ bietet Hope TV ab Oktober 2025 eine einzigartige Plattform für authentische Geschichten aus der Wirtschaftspraxis.

Echte Geschichten aus der Wirtschaftswelt

Das Besondere an diesem Format liegt in der Kombination von Wirtschaft und Christsein – ein Themenbereich, der bisher kaum im christlichen Fernsehen behandelt wurde. Doch „faktor c“ setzt nicht auf theoretische Abhandlungen oder wirtschaftswissenschaftliche Analysen. Stattdessen stehen echte Menschen mit ihren ganz persönlichen Erfahrungen im Mittelpunkt. Jede Folge erzählt die Geschichte eines Unternehmers oder einer Führungskraft, die ihren Glauben als wesentlichen Faktor in ihrem beruflichen Wirken versteht.

Moderiert wird die wöchentliche Sendung von Michael vom Ende, Kaufmann und Theologe. Der 63-Jährige war nach seiner Zeit in der Stahlindustrie als Pastor tätig und viele Jahre Pressesprecher eines christlichen Medienunternehmens. Heute ist er Geschäftsführer von „faktor c“, einer Initiative von Christen in der Wirtschaft.

Wer sollte einschalten?

Die Sendung richtet sich an Menschen mit unternehmerischer Orientierung und alle, die sich für die Verbindung von Christsein und Wirtschaft interessieren.

Wer sich fragt, „Wie kann ich meinen Glauben authentisch in einer oft kompromisslosen Geschäftswelt leben?“ oder „Muss ich zwischen finanzieller Verantwortung und christlichen Werten wählen?“, der sollte unbedingt einschalten. „faktor c“ stellt sich genau diesen Fragen – und zwar in Form von ehrlichen Einblicken in das Leben erfolgreicher Christen. Die Gäste sprechen offen über ihre Zweifel, Herausforderungen und auch Fehler. Sie erzählen, wie sie schwierige Entscheidungen getroffen haben, wo sie an ihre Grenzen gestoßen sind und wie ihr Glaube sie durch Krisen getragen hat.

Warum „faktor c“?

Der Titel „faktor c“ steht dabei für mehr als nur den Anfangsbuchstaben von „Christ“. Er verkörpert das Extra, das Vitamin C der Wirtschaft – jenes besondere Element, das Geschäfte nicht nur erfolgreich, sondern auch sinnvoll macht. Gerade in Zeiten, in denen wirtschaftliche Entscheidungen massive gesellschaftliche Auswirkungen haben, ist die Frage nach den handelnden Personen und ihren Werten von entscheidender Bedeutung.

Mit dieser neuen Sendereihe betritt Hope TV ein Themenfeld, das bislang in der deutschen Fernsehlandschaft kaum Beachtung fand, und schafft eine Plattform für den Austausch unter Christen in der Wirtschaft. Die Geschichten echter Menschen inspirieren und fordern heraus und zeigen, wie wirtschaftlicher Erfolg und Glaubenstreue keine Gegensätze bleiben müssen, sondern sich ergänzen können.

Schalten Sie ein und entdecken Sie, wie Menschen den „faktor c“ in ihrem beruflichen Alltag leben. Lassen Sie sich begeistern von Berichten, die zeigen: Christsein in der Wirtschaft ist möglich – und macht den entscheidenden Unterschied.

 factor c – Christen in der Wirtschaft

Immer donnerstags um 21:00 Uhr auf Hope TV und hopetv.de

Wir arbeiten nicht nur für uns selber (Robert J. Tamasy)

Wir arbeiten nicht nur für uns selber (Robert J. Tamasy)

Die Arbeitsmotivation vieler Menschen ist selbstorientiert. Sie müssen ihren Lebensunterhalt verdienen, für ihre Familie sorgen, ihren selbsterwählten Lebensstil finanzieren, sie gehen ihrer Arbeit mit Freude und Leidenschaft nach, fühlen sich bestätigt und bedeutend.

Nichts davon ist schlecht. Dies alles kann eine sinnvolle Nebenwirkung unserer Arbeit sein. Doch auch der schlaueste, begabteste und erfahrenste Mensch kann nicht alles allein bewerkstelligen. Ein „selbstzentrierter“ Ansatz kann sich in unserer Arbeit und unserem Leben verheerend auswirken.

Ich denke an meine eigene Karriere zurück. Als ich vor über 40 Jahren zu CBMC (Herausgeberorg. d. Montags Impulse; Anm. d. Übers.) kam, war dies ein großer Schritt für mich, verbunden mit wesentlich mehr Verantwortung. Ich hatte Erfahrung im Schreiben, Layouten und Fotografieren, hatte aber noch nie ein Magazin herausgegeben. Viele Fähigkeiten fehlten mir, und ich hatte keine Erfahrung mit Themen wie Finanzen, Zeitmanagement und Familienbeziehungen.

Glücklicher Weise fanden wir talentierte Menschen, die diese Lücken ausfüllen konnten, wie einen Grafikdesigner und Illustrator, kompetente Autoren, sowie einen Redaktions- und einen Verwaltungsassistenten. Alle brachten ihre einzigartigen Begabungen und Fähigkeiten mit ein. Jede neue Ausgabe des Magazins übertraf unsere Erwartungen. Meiner Ansicht nach war das Ganze großartiger als die Summe der einzelnen Teile.

Dieses Prinzip trifft auf alle Berufe zu. Ob wir Unternehmer sind, Manager, Verkäufer, Rechtsanwalt, Arzt, Ingenieur oder Architekt oder auch Pastor, wir können nicht nur für uns selber arbeiten. Für ein optimales Ergebnis brauchen wir einander. Eine der besten Bibelstellen zum Wert der Zusammenarbeit finden wir in Prediger 4,9-12. Hier einige Aussagen daraus:

Mehr Produktivität. Ein Arbeitspferd mag eine bestimmte Last ziehen können, aber zwei Arbeitspferde können zusammen ein Vielfaches dieser Last ziehen. Dieses Prinzip trifft auch beim Verfolgen eines Zieles oder der Zusammenarbeit an einem Projekt zu. „Zwei haben es besser als einer allein, denn zusammen können sie mehr erreichen. “ (Pr. 4,9).

Mehr Resilienz. Niemand ist perfekt und wir alle machen mal Fehler oder geraten ins Straucheln. Kollegen, die uns helfen, wieder aufzustehen und uns erneut an die Arbeit zu machen, sind immer hilfreich. „Stürzt einer von ihnen, dann hilft der andere ihm wieder auf die Beine. Doch wie schlecht steht es um den, der alleine ist, wenn er hinfällt! Niemand ist da, der ihm wieder aufhilft!“ (Pr. 4,10).

Mehr Ressourcen. Als Einheit können wir besser auf Herausforderungen reagieren. „Wenn zwei in der Kälte zusammenliegen, wärmt einer den anderen, doch wie soll einer allein warm werden?“ (Pr. 4,11).

Mehr Kraft. Widrigkeiten, die einen, vielleicht auch zwei von uns, zum Einknicken bringen können, sind besser zu überwinden, wenn wir als Team zusammenarbeiten. „Einer kann leicht überwältigt werden, doch zwei sind dem Angriff gewachsen. Man sagt ja auch: Ein Seil aus drei Schnüren reißt nicht so schnell!“ (Pr. 4,12).

Copyright 2026 Robert J. Tamasy ist Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher. Er bloggt alle 14 Tage unter www.bobtamasy.blogspot.com.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.

Geprüft durch Lob (Rick Boxx)

Geprüft durch Lob (Rick Boxx)

Haben Sie schon einmal eine Prüfung durchmachen müssen? Eine Prüfung verbinden wir meistens mit Widrigkeiten, echten Nöten oder größeren Herausforderungen. Die Prüfung besteht darin, wie wir damit umgehen. Aber es gibt noch eine weitere Form der Prüfung, an die die meisten von uns gar nicht denken würden. Es ist die Prüfung durch… Lob. Wie reagieren wir, wenn alles gut geht und die Menschen uns erzählen, wie talentiert wir seien und welch gute Arbeit wir machen würden?

Hier ein Beispiel: Lisa wurde die neue Abteilungsleiterin. Ihr Team war erleichtert, dass der vorherige Abteilungsleiter nach schweren persönlichen Konflikten und Rückschlägen in der Abteilung das Unternehmen verließ. Aus Freude über den Wechsel lobten sie Lisa, der ein hervorragender Ruf vorausging, in der Hoffnung, dass sie wieder eine Normalität herstellen würde.

Lisa hatte aber genug Erfahrung, um zu wissen, dass es nicht ausreichen würde, einfach besser als ihr Vorgänger zu erscheinen, denn die Bewunderung würde bald schwinden, sobald sie schwere Entscheidungen würde treffen müssen.

Das menschliche Ego ist schwach. So wie Kritik schnell dazu führen kann, dass wir unseren Wert in Frage stellen, kann Lob uns dazu bringen, höher von uns zu denken als angemessen ist. Genau davor hat Apostel Paulus gewarnt: „In der Vollmacht, die mir Gott als Apostel gegeben hat, warne ich euch: Überschätzt euch nicht, sondern bleibt bescheiden. Keiner von euch soll sich etwas anmaßen, was über die Kraft des Glaubens hinausgeht, die Gott ihm geschenkt hat.“ (Römer 12,3).   

Jeden Tag erleben wir, dass Führungskräfte genau das tun, wovor Paulus gewarnt hat: Sie überschätzen sich. Es ist nichts falsch daran, auf gute Arbeit und erreichte Ziele stolz zu sein. Doch wenn der Stolz überhandnimmt und wir meinen, besser als andere zu sein, uns für bedeutender zu halten, wird das unweigerlich Probleme mit sich bringen.

Natürlich ist zu hoffen, dass wir von Zeit zu Zeit für unsere Arbeit Lob erhalten. Die Frage ist nur, wie wir damit umgehen. In zwei Versen aus dem alttestamentlichen Buch der Sprüche wird dieses Thema adressiert.

In Sprüche 27,2 heißt es: „Überlass es anderen, dich zu loben! Es ist besser, ein Fremder rühmt dich, als du selbst!“, und in Sprüche 27,21: „Gold und Silber werden im Ofen und im Tiegel geprüft, der Prüfstein eines Menschen ist sein Ruf.“ Der Ruf als Prüfstein!

Ein Freund von mir, der jahrelang als Herausgeber eines Magazins gearbeitet hat, erzählte mir, dass diese Verse ihm halfen, die richtige Sicht auf seine Arbeit einzunehmen. Als er und sein Team beträchtliche Veränderungen an Inhalt und Design der Publikation vorgenommen haben, wurden sie durch Menschen ermutigt, die ihnen mitteilten, wie sehr sie das Magazin schätzen würden. Dennoch vergaß er nie, dass Gott es war, der ihn in die Position gebracht, ihm die notwendigen Fähigkeiten und Erfahrungen gegeben und ein begabtes Team zur Seite gestellt hatte.

Es tut gut, Bestätigung für unsere Arbeit zu erhalten. Dennoch sollten wir niemals vergessen, dass letztlich dem Herrn die Ehre und das Lob für unsere Leistung gebührt.

Copyright 2026, Unconventional Business Network.
Aus „UBN Integrity Moments“, eine Kommentarreihe über Ehrlichkeit am Arbeitsplatz aus christlicher Sicht.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.

„Wenn der Ofen ausgeht“ – History Snack aus 1974 von Peter Oswald

Wenn der Ofen ausgeht

Peter Oswald

Nach der Ölkrise Alles in allem gesehen, haben uns die Ölscheichs nicht nur einen Streich gespielt. Die politisch bedingte Ölkrise rückte uns nur einige Jahre früher ein Problem vor Augen, das unausweichlich auf uns zukommt, sobald die Ölquellen erschöpft sind.

Supervergeuder USA „Daran schuld ist eine Menschheit“, so der italienische Fachexperte Martinoli, „die, um in einem immer hektischeren Klima zu überleben, die vorgegebenen Energiequellen blindlings verpulvert“. An dieser Vergeudung sind alle schuld. Wenn man den Energieverbrauch pro Kopf im Rahmen der industriellen Entwicklung betrachtet – er hat sich seit 14 Jahren verdoppelt, und dürfte im Jahr 2000 viermal so hoch sein wie im Jahr 1970 –, dann sticht in die Augen, daß die Supervergeuder die USA sind. Angesichts dieser Tatsache hat S. T. Freeman, Direktor der Ford-Gründung für Energiepolitik gesagt: „Wir haben nicht die Natur zu tadeln (wegen der knappen Ölreserven), sondern Onkel Sam.“ Der amerikanische Lebensstil zeigt nämlich einen Energieverbrauch auf, der pro Kopf sechsmal höher liegt als der Durchschnitt der Weltbevölkerung. So verfügen die USA, die nur sechs Prozent der Menschheit ausmachen, über etwa ein Drittel der Weltenergie.

Wenn die Quellen versiegt sind … Die Berechnungen über die bekannten Energiereserven besagen, daß es Erdöl noch für 37 Jahre, Erdgas für 43 Jahre und Kohle für 448 Jahre geben wird. Wenn also das Erdöl zuerst ausgeht, so ist es klar, daß wir auf der Stelle die anderen Energiequellen entwickeln müssen. Zu diesem Thema schlagen die Fachleute neue Verbrennungsmethoden von gereinigten Kohlearten vor, außerdem die Vergasung der Kohle und die Herstellung von Erdöl aus Kohle, erdölhaltigem Sand oder erdpechhaltigen Schichten, die vielerorts vorkommen. Aber das alles genügt nicht. Man wird noch andere Energiequellen nutzbar machen müssen, zum Beispiel die Energie in Form der großen Hitze des Erdinnern, die Sonnen-, Meeres- und Windenergie. Dazu sind aber lange Forschungsarbeiten nötig. Die Ergebnisse werden jedenfalls nicht rechtzeitig kommen, als daß sie der Energiekrise begegnen könnten, der wir entgegeneilen.

Wohin mit dem „Atommüll“? Die Atomenergie scheint die naheliegendste Lösung des Problems zu sein. Der Energiespender dafür, das Uran, findet sich in den USA, der Sowjetunion, Australien, Kanada, Südamerika und Afrika. Es besteht also keine Gefahr eines Lieferungsmonopols. Den Gebrauch dieses neuen Energiespenders sollte man jedoch nicht auf die leichte Schulter nehmen. Der größte Nachteil sind die Schlacken, die beim „Verbrennen“ von angereichertem Uran in den Atommeilern anfallen, der sogenannte „Atommüll“. Der Mensch ist wie der berühmte Zauberlehrling. Er ist fähig, eine Kettenreaktion in Gang zu setzen, die Atomenergie erzeugt. Aber er kennt keinen chemischen oder physikalischen Weg, die radioaktive Strahlung des Atommülls aufzuheben. Die Radioaktivität verringert sich nur mit Ablauf der Zeit. Dazu sind Jahrhunderte und Jahrtausende nötig, während nichts anderes zu tun bleibt, als den Atommüll abzulagern. Welche sicheren Orte gibt es aber? Früher dachte man an den Meeresgrund. Dann aber entdeckten die Russen, daß die radioaktiven Substanzen die Meerestiere verseuchten. Durch den Verzehr von radioaktiv kontaminiertem Fisch wird dann doch der Mensch wieder erfaßt. Heute verschließt man den Atommüll in Metallbehältern und lagert ihn auf eigens dafür eingerichteten „Friedhöfen“. Der Zutritt dazu ist streng untersagt. Aber diese Metallbehälter gehen mit der Zeit kaputt. Jeweils nach 20 Jahren müssen sie ausgegraben und der Atommüll in neue Metallbehälter umgefüllt werden, ein mühsames Unternehmen. Dabei nehmen die Gefahren ständig zu. Wenn nämlich die Energiegewinnung immer mehr durch Kernspaltung geschieht, wird es auch mehr Atommüll geben. Der Anstieg erfolgt, mathematisch gesehen, in einer geometrischen Reihe. So werden dann für Jahrhunderte und Jahrtausende alle 20 Jahre immer mehr Metallbehälter auszuwechseln sein. Deshalb denken die „Umweltschützer“ daran, das Problem in den kommenden Jahren dadurch aus der Welt zu schaffen, daß sie den Atommüll auf die Sonne schießen; auf die reinigende Wirkung dieses riesigen Feuerherdes vertrauend.

Radioaktive Strahlen aus dem Atommeiler

Jedoch liegt die Gefahr nicht nur im Atommüll, sondern auch in den radioaktiven Strahlungen die der Atommeiler von sich gibt und die die Umgebung erreichen können. Freilich ist die einzelne Dosis an Radioaktivität so gering, daß sie praktisch unschädlich ist. Aber es ist auch wahr, daß viele kleine Strahlendosen sich summieren können und so, auf die Dauer gesehen, doch ernste Schäden hervorrufen können, vor allem auf genetischem Gebiet, also für die kommenden Generationen.

Die schwerwiegendste Folge aber bedeutet es, daß Atomreaktoren nach 20 bis 30 Jahren betriebsunfähig werden, und verlassen werden müssen. Wie uns E. S. Schumacher erklärte, können sie weder abgebaut noch abtransportiert werden. Sie müssen jahrhundertelang dort bleiben, wo sie stehen und geben still ihre unsichtbaren Strahlen in die Luft, ins Wasser und in den Boden ab. Es sind $\alpha$-, $\beta$- und $\gamma$-Strahlen, die Krebs erzeugen und bei den späteren Generationen zu Mißbildungen in der Art und Weise des Contergans führen können.

Was sagen die Futurologen?

An diesem Punkt ist es schwierig, die Vorausschau des Futurologen A. Peccei vom „Club of Rome“ zu ignorieren. Peccei rechnet mit etwa 24000 in Betrieb befindlichen atomaren Zentren am Ende unseres Jahrhunderts. Er sieht die Welt wie ein unermessliches Feld, auf dem zigtausend Menschen die Atomanlagen bewachen. Denn diese stellen eine Gefahr wie potentielle Atombomben dar. Andere Tausendschaften sind damit beauftragt, die radioaktiven Strahlungen zu überprüfen, und andere, auf die unschädlichste Art und Weise die Berge von radioaktiven Schlacken abzutragen. Die Aussichten – auch wenn man optimistischer gestimmt ist als Peccei – sind sicherlich nicht rosig. Schließlich steht man doch vor der Alternative: Entweder Atommeiler bauen, oder die Industrie einschränken. G. Martinoli, den wir eingangs erwähnten, hat vorgeschlagen, für einige Jahrzehnte auf den alten Rohstoff Kohle als Energiequelle zurückzugreifen. Er hat jedoch zugeben müssen, daß auch dabei die natürliche Umwelt und die Bevölkerung durch die Luftverschmutzung zu leiden hat.

Wie wir auch das Blatt drehen und wenden, die Krise, in die wir hineingeraten sind, läßt sich nicht auf einem bequemen Weg überwinden. Welche Straße wir auch einschlagen, ohne ein „blaues Auge“ kommen wir nicht davon. Eines muß man aber sagen: Es genügen nicht die technischen Lösungen, um uns aus der Sackgasse herauszuhelfen, wenn wir nicht gleichzeitig eine Lebensweise überwinden, die uns in dieses Dilemma geführt hat; wenn wir nicht ein neues Modell für die menschliche und gesellschaftliche Entwicklung finden, aus dem die selbstzerstörerischen Grundthesen des Konsumdenkens gestrichen sind.

Jesus spricht:

Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.

Joh. 8.12

Wenn Gott die Richtung vorgibt

Wenn Gott die Richtung vorgibt

Friedrich Rominger: Wenn Gott die Richtung vorgibt

35 Jahre lang ist Friedrich Rominger international im Top-Management tätig – als Entwicklungsleiter bei Continental, mit Verantwortung für tausende Ingenieure weltweit. Dann verändert Gottes Ruf sein Leben: Statt Karriere im Konzern folgen Selbständigkeit, Ehrenamt und neue Wege, die er am Anfang seines Berufslebens nie geplant hätte. Heute engagiert er sich ehrenamtlich in einem christlichen Gemeindenetzwerk und als Vorsitzender des Vereins „Christen in der Wirtschaft e. V.“ Sein Anliegen: christliche Unternehmer und Führungskräfte unterstützen, stärken und miteinander verbinden.

Werte: der neue Trendfaktor

Warum ein Top-Manager aussteigt – und was das für die eigene Laufbahn bedeutet

Wer an Karriere denkt, der assoziiert damit in der Regel Erfolg. Gerade bei Männern ist das so. Aufstieg Schritt für Schritt und am Ende als Krönung Chef eines Unternehmens oder gar eines ganzen Konzerns – die klassischen Karriereträume über viele Generationen hinweg.

Im Hintergrund nicht selten ein falsches Leistungsdenken, das den Wert eines Menschen vor allem über seine beruflichen Erfolge definiert.

Statt reiner Karriere Suche nach Sinnstiftung

Doch diese Zeiten sind wohl vorbei, jedenfalls für die Mehrheit. Laut Arbeitsbarometer des internationalen Personaldienstleisters Randstad von Anfang 2026 sollen mittlerweile 63% der Menschen im Arbeitsprozess verstärkt auf Sinnsuche setzen und halten die klassischen Karrieremuster für überholt.

Ebenso verzeichnet die Beratungsorganisation Managerseminare vor allem bei den jüngeren Führungskräften eine starke Zuwendung zu Werten, die sie höher priorisieren als  bloße Karrierepläne.

Wertekompass ohne Leistungsdenken

Somit ist Friedrich Rominger ein echter Trendsetter. Einer, der wirklich für eine Karriere bis an die Spitze seines Unternehmens geeignet ist, und der sich aufgrund seines Wertekanons dann doch anders entscheidet.

Wenn der innere Kompass etwas anderes sagt

Das Umdenken erfolgt an einem Punkt, an dem der nächste Karriereschritt schon vorgezeichnet scheint: Spitzenposition mit globaler Verantwortung, Entwicklungsleiter in einem internationalen Unternehmen, weltweite Steuerung von Teams und Projekten.

Doch eine wachsende innere Spannung bringt Friedrich Rominger zum Umdenken:

„Ich habe gemerkt, dass meine äußere Entwicklung nicht mehr zu meiner inneren Überzeugung passt“,

beschreibt Rominger rückblickend diese Zeit im Fak+or C-Interview von Michael vom Ende auf Hope TV.

 

Weg von erfolgszentriert hin zu stimmig

Und so setzt der erfahrene Manager nicht mehr auf eine rein „erfolgszentrierte“ Karriere, sondern eine Betätigung, bei der er sich stärker und explizit für seinen christlichen Glauben engagieren kann.

Dieser Glaube spielt schon früh eine Rolle. So ist Friedrich Rominger in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen. Als Jugendlicher trifft er eine bewusste Entscheidung dafür. Diese persönliche Dimension seines Glaubens wird somit schon früh zum Maßstab seines beruflichen Handelns.

Glaube an Gott als Kompass

Nicht, dass die Religion seine Karriere ersetzt, aber der Glaube an einen Gott, der jeden Menschen als Unikat geschaffen hat und persönlich liebt, der für Gnade, Gerechtigkeit und Erlösung steht, wird zu einem Kompass:

Welche Aufgabe übernehme ich? Welche Ziele verfolge ich auf dieser Basis und zu welchem Preis?

Statt linear phasenorientiert

Der Schritt raus aus dem Konzern ist daher kein spontaner Ausstieg oder gar eine Flucht. Vielmehr ist er für Friedrich Rominger ein Prozess, eine Schwerpunktverlagerung, die nicht das eine gegen das andere ausspielt, sondern seinen Fokus verlagert: raus aus Sicherheiten, Status und Struktur, hin zu Selbständigkeit, ehrenamtlichem Engagement und stärkerer inhaltlicher Ausrichtung an seinen Überzeugungen.

Damit zeigt Friedrich Rominger, dass eine Karriere längst nicht mehr linear verlaufen muss, sondern dass sich das berufliche Engagement immer stärker in individuellen Entscheidungen, in Clustern und neuen Betätigungsfelder erschließt.

Glaube als gleichwertige Entscheidungsgröße

Noch immer gilt hierzulande: Religion ist Privatsache oder fokussiert sich allzu oft auf rein spirituell meditative Übungen, die den Menschen das Leben in einer leistungsorientierten Gesellschaft erleichtert oder sie in erster Linie fit halten soll für den Job.

Friedrich Romingers Weg zeigt jedoch, dass vor allem der christliche Glaube Werte enthält, die breiter angelegt sind, die mit Nächsten- und Feindesliebe über ein reines Wellnessprogramm für die Seele hinausweist, und zur handlungsleitenden Kraft wird, die sich ganz praktisch im Berufsalltag auf Basis der folgenden Fragen umsetzt:

Wie lassen sich Überzeugungen im Berufsalltag leben? Wie beeinflussen sie Menschenbild, Führungsstil, Entscheidungen und Umgang mit Verantwortung?

Rominger engagiert sich heute als Vorstandsvorsitzender in dem Netzwerk „Christen in der Wirtschaft“, wo genau diese Fragen diskutiert werden. Sein Anliegen: Führungskräfte sollen nicht zwischen Karriere und Überzeugung wählen müssen – sondern beides zusammenbringen.

Karriere neu denken

Friedrich Rominger steht somit exemplarisch für einen größeren Trend: Karriere wird individueller, werteorientierter und weniger vorhersehbar.

Die entscheidende Frage lautet nicht mehr nur: „Wie komme ich nach oben?“
Sondern: „Wo will ich überhaupt hin – und warum?“

Wer darauf eine Antwort findet, hat einen Vorteil, der sich nicht allein in einem tabellarischen Lebenslauf erfassen lässt, der aber das Bild des gesamten Menschen zeichnet, der wesentlich mehr ist als die Aneinanderreihung seiner Karriereschritte und seien sie noch so respektabel.

👉 Erkenntnisse auf einen Blick – was wir von Friedrich Rominger lernen können

👉 Fünf Fragen an Friedrich Rominger

Autor: Andreas Odrich

Fünf Fragen an Friedrich Rominger

Fünf Fragen an Friedrich Rominger

Status und Geld sind nicht alles bei der Karriereplanung, Sinnerfüllung und nachhaltige Ziele sind mindestens genauso wichtig, sagt Friedrich Rominger, Vorstandsvorsitzender von Fak+or C und selbst Jahrzehnte lang in einem internationalen Konzern in der Leitung tätig, bevor er noch einmal im Nonprofitbereich neue Akzente gesetzt hat. Wie aus seiner Sicht eine gute Karriereplanung aussehen kann, schildert er hier in unserer Rubrik „Fünf Fragen an…“:

 

faktor c:

Fünf Fragen an Friedrich Rominger

Status und Geld sind nicht alles bei der Karriereplanung, Sinnerfüllung und nachhaltige Ziele sind mindestens genauso wichtig, sagt Friedrich Rominger, Vorstandsvorsitzender von faktor c und selbst Jahrzehnte lang in einem internationalen Konzern in der Leitung tätig, bevor er noch einmal im Nonprofitbereich neue Akzente gesetzt hat. Wie aus seiner Sicht eine gute Karriereplanung aussehen kann, schildert er hier in unserer Rubrik „Fünf Fragen an…“:

 

Was raten Sie jemandem, der am Anfang seiner Karriere den nächsten Schritt plant?

Grundsätzlich alle Aufgaben, die anstehen, mit Freude und Elan ausführen und ausfüllen. Nicht nur auf den nächsten Karriereschritt fokussieren, sondern durch Leistung und Begeisterung auffallen und damit signalisieren, da ist jemand, der für die nächste Stufe bereit ist. Ich habe immer meine Aufgaben mit Elan und Begeisterung erledigt und dann kam der nächste Karriereschritt automatisch, natürlich bei entsprechender Eignung, so selbstkritisch muss man sein.

Und, was vielleicht komisch klingt in dieser Situation: zufrieden und dankbar sein mit der Rolle, die man zurzeit hat – nicht nur die nächste Stufe erzwingen wollen, was sogar das Gegenteil bewirken könnte.

 

Welche Werte sind Ihnen wichtig, wenn Sie jetzt auf ein erfülltes Berufsleben zufrieden zurückblicken?

Authentisch sein, loyal sein, ehrlich sein – keine krummen Dinge zulassen bzw. mitmachen. Nicht die Ellenbogen benützen, sondern als Teamplayer mit anderen zusammenarbeiten und nicht gegen sie agieren. Als Vorgesetzter nicht Macht ausüben, sondern die Mitarbeitenden auf Augenhöhe mit einbeziehen und fair behandeln.

 

Wie würden Sie konkret Gott in die Karriereplanung einbinden?

Gebet ist sehr wichtig – wir brauchen die Unterstützung und den Beistand von Gott. Auf dem Gebet liegt so viel Verheißung und Macht. Auch Gott klar fragen, wo soll es hingehen und um Weisheit für die richtige Entscheidung bitten. Er hilft dann, Klarheit zu bekommen.

 

Wie weit sind christliche Werte in einem weltumspannenden Konzern tragfähig, wieweit sind sie lebbar und wo sind Sie damit an Grenzen gestoßen?

Die sind sehr wohl lebbar und tragfähig, vor allem im eigenen Team kann man die schon durchsetzen bzw. einfordern. Das christliche Weltbild und die Konzernwerte waren aus meiner Sicht nicht konträr zueinander.

 

Sie haben Anfang des Jahres 2026 in einem Video-Statement werbend auf die Regionalgruppen von faktor c hingewiesen. Warum halten Sie den Austausch und die Begegnungen dort für wertvoll?

Als Vorgesetzter, speziell im Senior Executive Bereich oder als Unternehmer hat man sehr häufig Herausforderungen oder Problemstellungen, welche normalerweise niemand aus der Ortsgemeinde oder der lokalen Kleingruppe (zu der man hoffentlich zugehörig ist) versteht, und mit dem man sich da im christlichen Umfeld austauschen kann.
Die Themen wiederum verstehen Kollegen auf selbem Level, aber die haben häufig ein anderes Wertesystem als wir als Christen.

Deshalb ist es umso wichtiger, dass christliche Führungskräfte und Unternehmer eine Gruppe haben, die dieselbe Sprache sprechen, die einen verstehen und auch unterstützen können, und die einen im Gebet begleiten können. Ich hätte mir als Senior Executive gewünscht, so eine Gruppe zu haben – hatte ich aber nicht. Deshalb werbe ich bei faktor c jetzt so intensiv für diese Gruppen. Es ist so einfach und so hilfreich, so eine Gruppe zu starten und aufzubauen.

 

 

 

Was wir von Friedrich Rominger lernen können

Friedrich Romingers Entscheidung, am Ende seiner Laufbahn nochmal etwas völlig anderes zu tun, ist ein Gegenentwurf zur reinen Leistungslogik. Für Menschen, die sich mit ihrer Karriereplanung beschäftigen, lassen sich daraus verschiedene Erkenntnisse ziehen:

Früh klären, was wirklich zählt
Eigene Werte bestimmen das Handeln. Am Anfang der Karriere und auch zwischendrin sollten diese Werte geklärt werden, weil sich aus ihnen folgerichtig und stimmig die fälligen Entscheidungen ableiten.

Sinnstiftung entscheidender Faktor
Status, Titel und Kontostand lassen sich messen. Zufriedenheit, Kongruenz mit den eigenen Werten und ein sinnstiftendes Leben sind schwerer messbar aber oftmals am Ende der entscheidende Faktor beim persönlichen Rückblick auf ein gelungenes Leben.

Innere Signale ernst nehmen
Es muss nicht immer die totale Unzufriedenheit sein – aber wenn sich das Gefühl, dass „irgendetwas nicht mehr passt“, sich immer wieder einschleicht, ist es ratsam, die Ursachen dafür zu ergründen und gegebenenfalls konkrete Schritte zu unternehmen, um einen neuen, stimmigeren Weg einzuschlagen.

Mut zur Kurskorrektur
Karrierewege sind veränderbar. Ein Richtungswechsel ist kein Scheitern, sondern oft ein Zeichen von Klarheit und Selbstanalyse.

Gott als Karriereplaner
Gott bei der Karriereplanung mit ins Boot zu holen, klingt gerade für Außenstehende nahezu verrückt. Selbst Christen scheuen davor zurück. Friedrich Rominger hat diesen Schritt gewagt. Sein Beispiel ist keine Garantie für eine geradlinige Karriere für Dritte, sein stimmiges Leben ist aber ein Beleg dafür, wenn sich jemand in Gott verankert weiß.  

Geschäfte und das „christliche Menschenbild“

Geschäfte und das „christliche Menschenbild“

Geschäfte 

„Ein Vermieter streitet vor Gericht um Miete und Nutzungsentschädigung für einen Gewerberaum. Der für den Rechtsstreit zuständige Einzelrichter regte in der mündlichen Verhandlung an, dass die beiden Parteien den Rechtsstreit durch einen Vergleich erledigen könnten. Einer der Prozessbevollmächtigten des Vermieters bezeichnete diese Erwägung als „rührselig“.“  

So beginnt ein Artikel vom Mai 2026* über ein Gerichtsverfahren bezüglich eines Mietgeschäfts. Diesen Sachverhalt gibt es im Juristischen immer wieder. Nun aber wird es spannend, denn der Artikel fährt fort:  

„Daraufhin erwiderte der Richter, er orientiere seine Entscheidungen an seinem christlichen Menschenbild, was die Klägerseite möglicherweise als übergriffig empfinde, sollte zu diesen Werten keine Beziehung bestehen.“ 

 

Das „christliche Menschenbild“ 

Jetzt wird es in dreierlei Hinsicht spannend: Zum einen kommt das „christliche Menschenbild“ ins Thema, zum anderen wird schon die mögliche inhaltliche Spannung der Übergriffigkeit und der Vergleich von Wertesystemen angesprochen und zum dritten stellt sich jetzt die Frage, welche Auswirkungen die Vermischung von Geschäft und christlichem Menschenbild hat – in diesem konkreten Fall und grundsätzlich. 

Es kommt, wie es kommen muss: „Der Vermieter lehnte den Richter nach dieser Aussage wegen Besorgnis der Befangenheit ab. Die zuständigen Mitglieder des 2. Zivilsenats am OLG Frankfurt am Main haben seinen Antrag nun zurückgewiesen.“ 

Die Mitglieder des Zivilsenats begründen ihre Zurückweisung so: „Es sei nicht zu beanstanden, dass der Richter angegeben habe, seine Entscheidungen an einem christlichen Menschenbild zu orientieren…“ 

Dann gehen die Mitglieder des Zivilsenats noch einen Schritt weiter, verweisen auf das Grundgesetz und stärken die Position des Richters noch einmal deutlich: „Entgegen der Auffassung des Vermieters widerspreche dies nicht der Bindung des Richters an das Gesetz aus Art 97 Abs 1. GG. Eine Orientierung an christlichen Werten sei sogar geboten. Das christliche Menschenbild bilde einen wichtigen geistesgeschichtlichen Hintergrund – insbesondere für das Grundgesetz – und sei damit prägend für das Verständnis der Menschenwürdegarantie und der Grundrechte, so das Gericht. Es sei anerkannt, dass sich sowohl die Grundrechte als auch die Menschenwürdegarantie auf die Auslegung und Anwendung zivilrechtlicher Generalklauseln und unbestimmter Rechtsbegriffe auswirke.  

Nach der Rechtsprechung des BVerfG könne umgekehrt ein Grundrechtsverstoß vorliegen, wenn ein Zivilgericht diesen grundrechtlichen Einfluss überhaupt nicht oder unzutreffend berücksichtige. Gerade bei der Auslegung und Anwendung mietrechtlicher Vorschriften müssten die Gerichte die grundrechtlichen Wertungen berücksichtigen und einen angemessenen Ausgleich zwischen den grundrechtlich geschützten Positionen herstellen.“ 

 

Geschäfte und das „christliche Menschenbild“ 

Herzlichen Glückwunsch an alle Nichtjuristen, die bis hierher gelesen haben. Um eine lange Geschichte kurz zu machen: Das deutsche Recht betont im Blick auf Streit bei Geschäften, dass eine „Orientierung an christlichen Werten geboten sei“!  

 Deshalb zum Schluss: Hier sind christliche Werte im Blick auf den Menschen, hier sind Kernpunkte des „christlichen Menschenbildes“. Ich nenne sechs – und füge beispielhaft jeweils eine zentrale Stelle aus der Heiligen Schrift dazu: 

  •  von Gott geschaffen (Genesis 1, 27), 
  • mit unverlierbarer Würde ausgestattet (Psalm 8, 5 – 6), 
  • als Ebenbild Gottes geschaffen (Jakobus 3, 9),  
  • zu Beziehung, Verantwortung und Liebe berufen (Matthäus 22, 37 – 39), 
  • zugleich fehlbar und erlösungsbedürftig (Römer 3, 23), 
  • aber von Gott gewollt und geliebt (Johannes, 3, 16)! 

 

* Alle kursiv gedruckten Texte dieses Blog-Artikels habe ich dem Text zum skizzierten Rechtsstreit entnommen (https://www.beck-aktuell.de/heute-im-recht/rechtsprechung/olg-ffm-2U17424-befangenheit-richter-christliches-menschenbild-2026-05-05).  

 Michael vom Ende, im Mai 2026
www.faktor-c.org 

Zugang bedeutet Macht (Chris Simpson)

Zugang bedeutet Macht (Chris Simpson)

Ein Büro am Montagvormittag. Das Klackern der Tastaturen, Konkurrenzdenken hinter höflichem Lächeln. Soweit alles normal, neutral. Oder doch nicht? Jeder Arbeitsplatz ist eine Art Tempel mit eigenen Ritualen. Erfolg wird angebetet und erfährt seine Krönung in Beförderungen und Titeln. Sicherheit versteckt sich hinter Einkommen und Rentenplänen. Sie sind die Götter unserer Zeit, klein, glänzend und unerbittlich.

Und dann kommt Jesus herein. Während Seiner Zeit auf der Erde mied Er die Zentren der Macht nicht. Er begab sich mitten hinein in die Synagogen, Tempelvorhöfe, die Orte, an denen Kultur und Überzeugung miteinander kollidierten. Dort lehrte und heilte Er, konfrontierte das Zerbrochene. Und als der Tempel von Gier geflutet wurde, warf Er die Tische um (Mt. 21,12-13). Macht war für Jesus keine Gefahr, die es zu meiden galt, sondern ein Auftrag Seines Vaters.

Auch Apostel Paulus sprach nicht nur in Synagogen, sondern auch auf dem Marktplatz in Athen, einem Zentrum der Geschäfte und Ideen (Apg. 17,17). Später stand er vor Statthaltern und Königen und erzählte kompromisslos von Jesus (Apg. 24-26). Er suchte weder eine Plattform noch Ruhm. Er nutzte die Zugänge, die sich ihm boten. Sein Ziel:  „Alles menschliche Denken nehmen wir gefangen und unterstellen es Christus, weil wir ihm gehorchen wollen.“ (2. Kor. 10,5).  

Das ist keine Theorie, das ist ein ganz normaler Arbeitstag, im Büro, im Klassenzimmer, in der Klinik, im Gerichtssaal. Wenn Gott uns Türen öffnet, um gesellschaftlich oder beruflich Einfluss zu nehmen, geschieht das nicht zufällig. Wir sind nicht da, um schneller die Leiter zu erklimmen, sondern um Sein Königreich zu verherrlichen.  

Jesus verglich dieses mit Sauerteig (Mt. 13,33): still, verborgen, aber nicht aufzuhalten. Wahrer Einfluss hat nicht mit Umfang oder Sichtbarkeit zu tun, sondern mit Präsenz. Exzellenz, die Respekt verdient. Integrität, die etwas kostet, uns aber auch authentisch werden lässt. Mut, das Falsche zu benennen und das Richtige zu leben. Geduld, treu zu bleiben, auch wenn sich Dinge schmerzhaft langsam verändern.  

So ging es Daniel in Babylon (Daniel 6) und Josef in Ägypten (1. Mose 41). Beide lebten im Ausland, trugen aber Gottes Weisheit bis in die höchsten Führungsebenen. Sie waren nicht laut, blieben aber auch nicht still, als die Wahrheit eine Stimme forderte. Ihr Glaube formte Reiche, ohne sich vor ihnen zu beugen.

Die Arbeitswelt ist nach wie vor erfüllt vom Lärm ihrer eigenen Götter – Erfolg, Bequemlichkeit und Kontrolle –, doch der Geist Jesu sendet uns als Seine Botschafter direkt in diesen götzendienerischen Lärm hinein. Hier kommt der Zugang ins Spiel. Wir tragen Seine Präsenz in Räume, in denen andernfalls niemals Sein Name erwähnt würde. Wenn Sie morgen also Ihren Laptop öffnen oder in ein Meeting gehen, denken Sie daran: Sie betreten einen Tempel.

Arbeiten Sie mit Überzeugung. Führen Sie mit Integrität. Verweigern Sie sich den Götzen. Unser Glaube ist nicht laut, er ist lebendig. Macht bedeutet nicht Status, sondern Verantwortung. Die Frage ist nicht, ob wir irgendwo Zugang haben, sondern was wir mit dem Zugang machen, den wir haben. Denn Jesus will dort sichtbar werden, wo Er uns hinsendet.   

 

©2026. Tief bewegt von der transformatorischen Kraft des Evangeliums ist es das Anliegen von Christopher C. Simpson, den Glauben in der Geschäftswelt zu verbreiten. Christopher ist Präsident von CBMC International; zuvor diente er 28 Jahre lang in der US Marine und beim Secret Service, wo er für den Schutz von 7 Präsidenten zuständig war. Mit seiner Frau Ana lebt er in Boca Raton, Florida, USA.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
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Die Verbindung von Wissen und Weisheit (Carmen Milka Herrera)

Die Verbindung von Wissen und Weisheit (Carmen Milka Herrera)

Wissen ist in der heutigen Geschäfts- und Arbeitswelt an vielen Orten und auf vielerlei Weise zu finden. Weisheit hingegen nicht. Das habe ich in meinem eigenen Leben erfahren. Vor über 40 Jahren verkündete eine Zeitung, dass ich an der Pontificia Universidade Católica in Campinas, Brasilien, ein volles Stipendium erhalten hatte. Die Universitäten meines Heimatlandes Bolivien hatten ihre Tore geschlossen, und so schickte mein Vater meine Unterlagen an die brasilianische Botschaft. Kurz darauf verließ ich meine Heimat.

Von Bolivien nach Brasilien – das war einerseits weit, andererseits aber auch nicht. Vom Spanischen ins Portugiesische – das war anders, aber auch nicht ganz anders. Ein tropisches Land mit Winter in der Jahresmitte. Schwierig? Ja. Anders? Ja, aber mit ähnlicher, südamerikanischer Kultur. Dennoch fühlte ich mich entwurzelt, ohne Familie in der Nähe, ohne Freunde. Sogar mein Glaube fühlte sich nur noch wie eine ferne Erinnerung an. Immer wieder fragte ich mich, was ich tun und sagen und mit wem ich mich anfreunden sollte.

So dachte ich auch immer wieder darüber nach, was die beste – und weiseste – Option sei. Meine Eltern, die immer meine größte Quelle der Weisheit gewesen waren, konnte ich nicht länger fragen. Briefe waren zwei Wochen unterwegs, E-Mail, Fax und Messenger-Dienste gab es damals noch nicht. Und ständig machten neue Herausforderungen schnelle Lösungen erforderlich.

Vielleicht stehen auch Sie heute vor Fragen, die Einfluss auf den Lauf Ihres weiteren Lebens haben. Wenn wir Jesus Christus nachfolgen, ist Gott mit uns, aber wir erkennen nicht immer, dass wir mit Ihm sind. Gefühle der Einsamkeit und der Angst beeinflussen unser Weltverständnis und unsere Entscheidungen. So lebte ich damals: Schritt für Schritt, extrem vorsichtig, aber doch mit dem tiefen Wunsch, weniger ängstlich und spontaner zu sein.

Meine Professoren an der Universität meinten, Weisheit sei in Büchern zu finden und in guten Gesprächen, und Antworten in soliden Argumenten von Ursache und Wirkung. Das stimmt auch. Doch ich fand heraus, dass unsere wichtigste Ressource die Bibel ist. Wie Charles Spurgeon weise feststellte: „Besuchen Sie viele Bücher, aber leben Sie in der Bibel.“

Dazu Gedanken aus dem alttestamentlichen Buch Hiob: „Aber die Weisheit – wo ist sie zu finden? Und wo entdeckt man die Einsicht?… Das Meer und seine Tiefen sprechen: Die Weisheit ist nicht bei uns.“ (Hiob 28, 12+14). „Woher also kommt die Weisheit? Und wo entdeckt man die Einsicht? Ja, sie ist dem menschlichen Auge verborgen, und auch die Raubvögel erspähen sie nicht. Das tiefe Totenreich und selbst der Tod, sie sprechen: Wir haben von ihr nur ein Gerücht gehört!“(Hiob 28, 20-22).

Wenn wir das Wort Gottes lesen, kommen wir durch Reflexion zum Verständnis. Hier sind drei Beispiele:

  • Wohin? „Gott allein kennt den Weg zur Weisheit; er nur weiß, wo sie zu finden ist.“ (Hiob 28,23). Ohne das Wort begrenzt mich die Angst, Fehler zu machen oder Schuld auf mich zu laden.
  • Wie? „Kein Mensch kennt den Weg zu ihr; unter den Lebenden findet man sie nicht.“ (Hiob 28,13). In der intellektuellen Welt zählen Informationen, Kreativität und einsames Nachdenken, das Knien vor Gott kommt hier eher selten vor.
  • Wo finden wir Führung? „Denn er blickt über die ganze Welt, er durchschaut Himmel und Erde.“ (Hiob 28,24). Der Einzige, der den Weg kennt und uns in unserem Leben führen kann, ist Gott.

Carmen Milka Herrera ist Gründerin und Leiterin einer Sprachschule in Brasilien.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.

„Warum Gesundheit und Glaube im Unternehmen untrennbar zusammen gehören“ – faktor c: Online-Seminar mit Dr. Robert Zieringer

„Warum Gesundheit und Glaube im Unternehmen untrennbar zusammen gehören“ – faktor c: Online-Seminar mit Dr. Robert Zieringer

Jetzt anmelden und Gesundheit ganzheitlich neu denken

Wir investieren in Fitness, Ernährung und mentale Stärke – und blenden einen zentralen Faktor systematisch aus: den Glauben.

Dieses Online-Seminar zeigt, warum echte Gesundheit im Unternehmen mehr ist als ein medizinischer oder psychologischer Zustand – und weshalb eine oft übersehene Dimension entscheidend dafür ist, wie Menschen langfristig leistungsfähig, resilient und tragfähig bleiben.

Inhalt

Aktuelle Studien, unter anderem aus den Human Flourishing Studies rund um Tyler VanderWeele (Harvard), zeigen deutlich:
Gesundheit ist zutiefst verbunden mit Sinn, Hoffnung, Beziehungen – und mit unserer geistlichen Verankerung.

Die provokante These dieses Vortrags lautet:
👉 Wer Glaube ausklammert, denkt Gesundheit unvollständig.

Gerade im wirtschaftlichen Kontext, wo Leistungsfähigkeit und Resilienz entscheidend sind, stellt sich die Frage:
👉 Reicht unser aktuelles Gesundheitsverständnis überhaupt aus?
👉 Oder übersehen wir eine Dimension, die Menschen wirklich tragfähig macht?

In diesem Online-Seminar zeigt Dr. Robert Zieringer, warum Glaube und Gesundheit untrennbar zusammengehören.

Sie erfahren:

  • warum Gesundheit ohne Sinnperspektive an Grenzen stößt
  • welche Rolle Glaube für Motivation und Stabilität spielt
  • wie ein ganzheitliches Gesundheitsverständnis im Unternehmen aussehen kann
  • und warum eine entscheidende Dimension oft übersehen wird

Ein Impuls für alle, die Gesundheit nicht nur optimieren, sondern wirklich verstehen wollen.

Wann

  1. Mai 2026, 19:00 – 20:30 Uhr

Ort

Online per Zoom

Dr. Robert Zieringer

Dr. Robert Zieringer ist Psychologe und promovierter Arbeitspsychologe. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit der Frage, was Menschen bei der Arbeit langfristig gesund, motiviert und leistungsfähig hält. Sein Blick verbindet wissenschaftliche Tiefe mit einer klaren geistlichen Perspektive – als Christ aus Überzeugung.
Zieringer Website

Wenn die Zahlen nicht stimmen (Chris Simpson)

Wenn die Zahlen nicht stimmen (Chris Simpson)

Es beginnt meistens vor dem Bildschirm. Eine Tabelle. Eine Prognose. Zahlen, die nicht gehorchen wollen. Die Gewinnspanne ist dünn. Der Druck real. Die Menschen erwarten eine Antwort von Ihnen und alles vor Ihnen sagt: Es reicht nicht.

Dieser Moment ist kein seltener. Er ist aber auch heilig, da Glaubensüberzeugungen und Werte auf dem Prüfstand stehen. Die Frage ist: Werden wir den Test bestehen oder werden wir durchfallen?

Das Problem ist nicht neu, es ist so alt wie die Zeit. In der Bibel kommt es häufig vor, zum Beispiel in Johannes 6, wenn Jesus vor einer riesigen Menschenmenge steht. Tausende, die echten Hunger, ein echtes Bedürfnis haben. Und bevor Er irgendein Wunder tut, stellt Er eine Frage, die fast unvorsichtig erscheint: „Wo können wir für alle diese Leute Brot kaufen?“ (Joh. 6,5).

Einer Seiner Jünger, Philippus, macht daraufhin das, was Führungskräfte gemeinhin tun, er rechnet. Er schaut in den Geldbeutel und verkündet das Urteil. Er kommt zu dem Schluss, dass es nicht reichen wird, selbst wenn sie den letzten Groschen ausgeben. Der Jünger Andreas dagegen überlegt, was sie haben. Fünf Brote. Zwei Fische. Doch auch er kommt zu dem Schluss: „Aber was ist das schon für so viele Menschen!“ (Joh. 6,9).

In Johannes 6,6 erfahren wir aber: „Er (Jesus) fragte dies, um zu sehen, ob Philippus ihm vertraute; denn er wusste, wie er die Menschen versorgen würde.“ Das verändert alles. Jesus fragt nicht in Ermangelung eines Plans. Es geht ihm nicht um Brote, sondern um Glauben. Philippus rechnet, Andreas ergreift die Initiative; beide handeln rational. Aber beide versagen. Nicht weil sie sich irren, sondern weil sie bei der menschlichen Logik stehen bleiben.

Als berufstätige Menschen sind wir diszipliniert, kompetent. Unter Druck strengen wir uns noch mehr an, planen noch besser, versuchen doch noch das richtige Ergebnis zu erzielen. Doch manchmal geht es nicht mehr darum, das Problem noch irgendwie in den Griff zu bekommen, sondern darum, es zu überwinden. Jesus weist das Angebotene nicht zurück, Er empfängt es dankend und tut dann das, was nur Er tun kann.

Überfluss kommt nicht vom besseren Rechnen, es kommt davon, dass wir das, was wir haben, in Gottes Hand legen, denn Er weiß, was zu tun ist. Wenn die Zahlen nicht stimmen und alle Bemühungen nicht fruchten, ist unser Glaube gefragt. Wenn die Zahlen nicht stimmen, sind nicht unsere Fähigkeiten, sondern unser Vertrauen gefragt, denn Jesus ist treu.

Erkenntnisse für Führungspersönlichkeiten:

  1. Nicht jede Herausforderung muss gemeistert werden, manchmal geht es nur darum, sie zu überwinden.
  2. Kompetenz ist eine Gabe, kann aber zur Last werden, wenn sie an die Stelle von Vertrauen tritt.
  3. Jesus macht offenbar, in was wir vertrauen.

Gott kann mit unseren Ressourcen, die wir Ihm zur Verfügung stellen, mehr tun als mit unseren perfektesten Plänen.

©2026. Tief bewegt von der transformatorischen Kraft des Evangeliums ist es das Anliegen von Christopher C. Simpson, den Glauben in der Geschäftswelt zu verbreiten. Christopher ist Präsident von CBMC International; zuvor diente er 28 Jahre lang in der US Marine und beim Secret Service, wo er für den Schutz von 7 Präsidenten zuständig war. Mit seiner Frau Ana lebt er in Boca Raton, Florida, USA.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.

Rückblick: faktor c MOVE BW 2026 im Kloster Untermarchtal

Rückblick: faktor c MOVE BW 2026 im Kloster Untermarchtal

Am 25. April 2026 lud faktor c zum MOVE BW ins Kloster Untermarchtal ein – und zahlreiche Teilnehmer folgten der Einladung zu einem inspirierenden Tag bei strahlendem Sonnenschein.

Der Empfang mit Sektempfang und kleinen Häppchen setzte direkt den Ton für eine offene und herzliche Atmosphäre. Die Schwestern vor Ort gaben auf authentische und zugleich unterhaltsame Weise Einblicke in das Leben im Orden der Vinzentinerinnen. Besonders eindrücklich: Das jährliche Erneuern des Gelübdes sowie die Geschichte des Ordens, die bis auf Vinzenz von Paul zurückgeht und bis heute in einem weit verzweigten Netzwerk sozialer Einrichtungen mit mehreren tausend Mitarbeitenden weiterlebt.

Im weiteren Verlauf öffneten David Mück und Ulrike Schmalzridt persönliche Perspektiven auf das Spannungsfeld zwischen Christsein und Wirtschaft. Während David Mück ehrlich über Herausforderungen und Entscheidungsprozesse im Unternehmenskontext sprach, zeigte Ulrike Schmalzridt anhand praktischer Beispiele, wie werteorientierte Führung im Alltag konkret gelebt werden kann – mit Klarheit im Denken und Haltung im Handeln.

Die Highlights des Tages:

  • Glaube im Kontext von Wirtschaft: Authentische Einblicke in das Spannungsfeld zwischen unternehmerischem Handeln und christlichen Werten
  • Offene Begegnungen: Ehrliche Gespräche, neue Kontakte und eine Atmosphäre, die Vertrauen wachsen ließ
  • Einblicke ins Klosterleben: Führung über das Gelände, inklusive der Kirche im Stil von Le Corbusier, und lebendige Eindrücke aus dem Alltag der Schwestern

Besonders prägend waren die vielen persönlichen Gespräche, in denen Erfahrungen geteilt und Verbindungen neu geknüpft wurden – Momente, die zeigen, wie wertvoll echte Begegnung ist.

Ein herzliches Dankeschön an alle, die diesen Tag mitgestaltet haben. Die Impulse wirken nach – und machen Vorfreude auf die nächsten MOVE-Veranstaltungen, bei denen es wieder heißt: Glaube und Wirtschaft gemeinsam neu zu denken.

 

Das hatten wir im Programm

  • Begrüßung
  • Betriebsbesichtigung
  • Mittagessen
  • Drei Impulse plus Q/A
  • Infos faktor c
  • Kaffee/Süßes
  • Schluss

 

 
Das Rennen gut zu Ende laufen (Chris Simpson)

Das Rennen gut zu Ende laufen (Chris Simpson)

Im Arbeitsleben zählen Wettbewerb, Zahlen, schnelles Wachstum und ständiges Streben nach Gewinn. Der Druck lässt niemals nach. Doch die Wahrheit ist, dass man sich anstrengen und dennoch durch die falsche Ziellinie laufen kann.

Wie können wir also wissen, welches die richtige Ziellinie ist? Die Worte Jesu Christi durchschneiden den Lärm: „Sorgt euch vor allem um Gottes neue Welt, und lebt nach Gottes Willen! Dann wird er euch mit allem anderen versorgen.“ (Mt. 6,33). Das bedeutet nicht, Exzellenz oder Ergebnisse zu vernachlässigen, sondern sie neu zu ordnen. Exzellenz zählt immer noch, aber das Ziel ist ein anderes. Es geht nicht länger um Expansion oder Applaus, sondern um Gehorsam. Den Takt gibt weder das Adrenalin noch der Ehrgeiz vor, sondern die Ewigkeit.

In Hebräer 12 heißt es: „Mit zäher Ausdauer wollen wir auch noch das letzte Stück bis zum Ziel durchhalten. Dabei wollen wir nicht nach links oder rechts schauen, sondern allein auf Jesus. Er hat uns den Glauben geschenkt und wird ihn bewahren, bis wir am Ziel sind.“ „Nicht nach links oder rechts schauen„, das bedeutet die Wegstrecke zu laufen, die Gott für uns vorbereitet hat, und für niemand anderen sonst. Nicht den Weg, den die Kultur oder das Ego feiert, sondern den Weg, der Gottes Willen für unser Leben entspricht. Und dennoch vergleichen wir uns, wollen den Einfluss anderer haben statt unserer Berufung zu folgen. Bequemlichkeit bringt uns in die Versuchung, das Rennen sicher gestalten zu wollen. Wir werden vom Ziel abgelenkt, verlieren die Ewigkeit aus dem Blick. Doch es bleibt: Wir sollen das Rennen laufen, das Gott für uns bestimmt hat.

Wie kann das in der Arbeitswelt aussehen? Drei Dinge machen einen guten Läufer aus.

Das richtige Rennen laufen. Vergleichen ist Gift. Glauben bedeutet nicht Nachahmen, sondern Gehorsam. Hören wir auf, nach links oder rechts zu schauen, laufen wir stattdessen mit Ausdauer und Überzeugung vorwärts. Unsere eigene Spur ist breit genug, um Seinen Willen zu erfüllen.

Sich vor allem um Gottes neue Welt sorgen. Wenn wir das tun, geben wir unser Bedürfnis nach Bequemlichkeit und Kontrolle auf. Erfolg ist, was in Einklang mit Gottes Charakter, Zusagen und Geboten ist. Das wird uns immer wieder aus unserer persönlichen Komfortzone herausbringen, dahin, wo die Gnade auf uns wartet.

Das Rennen gut zu Ende laufen. Jesus wird wieder kommen. Dann werden nicht mehr die Maßstäbe unseres Terminkalenders zählen, sondern die Ausdauer. Sind wir drangeblieben, mit festem Blick auf Jesus? In der Nachfolge geht es nicht um Fehlerlosigkeit, sondern um beständige Treue. Wenn wir fallen, stehen wir wieder auf und laufen weiter. Wir lieben auch dann, wenn es uns etwas kostet, wir vergeben auch dann, wenn es weh tut, wir dienen, auch wenn es niemand sieht. Ausdauer zeigt wahre Hingabe.

In der Welt werden wir immer an unserer Geschwindigkeit und Leistung gemessen werden. Jesus hingegen misst uns an der Ausdauer, an der ruhigen Kraft eines Herzens, das sich weigert, aufzugeben. Ihn beeindrucken weder Geschwindigkeit noch Prominenz, Ihn beeindrucken Hingabe und Treue.

©2026. Tief bewegt von der transformatorischen Kraft des Evangeliums ist es das Anliegen von Christopher C. Simpson, den Glauben in der Geschäftswelt zu verbreiten.
Christopher ist Präsident von CBMC International; zuvor diente er 28 Jahre lang in der US Marine und beim Secret Service, wo er für den Schutz von 7 Präsidenten zuständig war.
Mit seiner Frau Ana lebt er in Boca Raton, Florida, USA.

Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.

Business braucht Beziehung

Business braucht Beziehung

Ania und Stefan Lindner: Business braucht Beziehung

Leckeres Essen und engagierte Gespräche über Businessthemen – Ania und Stefan Lindner aus Frankfurt am Main müssen dafür nicht weit laufen. Treffpunkt ist der gemeinsame Küchentisch. Schließlich kommen beide aus der Lebensmittelbranche und tragen jeweils Managementverantwortung, wenn auch auf unterschiedlichen Feldern. Gerade das macht ihre Gespräche so spannend. Ania kommt aus dem internationalen Personalmanagement eines großen Lebensmittelkonzerns, Stefan ist Geschäftsführer eines Lebensmittelgroßhändlers mit Spezialisierung auf Obst und Gemüse auf dem Frankfurter Großmarkt, dem Frischezentrum. So gehen ihnen die Themen nie aus – und beide schätzen die Meinung des anderen und empfinden sich jeweils als „Super Berater“.

 

Beste Geschäftsgrundlage: guter Umgang mit Menschen

Das liegt aber auch daran, dass beide viele gemeinsame Anliegen vertreten. Beiden sind zum Beispiel der Umgang mit Menschen und gute, vertrauensvolle Beziehungen zu Kunden und Mitarbeitenden wichtig. Mehr noch:

beide sind davon überzeugt, dass ein gutes und ehrliches Miteinander Arbeits- und Geschäftsbeziehungen erst tragfähig macht.

Stefan hat dies von Kindesbeinen an gelernt. Schon als Kind und Jugendlicher hat er in den Ferien viele Stunden auf dem Großmarkt verbracht, und konnte beobachten, wie Menschen in geschäftlichen Dingen kommunizieren, und was eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Lieferanten und Kunden ausmacht. Anders hätte sich der elterliche, mittelständische Frischegroßhandel sicher nicht so nachhaltig etablieren können.

 

Ania: Gastronomie als Schule des Lebens

Ania hat nach ihrem Soziologiestudium in Polen, wo sie aufwuchs, ihr Betriebswirtschafts- und Marketingstudium in England durch Kellnern finanziert und trug zudem mehrere Jahre als Managerin in einer Londoner Restaurantkette Verantwortung für einen reibungslosen Restaurantbetrieb. Customer Focus, also die absolute Ausrichtung auf die Kunden, und vor allem den Umgang mit Konflikten könne man kaum besser lernen als in der Gastronomie, verrät sie Moderator Michael vom Ende in einem Talk bei faktor c auf Hope TV mit einem kleinen Augenzwinkern.

 

Stefan: Studieren ohne Druck schafft Begeisterung

Auch Stefan hat als „Frankfurter Bub“ internationale Luft geschnuppert und sich während seines Freiwilligen sozialen Jahres in einem Drogenrehazentrum in Brasilien engagiert. Das anschließende Studium der Betriebswirtschaft in Deutschland mit begleitenden Auslandsaufenthalten habe er mit „Freude und Begeisterung“ und aus freien Stücken absolviert. Dass der heutige Mittdreißiger einmal in die Geschäftsleitung des elterlichen Betriebes einsteigen würde, war zu diesem Zeitpunkt nicht intendiert. So hat er erstmal außerhalb des Familienunternehmens Erfahrungen gesammelt und dann doch die Entscheidung für den elterlichen Betrieb getroffen.

Ania: Gott führt unbemerkt Regie

Beide sehen ihre Entwicklung nicht als bloßen Zufall an. Trotzdem empfindet Ania ihr geistliches Leben im Rückblick nicht als gradlinig, sondern als Achterbahnfahrt. Als Kind einer christlichen Familie habe sie Gott eher als strafenden Gott kennengelernt. Als Jugendliche hatte sich auf Basis dieses Gottesbildes bei ihr eingebrannt, dass sie „sowieso scheitern würde“. Und so schob Ania Gott buchstäblich auf die Seite. „Ich habe ihm praktisch gesagt: Gott, schön, dass du da bist, aber ich bin nicht dabei.“ Erst in London habe sie ihren Weg zu Gott zurückgefunden, „Gottes Liebe gespürt“ und „gemerkt, dass er gar nicht so böse ist“.

„Wo andere Zufall sagen, sage ich Heiliger Geist“,

fasst Ania ihre Entwicklung rückblickend zusammen, die letztlich ihrem großen Wunsch entsprach, sich beruflich stetig weiterzuentwickeln. Als sie nach Deutschland kam, habe sie sich daher bewusst einen christlichen Freundeskreis gesucht.

 

Stefan: Gott schenkt Entfaltungsmöglichkeiten

So traf sie auch auf Stefan. In einer christlichen Schule aufgewachsen, gestaltete er schon als Jugendlicher gerne Andachten. Heute, als Erwachsener, hat er sich bewusst dazu entschieden, Prädikant zu werden, eine Art ehrenamtlicher Pastor, der Gottesdienste hält.  Stefans Glaubensmotto atmet Freiheit: „Ich darf das…“, sagt er über sein Engagement.

 

Ania: Transparenz wird geschätzt

Die Werte, nach denen beide ihre Arbeit gestalten, haben daher ihre Wurzeln auch im christlichen Glauben.

Ania versucht im Personalmanagement Transparenz zu leben. Sie ist davon überzeugt, dass dies Menschen „am besten hilft, weiterzukommen“. Dabei stößt sie auch an Grenzen. Denn manchmal fällt es ihr schwer, einer Bewerberin oder einem Bewerber eine Absage zu erteilen.

„Eine negative Rückmeldung zu geben, ist nicht immer so einfach. Den Mut zu haben, transparent zu sein, wird aber letztlich geschätzt“,

fasst sie ihre Erfahrungen zusammen. Bei Bewerbungsgesprächen versucht sie daher zu begründen, warum jemand für eine Aufgabe doch nicht so geeignet sei, wie zunächst erhofft. Selbst, wenn die Menschen verständlicherweise enttäuscht seien, wären sie „später doch dankbar“.

 

Stefan: Zehn Gebote als Kompass im Geschäftsleben

Auch für Stefan haben Transparenz und Ehrlichkeit im Lebensmittelbereich einen absolut essenziellen Stellenwert. Denn so wie er seinen Lieferanten vertrauen können müsse, müssten auch seine Kunden auf ihn vertrauen können. Wenn eine Ware versehentlich in schlechtem Zustand sei, habe es keinen Sinn, falsche Behauptungen aufzustellen, um die Situation kurzfristig zu retten:

„Fehler sollten einfach beim Namen genannt werden.“

Nur das schaffe absolut verlässliche Qualität. Tricks, die er in seiner Branche durchaus schon erlebt habe, seien letztlich kontraproduktiv. Habe jemand versehentlich zu viel bestellt, habe es keinen Zweck, ältere, schon verdorbene Ware zu fotografieren und dann so zu tun, als sei die neue Lieferung schlecht. Stefan Lindner hat hingegen schnell dies gelernt:

„Ein ehrlicher Umgang zwischen Geschäftspartnern schafft ein Vertrauensverhältnis, das es ermöglicht, dass man sich auch in Krisenzeiten gegenseitig hilft und Lösungen findet, wenn etwas schiefgelaufen ist“.

Basis für ihn sind dabei die zehn Gebote:

„Du sollst kein falsches Zeugnis reden wider deinen Nächsten – besser kann man es nicht zusammenfassen.“

 

Gute Beratung ist viel Wert

Herausforderungen ehrlich und transparent anzusprechen, das ist Stefan Lindner und seinem Vater wichtig. So haben sie sich bei der Generationenübergabe des Unternehmens gezielt beraten lassen. Zusätzlich bezahlt das Familienunternehmen einen Berater, an den sich die Mitarbeiter bei beruflichen und privaten Problemen wenden können. Wie beim Thema Nachtschichten und familienfreundliche Arbeitszeiten, die bei der Arbeit auf dem Lebensmittelgroßmarkt schnell zu Reibungspunkten führen.

 

Gegenseitiges Coaching am Küchentisch

So wollen Ania und Stefan Lindner ihren Glauben im Handeln und im Umgang mit Mitarbeitenden und Geschäftspartnern praktisch und einladend vorleben. Dafür haben sie eine ganz einfache Formel und Ausrichtung für sich gefunden:

„Jesus soll dabei sein.“

Über all das sprechen sie immer wieder am Küchentisch. Denn schließlich ist es ihnen als beruflich viel beschäftigtes Ehepaar und mittlerweile auch als Eltern wichtig, „gegenseitig mitzubekommen, wie es dem anderen geht, und den fachlichen Austausch zu genießen“.

👉 Erkenntnisse auf einen Blick – was wir von Ania und Stefan Lindner lernen können

👉 Fünf Fragen an Ania und Stefan Lindner

Autor: Andreas Odrich

Fünf Fragen an Ania und Stefan Lindner

Fünf Fragen an Ania Lindner

Vor welchen Herausforderungen stehen die Unternehmen und diejenigen, die sie führen, im Jahr 2026 bei faktor c? Was bewegt sie, und was können sie an Erfahrungen weitergeben? Dazu haben wir für diesen Newsletter Ania Lindner, die im HR-Management des internationalen Lebensmittelkonzerns MARS arbeitet (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Schokoriegel), gebeten, unsere „Fünf Fragen an…“ zu beantworten. Zu ihr persönlich und zu ihrem Mann Stefan Lindner, der im Lebensmittelgroßhandel tätig ist, finden Sie in diesem Newsletter einen ausführlichen Artikel und natürlich auch seine Fünf Fragen.

 

Sie haben mehrere Jahre in England gearbeitet und jetzt schon lange in Deutschland. Welche Unterschiede gibt es?

Was Deutschland und das Vereinigte Königreich (UK) angeht, so ist einer der größten Unterschiede meiner Meinung nach die deutlich informellere Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer im UK im Vergleich zu Deutschland und auch die unter Kolleginnen und Kollegen. Im UK duzen sich alle, und die meisten Büros sind als Open Space gestaltet. In Deutschland empfinde ich es meistens noch relativ formell. Viele Menschen sprechen sich mit „Sie“ an, und es gibt noch viele Einzelbüros. Gleichzeitig habe ich in Deutschland ein sehr gutes Verhältnis zu meinem Chef und meinen Kolleginnen und Kollegen. Wir arbeiten in einem großes Open-Space-Büro, und einige von ihnen sind auch privat meine Freunde.

Ich empfinde Deutschland auch deutlich bürokratischer als das UK. Es gibt sehr viele Prozesse und Dokumente, die benötigt werden, insbesondere im Personalwesen. Im UK empfinde ich es etwas einfacher.

Es gibt auch arbeitsrechtliche Unterschiede zwischen Deutschland und dem UK. Grundsätzlich ist der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin in Deutschland etwas besser geschützt, zum Beispiel vor Kündigung, als im UK.

 

Die Unternehmenskultur wird für Menschen immer wichtiger. Inwieweit sollte sie in die Jobwahl miteinbezogen werden? 

Ich glaube, die Unternehmenskultur spielt eine entscheidende Rolle. Daher empfehle ich jedem dringend, die Unternehmenskultur sorgfältig zu prüfen und sicherzustellen, dass sie mit den eigenen Werten übereinstimmt. Meiner Meinung nach ist dies unerlässlich, um sich am Arbeitsplatz wohlzufühlen. Dazu gehören neben Transparenz Integrität, gegenseitiges Vertrauen, Umgang miteinander und viele weitere Aspekte, die jeder für sich prüfen sollte.

 

KI im Personalwesen (HR-Management): Welche Möglichkeiten bietet KI, wo ist sie aber auch nicht geeignet?

Künstliche Intelligenz (KI) ist in verschiedenen Geschäftsbereichen, einschließlich der Personalabteilung (HR), äußerst nützlich. Sie kann bei der Formulierung von Stellenanzeigen, dem Screening von Lebensläufen und dem internen Talentmanagement helfen, indem sie einen Überblick über Tausende von Talenten innerhalb eines Unternehmens bietet. Darüber hinaus kann KI durch einen Chatbot Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei der Beantwortung von Standardfragen im Zusammenhang mit HR behilflich sein. Es gibt noch viele weitere Bereiche, insbesondere administrative, in denen KI effektiv und effizient eingesetzt werden kann. Natürlich kann KI persönliche Gespräche nicht ersetzen. Vertrauen aufzubauen, menschliche Interaktionen zu fördern und ehrliche Gespräche zu führen, sind Dinge, die Menschen immer brauchen werden.

 

Fachkräftemangel: Wie versuchen Sie, junge Leute zu motivieren, welche Ausbildungsmöglichkeiten und Berufsfelder gibt es?

Natürlich ist es für jedes Unternehmen wichtig, Nachwuchs zu fördern. MARS bietet Studierenden ein Praktikum während des Studiums und nach dem Studium ein Trainee-Programm sowie Direct-Entry-Möglichkeiten für Absolventen an. Unsere Programme decken verschiedene Bereiche ab, darunter Produktion, Supply Chain, Einkauf, Marketing und Vertrieb.

 

Was schätzen Sie am gegenseitigen fachlichen Austausch als Ehepaar, wovon profitieren Sie gegenseitig am meisten?

Ich schätze den Austausch mit Stefan sehr. Ich kann ihm voll und ganz vertrauen und weiß, dass die Informationen, die ich mit ihm teile, vertraulich behandelt werden. Stefans Hintergrund im Obst- und Gemüsehandel, im Mittelstand und als Geschäftsführer bringt eine einzigartige Perspektive in unsere Gespräche ein. Seine Erfahrung als Outsider ist besonders wertvoll, da er neue Ideen einbringt, die möglicherweise nicht entstehen würden, wenn ich mich nur mit Kollegen aus dem gleichen Unternehmen austauschen würde. Darüber hinaus schätze ich Stefans ruhige und durchdachte Art, die eine gute Balance zu meinem eigenen Ansatz darstellt.

 

 

 

 

 

 

 

Fünf Fragen an Stefan Lindner

 

Vor welchen Herausforderungen stehen die Unternehmen und diejenigen, die sie führen, im Jahr 2026 bei Faktor C? Was bewegt sie, und was können sie an Erfahrungen weitergeben? Dazu haben wir für diesen Newsletter Stefan Lindner, Geschäftsführer eines Lebensmittelgroßhändlers mit Spezialisierung auf Obst und Gemüse auf dem Frankfurter Großmarkt gebeten, unsere „Fünf Fragen an…“ zu beantworten. Zu ihm persönlich und zu seiner Frau Ania Lindner, die im internationalen Personalmanagement tätig ist, finden Sie in diesem Newsletter einen ausführlichen Artikel und natürlich auch die Fünf Fragen an Ania Lindner.

 

Wie stellen Sie im Frischegroßhandel sicher, dass die Produkte auch wirklich frisch beim Kunden ankommen?

Es geht bei der Auswahl der Lieferanten los, weiter über die Wareneingangskontrolle und die passende Lagerung (Bananen nicht zu kalt, Salat dagegen kalt und feucht). Und natürlich:  Die Ware muss ich schnell drehen, sprich, zügig weiterverkaufen, dann ist der Bestand auch immer frisch.

 

KI im Frischegroßhandel: Welche Möglichkeiten bietet KI, wo schafft sie alte Jobs ab, wo entstehen neue durch KI?

Viele Szenarien sind denkbar. Bei Lieferanten: fotogestützte und von einer KI ausgewertete Wareneingangskontrollen, automatische Rechnungsprüfung. Bei Kunden: Bestellungen, die über eine KI in Aufträge für das Warenwirtschaftssystem übersetzt werden. Vielleicht geben unsere Kunden ihre Bestellungen irgendwann bei einem Bot ab. Der kann in Stoßzeiten mit mehreren Lieferanten gleichzeitig Kontakt aufnehmen, während wir bislang zeitaufwändig jeden einzelnen Lieferanten nacheinander kontaktieren müssen. Dabei geht es immer um Effizienz, z.B. durch weniger manuelles Eingreifen oder Reduzierung von Fehlern. Das ersetzt nicht zwingend bestehende Arbeitsplätze, hilf aber Wachstum besser zu managen.

 

Fachkräftemangel: Wie versuchen Sie junge Leute zu motivieren, welche Ausbildungsmöglichkeiten und Berufsfelder gibt es im Frischegroßhandel?

Die Einstiegshürde ist sehr niedrig. Man braucht für den Start kein Fachwissen. Das kommt alles beim „Training on The Job“. Wir bieten Ausbildungen zum Groß- und Außenhandelskaufmann, Fachkraft für Lagerlogistik und Fachlageristen an. Als Weiterbildungen gibt dann noch die Möglichkeit, ein IHK-Zertifikat als Fruchthandelsexperte zu erreichen.

 

Wie gestalten Sie den Übergang im Familienunternehmen von der Leitung durch Ihren Vater auf sich? Wovon profitieren Sie gegenseitig am meisten, wo sind Sie sich einig, was machen Sie bei Meinungsverschiedenheiten?

Mein Vater hat natürlich viel mehr Erfahrung und weiß, wo er hinschauen muss. Ich hatte immer viel Freiheit, mich im Unternehmen einzubringen. Diesen Freiraum nutze ich und dafür bin ich sehr dankbar. Heißt aber nicht, dass wir immer einer Meinung sind. Jeder setzt seine Prioritäten selbst und die sind nicht immer deckungsgleich. Dann wird offen diskutiert.

 

Aus ihrer Sicht: Was schätzen Sie am gegenseitigen fachlichen Austausch als Ehepaar?

Ich schätze es, dass ein Austausch stattfindet. Ich glaube das nennt man Beziehung. Und das ist viel wert.

Was wir von Ania und Stefan Lindner lernen können

 

Ehrliches Miteinander

Ein gutes und ehrliches Miteinander macht Arbeits- und Geschäftsbeziehungen erst tragfähig. Wirtschaftlicher Erfolg und menschliches Handeln gehören zusammen.

Kundenfokussierung

Ein kundenfokussiertes Handeln erhöht die Chancen auf Erfolg und eine nachhaltige Kundenbindung.

Ver-Dienen kommt von Dienen

Zuerst kommt das Dienen, denn erst wenn der Kunde gut be-dient wurde, ist er auch bereit dafür zu zahlen. Guter Dienst am Kunden ist langfristig ein Wettbewerbsvorteil. Als Mittelständler ist man sich ganz klar bewusst: dein Kunde zahlt dein Gehalt – nicht abstrakt die Firma. 

Internationale Erfahrungen schaffen größeren Horizont

Internationale Erfahrungen sind kein zwingendes Muss. Aber beide verfügen über internationale Erfahrungen, das schafft mehr Verständnis für andere Menschen und ermöglicht, in größeren Zusammenhängen zu denken und zu agieren.

In Konflikten jemanden von außen dazu holen

Als Arbeitgeber zeugt es von Größe, wenn man im Konfliktfall mit einem Mitarbeiter eine beratende Person von außen hinzuholt und die Mediation finanziert. Die Chance, dass es dadurch zu einer gedeihlichen Einigung kommt, erhöht sich.

Mediator erleichtert Übergabe im Familienbetrieb

Ein Mediator, Moderator oder einfach eine dritte Person, die vermittelnd begleiten kann, erleichtert in einem Familienbetrieb die Übergabe auf die nächste Generation, weil sie bei Interessenskonflikten neutral vermitteln und moderieren kann.

Transparenz ist nicht leicht, wird aber geschätzt

Entscheidungen transparent machen, ist für Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht immer leicht, namentlich, wenn es um eine negative Rückmeldung geht. Sachlich vorgetragen, hat sie aber das Potenzial, Fehler oder Schieflagen künftig zu vermeiden und aneinander zu lernen. Läuft es gut, sind die Beteiligten später sogar dankbar für die Transparenz.

Zehn Gebote als Kompass

Allein das achte Gebot: „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten“ regelt als Grundsatz die meisten Themen im Geschäftsleben und die hier schon aufgezählten Punkte. Überlagerte Ware im Lebensmittelhandel als frisch zu deklarieren, fliegt früher oder später auf und verdirbt das Geschäftsklima. Eigentlich ganz logisch.

Gegenseitigen Austausch nutzen

Gerade wenn beide Ehepartner im Geschäftsleben stehen, kann in einer vertrauensvollen Beziehung der gemeinsame und ehrliche Austausch nur helfen. Eine gemeinsame geistliche Grundlage und ein tragfähiger Glaube geben ein festes Fundament, auf dem sich bauen und in den Alltag zurückkehren lässt.

„Re-Engineering Ein Instrument zur Bewältigung der Krise“ – History Snack aus 1995

Re-Engineering

Ein Instrument zur Bewältigung der Krise

Die größten Herausforderungen unserer Zeit in der freien Marktwirtschaft sind der zunehmende Wettbewerbsdruck und die damit einhergehende Arbeitslosigkeit in unserer Region. Insbesondere die internationale Konkurrenz mit dem asiatischen Raum (pacific rim) als Vorreiter stößt westliche Unternehmen in eine Revolution.
Wie begegnet die deutsche Wirtschaft mit ihren weltweit höchsten Arbeitskosten dem Phänomen des globalen Wettbewerbsdrucks – außer mit noch weiterer Produktionsverlagerung ins lohngünstigere Ausland?
Eine Antwort auf diese Herausforderung ist Re-Engineering (RE) – auch als Business-Reengieering (BR) bekannt.

Die Ausgangslage

„Nur die produktivsten Unternehmen werden überleben. Wer nicht ein Spitzenprodukt zum weltweit niedrigsten Preis verkaufen kann, wird aus dem Rennen sein … es ist brutal!“ So schätzt ein in der Luftfahrtbranche kompetenter Wettbewerber im Triebwerksbau, der Vorstandsvorsitzende von General Electric Jack Welch, die Konsequenzen der derzeitigen Lage ein. Ich halte das für realistisch.

In der Luftfahrtbranche spricht man mittlerweile von einer „Situation der Hyperkonkurrenz“, wobei die amerikanische Wirtschaft außerdem den schwachen Dollar als Offensivwaffe zur Markteroberung einsetzt.

Ähnlich kritisch sieht es mittlerweile in sehr vielen Branchen aus. Wir führen also vermehrt einen Produktivitätskampf um’s Überleben am Markt! Wo aber mündet dieser unerbittliche Konkurrenzkampf letztlich hin?

Sofern Gewinnmaximierung auch dann noch als das einzig erstrebenswerte Ziel angesehen wird, wird sich in unserer Region unvermindert der Trend fortsetzen, für die Produkterstellung – und genauso auf dem Dienstleistungssektor – immer weniger Menschen zu beschäftigen.

Ich wage die Aussage: Wenn Kostenmanagement nur durch Personalreduzierung bis zum Exzeß betrieben wird, führt dies zu einer Form „moderner Sklaverei“ – und der Verdrängungskampf am Arbeitsplatz wird zunehmend Realität. Arbeit hätten wir ja genug, aber sie ist nicht mehr bezahlbar.

Demgegenüber gilt es, den Standort Deutschland langfristig zu sichern – also nicht nur, in einer vorübergehenden Krise zu überleben. Es geht künftig darum, die Fähigkeit zu erlangen, sich immer wieder schneller vollziehenden Wandel aktiv mitzugestalten – und nicht nur auf Veränderungen z.B. des globalen Marktgeschehens zu reagieren.

Wir haben es aber auch mit einer geistigen Krise zu tun, und die gilt es zu überwinden – aber wie? In dieser Auseinandersetzung geht es sowohl um die Sinnfrage als auch um ethische Werte.

Reengineering – wesentliche Inhalte und Zusammenhänge

Unternehmensprozesse müssen künftig einfach gestaltet werden, wenn die heute wichtigen Anforderungen in den Bereichen Qualität, Service, Flexibilität und Kostenreduktion erfüllt werden sollen. Diese Forderung hat weitreichende Konsequenzen für die Ablauf- und Aufbauorganisation sowie für die Beschäftigungslage.

Reengineering als Organisations-Ansatz konzentriert sich konsequent auf die Betrachtung „wertschöpfender Tätigkeiten (value adding) im Arbeitsprozeß – mit dem Ziel, nicht wertschöpfende Anteile (die also dem Kunden keinen Nutzen bringen) als Verschwendung (waste) zu eliminieren.

Übergeordnet betrachtet, faßt sich Reengineering also mit dem Überdenken und kritischen Hinterfragen eingetretener Wege – auch hinsichtlich des persönlichen Verhaltens.

Was ist Re-Engineering?

„Re-Engineering ist das fundamentale Überdenken und radikale Umformen von geschäftlichen Prozessen – mit dem Ziel, Leistungsdaten wie Kosten, Qualität, Service und Geschwindigkeit unter anderem mit Hilfe von neuen Informationstechnologien dramatisch zu verbessern.“

Definition nach James Champy (amerikanischer Re-Engineering-Experte)

Besonderes Augenmerk muß dabei natürlich auf die Komplexität gerichtet sein – im Sinne kontinuierlicher Prozessvereinfachung (KVP) – mit dem Ziel, insgesamt „schlanke“ Abläufe zu erreichen.

Unternehmen werden übrigens nicht durch mehr und immer leistungsfähigere EDV produktiver, sondern in erster Linie durch konsequente Umgestaltung der Ablauf- und Aufbauorganisation.

Die betriebliche Informationstechnologie sollte darauf nur abgestimmt werden und ebenfalls so schlank wie möglich gehalten werden.

RE kann aber nicht isoliert von anderen, notwendigen Wandel begleitenden Maßnahmen betrachtet werden. Darauf wird im folgenden noch näher eingegangen.

Das bisherige industrielle Modell (nach Adam Smith) forderte, daß einfache Aufgaben durch komplexe Prozesse untereinander verknüpft werden. Durch Reengineering wird dieses industrielle Modell auf den Kopf gestellt.

Bisher hatte keine Gruppe, geschweige denn ein einzelner Mitarbeiter, den Überblick und die Verantwortung für den gesamten Prozeß. Jetzt aber ist das Team für den gesamten Ablauf verantwortlich. Durch solche „integrierten“ Prozesse entstehen geringere Verwaltungskosten, und die Prozeßbeteiligten tragen die Verantwortung für die richtige und fehlerfreie Abwicklung.

Dadurch ist auch weniger Aufsicht und Kontrolle notwendig. Selbstverantwortliche Mitarbeiter handeln innovativer und kreativer, zuverlässiger und kostenbewußter.

Außerdem können selbstverantwortliche Mitarbeiter durch weitreichende Entscheidungsbefugnisse (empowerment) wesentlich schneller auf Kundenwünsche reagieren.

RE befreit zudem Unternehmensprozesse von der Tyrannei festgelegter Ablaufregeln und starrer Arbeitsverläufe und tritt an die Stelle einer künstlich aufgeteilten Kleinarbeit.

Das hat eine Beschleunigung auf zweierlei Weise zur Folge: Erstens werden viele Arbeitsschritte gleichzeitig, also parallel erledigt. Zweitens bringen kürzere Durchlaufzeiten mehr Flexibilität für Veränderungen in der Entwicklungsphase mit sich.

Dadurch werden weniger Änderungen in der Produktions- und Logistikphase nötig – und der „König Kunde“ ist im allgemeinen zufriedener.

Ziel von RE ist es auch, die Arbeit dort zu erledigen, wo es am sinnvollsten ist. Das bedeutet eine Verlagerung über organisatorische Grenzen hinweg, um die Prozeßleistung insgesamt zu verbessern.

Dies ist bekannt, daß besonders in großen Industrie- und Dienstleistungs-Unternehmen ein erheblicher Zeitaufwand für die Koordination zusammengehöriger Arbeitsgänge, die von getrennten Organisationseinheiten durchgeführt werden, entsteht.

Außerdem strotzen konventionelle Prozesse vor Überwachungs- und Kontrollmechanismen, die nichts zum Wertschöpfung beitragen, aber einen Mißbrauch des Systems verhindern sollen.

Durch Reengineering werden Kontrollmechanismen auf ein wirtschaftlich sinnvolles Maß reduziert und eingespart.

Berücksichtigt man eine ausgewogene Mischung aus Zentralisierung und Dezentralisierung.

Voraussetzungen und Gefahren

Business Reengineering setzt also ein fundamentales Überdenken und Umformen der geschäftlichen Vorgänge voraus. Es kommt darauf an, diesen Umstrukturierungs-Prozeß in „ganzheitlichem“ Sinne zu betrachten, und zwar ebenso für Kunden und Lieferanten bezogen. Begleitende Maßnahmen sind Lean Management und Total Quality Management.

Erst das Zusammenwirken der einzelnen Elemente in Verbindung mit einer Unternehmenskultur, die die Zusammenarbeit fördert, schafft die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bewältigung des Wandels – immer auf der Basis einer intakten Kommunikation.

Ganz entscheidend ist auch das Führungsverhalten in Veränderungsprozessen. Es geht um das Managen des Wandels – und dabei kommt es besonders auf die Qualität der Führung an, im Sinne der Führungskraft als Vorbild.

Daß der einzelne Mitarbeiter dabei als Mensch in den Mittelpunkt unternehmensbezogener Veränderungsprozesse rückt, ist hinreichend bekannt und akzeptiert. Das darf aber nicht nur ein Lippenbekenntnis sein und im Grunde nur als Mittel zur Produktivitätssteigerung angesehen werden – nach der Devise: „Der Mensch ist hauptsächlich Mittel(Punkt)“!

Restrukturierungsmaßnahmen wie RE müssen sehr behutsam umgesetzt werden, damit einzelne Funktionen des betrieblichen Ablaufs nicht unter „Magersucht“ leiden. Dadurch ausgelöster Arbeitsdruck und Hektik mit Überlastungserscheinungen bei einzelnen Mitarbeitern sind oftmals die Folge eines unausgewogenen Personalabbaus nach dem „Rasenmäherprinzip“.

Herausforderung an das Management

Die Herausforderungen, die an das Management gestellt werden, sind nicht allein mit Maßnahmen zu bewältigen, die sich aus dem Total Quality Management (TQM) herleiten; es kommt vielmehr auf die „Total Management Quality“ an (Zitat Prof. Fredmund Malik / St. Gallen).

Eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewältigung des Wandels ist daher im „Reengineering des Managements“ zu sehen (Zitat James Champy). Bei den umwälzenden Veränderungen spielt das RE der Managementprozesse eine ebenso wichtige Rolle wie die Veränderung in den Unternehmensprozessen.

Wir sind in unserem Unternehmen mitten im Umbruch. Durch integrierte Produktentwicklung (IPE) und interdisziplinäre Teamarbeit in Verbindung mit RE-Maßnahmen wird eine weitgehend parallele Abwicklung einzelner Arbeitsschritte möglich.

Dadurch schaffen wir die Voraussetzungen dafür, daß wir die gemeinsam mit unseren internationalen Kooperationspartnern gesteckten Ziele – Halbierung der Markteintrittszeit auf 2,5 Jahre und Reduzierung der Kosten um mindestens 30 % – auch einhalten können.

Der Wandlungsprozeß ist aber noch längst nicht abgeschlossen und wird durch die allgemein schwierige Gesamtlage in der Luftfahrtindustrie, verursacht durch den globalen Wettbewerbsdruck, erschwert. Neue Unternehmensgrundsätze und flächendeckende Mobilisierungsaktionen sollen mit dazu beitragen, die Umgestaltung mit Leben zu erfüllen.

Merkmale einer erfolgreichen Umstrukturierung

Die Grundlage jeder erfolgreichen Umstrukturierung ist die fruchtbare Zusammenarbeit aller Beteiligten. Aus meinen vielfältigen Erfahrungen mit komplexen Organisationsvorhaben habe ich ferner folgende Fähigkeiten und Qualitätsmerkmale als Voraussetzung für ein Gelingen erkannt und erfolgreich angewandt:

■ Für ein möglichst spannungsfreies Arbeitsumfeld sorgen; das bedeutet, eine Atmosphäre zu schaffen, die frei von Mißtrauen ist und noch vorhandene Ängste abbauen kann.

■ Trotz unterschiedlicher Standpunkte: „Einheit“ in der Sache anstreben (nicht Harmonie um jeden Preis!). Leiter müssen erkennen, daß Einheit bei der Führung anfängt.

■ Vorbild sein durch Wertschätzung der Person des Mitarbeiters, Kollegen und Vorgesetzten.

■ Persönlich in der Wahrheit leben und Gerechtigkeit vorleben (nicht Perfektionismus!).

■ Einen Lebensstil der Dankbarkeit üben und Verständnis für die uns anvertrauten Menschen haben.

■ Ermutiger sein (nicht „Management by Punishment“, also durch Strafe, sondern „Management by Encouragement“ – durch Ermutigung).

■ Als Leiter und Führungskraft ein Selbstverständnis des Dienens entwickeln. Dabei vor allem Vertrauen in die Mitarbeiter investieren und sie fördern und fordern, damit sie ihr Potential entwickeln können.

■ Die Macht und Autorität der Leitungsaufgabe dazu nutzen, den Bedürfnissen der Teammitglieder zu dienen und auf das gemeinsame Ziel der Gruppe hinzuarbeiten.

Um in schlanken und offenen Strukturen Chaos zu vermeiden, ist eine gut funktionierende Kommunikation Voraussetzung. Chaos kann man übrigens nicht managen, weil Chaos nur durch Autorität beherrscht werden kann.

Zusammenfassung

Reengineering als „Radikalkur“ zur Leistungssteigerung in der Wirtschaft verändert also nicht nur die Organisation eines Unternehmens, sondern stellt auch an das Management ganz neue Anforderungen. Der Preis für diese Radikalkur ist hoch. Realistisch betrachtet, wird RE noch viele Arbeitswillige den Arbeitsplatz kosten. Es erfordert aber auch von den Führungskräften, daß sie sich selbst in Frage stellen und loslassen können!

Es wird durch die ganze Problematik zunehmend deutlicher, daß eine auf rein materialistischen Fortschritt ausgerichtete Wirtschaft an ihren eigenen Widersprüchen zu scheitern droht.

Die geistliche Grundlage für den notwendigen Umdenkprozeß ist durch die biblische Aufforderung: „Erneuert euer Denken!“ bereits auf den Punkt gebracht. Wir müssen das Verhältnis „Mensch“ zu „Profit“ grundsätzlich anders bewerten lernen. Das ist für unsere Gesellschaft der einzige Ausweg aus dem materialistischen Weltbild.

In der Situation des Umbruchs können wir auf die Führung Gottes vertrauen und ihn als die „fehlende Dimension“ erkennen. Wir sind als Christen gefordert, diese „fehlende Dimension“ aktiv in das Geschäftsleben hineinzutragen und Gott in unserem Arbeitsumfeld und Einflußbereich zur Wirkung kommen zu lassen.


Autorenteil:

Roland Benz (57, verheiratet, 2 erwachsene Kinder, Dipl.-Ing. FH) ist in der Luftfahrtindustrie bei MTU („Motoren- und Turbinen-Union“, ein Unternehmen der „Daimler Benz Aerospace“ DASA) beschäftigt. Er hat verschiedene Managementfunktionen in Konstruktion und Planung wahrgenommen und ist heute mit der Koordination firmenübergreifender Organisationsaufgaben bei internationalen Kooperationsprojekten beauftragt.

Darüber hinaus ist er Leiter der GDVEI-Gruppe München („Geschäftsleute des vollen Evangeliums International“) und Mitglied des ICCC-Lehrteams („International Christian Chamber of Commerce“, Internationale christliche Handelskammer).

Artikel von Roland Benz aus dem Kontakt Magazin von Christen in der Wirtschaft, Ausgabe 3/95

Ist der Mensch „des Menschen Wolf“?

Ist der Mensch „des Menschen Wolf“?

Der Wolf im Einkaufszentrum 

Folgende Geschichte aus dem Frühjahr 2026 erinnerte mich wieder an eine alte Redewendung: Ein Wolf hat in einer Einkaufspassage in Hamburg-Altona eine Frau angegriffen und im Gesicht verletzt. Solch einen Angriff gab es fast 30 Jahre in Deutschland nicht mehr. Das junge Tier hatte sich in der Stadt verirrt, reagierte panisch und biss eine Frau ins Gesicht, als sie dem verängstigten Tier helfen wollte. Der Wolf wurde dann aus der Binnenalster gefischt und nach Begutachtung „auf Bewährung“ knapp einen Monat später wieder ausgesetzt. Der Wolf und der Mensch – beide fanden schon vor langer Zeit Eingang in ein messerscharfes Zitat:   

 „Der Mensch ist des Menschen Wolf“ 

Dieser Satz ist eine Übersetzung aus dem Lateinischen, im Original: Homo homini lupus est. – „Der Mensch ist des Menschen Wolf“. Es stammt vom englischen Philosophen Thomas Hobbes, der im 17. Jahrhundert als einer der einflussreichsten Denker galt. Der Wolf selbst war schon seit Urzeiten bekannt als Jäger, der Beute reißt. So greift schon ein Zitat im Alten Testament in der Heiligen Schrift dies auf: „Die Oberen in seiner Mitte sind wie reißende Wölfe, Blut zu vergießen und Menschen umzubringen um ihrer Habgier willen.“ (Hesekiel 22, 27) Und die Formulierung von Thomas Hobbes war nicht dazu angetan, das Bild des Wolfs positiver zu zeichnen – und das des Mitmenschen erst recht nicht. Er verstärkte damit die permanente Angst, von den eigenen Zeitgenossen ausgenutzt, betrogen und tief verletzt zu werden. „Der Mensch ist des Menschen Wolf.“ 

   

Vorsicht vor „reißenden Wölfen“ 

Aber: Nicht jeder ist ein Wolf! Sondern nur der, der habgierig und machthungrig, der „böse, gefährlich oder täuschend“ (Wikipedia) ist! Nicht jeder Mensch ist ein Wolf – auch wenn das Hobbes’sche Zitat das nahelegt. Aber es gibt sie, die „Wölfe im Schafspelz“. Auch diese deutsche Redensart geht auf die Bibel zurück, wenn Jesus Christus in seiner berühmten „Bergpredigt“ selbst seine Nachfolger vor irregeleiteten religiösen Führern mit den Worten warnt: „Hütet euch aber vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. (Matth. 7, 15) 

 

„Wölfe“ in der Wirtschaft 

Ich widerstehe hier ausdrücklich und bewusst der Versuchung, über „Wölfe“ in der Politik zu sprechen – auch wenn ich viele Beispiele dafür vor Augen habe. 

 Gehen wir also zur Wirtschaft: Kennen Sie den Film “The Wolf of Wall Street“ von 2013? Falls nicht, sollten Sie ihn sich ansehen. Nach einer wahren Geschichte wird die Habgier der filmischen Hauptperson geweckt und genährt – und zerstört am Ende ihn und die Menschen um ihn herum.  Und vermutlich gibt es keinen unter uns, der bei Anderen Habgier gespürt und sich auf Sicherheitsabstand zurückgezogen hat. Und vermutlich gibt es keinen unter uns, der schon einmal von seinem eigenen Hang zu dieser Gier überrascht wurde und sich ihr stellen musste. 

  

Ist der Mensch „des Menschen Wolf“? 

Nein, er ist es nicht grundsätzlich. Sonst könnte es kein Vertrauen in den Beziehungen zwischen Völkern und Menschen geben, kein Vertrauen im Persönlichen und beim Wirtschaften. Ja, er ist es dann, wenn Hab- und Machtgier Besitz von einem Menschen, einer Regierung, einer Organisation oder einer Firma ergreifen. Üben wir uns also miteinander in der Kunst, mit gesundem Vertrauen und gleichzeitig gesundem Misstrauen anderen zu begegnen, immer bereit, mehr und mehr Vertrauen aufzubauen. Ja, es ist tatsächlich eine Kunst! 

  

Nachtrag 1: Die Vorlage für Hobbes‘ Wolf-Zitat 

„Homo homini lupus est“ – Der Mensch ist des Menschen Wolf. Diese Redewendung von Thomas Hobbes geht auf ein Zitat des Komödiendichters Plautus (254 – 184 v. Chr.) zurück, der ursprünglich so gedichtet hatte: „Lupus est homo homini, non homo, quom qualitas sit non novit.“ – Ein Wolf ist der Mensch der Menschen, kein Mensch, solange er nicht weiß, welcher Art der andere ist. 


Nachtrag 2: „Wölfe – und die Christen“ 

Jesus Christus dreht einmal unser Denken um, das vor Wölfen warnt und zu größtmöglicher Distanz zu ihnen aufruft. Er schickt einmal seine 72 engsten Mitarbeitenden zu den Menschen in den umliegenden Orten und Städten mit den Worten: „Geht! Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe.“ (Lukas 10, 3). Mit einer Friedensbotschaft zu anderen gehen – und gleichzeitig mit Ablehnung, Gegenwehr und inneren und äußeren Verletzungen zu rechnen; das ist die Königsdisziplin, zu der Jesus Christus alle herausfordert, die sich als seine Nachfolger und Mitarbeitenden verstehen. Nur gut, dass er gleichzeitig versprochen hat, unsichtbar dabei zu sein!  

 

 

Michael vom Ende, im April 2026
Geschäftsführer von faktor c, einer Initiative von Christen in der Wirtschaft
www.faktor-c.org

 

Immer hilfreich: Sich an die „Basics“ erinnern (Robert J. Tamasy)

Immer hilfreich: Sich an die „Basics“ erinnern (Robert J. Tamasy)

Viele von uns nehmen an Konferenzen, Workshops und Seminaren teil, um unser Wissen und unsere Fähigkeiten in unserem jeweiligen Beruf aufzufrischen und zu vertiefen. Fortbildungen können sehr wertvoll sein, um in einem hochkompetitiven Umfeld nicht nur zu überleben, sondern aufzublühen.

So kann es auch für uns Christen sehr hilfreich sein, uns an die „Basics“ unseres Glaubens zu erinnern, um Jesus Christus treu an unserem Arbeitsplatz zu repräsentieren. Als ich am College Journalismus studierte, wurde uns gelehrt, dass wir in unseren Artikeln Antworten auf die Fragen „Wer, was, wann, wo, warum und wie“ liefern müssen. Hier die entsprechenden Antworten der Bibel:

Wer? Wir neigen dazu zu denken, dass wir für unseren Chef, eine Abteilung oder ein Unternehmen arbeiten. Das stimmt natürlich auch, aber die Bibel sagt, dass wir noch eine höhere Berufung haben: „All euer Tun – euer Reden wie euer Handeln – soll zeigen, dass Jesus euer Herr ist. Weil ihr mit ihm verbunden seid, könnt ihr Gott, dem Vater, für alles danken… Denkt bei allem daran, dass ihr für den Herrn und nicht für die Menschen arbeitet. “ (Kol. 3,17+23).

Was? In unseren Berufsbezeichnungen und Tätigkeitsbeschreibungen wird dargelegt, wofür wir tagtäglich verantwortlich sind. Darüber hinaus verfügen wir aber auch über einzigartige Plattformen und Einflussbereiche, in denen wir Jesus repräsentieren und mit anderen über Ihn und das, was Er für sie getan hat, sprechen können. „Als Botschafter Christi fordern wir euch deshalb im Namen Christi auf: Lasst euch mit Gott versöhnen! Wir bitten euch darum im Auftrag Christi.“ (2. Kor. 5,20).

Wann? Eine unserer ersten Pflichten besteht darin, unseren Familien bei jeder Gelegenheit vom Evangelium weiterzuerzählen. So sollen wir auch beten und nach Gelegenheiten Ausschau halten, anderen von Ihm weiterzuerzählen, sobald es sich ergibt. „Bewahrt die Worte im Herzen, die ich euch heute sage! Prägt sie euren Kindern ein! Redet immer und überall davon, ob ihr zu Hause oder unterwegs seid, ob ihr euch schlafen legt oder aufsteht.“ (5. Mose 6,6-7).

Wo? Wir neigen dazu, religiöse Orte aufzusuchen, um unseren Glauben zu leben. Doch Er hat gesagt, dass wir Ihn überall repräsentieren. „Aber ihr werdet den Heiligen Geist empfangen und durch seine Kraft meine Zeugen sein in Jerusalem und Judäa, in Samarien und auf der ganzen Erde.“ (Apg. 1,8).

Warum? Wir arbeiten, um unseren Lebensunterhalt zu verdienen und in unserem gewählten Beruf unsere Fähigkeiten und Begabungen einzusetzen. Daran ist nichts falsch. Doch es gibt noch einen wichtigeren Grund dafür, unsere Arbeit so zu verrichten, dass sie Gott Ehre bereitet. In Kol. 3,24 heißt es: „Als Lohn dafür wird Gott euch das Erbe geben, das er versprochen hat. Das wisst ihr ja. Denn Jesus Christus ist euer wahrer Herr!“.

Wie? Manchmal erscheint es schwer, vielleicht sogar zu schwer, mit anderen über Jesus Christus zu sprechen. Aber wir müssen es nicht allein tun. Jesus sagte: „…ohne mich könnt ihr nichts ausrichten.“ (Joh. 15,5). Und der Apostel Paulus erklärte: „Alles kann ich durch Christus, der mir Kraft und Stärke gibt.“ (Phil. 4,13).

Copyright 2026 Robert J. Tamasy ist Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher. Er bloggt alle 14 Tage unter www.bobtamasy.blogspot.com.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.

Rückblick: faktor c MOVE BY 2026 bei der Firma Veit GmbH

Rückblick: faktor c MOVE BY 2026 bei der Firma Veit GmbH

Am 11. April 2026 lud faktor c zum Format MOVE BY ein – und rund 22 Teilnehmer folgten der Einladung zu einem inspirierenden Vormittag.

Im Mittelpunkt stand der Besuch bei der Firma VEIT GmbH. Die Teilnehmer erhielten exklusive Einblicke in die Betriebsabläufe und durften erleben, wie Unternehmertum und christliche Werte in der Praxis Hand in Hand gehen.

Die Highlights des Tages:

  • Unternehmensführung: Ein spannender Blick hinter die Kulissen der Produktion und Verwaltung.

  • Wertvoller Austausch: In lockerer Atmosphäre wurden Erfahrungen geteilt und neue Kontakte geknüpft.

  • Impulse für den Alltag: MOVE BY zeigte einmal mehr, wie wichtig das Netzwerk unter christlichen Führungskräften ist, um gegenseitig voneinander zu lernen.

Ein herzliches Dankeschön an die Gastgeber für die Offenheit und an alle Teilnehmer für die bereichernden Gespräche! Wir freuen uns schon auf das nächste Mal, wenn es wieder heißt: Gemeinsam bewegen und bewegen lassen.

 

Das hatten wir im Programm

  • Begrüßung
  • Betriebsbesichtigung
  • Mittagessen
  • Drei Impulse plus Q/A
  • Infos faktor c
  • Kaffee/Süßes
  • Schluss

 

 
Treue im Kleinen zahlt sich aus (Chris Simpson)

Treue im Kleinen zahlt sich aus (Chris Simpson)

Wenn ich Sie vor die Wahl stellen würde, eine Million Dollar jetzt gleich zu bekommen oder einen Penny und morgen das Doppelte und das 30 Tage lang, wofür würden Sie sich entscheiden? Die meisten Menschen sagen, dass sie die Million nehmen würden. Sofort, sicher und lebensverändernd. Ein Penny hingegen ist so gut wie nichts. Doch wenn er sich jeden Tag verdoppelt, kommt so in einem Monat eine Summe von über 5,3 Millionen $ zusammen!

In der ersten Woche beträgt die Summe noch unter einem Dollar, am Tag 10 sind es auch nur 5,12$. Am Tag 20 zwar schon über 5.000$, aber auch das ist noch nicht wirklich beeindruckend. Doch in den verbleibenden Tagen explodiert die Summe regelrecht. Was zuerst unscheinbar erschien, wird auf einmal überwältigend.

In der Bibel weist uns Apostel Paulus direkt auf dieses Prinzip hin: „Werdet nicht müde, Gutes zu tun. Es wird eine Zeit kommen, in der ihr eine reiche Ernte einbringt. Gebt nur nicht vorher auf!“ (Gal. 6,9). Es fühlt sich normalerweise kaum dramatisch an, sich am Arbeitsplatz gut zu verhalten, integer und großzügig zu sein und Jesus treu zu bleiben. Es fühlt sich eher wie der erste Penny an, klein und unsichtbar. Doch jede Tat ist ein Saatkorn auf Gottes Feld und es ist nicht vorherzusehen, was daraus wird.

Die Herausforderung besteht darin, durchzuhalten. Paulus warnt uns: „Werdet nicht müde.“ Warum? Weil Müdigkeit uns dazu verleiten kann, vor der Ernte aufzugeben. Es fühlt sich nicht immer lohnend an, im Verborgenen treu zu sein: Ein freundliches Wort, an das sich niemand erinnert. Ein stilles Gebet am Schreibtisch. Ein ehrlicher Bericht, der von niemandem geprüft wird. Doch jede Entscheidung ist eine Saat und wird zu Gottes Zeit Ernte einbringen.

Dies widerspricht unserer Kultur, die Geschwindigkeit und Wichtigkeit, Profite und glamouröse Abkürzungen liebt. Das Königreich Gottes dagegen bewegt sich in einem zielgerichteten, bedächtigen Tempo. Es schätzt kleine Anfänge, beständigen Gehorsam und die Treue im Verborgenen, die zu Gottes Zeit unvorstellbare Frucht bringt.

An unserem Arbeitsplatz könnte das so aussehen:

  • Ein kurzes Gespräch beim Kaffeetrinken pflanzt den ersten Samen des Evangeliums in das Herz eines Menschen.
  • Ein Mentor, der sich in einen jungen Menschen investiert, kann zukünftige Generationen prägen.
  • Jahrzehntelange Großzügigkeit fördert die Verbreitung des Evangeliums rund um den Globus.

All das schaut zunächst nicht beeindruckend aus. Münzen in Gottes Wirtschaft, die sich in Seinen Händen aber wundersam vermehren. Werden wir also nicht müde und pflanzen und säen wir weiter. Nicht, um schnelle Erfolge zu erzielen, sondern weil der Herr der Ernte uns sieht und treu ist. Gehorsam bringt zu gegebener Zeit immer Frucht.

Wir werden durch Abkürzungen und sofortige Millionen versucht werden. Doch Jesus beruft uns zur Treue und zum beständigen Gehorsam. Und eines Tages werden wir sehen, wie Er etwas Großes daraus hervorbringt, das wir uns niemals hätten erträumen können.

©2026. Tief bewegt von der transformatorischen Kraft des Evangeliums ist es das Anliegen von Christopher C. Simpson, den Glauben in der Geschäftswelt zu verbreiten. Christopher ist Präsident von CBMC International; zuvor diente er 28 Jahre lang in der US Marine und beim Secret Service, wo er für den Schutz von 7 Präsidenten zuständig war. Mit seiner Frau Ana lebt er in Boca Raton, Florida, USA.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.

Wie man sich von Rückschlägen erholt (Robert J. Tamasy)

Wie man sich von Rückschlägen erholt (Robert J. Tamasy)

Vor kurzem jährte sich meine OP am offenen Herzen zum 20. Mal. Seitdem hatte ich keine ernsthaften Herzprobleme mehr. Aus Dankbarkeit dafür begann ich ungefähr ein Jahr nach meiner OP mit einem ehrenamtlichen Besuchsdienst in diesem Krankenhaus bei Patienten, die sich ähnlichen OPs unterzogen haben. Ich möchte sie in ihrem Genesungsprozess ermutigen.

Im Laufe meines Genesungsprozesses sind mir vier Dinge wichtig geworden, die ich allen Patienten mitteile, auch wenn meine Besuche aus Rücksicht auf die Patienten kurz gehalten sind. Diese Prinzipien gelten aber nicht nur für die Genesung von schwerer Krankheit, sondern auch für alle Krisen und größeren Herausforderungen, die uns am Arbeitsplatz begegnen.

Dazu gehört auch der Wunsch, Jesus Christus in einem Umfeld zu repräsentieren, das der biblischen Wahrheit oft feindlich gesinnt ist. Hier sind diese Prinzipien, die von Zusagen der Bibel gestützt sind:

Geduld. Sowohl die Genesung von größeren OPs als auch das Überwinden vieler Herausforderungen und Rückschläge am Arbeitsplatz benötigen Zeit. Wir neigen dazu, schnelle Lösungen zu suchen, um die Probleme hinter uns zu lassen. Doch die besten Lösungen benötigen oft mehr Zeit, als uns lieb ist. Deshalb ist Geduld gefragt. „Meine lieben Brüder und Schwestern, bleibt fest und unerschütterlich in eurem Glauben! Setzt euch mit aller Kraft für den Herrn ein, denn ihr wisst: Nichts ist vergeblich, was ihr für ihn tut.“ (1. Kor. 15,58).

Eine positive Einstellung. Ein zäher Genesungsprozess schwerwiegender gesundheitlicher Probleme kann sehr entmutigend sein. Das Gleiche gilt für Rückschläge und Enttäuschungen am Arbeitsplatz. Leicht werden wir dann wütend oder entwickeln eine negative Haltung zu unseren Umständen, aber es ist für jeden Heilungsprozess besser, sich bewusst für eine positive Einstellung zu entscheiden. „Schließlich, meine lieben Brüder und Schwestern, orientiert euch an dem, was wahrhaftig, gut und gerecht, was redlich und liebenswert ist und einen guten Ruf hat, an dem, was auch bei euren Mitmenschen als Tugend gilt und Lob verdient.“ (Phil. 4,8).

Ausdauer. Die Genesung von einer OP erfordert häufig eine strikte Reha, Tag für Tag und über einen längeren Zeitraum hinweg. Doch auch die Erholung von beruflichen Fehlschlägen und Nöten erfordert Zeit und Entschiedenheit. „…Wir danken Gott auch für die Leiden, die wir wegen unseres Glaubens auf uns nehmen müssen. Denn Leid macht geduldig. Geduld aber vertieft und festigt unseren Glauben, und das wiederum gibt uns Hoffnung. Und diese Hoffnung geht nicht ins Leere. Denn uns ist der Heilige Geist geschenkt, und durch ihn hat Gott unsere Herzen mit seiner Liebe erfüllt.“ (Röm. 5,3-5).

Gebet. Bei schweren Erkrankungen und anderen großen Herausforderungen bekommen wir es angesichts der unsicheren, unbekannten Zukunft mit der Angst zu tun. Wir fragen uns: „Werde ich wieder ganz gesund?“ Oder: „Werde ich mich von diesem Rückschlag jemals wieder erholen?“ Doch gerade hier können wir der Macht des Gebetes vertrauen. „Macht euch keine Sorgen! Ihr dürft Gott um alles bitten. Sagt ihm, was euch fehlt, und dankt ihm! Und Gottes Friede, der all unser Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und Gedanken im Glauben an Jesus Christus bewahren.“ (Phil. 4,6-7).

 

Copyright 2026 Robert J. Tamasy ist Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher. Er bloggt alle 14 Tage unter www.bobtamasy.blogspot.com.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.

 

Unternehmenskultur und christlicher Charakter (Rogério Alves)

Unternehmenskultur und christlicher Charakter (Rogério Alves)

Die Welt der Unternehmen ist ein wahrer Dschungel. Das Recht des Stärkeren ist auf bemerkenswerte Weise wirksam, zum Beispiel wenn auf Menschen Druck ausgeübt wird, damit sie nach menschlichen Maßstäben erfolgreich sind. Professor Leon C. Megginson verwendet diese Metapher, um das wirtschaftliche Umfeld zu illustrieren: „Es sind nicht die Stärksten, die überleben, und auch nicht die Intelligentesten, es sind diejenigen, die am besten mit dem Wandel klarkommen“. Auch Renato Grinberg vergleicht die Wirtschaftswelt mit einem Dschungel und behauptet, dass wie bei einem Tiger Krallen, Stärke und Intelligenz gefordert seien, um überleben zu können und Erfolg zu haben.

Doch was passiert, wenn jemand sein Leben an Jesus Christus übergibt? Gottes Wort spricht von tiefgehenden Veränderungen: „Gehört jemand zu Christus, dann ist er ein neuer Mensch…“ (2.Kor. 5,17). „…ändert euch, indem ihr euch von Gott völlig neu ausrichten lasst…“ (Röm. 12,2). „Darum lebe nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir!“ (Gal. 2,20).

Bleibt das Arbeitsleben also nach der Bekehrung so wie zuvor? Alles hängt letztlich von der Formung unseres Charakters ab. Natürlich geschieht Veränderung nicht über Nacht, es ist ein Prozess. Doch es gilt: „…ich dagegen schaue jedem Menschen ins Herz.“ (1. Sam. 16,7). Wenn unser Herz sich verändern will, wird Gott mit uns hindurchgehen.

Der Herr verlässt Seine Kinder nicht und ist immer bereit zu helfen: „…Ich mache dich stark, ich helfe dir, mit meiner siegreichen Hand beschütze ich dich!“ (Jes. 41,10). Er wirkt auch durch unsere Schwächen: „…gerade wenn du schwach bist, wirkt meine Kraft ganz besonders an dir…“ (2. Kor. 12,9). Denn: „Wir sollen zu mündigen Christen heranreifen…“ (Eph. 4, 13).

Es ist nicht einfach auf dieser Welt. Aber das Streben nach Gottes Königreich und Seiner Gerechtigkeit sollte das Ziel sein, das jeden gläubigen Menschen leitet (Matthäus 6,33). Ein Christ sollte die Herausforderungen der Welt nicht scheuen und einen erneuerten Charakter in allen Bereichen der Gesellschaft zeigen.

Einmal erzählte ich einem Christen und Strafverteidiger, dass ich nach meiner Bekehrung keine Verbrecher mehr verteidigen könne, da diese Verteidigung oft auf Lügen basiert. Er erklärte mir daraufhin, dass er sein persönliches Leben von seinem Beruf trenne. Doch sollten wir unser Christsein wirklich von unserem Beruf trennen?

Ein weiterer entscheidender Moment kam, als ich eine Petition entwarf und mein Vorgesetzter von mir verlangte, eine falsche Aussage zur Untermauerung unserer Forderung aufzunehmen. Ich weigerte mich und sagte, ich würde kein Dokument unterzeichnen, das auf Lügen beruht. Von diesem Tag an beschloss ich, Falschheit aus meiner Arbeit als Anwalt zu verbannen, und Gott hat immer für meine Bedürfnisse gesorgt. Christus nachzufolgen erfordert Mut, Weisheit und das Gespür für den richtigen Zeitpunkt für Entscheidungen.

Gott ist derjenige, der uns beisteht: „Darum kann ich beruhigt einschlafen, denn ich weiß: Gott beschützt mich. Ich fürchte mich nicht vor meinen Feinden, auch wenn sie mich zu Tausenden umzingeln.“ (Ps. 3, 6-7).

Das Königreich Gottes ist das Ziel; nichts sollte sich dem entgegenstellen. Christsein ist kein Kleidungsstück, das man nach Belieben an- und auszieht. „Christus, der Herr, soll der Mittelpunkt eures Lebens sein. Seid immer dazu bereit, denen Rede und Antwort zu stehen, die euch nach eurem Glauben und eurer Hoffnung fragen.“ (1. Petr. 3,15).


Rogério Alves ist Rechtsanwalt in Sao Paulo, Brasilien, und Mitglied bei CBMC Brasilien.

Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.

Die Bedeutung der „Cloud“ (Chris Simpson)

Die Bedeutung der „Cloud“ (Chris Simpson)

Wenn man vor einer Generation von der „Cloud“ gesprochen hätte, hätte niemand gewusst, was gemeint ist. Jetzt ist sie Teil des Alltags. E-Mails, Fotos, Dokumente, alles lebt in der „Cloud“. Jederzeit und von überall zugänglich. Auch wenn wir sie kaum noch wahrnehmen, verbindet sie alles und wir sind von ihr abhängig.

Die Bibel spricht von einer anderen Cloud, einer anderen „Wolke“, die viel älter und bedeutender ist: „Da wir nun so viele Zeugen des Glaubens um uns haben, lasst uns alles ablegen, was uns in dem Wettkampf behindert, den wir begonnen haben – auch die Sünde, die uns immer wieder fesseln will. Mit zäher Ausdauer wollen wir auch noch das letzte Stück bis zum Ziel durchhalten. Dabei wollen wir nicht nach links oder rechts schauen, sondern allein auf Jesus. Er hat uns den Glauben geschenkt und wird ihn bewahren, bis wir am Ziel sind.“ (Hebr. 12,1-2). Die digitale Cloud sammelt unsere Daten, die biblische unseren Glauben. Sie flüstert uns zu: „Du bist nicht allein.“

Das ist am Arbeitsplatz häufig nicht zu spüren. Führungskräfte sitzen in ihren Büros und müssen einen Druck ertragen, den niemand sieht. Unternehmer arbeiten bis spät in die Nacht im verzweifelten Versuch, über die Runden zu kommen. Angestellte sitzen in Meetings, in denen der Glaube nicht willkommen scheint. Das schleichende Gefühl der Einsamkeit kann die Ausdauer schnell erschöpfen.

Doch genau dann sollten Sie an die biblische Cloud denken. Der Autor des Briefes an die Hebräer weist uns auf die hin, die vor uns Ausdauer erwiesen: Abraham, Mose, Rahab, David. Menschen mit unschönen Geschichten. Mit komplizierten Lebensgeschichten. Und dennoch vertrauten sie Gott. Sie glaubten auch in unmöglichen Momenten.

Diese biblische Cloud hat sich im Laufe der Jahrhunderte nicht in Luft aufgelöst. Sie ist immer noch um uns herum. Angestellte in Nairobi und Sao Paulo, gläubige Menschen in Vorstandsbüros in Singapur, in Krankenhäusern in Neu-Delhi oder Klassenzimmern in Toronto, Männer und Frauen, die dort glauben, wo es leichter ist, sich zu verstecken. Führungskräfte, die sich auch dort für den ehrlichen Weg entscheiden, wo es ihrer Karriere nicht förderlich ist. Arbeitnehmer, die anderen dienen, wo der Ehrgeiz flüstert: „Da ist mehr für dich drin.“ Wir sind nicht allein.

Der Brief an die Hebräer belässt es nicht bei der Ermutigung, er wird praktisch. Ausdauer bedeutet, Dinge abzulegen. „Lasst uns alles ablegen, was uns in dem Wettkampf behindert.“ Manche dieser Dinge sind offensichtlich, wie Sünde oder destruktive Gewohnheiten. Andere aber verbergen sich hinter Tugenden: Perfektionismus, rücksichtsloser Ehrgeiz oder Kontrollsucht. Dinge, die dazu beitragen, dass wir befördert werden, können auch unsere Seele zerstören. Ausdauer bedeutet nicht, noch mehr festzuhalten, es bedeutet, loszulassen. Christus das tragen zu lassen, was wir nicht tragen können.

Bei der Ausdauer geht es aber nicht nur ums Loslassen, es geht auch um den Fokus. „Dabei wollen wir nicht nach links oder rechts schauen, sondern allein auf Jesus.“ Jesus ist die Quelle unseres Glaubens. Er ist das Rennen vor uns gelaufen, ertrug das Kreuz und die Scham. Jetzt sitzt Er zur Rechten Gottes. Die Zeugen zeigen uns, dass es möglich ist, zu glauben, doch Jesus macht es unvermeidlich – Er ist Autor und Vollender unseres Glaubens. Legen wir ab, was uns belastet, schauen wir auf Jesus und laufen wir weiter. Die Ziellinie ist näher, als wir denken.

©2026. Tief bewegt von der transformatorischen Kraft des Evangeliums ist es das Anliegen von Christopher C. Simpson, den Glauben in der Geschäftswelt zu verbreiten.
Christopher ist Präsident von CBMC International; zuvor diente er 28 Jahre lang in der US Marine und beim Secret Service, wo er für den Schutz von 7 Präsidenten zuständig war. Mit seiner Frau Ana lebt er in Boca Raton, Florida, USA.

Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.

Fünf Fragen an Frank Lehmann

Fünf Fragen an Frank Lehmann

Vor welchen aktuellen Herausforderungen stehen die Mitglieder von Fak+or C und ihre jeweiligen Branchen? Wie gehen sie die Zukunft an zwischen KI und Fachkräftemangel, und wie behaupten sich die zumeist mittelständischen Unternehmen in einer zunehmend globalisierten Welt? Die „Fünf Fragen an unsere Mitglieder“ sollen Einblick gewähren und dabei helfen, gegenseitig voneinander zu lernen. Diesmal haben wir die Fünf Fragen an Frank Lehmann gerichtet, Geschäftsführer des Mineralbrunnenabfüllbetriebes Ensinger aus Baden-Württemberg.

1. Klimaneutralität ist eine Frage von Verantwortung: Die Mineralbrunnenbranche will mit ihrer Initiative „Klimaneutralität bis 2030“ die gesamte Prozesskette von der Wassergewinnung, über die Beschaffenheit der Flaschen bis hin zur Auslieferung die CO² Emission weitgehend klimaneutral gestalten. Warum ist dies Ihnen und Ihren Mitbewerbern so ein wichtiges Anliegen, dass Sie für dieses Ziel sogar zusammenarbeiten?

Für mich ist das eine grundsätzliche Frage von Verantwortung. Wir arbeiten mit einer natürlichen Ressource, die unsere besondere Beachtung und Pflege benötigt, gerade im Kontext des Klimawandels.

Die Herausforderungen, die der Klimawandel mit sich bringt, sind groß, und gemeinsam lässt sich besser damit umgehen. Außerdem ist die Zusammenarbeit in der Branche gerade in Bezug auf Nachhaltigkeit geübte Praxis, z.B. durch die gemeinsame Verwendung von Mehrwegflaschen und Getränkekisten.  

2. Glas und PET – beides kann sinnvoll sein: Was ist ökologisch sinnvoller – Flaschen aus Glas oder aus PET?

Diese Frage ist nicht so leicht zu beantworten, da es auf die konkreten Umstände ankommt. Wird lokal eingekauft, sind Mehrweg-Glasflaschen eine gute Wahl, denn Sie werden gespült und können bis zu 50-mal wiederverwendet werden. Das gilt aber nur für sogenannte „Poolflaschen“, die von sehr vielen Mineralbrunnen in Deutschland gemeinsam genutzt werden. Sie sind ein echtes Erfolgsmodell, weil sie immer den kürzesten Weg zurück zum nächsten Mineralbrunnen finden.

Je weiter weg vom Brunnenbetrieb sich die Flaschen bewegen, desto ökologisch vorteilhafter sind PET-Flaschen, denn sie sind leicht, unzerbrechlich und verbrauchen beim Transport weniger Energie. Dasselbe gilt für die Herstellung der PET-Flaschen.

 

3. Ökologische Landwirtschaft als Wasserschutz und Wirtschaftsfaktor: Warum ist es für ein Mineralwasserunternehmen so immens wichtig, ökologische Landwirtschaft zu fördern und zu unterstützen? Das Unternehmen Ensinger, bei dem Sie tätig sind, hat neben fortlaufender Förderung 2019 sogar einen Umweltpreis in Höhe von 100.000 Euro ausgelobt.

Hier möchte ich nur für uns sprechen. Wir haben vor allem zwei wichtige Gründe dafür:

  1. Wir tun das aus Überzeugung, weil wir wissen, dass nur eine Reduzierung der anthropogenen Einträge auf unsere Felder unser Überleben langfristig sichert. Ökolandwirtschaft verursacht deutlich weniger Nitratbelastung, ebenso werden Hormone, Pflanzen- und Düngemittelrückstände vermieden und Belastungen durch Süßstoffe, Hormone und Antibiotika minimiert.
  2. Das wertvolle Tiefenwasser ist nicht nur unsere Lebensgrundlage, sondern auch unser Geschäftsmodell. Deshalb haben wir ein ureigenes Interesse, dass unsere Quellen langfristig geschützt werden. Wir haben das 2019 sozusagen als Initialzündung gemacht und konnten bisher drei Betriebe bei der Umstellung auf Ökolandbau nach Bioland e.V. unterstützen. Wir schauen immer, wo wir uns sinnvoll einbringen können.

 

4. Junge Nachwuchskräfte legen Wert auf Werte: Stichwort Fachkräftemangel. Wie gewinnen Sie junge Leute für Ihre Branche, welche Berufe sind vielleicht gar nicht im allgemeinen Bewusstsein, die man bei Ihnen erlernen und ausüben kann?

Wir bieten spannende Ausbildungsberufe in der Produktion, der Logistik und der Technik an. Unsere werteorientierte Firmenphilosophie und insbesondere unsere Nachhaltigkeitsausrichtung sorgen dafür, dass unsere Ausbildungsplätze meist sehr gefragt sind. Den jungen Leuten ist neben Vergütung und Life-Work-Balance eben auch wichtig, in einem Unternehmen zu arbeiten, mit dem sie sich identifizieren können. Aber natürlich gehen wir auch auf Ausbildungsmessen und sind auf Social Media aktiv.

 

5. Ressourcen schonen mit KI: Inwieweit kann Ihnen künstliche Intelligenz bei der Erreichung Ihrer Ziele weiterhelfen. Wo wird sie eingesetzt, und was erhoffen Sie sich ggf. für weitere Anwendungsgebiete?

Im Marketing beispielsweise arbeiten wir mit unterschiedlichen KI-Apps für die Projektplanung, die Texterstellung und für KI-generierte Bilder und Clips. Künstliche Intelligenz kann uns helfen, Abläufe besser zu verstehen und effizienter zu gestalten. Zum Beispiel kann sie bei der Überwachung von Produktionsprozessen unterstützen oder dabei helfen, Logistikprozesse zu optimieren. Dadurch lassen sich Ressourcen bewusster einsetzen und unnötige Ausfälle vermeiden. Mir ist dabei wichtig, dass wir solche Technologien verantwortungsvoll nutzen. Sie sollten uns helfen, sorgfältiger mit Energie, Materialien und letztlich auch mit den natürlichen Ressourcen umzugehen.

„Die Verantwortung des christlichen Kaufmanns für seine Mitarbeiter“ – History Snack aus 1962

Die Verantwortung des christlichen Kaufmanns für seine Mitarbeiter 

Was uns als christliche Kaufleute — im Gegensatz zu politischen Parteien, Gewerkschaften und anderen Organisationen — zu einem verantwortungsbewußten Handeln unseren Mitarbeitern gegenüber bestimmt, ist begründet in dem Glauben an den lebendigen Gott und sein Wort. Wir möchten unseren Mitarbeitern nicht nur kein Hindernis für ihre Seligkeit sein, sondern es ihnen leichter machen, zu Jesus zu kommen. Im täglichen Umgang im Betrieb beobachten unsere Mitarbeiter sehr wohl unser Reden und Schweigen, unser Tun und Handeln. Sie sehen oder vermissen an uns ein Vorbild für ihr eigenes Leben. 

Der christliche Kaufmann ist ehrlich und wahr und verlangt von seinen Mitarbeitern gleiches. Gottes Wort gebietet ihm: „Ihr sollt nicht unrecht handeln mit Gewicht und Maß. Falsche Wage ist dem Herrn ein Greuel. Das ist der Wille Gottes, daß niemand zu weit greife und übervorteile seinen Bruder im Handel.“ Ein unverletztes Gewissen vor Gott und den Menschen zu bewahren, gilt dem christlichen Kaufmann mehr als ein augenblicklicher Vorteil. 

Der Glaube an Christus macht den Menschen fürsorglich und barmherzig. Gottes Wort sagt ausdrücklich, daß dem Barmherzigen nicht nur am Tage des Gerichts Barmherzigkeit widerfahren wird, sondern es gibt uns auch eine Verheißung für diese Welt: „Wer dem Armen gibt, dem wird nichts mangeln“. „Einer teilt aus und hat immer mehr; ein anderer kargt, da er nicht soll, und wird doch ärmer“. Treu ist der, der das ihm anvertraute Gut nach dem Willen seines Herrn gebraucht. Christliche Kaufleute denken in liebreicher Fürsorge an ihre Mitarbeiter, denn sie wissen um ihre Verantwortung: „So aber jemand seine Hausgenossen nicht versorgt, der hat den Glauben verleugnet und ist ärger als ein Heide“. Leider ist das persönliche Band zwischen Arbeitern und Arbeitsherrn heute vielfach gelockert. Über der Forderung: Gerechte Arbeitszeit und gerechter Lohn wird die Fürsorge meist weniger geschätzt. Ein weiser Engländer hat dazu einmal gesagt: „So wenig es Barmherzigkeit ist, mit zu hoher Arbeitszeit und zu niedrigem Lohn zu überanstrengen, so wenig barmherzig und menschenfreundlich ist es, durch zu hohe Löhne und zu geringe Arbeitszeit die Faulheit und den Müßiggang zu fördern“. Die Fürsorge für unsere Mitarbeiter umfaßt neben gerechter Arbeitszeit und Entlohnung auch die Gestellung ordentlicher Arbeitsräume und die Beschaffung arbeitssparender Einrichtungen. Auch die Bereitstellung von Wohnungen und das Bemühen um das geistige und körperliche Wohl unserer Mitarbeiter außerhalb des Betriebes festigt das Verhältnis zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgeber. 

Sehr ernste Fragen wirft heute das Problem der Vollbeschäftigung und der daraus folgende Personalmangel auf. Von einer sorgfältigen Auswahl bei der Einstellung von Lehrlingen und Angestellten kann kaum noch die Rede sein. Man lernt und den Ersatz notwendiger Kräfte beten wie um das tägliche Brot. Mit ganz seltenen Ausnahmen untertrifft die religiöse Substanz des jungen Mannes und Mädchens unsere Erwartungen. Geschah schon im Dritten Reich alles nur mögliche, um den jungen Menschen die christliche Religion verächtlich zu machen, so haben auch die Nachkriegsjahre mit ihren sozialen Nöten und selbst die Zeit des sogenannten Wirtschaftswunders hierin keine sichtliche Änderung gebracht. Wo sind heute noch Familien und Betriebe, in denen junge Menschen durch das Beispiel der Älteren den Nährboden finden, auf dem das Pflänzlein christlichen Glaubens entstehen oder sich entfalten kann! Und doch wissen wir aus dem Leben gläubiger Kaufleute und Fabrikanten, wie sehr das Vorbild eines frommen Vorgesetzten ihre Entwicklung beeinflußt hat.  

Der Gründer der Evangelisation, Prediger Elias Schrenk, war zuerst auch Kaufmann. Nachdem er in Tuttlingen seine Lehre absolviert hatte in einem Hause, in dem von Gottesfurcht nicht allzuviel zu spüren war, kam er in die Firma Gebr. Mez. Er wurde sehr bald einmal zum Abendessen eingeladen und erlebte zum erstenmal in dieser gebildeten und reichbegabten Familie eine christliche Hausandacht. In seinem Chef begegnete ihm ein Kaufmann und Christ, der nicht allein mehr als 12 Stunden am Tage in seinem Betrieb tätig war, sondern daneben noch eine große Zahl von Ämtern in der Reichsgottesarbeit bekleidete. Es gab in diesem Haus kein Gebiet, das nicht unter der Zucht des Geistes Gottes stand. Seine Mitarbeiter waren ihm nicht nur Mittel zur Erreichung geschäftlicher Erfolge, sondern er sorgte auch außerhalb des Betriebes für ihr geistiges und körperliches Wohlergehen. Schrenk berichtet, daß er hier zum erstenmal den Unterschied zwischen Geselligkeit der Welt und christlicher Geselligkeit gesehen und verstehen gelernt habe.  

Was ein junger, gläubiger Mensch für seine Geschäftskollegen auszurichten vermag, zeigt das Lebensbild von George Williams, dem Gründer des ersten christlichen Vereins Junger Männer in England. Er sagt von sich, daß er als Lehrling die Gewohnheit gehabt hätte, viel zu fluchen und zu schwören. Aber wenn er sein Leben mit dem zweier anderer Lehrlinge im gleichen Geschäft verglichen hätte, sei es ihm gewesen, als befände er sich auf dem Wege zur Hölle. Das änderte sich sofort, als er eine klare Bekehrung erlebte. Er wurde ein eifriger Mitarbeiter in der Sonntagsschule und hielt mit etlichen seiner Kollegen Gebetsversammlungen, die den Geist im Geschäft völlig veränderten. Als er später eine Stellung in der Firma Hitscheskock-Rogers annahm, trat ihm die Gottlosigkeit vieler Kollegen besonders krass entgegen. Aber er fürchtete sich keinen Augenblick vor der Übermacht seiner 140 Kollegen. Mit noch einem gläubigen jungen Mann begann er eine regelmäßige Gebetsgemeinschaft mit dem Erfolg, daß nacheinander viele der jungen Leute und zuletzt auch der Chef des Hauses für Christus gewonnen wurden.  

Das biblisch-patriarchalische Verhältnis früherer Zeiten, wie es uns schon im Alten Testament begegnet, scheint in unseren Tagen endgültig überholt. Aber das Vorbild eines christlichen Betriebsführers wird auch heute noch tiefste und nachhaltigste Wirkungen erzielen. Es bedarf viel Weisheit, Geduld und Liebe, unsere Mitarbeiter auf Jesus hinzuweisen. Dazu sollten wir alle Möglichkeiten ausschöpfen. Das kann geschehen durch Darreichung geeigneter Lektüre (z. B. „Das Wichtigste für unsere Zeit“), durch Weihnachtsfeiern mit Evangeliumsverkündigung, durch Verteilung von Bibeln und Neuen Testamenten, durch Besprechungen mit Betriebsangehörigen über Lebensfragen anhand der Bibel. Nicht zuletzt aber wird unser Verhältnis zu unseren Mitarbeitern von der Treue unserer Fürbitte für sie entscheidend beeinflußt. 

Gekürzte Wiedergabe eines Referates von Kaufmann Wilhelm Severin, Würzburg, gehalten auf der Freizeit 1962 auf Hohegrete. 

 

Ernsthaft beten, leidenschaftlich arbeiten, ausgelassen feiern

Ernsthaft beten, leidenschaftlich arbeiten, ausgelassen feiern

Frank Lehmann: Ernsthaft beten, leidenschaftlich arbeiten, ausgelassen feiern

„Angestellter Geschäftsführer“ eines vielköpfigen Familienunternehmens – was viele eher abschrecken würde, hat Frank Lehmann aus Vaihingen-Ensingen in Baden-Württemberg gereizt. Er liebt es, „Menschen von Ideen zu überzeugen und für eine gemeinsame Sache zu begeistern“. Und so leitet der Mittvierziger gemeinsam mit einem geschäftsführenden Gesellschafter seit 2018 einen mittelständischen Mineralbrunnen mit rund 180 Mitarbeitenden und einer ganzen Reihe von Familienmitgliedern im Team. Das Thema Mineralwasser ist für ihn daher keine trockene Angelegenheit, sondern vielmehr eine vielfältige Herausforderung, in der es für ihn um Ehrlichkeit und Haltung in der Führung geht.

Mineralwasser – kein Selbstläufer

Gourmetwasser für die Gastronomie, natürliches Heilwasser mit Arzneimittelzulassung, besondere Erfrischungsgetränke für Leistungssportler oder hochmineralisiertes Mineralwasser für den täglichen Bedarf – die Angebotspalette des Familienunternehmens ist breit, die Parameter, die es zu berücksichtigen gilt, vielfältig. Zudem ist Wasser als unverzichtbares Lebensmittel ein wichtiges Allgemeingut, das es zu pflegen und zu schützen gilt. Viel zu tun also für Frank Lehmann, der seinen beruflichen Werdegang beim Großunternehmen Landesbank Baden-Württemberg begonnen hat und danach weitere Jahre beim ebenfalls landesweit agierenden Energieversorger EnBW tätig war.

Agilität schafft Stabilität

Dennoch sind die Herausforderungen für den Geschäftsführer nicht kleiner geworden, eher scheinen sie größer. Agil und wachsam sein, traditionsbewusst und gleichzeitig offen für neue Entwicklungen, das sind seine täglichen Herausforderungen, um das Unternehmen stabil im Markt zu halten, auch wenn es seit seiner Gründung 1952 zu den führenden in Baden-Württemberg zählt.

Vom Bankwesen in die Lebensmittelbranche

Dass das Geschäft mit dem Lebensmittel Wasser einmal zur zentralen Aufgabe für Lehmann werden würde, hätte er sich selbst nicht vorgestellt. Vorgezeichnet war sein Weg jedenfalls nicht. Nach Realschule und Wirtschaftsgymnasium, wo er froh war, „kein Latein belegen zu müssen“, absolvierte er ein duales Studium bei der Landesbank Baden-Württemberg.

Den Weg des Dualen Studiums schlug er bewusst ein. So konnte er „während des Studiums bereits Geld verdienen, statt das Studium finanzieren zu müssen“ und erhielt bei der Landesbank zudem einen „breit gefächerten Einblick ins Finanzwesen.“ Dass er später in der Lebensmittelbranche landen würde, war damals kaum absehbar. „Solche Wege lassen sich nicht planen“, sagt Lehmann rückblickend. „Man muss Türen erkennen, wenn sie sich öffnen.

Unternehmerisch geprägt von klein auf

Dass man als Unternehmer immer mit Höhen und Tiefen leben und stets aktiv nach neuen Chancen Ausschau halten muss, hat Frank Lehmann buchstäblich mit der Muttermilch aufgesogen. Sein Vater arbeitete unternehmerisch im Versicherungs- und Immobilienbereich, seine Mutter als selbständige Physiotherapeutin. Und so waren die Wirtschaftlichen Entwicklungen und der Umgang damit auf organische Weise Thema im Hause Lehmann. Vor allem eins blieb ihm prägend in Erinnerung: Wenn finanzielle Sorgen aufkamen, setzte sich die Familie zusammen – und betete.

„Meine Eltern haben Probleme nie beschönigt, sondern offen angesprochen und gemeinsam nach Lösungen gesucht. Statt in hektischen Aktivismus zu verfallen haben sie erstmal mit uns innegehalten, gerade im Gebet“, erzählt Lehmann. Dieses Zusammenspiel aus Realitätssinn und Gottvertrauen habe ihn nachhaltig geprägt. Trotzdem suchte er für sich selbst zunächst die Sicherheit in einem Großunternehmen, mit festem, kalkulierbarem Gehalt. „Da war ich nicht so risikobereit wie meine Eltern“, gibt er lächelnd zu.

Karriere entsteht nicht allein durch Gebet

Auch hat er gelernt, dass Glaube einen wirtschaftlichen und beruflichen Erfolg nicht automatisch garantiert:„Ich würde niemandem raten, zu glauben, dass Gebete allein alle Türen öffnen. Ohne Einsatz, Disziplin und Verantwortung geht es nicht.“  Verbissen wirkt er dabei nicht. Eher entspannt, freundlich, offen und dem Gesprächspartner zugewandt, so wie beim Talk mit Michael vom Ende auf Hope TV. Und so wundert es nicht, wenn seine Grundlage für ein gelungenes Leben als Geschäfts- und Privatmann diesen Dreiklang aus Spiritualität, Leistung und Lebensfreude bildet: Ernsthaft beten. Leidenschaftlich arbeiten. Ausgelassen feiern.

Leidenschaft heißt Verbindlichkeit

Neben seiner Verwurzelung im christlichen Glauben, zeigt sich Leidenschaft bei ihm vor allem in Zuverlässigkeit, auch wenn das vordergründig nicht automatisch zusammengehört. Wer Ziele formuliert, müsse auch Verantwortung übernehmen, diese zu erreichen, und das dann gerne leidenschaftlich: „Leidenschaftlich arbeiten bedeutet, Zusagen ernst zu nehmen – gegenüber Kunden, Mitarbeitenden und Partnern, es heißt auch, sich nicht hinter Ausreden zu verstecken.“ Diese Haltung prägt seinen Führungsstil ebenso wie seine Erwartungen umgekehrt an sein Team.

Führung lernen von einem besonderen Vorbild

Sein wichtigstes Führungsmodell findet Lehmann nicht in der Managementliteratur, sondern im Neuen Testament. Besonders beeindruckt ihn die Teamstrategie von Jesus Christus. „Jesus war keine One-Man-Show. Er hat Menschen mit unterschiedlichen Stärken zusammengebracht und befähigt, Verantwortung zu übernehmen. Das ist für mich ein starkes Bild für moderne Führung.“ Auch im Unternehmen gehe es darum, Mitarbeitende anzunehmen, Potenziale zu erkennen und gemeinsam Ziele zu verfolgen.

Stabilität durch Vertrauen

Dieser Ansatz scheint zu funktionieren. Lehmann berichtet von einem Team, das seit Jahren stabil zusammenarbeitet. In sieben Jahren musste man sich nur von wenigen Mitarbeitenden trennen – ein Zeichen für Vertrauen und Kontinuität. So betont er: „Erfolg entsteht durch Menschen, nicht nur durch Zahlen.“

 Feiern gehört zum Erfolg dazu

Neben Gebet und Arbeit spielt für Lehmann auch das Feiern eine wichtige Rolle. Gemeint ist damit nicht nur persönlicher Genuss, sondern vor allem Gemeinschaft. Gastfreundschaft, Offenheit und Großzügigkeit seien Werte, die er aus seinem Elternhaus übernommen habe. „Feiern heißt, andere einzubeziehen – vom Geschäftspartner bis zum Nachbarn.“

Unternehmerisch zukunftsorientiert

Doch vor dem Feiern kommt die Arbeit. „Das Hemd schwitzt nicht von allein,“ heißt es im „Ländle“. Einfach „nur“ Mineralwasser abfüllen und verkaufen, hält den Betrieb nicht am Leben. Deshalb fördert und unterstützt das Unternehmen seit vielen Jahren die biologische Landwirtschaft in der Region und lobt auch einen Umweltpreis für ökologische Landwirtschaftsprojekte aus. „Nur wenn die Böden nicht mit anthropogenen Einträgen überlastet werden, gelangt auch nichts ins Tiefenwasser, was die empfindlichen Mineralquellen auf die Dauer unbrauchbar machen würde, und die Wasserversorgung für uns alle gefährden könnte“, betont Frank Lehmann immer wieder.

Gott als Begleiter, nicht als Karriereturbo

Am Ende formuliert Lehmann seine Überzeugung in einem Satz, der seine Haltung zusammenfasst, und vor allem geistlich geprägt ist: „Ich wünsche mir, dass wir Gott nicht als Karrierebooster sehen, sondern als Partner und Freund an unserer Seite – im Leben und im Beruf.“ Ein Satz, der deutlich macht: Für Frank Lehmann sind Glaube und Wirtschaft keine Gegensätze. Sie bilden vielmehr den Rahmen für verantwortungsvolle Führung – und für ein Arbeitsleben, das mehr sein will als nur Erfolg in Zahlen.

👉 Erkenntnisse auf einen Blick – was wir von Frank Lehmann lernen können

👉 Fünf Fragen an Frank Lehmann

Autor: Andreas Odrich.

Erkenntnisse auf einen Blick – was wir von Frank Lehmann lernen können

Als Unternehmer

  • Verantwortung für ein Unternehmen bedeutet, Tradition zu bewahren und gleichzeitig offen für Innovation zu sein.
  • Agilität und Wachsamkeit helfen, auch in einem wettbewerbsintensiven Markt stabil zu bleiben.
  • Leidenschaftliche Arbeit heißt Verbindlichkeit – Zusagen gegenüber Kunden, Partnern und Mitarbeitenden ernst nehmen.
  • Erfolg entsteht durch Menschen, nicht nur durch Zahlen – ein starkes Team ist entscheidend.
  • Nachhaltig wirtschaften (z. B. Förderung ökologischer Landwirtschaft), um langfristig Ressourcen zu schützen, die unser Leben erst ermöglichen.

 

Als Christ im Berufsleben

  • Gebet als erster Schritt in schwierigen Situationen, nicht als Ersatz für Verantwortung.
  • Realismus und Gottvertrauen gehören zusammen: Probleme ehrlich benennen und gemeinsam Lösungen suchen.
  • Glaube ist kein Karriereturbo, sondern eine Beziehung zu Gott als Begleiter im Leben und Beruf.
  • Der Dreiklang für ein erfülltes Leben: ernsthaft beten – leidenschaftlich arbeiten – ausgelassen feiern.
  • Jesus als Führungsmodell: Menschen befähigen und gemeinsam Verantwortung tragen.

 

 Als Mitarbeiter / Teammitglied

  •  Zuverlässigkeit und Verbindlichkeit im Umgang mit Aufgaben und Zusagen.
  • Teamorientierung: unterschiedliche Stärken zusammenbringen und gemeinsam Ziele verfolgen.
  • Engagement und Einsatz zeigen, statt Ausreden zu suchen.
  • Gemeinschaft pflegen, z. B. durch Gastfreundschaft und gemeinsames Feiern von Erfolgen.
Warum der Glaube an den Arbeitsplatz gehört? (Rick Boxx)

Warum der Glaube an den Arbeitsplatz gehört? (Rick Boxx)

Manche Menschen behaupten, dass Glaube und Arbeit nicht miteinander vermischt werden sollten. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Es gibt zahlreiche Menschen, die sowohl beruflich erfolgreich als auch Glaubensvorbilder sind. Hier sind fünf Gründe, warum der Glaube in unseren (Arbeits-)Alltag gehört:

Um Gott zu gefallen. Alex Kendrick träumte davon, evangelistische Kinofilme zu produzieren. Es gab nur ein Problem: Er war Pastor in einer Kleinstadt in Georgia, USA. Er hatte weder Geld noch Schauspieler zur Verfügung. Kinofilme zu produzieren erschien unmöglich. Doch Alex hatte den Wunsch, durch die Produktion von Filmen Gott zu gefallen. Zusammen mit seinen Brüdern Stephen und Shannon sammelten sie 100.000 Dollar an Spenden und produzierten „Facing the Giants“, einen Film, der über 10 Millionen Dollar einspielte. In Hebräer 11,6 heißt es: „Denn Gott hat nur an den Menschen Gefallen, die ihm fest vertrauen. Ohne Glauben ist das unmöglich. Wer nämlich zu Gott kommen will, muss darauf vertrauen, dass es ihn gibt und dass er alle belohnen wird, die ihn suchen.“.    

Gott belohnt die, die ihn ernsthaft suchen. Im Jahr 1955 wurde Stanley Tams Herz von dem Wunsch beseelt, dass die Menschen in Kolumbien zu Gott finden mögen. Tam betete ernsthaft über diesen Wunsch und erhielt von Gott den Eindruck, er solle dafür 100 % seiner Unternehmensanteile aufgeben. Dieser Schritt erschien äußerst ungewöhnlich, und doch gehorchte Tam und übergab sein gesamtes Unternehmen einer evangelistischen Stiftung. Jahre später erzählte er mir voller Freude: „Seit damals haben wir über 200 Millionen Dollar an Spenden für evangelistische Zwecke gesammelt.“ Psalm 37,5 erklärt: „Vertrau dich dem Herrn an und sorge dich nicht um deine Zukunft! Überlass sie Gott, er wird es richtig machen.“ Glaube, der von Gott im Geschäftsleben gebraucht wird, bringt unglaubliche Belohnungen mit sich.

Gottes Weisheit ist besser als jeder Unternehmensberater. Der Autor und Unternehmer David Green erklärt in einem seiner Bücher, warum er sich dazu entschloss, sonntags zu schließen, auch wenn es ihn 100 Millionen Dollar im Jahr kosten würde. In Sprüche 5,10-11 heißt es: „Meine Ratschläge sollt ihr dankbarer annehmen als Silber oder Gold. Denn Weisheit ist wertvoller als die kostbarste Perle, unvergleichlich mehr als alles, was ihr euch erträumt.“. Gott folgte der Weisheit Gottes und erlaubte seinen Mitarbeitenden einen Tag in der Woche für Ruhe und Besinnung. Er sagt, das war eine der besten Entscheidungen, die er je getroffen hat.

Glaube am Arbeitsplatz verändert Leben. 20 Jahre lang versteckte ich mich vor Gott, bis ich begann, für Gregg zu arbeiten. Bei Problemen scheute Gregg nie davor zurück, einen Bibelvers zu zitieren. Sein Führungsstil war anders als alles, was ich bisher kannte, und sein Mut und seine Bereitschaft, seinen Glauben im Geschäftsleben zu leben, veränderte schließlich mein Leben. Ich wollte genauso leben und Millionen von Menschen darin unterweisen, das Gleiche zu tun. In Hebräer 10,38 sagt Gott: „Nur wer mir, Gott, vertraut, wird leben. Wer aber zurückweicht und aufgibt, an dem werde ich keinen Gefallen finden.“ Mutiger Glaube am Arbeitsplatz verändert Leben für die Ewigkeit.

Gott kann ganze Arbeitsstätten transformieren. Seth hatte das Gefühl, dass Gott wollte, dass er bei einem großen Baumarkt beschäftigt bleiben sollte, bis alle Mitarbeitenden von Jesus Christus gehört hatten. Seth war gehorsam und gründete eine Bibellese- und Gebetsgruppe an seinem Arbeitsplatz. Als Seth zwei Jahre später kündigte, hatten alle 170 Mitarbeitenden von Jesus gehört und 100 hatten Ihn als ihren Herrn angenommen. „Aber ihr werdet den Heiligen Geist empfangen und durch seine Kraft meine Zeugen sein in Jerusalem und Judäa, in Samarien und auf der ganzen Erde.“ (Apostelgeschichte 1,8).

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Aus „UBN Integrity Moments“, eine Kommentarreihe über Ehrlichkeit am Arbeitsplatz aus christlicher Sicht.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
Wie sieht mein Büro aus? 

Wie sieht mein Büro aus? 

 

Gefühlt hat jeder Mensch in Deutschland sein Büro – ich jedenfalls habe zwei. Büro, Bürokratie, Bürokratismus, Bürokratisierung; da kann einem ganz schwindelig werden. 

„Büro“ kommt vom französischen bureau, das wiederum auf das spätlateinische burra (grober Wollstoff, zottiges Gewand), mit dem die Schreibtische bezogen wurden, zurückgeht. Je länger, je mehr stand das Wort nicht nur den Stoff oder den Schreitisch, sondern für die dort verrichtete Tätigkeit: Die Verwaltung. Und wenn man dann noch das griechische kratia (Herrschaft) dazusetzt, dann wissen wir: Bürokratie ist die „Herrschaft der Verwaltung“.  

„Bürokratische Strukturen und Verfahren existieren nicht nur in der öffentlichen Verwaltung, sondern auch in privaten Unternehmen, Kirchen und Non-Profit-Organisationen. Im weitesten alltagssprachlichen Sinne umfasst der Begriff alle mit Schreibarbeit und „Papierkrieg“ befassten nicht-privaten Tätigkeiten, deren Umfang seit den 1940er Jahren weltweit zugenommen hat, um heute wieder leicht abzunehmen.“ Soweit der sehr erhellende Ausflug zu Wikipedia. 

Wie sieht mein Büro aus? 

Zum einen stehen sich bis heute „Leer- und Volltischler“ gegenüber, zum anderen wird die Bürokratie, zwar langsam, aber immer „papierloser“. Außerdem würden Schreibstuben-Mitarbeiter aus dem Mittelalter heutige digitalisierte multifunktionale Büros vermutlich nicht mehr als solche identifizieren können. Mein Büro z. B. ist Besprechungsraum, Telefonzentrale, digitales Studio, Musikzimmer, Meditationsraum – und noch manches mehr,  

Verwaltet werden müssen Dinge, Abläufe, Unternehmungen aber bis heute. Und so fokussiert sie die Frage weg vom Schreibtischbezug, der burra, über die „Herrschaft des Verwaltens“, die Bürokratie, hin zur Frage: Wie sieht der Mensch aus, der verwaltet? 

Wie sehe ich im Büro aus? 

Wie genial, wie organisiert, wie chaotisch, wie strukturiert bin ich, ist meine Arbeitsweise? Ist es wichtig, ob ich Leer- oder Volltischler bin, oder doch eher, warum ich es bin? Während ich dies schreibe, unterbreche ich – und schaue mich prüfend im gesamten Raum um. Warum sieht mein Büro so aus, wie es aussieht – und nicht anders? Spiegelt die Einrichtung meines Büros, aber noch mehr meine Art des Verwaltens, mich wider? 

Es gibt im Alten Testament eine – auf den ersten Blick ermüdende – Beschreibung einer Verwaltungstätigkeit: Da wird der Tempeldienst neu geordnet, weil das bisherige System an ein Ende gekommen war. Ausführlich wird im 2. Chronikbuch, Kapitel 31, diese Neuordnung der Verwaltung beschrieben. Sehr detailliert werden Abläufe beschrieben, Namen von Verantwortlichen genannt und dadurch die Organisation der Verwaltung erkennbar. Und man liest zweimal ein Adjektiv, das es in sich hat – gewissenhaft. Die Mitarbeitenden waren gewissenhaft – und das war an den Ergebnissen abzulesen: Menschen wurden versorgt, der Wohlstand wurde vermehrt, es gab Sicherheit für viele Mitarbeitende. 

Im weiteren Bericht wird deutlich, was dem Urheber und Planer dieser Neuordnung, dem Unternehmer und König Hiskia, wichtig war: „Bei jedem Unternehmen, das er im Dienst des Hauses Gottes oder für die Weisung und die Gebote begann, um seinen Gott zu suchen, handelte er mit Hingabe seines ganzen Herzens und hatte Erfolg.“ (2. Chr. 31, 21). Er war fokussiert auf Gott und auf die Menschen, für die er Verantwortung hatte. 

Wie sehen die Ergebnisse meines Büros aus? 

Ob die Ergebnisse meines Tuns im Büro gut sind, entscheidet sich nicht an der Anzahl der Blätter, Bücher, Ordner oder Schreibgeräte. Die Früchte meiner Arbeit entscheiden sich auch nicht an der Größe, Farbe oder Aufgeräumtheit des Schreibtischs oder des gesamten Raums.  

Ob mein Tun Sinn macht, entscheidet sich an meiner Haltung zu Gott – bin ich, wie Hiskia, gut, recht und getreu vor dem HERRN“ (2. Chr. 31,20) und handle „mit Hingabe meines ganzen Herzens„?  

Ob der Output als Erfolg zu werten ist, misst sich an drei Fragen: 

  • Mache ich meine Arbeit „gewissenhaft“ (s. o.)? 
  • Ist mein Verwaltungsaufwand „genügend“, d. h. nicht zu viel und nicht zu wenig, damit Menschen versorgt, Wohlstand vermehrt und Sicherheit für Mitarbeitende entsteht? 
  • Rückt mein Tun Gott in ein gutes Licht?  

 Michael vom Ende, im März 2026
Geschäftsführer von faktor c, einer Initiative von Christen in der Wirtschaft

Die Verbindung von Wissen und Weisheit (Carmen Milka Herrera)

Die Macht des „Nein“ (Chris Simpson)

Wozu haben Sie heute schon „nein“ gesagt? Wir zählen eher unser „Ja“: neue Projekte, neue Kunden, neue Verpflichtungen, neue Chancen. Wir sind überzeugt, dass Aktivität wertvoll ist. Aber es ist nicht unser „Ja“, sondern unser „Nein“, das uns definiert und einen Unterschied macht. Wenn wir zu einer Sache „ja“ sagen, sagen wir gleichzeitig zu Tausend anderen Dingen „nein“. Das ist unvermeidlich. Die Frage ist nicht, ob wir „nein“ sagen, sondern wozu wir „nein“ sagen.

Das perfekte Beispiel für diese Art von Klarheit finden wir in der Bibel. Nach einer langen Nacht der Heilungen in Kapernaum suchten die Jünger Jesus und sagten: „Alle Leute fragen nach dir!“ (Mk. 1,37). Aber Jesus sagte „Nein“: „Wir müssen auch noch in die anderen Dörfer gehen, um dort die rettende Botschaft zu verkünden Das ist meine Aufgabe.“ (Mk. 1,38). Er war nicht rücksichtslos, Er wusste aber, dass Sein „Ja“ schon gesprochen war. Das machte Ihn frei, auch zu guten und dringenden Dingen „nein“ zu sagen.

Ja sagen aus Angst. So viele von uns sagen aus Angst „ja“: aus Angst, etwas zu verpassen, Menschen zu enttäuschen, abgehängt zu werden. Doch es ist kein Zeichen von Stärke, zu allem „ja“ zu sagen, sondern ein Symptom der Versklavung. Wenn wir zu allem „ja“ sagen, sagen wir letztlich zu dem „nein“, was am meisten zählt. Erschöpfung im Deckmantel der Wichtigkeit.

Für alles, was zählt, ist Zeit vorhanden. Prediger Salomo drückte es so aus: „Jedes Ereignis, alles auf der Welt hat seine Zeit“ (Pr. 3,1). Das ist eine Kampfansage gegen die Tyrannei der Dringlichkeit. Es ist Zeit für das, womit Gott uns gerade beauftragt; wenn wir es durch ein „nein“ mutig verteidigen, wird es geheiligt.

Der Apostel Paulus wird im antiken Ephesus noch direkter: „Achtet also genau darauf, wie ihr lebt: nicht wie unwissende, sondern wie weise Menschen. Dient Gott, solange ihr es noch könnt, denn wir leben in einer schlimmen Zeit.“ (Eph. 5,15-16). Es geht nicht darum, noch mehr in unsere Terminkalender hinein zu quetschen, sondern darum, zu unterscheiden, was wirklich wichtig ist und was nicht.

Verständnis für das Wesentliche. Jedes „Ja“ kostet uns etwas: Zeit mit dem Ehepartner und um für unsere Kinder da zu sein, Aufmerksamkeit für unsere Seele, Zeit mit Gott. Wenn unser Leben überladen ist, liegt es nicht daran, dass wir zu wichtig sind, sondern daran, dass wir das Wesentliche nicht mehr schützen. Unsere Unternehmen werden uns immer noch mehr fordern. Der Druck wird zunehmen. Wir müssen selber das schützen, was heilig ist.

Glaube. Ehe. Familie. Freunde. Berufung von Gott. Das sind die tragenden Wände unseres Lebens. Wenn sie zusammenbrechen, fällt alles. Nehmen Sie sich also Zeit, durchzuatmen. Stellen Sie sich erneut die Frage: Wozu haben Sie heute „nein“ gesagt? Nicht aus Faulheit oder Angst. Sondern weil das „Ja“ schon gesprochen ist und in Gottes Gegenwart feststeht.

Wenn die Zahlen nicht stimmen (Chris Simpson)

Warum hat mein Unternehmen Schwierigkeiten? (Rick Boxx)

Geschäftliche Schwierigkeiten können überwältigend sein. Angesichts vieler verschiedener möglicher Gründe dafür kann es schwierig sein, das Problem an der Wurzel zu packen. Notwendig ist es dennoch. Es gibt häufige Ursachen für geschäftliche Probleme, auf die man reagieren kann.

Als erstes sollte man sich fragen: „Bin ich ein schlechter Verwalter?“ Leicht werden wir gierig oder abgelenkt und vergessen, uns um unsere Kunden zu kümmern. Oder wir vernachlässigen die grundsätzliche Entwicklung und die Finanzen unseres Unternehmens. In der Bibel heißt es in Titus 1,7 heißt es: „Ein Gemeindeleiter muss tatsächlich in jeder Beziehung vorbildlich leben, denn er trägt die Verantwortung für die Gemeinde Gottes. Darum darf er weder rechthaberisch noch jähzornig oder gewalttätig sein, kein Trinker, und er soll auch nicht darauf aus sein, sich durch unehrliche Geschäfte zu bereichern.“

Wenn es schlecht läuft, sollten wir also unser Herz auf den Prüfstand stellen, mit unseren Kunden sprechen und unser wirtschaftliches Verhalten genauer anschauen.

Die Ursache für geschäftliche Schwierigkeiten kann aber auch darin bestehen, dass sich die Wirtschaft allgemein, oder unsere Branche im Speziellen, im Niedergang befindet. In einer Rezession könnte man meinen, dass man nur durchhalten kann. Aber proaktives Handeln ist entscheidend. Auch wenn wir auf unsere Ausgaben achten müssen, können Rezessionen Chancen sein, im Glauben und hinsichtlich unserer Marktanteile zu wachsen.

In Hebräer 11,6 heißt es: „Denn Gott hat nur an den Menschen Gefallen, die ihm fest vertrauen. Ohne Glauben ist das unmöglich. Wer nämlich zu Gott kommen will, muss darauf vertrauen, dass es ihn gibt und dass er alle belohnen wird, die ihn suchen.“ Beten wir in einer Rezession um das Vertrauen, uns bestmöglich um einen größeren Marktanteil zu bemühen.    

Doch auch Sünde, der Ungehorsam Gott gegenüber, kann geschäftlichen Problemen zugrunde liegen. Vor Jahren hatte ich in einem Kuratorium mit einem geistlichen Leiter zu tun, der sich sehr schwer damit tat, konkrete Frucht zu bringen. Irgendetwas schien nicht zu stimmen, und so suchten wir weiter nach der Ursache. Am Ende trat er dann wegen Pornographie-Sucht zurück.

In der Bibel heißt es klar: „Wie ein Vater seinen Sohn erzieht, den er liebt, so schlägt der Herr jeden, den er als sein Kind annimmt.“ (Hebräer 12,6). Wenn es geschäftlich schlecht läuft, ist es gut, innezuhalten und darüber zu beten, ob es bei uns oder unseren Mitarbeitern Sünde gibt.

Zu Beginn meiner Tätigkeit als Unternehmer wurde mein Glauben häufig auf den Prüfstand gestellt. Fehlende Liquidität brachte mich dazu, Gott auf Knien um Hilfe anzuflehen. Gott versorgte mich auf unerwartete Weise, stärkte so meinen Glauben und bezeugt Seine große Güte. „Du, o Gott, hast uns geprüft, du hast uns geläutert wie Silber im Schmelzofen.“ heißt es in Psalm 66,10. Wenn Gott uns prüft, sollen wir beten und über Seine Taten staunen.

Schließlich können auch geistliche Angriffe hinter wirtschaftlichen Schwierigkeiten stecken. Hiob ist das beste Beispiel dafür. In Hiob 1 lesen wir, wie der Satan Hiob seiner Familie, Reichtümer und seines gesamten Besitzes beraubt, doch „obwohl dieses Leid über ihn hereinbrach, versündigte Hiob sich nicht. Kein böses Wort über Gott kam über seine Lippen.“ (Hiob 1,22).  Vertrauen auch wir auf Gott in unseren geistlichen Kämpfen und legen wir die geistliche Waffenrüstung an (Epheser 6).

Copyright 2026, Unconventional Business Network.
Aus „UBN Integrity Moments“, eine Kommentarreihe über Ehrlichkeit am Arbeitsplatz aus christlicher Sicht.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.

Erkenntnisse auf einen Blick – was man von Dorothee Schwertfeger lernen kann

Für Unternehmerinnen und Unternehmer

  • Wirtschaftlicher Erfolg und Werteorientierung schließen sich nicht aus, sondern können sich gegenseitig stärken.
  • Führung bedeutet nicht Kontrolle, sondern Beziehung – wer zuhört, führt nachhaltiger.
  • Langfristige Stabilität entsteht durch Vertrauen, nicht durch kurzfristigen Druck.
  • Krisen lassen sich besser bewältigen, wenn Mitarbeitende als Menschen und nicht nur als Kostenfaktor gesehen werden.
  • Ein traditionsreiches Unternehmen bleibt zukunftsfähig, wenn es bereit ist, sich weiterzuentwickeln.

 

Für Mitarbeitende

  • Gute Führungskräfte hören zu und nehmen persönliche Situationen ernst.
  • Jeder Mensch bringt unterschiedliche Stärken mit – diese werden in einem wertschätzenden Umfeld sichtbar.
  • Fehler dürfen gemacht werden, wenn sie Teil von Lernen und Entwicklung sind.
  • Respektvolle Kommunikation auf Augenhöhe schafft Vertrauen und Motivation.
  • Teamarbeit gelingt dort, wo Unterschiedlichkeit nicht als Problem, sondern als Ressource gesehen wird.

 

Für Christinnen und Christen im Berufsleben

  • Glaube darf sichtbar sein, auch wenn er Mut kostet – besonders in säkularen oder skeptischen Umfeldern.
  • Christliche Werte zeigen sich weniger in Worten als im täglichen Handeln.
  • Verantwortung übernehmen ist eine Form gelebten Glaubens.
  • Christsein im Beruf heißt nicht moralisch überlegen zu sein, sondern dienend zu handeln.
  • Glauben authentisch zu leben bedeutet, Spannungen auszuhalten, statt sie zu vermeiden.

„Das Glaubenswagnis im Wirtschaftsleben“ – History Snack vom März 1929

Das Glaubenswagnis im Wirtschaftsleben

(aus „Mitteilungen des Verbandes gläubiger Kaufleute“ Nr. 40, Essen, März 1929)

 

Von Kaufmann Wilhelm Kolb, Ludwigsburg. 

Die Frage, ob es möglich ist, auch das geschäftliche Leben von heute nach strengen christlichen Grundsätzen zu gestalten, wird immer wieder gestellt. Einer innerlich ungebrochenen bejahenden Verantwortung der Frage begegnet man selten, obgleich dieses einfache volle Ja die selbstverständliche Antwort ist, die überhaupt gegeben werden kann, sofern man nur einigermaßen in das Wesen des christlichen Lebens eingedrungen ist. 

Die brennende Anteilnahme an dieser Frage läßt erkennen, daß hier für viele eine ernste Lebens- und Gewissensnot besteht. So selbstverständlich, so einfach das volle Ja auf die Frage ist, so müssen wir doch zugeben, daß dieses Ja wieder die allerschwerste Antwort darstellt, weil dieses Ja eigentlich einen Lebensweg ausmacht, den man nicht ohne Einsatz der stärksten Kräfte des Lebens erringen kann. 

Wie steht es denn mit der Wirtschaft? Ist sie derart abgeglitten von der ihr in der natürlichen Ordnung des Lebens von Gott zugewiesenen Stellung und Aufgabe, daß in ihr keine sittlichen Maßstäbe mehr gefunden oder noch besser gesagt, nicht mehr in sie hineingelebt werden können? Wir müssen die Frage stellen, um zur Klarheit zu kommen über unsere Voraussetzungen, die wir zur Wirtschaft im besonderen und zum Leben überhaupt haben mögen. 

Die Wirtschaft ist ein Lebensgebiet für sich selbst, hat in sich selbst eigene Gesetze und Ordnungen, Zwangsläufigkeiten, die sich in ihr mit Naturnotwendigkeit vollziehen. Wenn man aber diese Innengesetze und Eigenbedingungen der Wirtschaft in ihrer Tiefe besieht, so merkt man, daß es die nämlichen Gesetze und Bedingungen sind, wie sie auf allen andern Lebensgebieten gefunden werden können. Alle diese Eigengesetze sind der Durchdringung und Beherrschung von einem höheren Lebensgedanken aus fähig, ja sie sind geradezu darauf angelegt, von einem höheren Lebensgedanken aus beherrscht werden zu müssen. Überall wo diese mit Bedingtheit in die Dinge hineingelegten Eigenordnungen sich zur Geltung in Absolutheit aufgeschwungen haben, stehen wir nicht mehr am rechten Ort, sind wir von der klaren Fährte des Lebens gewichen. Die Wirtschaft hat sich an ihrer eigenen Sache verirrt. Es ist der brutale Zweckgedanke, der ihr von ihrer eigenen ihr vom Leben zugewiesenen Aufgabe durch Übersteigerung und aus Mangel an Einsatz eines höheren Lebensgedanken ständig zuströmt. In der Notwendigkeit des Lebens hat dieser Zweckgedanke eine Nährquelle, aus der er ständig nicht allein sich selbst speist, sondern auch die sittliche Berechtigung seines brutalen Charakters glaubt hernehmen zu müssen. In der Forderung der absoluten Geltung ihrer Eigenbedingungen offenbart die Wirtschaft den Charakter der Gottlosigkeit. 

Dieser Gottlosigkeitscharakter der Wirtschaft ist nicht Einzelerscheinung, die nur an der Wirtschaft festgestellt werden kann. Dieser Gottlosigkeitscharakter ist ebenso auf allen anderen Lebensgebieten vorhanden. In seiner Erscheinung offenbart er die Verirrtheit unseres Gegenwartslebens. Und wenn wir es nicht längst schon anderswo bemerkt haben würden, so müßten wir es an dieser überall sich gleichbleibenden (vielleicht nur da und dort im Maß verschiedenen) Gesamtäußerung eines Zustandes feststellen, da? Diese Einzelgebiete wie Wirtschaft usw. es eigentlich noch nicht sind, die wir suchen müssen, sondern daß das hinter ihnen befindliche Leben gefunden werden muß, von dem die Einzelgebiete nur ein Ausdruck sind. Und so ist es in Wirklichkeit auch. Die Wirtschaft ist noch nicht das Leben selbst, sie ist nur Ausdruck, Offenbarung eines Lebens, das gelebt wird. Wollen wir also der Wirklichkeit in ihrer Tiefenanlage begegnen, so müssen wir dem Leben begegnen, von dem die Wirtschaft zeugt.

Wir bedürfen dieser grundsätzlichen Feststellungen, um einen Boden zu gewinnen, von dem aus den Dingen nähergetreten werden kann. Indem wir dem Leben selbst begegnen wollen, glauben wir, damit bereits das ganze Problem aufgerissen zu haben.

Auch die Wirtschaft gehört zu der „Welt“, die überwunden werden muß. Es wären wirklich falsche Voraussetzungen, wenn wir Meinen würden, die Wirtschaft sei als eine an sich moralisch reine Größe dieser Welt zu fassen. Es darf uns nicht wundern, daß sie das nicht ist. Auch sie gehört zu der „Welt, die im Argen liegt“. Es wäre töricht zu meinen, man dürfe auf dem Gebiet des Wirtschaftlichen alles tun und treiben lassen, was nur irgend getan und getrieben werden kann. Die Wirtschaft ist ein Tätigkeitsfeld, auf dem der Christ Mut und Willen des Glaubens zu beweisen hat. Wir sind der Wirtschaft gegenüber ganz von vornherein auf Einsatz unseres Lebens gewiesen. Es zeugt nicht nur von Mangel an Einsicht in die Struktur der Dinge, sondern vor allem auch von Mangel am Willen der Entscheidung, wenn man auf der einen Seite über den moralisch entgleisten Zustand der Wirtschaft sich beklagen, auf der anderen Seite aber sein persönliches Leben zur Gestaltung der Dinge in sittlichem Sinn doch nicht wagen will.

Mit den falschen Voraussetzungen, die wir an das Leben heranbringen, ist in der Regel auch ein falsches Lebensziel verbunden. Wir sind weithin von einer eudämonistischen Auffassung vom Leben ergriffen. Im Glücksgewinn und Wohlergehen glauben wir, das Ziel unseres Lebens suchen zu müssen, und die Fassung des Lebens als Auftrag und Aufgabe ist uns vielfach verloren gegangen. Auch vom Christentum her glauben wir uns einen Freibrief für allerlei Ansprüche auf Schonung unseres Lebens ausstellen zu können. Fälschlicherweise glauben wir das. Echtes, biblisches Christentum ist nämlich das gerade Gegenteil davon. Es ist mutvolle Bejahung der Herbigkeit dieses gegenwärtigen Lebens. Von Abraham sagt der Ebräerbrief, er habe in Kraft seiner Glaubenserwartung in „Hütten wohnen können“, d.h., er war in Kraft seiner Glaubenserwartung den Entsagungen des Lebens gewachsen, er konnte sich bescheiden und begnügen und ein volles Ja zu den Herbigkeiten des Lebens aufbringen.

Die Gegebenheiten unseres gegenwärtigen Daseins sind Auftrag an uns. Wir sind gesetzt, aus den Verhältnissen unserer Zeit heraus den Weg zu Gott zu suchen. Die Schwierigkeiten, die sich dem christlichen Sittlichkeitswillen in der Wirklichkeit entgegen stellen, haben an uns etwas auszurichten. Würden wir die Schwierigkeiten nur umgehen, und läge es uns nicht daran, sie innerlich zu überwinden, so kämen wir nicht zu jenem Maß von Lebenshöhe, das Gott dem Geschlecht unserer Zeit zu geben gewillt ist. Es bliebe noch irgend etwas Unerfülltes in uns selbst zurück, wenn wir die gegenwärtige Zeit, deren Kinder wir sind, nicht voll überwinden würden. Jeder Zeit ist von Gott nicht nur ihre besondere Aufgabe, sondern auch ihre besondere Gabe verliehen. Aufgabe und Gabe haben Beziehungen zueinander. Der Gottlosigkeitscharakter der gegenwärtigen Zeit ist Auftrag für die Christen. Seine Überwindung muß die Gottesgabe für unsere Zeit herausgestalten helfen. Also muss der Weg auf Gott zu von der Gottlosigkeit des Zeitcharakters aus seinen Ausgang nehmen. Die Weltanschauung von der „absoluten Selbstgleisigkeit der Dinge“ mit der damit verbundenen verkehrten Sinngebung des Lebens, die, in großem Umriß gesagt, den Gottlosigkeitscharakter der Zeit ausmacht, wäre von einer Stellung „in Christus“ aus, auf die Dauer auch gar nicht tragbar, wenn man nicht in innerer Überwindung zu ihr stehen und nicht in missionarischem Sinn an ihr arbeiten würde.

An unserem Lebenseinsatz ist alles gelegen. Dieser entspringt dem Glauben. In dem Maß, als wir vom höheren Lebensgedanken ergriffen und bewegt sind, sind wir befähigt, uns in unserem Willensleben zum Lebenswagnis zu entscheiden. Den Charakter des Wagnisses wird jede ernsthafte Entscheidung für ein Handeln im Geiste Jesu an sich haben. Dieser Charakter ist durchaus da, und er muss voll durchgewagt und durchgekostet werden. Jedes wahrhaft christliche Handeln erhebt den Anspruch des Mutes an den Menschen, weil jeder Lebenseinsatz den Durchbruch durch eine Welt von Hemmungen bedeutet, die in uns selbst und in den uns umgebenden Verhältnissen liegen mögen.

Die Forderung der Entscheidung zum Lebenseinsatz in sittlichen Sinn tritt zu bestimmter Stunde an uns heran. Nicht jede Stunde fordert die nämliche Entscheidung. Aber alle Entscheidungen tragen den gleichen Charakter. Zwischen allen Entscheidungen besteht ein geheimer, verborgener Zusammenhang, den wir zunächst nicht wahrnehmen, der sich aber bei der Überschau des Lebens doch bemerkbar macht. Eine Entscheidung reitet sich an die andere, gleichsam wie an einer Kette, eine wächst aus der andern hervor, Eine stärkt auch die andere. Der Mut zur Selbstverleugnung, den der junge Georg Müller, der spätere Bristoler Waisenhausvater, bald nach seiner Bekehrung in einer entscheidenden Tat erstmals bewies, hat diesen Mann für sein ganzes Leben gestärkt. Mueller hatte eine französische Novelle übersetzt, in der Hoffnung auf gute Honorierung. Diese Arbeit übergab er eines Tages dem Feuer, nachdem ihm das Sündige an der Sache klar geworden war.

Obgleich die Entscheidung jedesmal ihre bestimmte Zeit haben wird, gleichsam kommt und geht, also mit einer bestimmten Notwendigkeit auftritt, so gestaltet sich die Entscheidung beim Menschen selbst doch jedes Mal als ein Akt freier Entschließung, freier schöpferischer Gestaltung aus. Und diese Freiheit der Entscheidung ist es gerade, die das Lebenswagnis ausmacht.

Das Wagnis des Lebens in religiös-sittlichem Sinn ist, aber kein bloßes Experimentieren aufs Ungewisse. Wahrhaft christlichem Handeln wird man unmöglich den Charakter eines Handelns aufs Ungewisse beilegen können, denn es ist in Wirklichkeit ein Handeln in großer Gewißheit. Hinter diesem Handeln steht das Wort des lebendigen Gottes, und dieses Wort ist dem Christen nicht etwa nur nach Gutdünken überlassen, es ist ihm Befehl. Das Wort und der durchs Wort gewirkte Glaube sind es, die das christliche Handeln mit so großer Gewissheit erfüllen.

Da in der Wirtschaft alles auf den Zweck der Dinge eingestellt ist, so ist man sehr versucht, sich immer nur vom Nützlichkeitsgedanken bestimmen zu lassen. Die Theorie der Nützlichkeit ist die große Philosophie der Wirtschaft, auf die man bewußt oder unbewußt in der Wirklichkeit des Wirtschaftlichen eingestellt ist. Und die hemmungslose, jeder Kontrolle durch einen höheren sittlichen Lebensgedanken entzogene Entfaltung der Nützlichkeitsidee ruft die großen Versündigungen des wirtschaftlichen Lebens hervor. Denn nicht alles, was wirtschaftlich „nützlich“ ist, ist auch gut, lauter, in sittlichem Sinn echt. Aber alles in sittlichem Sinn Reine, Große und Echte, alles Gottmäßige ist unbedingt nützlich. Es ist das Allernützlichste, das es überhaupt gibt, auch wirtschaftlich das Allernützlichste. Doch diese Nützlichkeit ist nicht immer zu erkennen, sie ist vielfach verborgen, weil sie dem höheren und höchsten Lebensgedanken zugehört und nur von dorther als „wahrhaft nützlich und notwendig“ erkannt werden kann. Hier zeigt es sich uns deutlich, daß an das christliche Handeln von zwei Seiten her Forderungen gestellt werden, von der reinen wirtschaftlichen Seite und der reinen sittlichen Seite. Und beide Forderungen werden gleichzeitig gestellt! Und beide Forderungen in Eins zusammenzubringen, und zwar so, daß der sittliche Gedanke als der höhere triumphiert, macht den christlichen Lebenssieg aus. Hier durchzukommen, ist der bloßen Vernunftkraft unmöglich, wenn nicht das Wagnis des Glaubens einsetzt. Hier gilt nicht immer nur das Sichtbare, denn hier muß man ins Unsichtbare hineingreifen, und das kann nur ein Glaube, der von Gott her seinen Zustrom hat. 

Das Leben im Geiste Jesu ist schöpferische Lebensneugestaltung. In mancher Hinsicht hat die Nachfolge Jesu etwas dem künstlerischen, dem schöpferischen Lebensdrang Ähnliches an sich, obgleich zwar die Nachfolge Jesu auf einem ganz anderen Boden als dem des Naturgeborenen steht. Ein Mensch, der lebendige Beziehung zu Christus hat, gestaltet fortgesetzt an einer neuen Lebenswirklichkeit. Jeder Tat gottgläubigen Gehorsams wohnt eine göttliche Gestaltungskraft inne. Was die heutige Zeit von dem Christentum fordert, ist der Erweis schöpferischer Lebenskraft. Mit anderen Worten: Wieder ist es der Einsatz des Lebens, das Wagnis des Glaubens. 

Wie allem schöpferischen Gestalten, so haftet auch dem Handeln aus Glaubensgehorsam der Charakter des Undurchschaubaren an. Dem Christen bleibt ein freies, mutiges Wagen durchaus nicht erspart. Wir werden im Leben immer wieder vor Aufgaben gestellt, an denen wir nie ganz hinaussehen, die sich uns nie so völlig enthüllen, daß wir sie gänzlich durchschauen mögen. Das muß so sein. Wie könnte man auch von einem Wagnis des Glaubens reden, wenn alles durchschaubar wäre! Alles religiös-christliche Handeln vollzieht sich aus Freiheit der persönlichen Entschließung. Deswegen ist es auch bedeutsam, welcher Art die uns bewegenden Kräfte sind. Weil so viel im Leben aufs Undurchschaubare gebaut werden muß, ist es notwendig, Kraft und Ziel des Lebens in ständiger Reinigung, Läuterung und Erneuerung zu erhalten. Weil so viel ins Geheimnis des Lebens — und das Leben ist ein Geheimnis — hineingewirkt werden muß, ist es notwendig, die eigene Lebenswurzel tief im größten Geheimnis, in Gott, gelegt zu haben. 

Weil alles Glaubenstum in voller Freiheit des Geistes wie des Lebens sich vollzieht, darf uns das Undurchschaubare der Dinge nicht wundernehmen. Es gehört notwendig zu dem freien schöpferischen Werden und Gestalten, das ein Glaubensleben in Wirklichkeit ist. Das tragende Moment des Glaubenslebens ist das Vertrauen in die Wirklichkeit Gottes, und das Undurchschaubare muß ihm notwendig als das Moment des Wagnisses anhaften. Und doch: Trotz allem Undurchschaubaren, das voll durchgekostet werden muß, bleibt dem Christen in der ständigen Frage nach dem, was Gott wohlgefällig ist und im Unterstellen des Willens unter das göttliche Wort stets eine klare Linie des Handelns erhalten. 

Viele sagen, daß sie sich nicht für Christus entscheiden könnten, weil der gewaltige Zwang der Dinge des geschäftlichen Lebens und das Hineingebanntsein in eine Welt unmoralischer Wirtschaftspraktiken sie ständig an dieser Entscheidung hindere, jegliches sittliche Aufraffen überhaupt unmöglich mache. Ist es wirklich so? Wir fragen, auf welchem Lebensgebiet und unter welchen Lebensumständen wir unsere größten sittlichen Entscheidungen zu treffen haben, diejenigen Entscheidungen, welche unserem Lebensweg die Richtung weisen. Und wo wir uns umschauen mögen, so müssen wir überall finden, daß die größten sittlichen Entscheidungen, die von uns gefordert werden, nicht diejenigen sind, wo wir unter Zwang und Not und Druck der Dinge uns befinden, sondern da, wo wir die vollkommene Freiheit unserer eigenen Entschließung haben, wo uns kein Mensch und kein Ding und kein Verhältnis an der Entscheidung hindernd im Wege ist. Wenn Schulmeister Kolb von Dagersheim, jenes bekannte Original eines geisterfüllten schwäbischen Stundenmannes, einmal sagt, es komme ihm vor, als ob Gott unsere Amtssünden wie zwischen den Fingern durch ansehe, um so genauer nehme er es aber mit unserem privaten Leben, so spricht dieser Mann wohl etwas Ähnliches, was wir meinen, aus. Der Weg auf Gott zu nimmt irgendwo seinen Ausgangspunkt und setzt sich von da aus fort. Und dieses „Irgendwo“ des Ausgangs steht dicht bei unserer vollkommenen Freiheit, ja mitten drin in ihr. Unsere Schwierigkeiten und Notlagen, unsere sittlichen Hemmungen dürfen nicht nur ausschließlich als Einzelfälle und Einzelvorkommnisse, herausgeschnitten aus dem Zusammenhang des Lebens, gefaßt werden; sie müssen vielmehr aus einem Komplex von Leben heraus begriffen werden. Denn bestimmte sittliche Entscheidungen unseres Lebens sind nur möglich als Frucht vorausgegangener anderer sittlicher Entscheidungen, die ganz wo anders liegen mögen, die aber nichtsdestoweniger ihre geheimen Fäden und Beziehungen zu den andern Lebensdingen haben. 

Wie sich beispielsweise die Anlage des Charakters eines jungen Mannes an der Stellung des jungen Mannes zum andern Geschlecht entscheidet, so sind auch dem Wirtschaftsmenschen gewisse grundlegende Dinge gesetzt, an denen er sich zu entscheiden hat und die die Anlage des sittlichen Charakters und der sittlichen Persönlichkeit des wirtschaftlichen Lebens bestimmen. Welches sind diese Dinge? Wir nennen drei. Wir entscheiden uns am Willen zur Wahrheit, an unserer Stellung zum Nebenmenschen und an unserer Stellung zur Sache. Man kann feststellen, daß überall da, wo wir den Spuren der Wahrheit nachgehen, wir zu einer bestimmten inneren Lebensfreiheit geführt werden. Die Wahrheiten des Lebens aufgreifen — und wir meinen dabei nicht nur die großen fundamentalen Wahrheiten des menschlichen Seins, wir meinen auch die kleinen und großen Wahrheiten des täglichen Lebens, in summa summarum alles, was Wahrheit ist —, diese Wahrheiten aufgreifen und sie mutvoll bejahen, führt auf eine Lebenshöhe, führt zu einer Lösung, einer Befreiung der Persönlichkeit. Ohne unerbittliches Wahrheitswollen dringen wir nicht durch. Wir bleiben in tausend Dingen stecken,  die uns Qualen, Sorgen und viel Not bereiten und die Quelle unserer Halbheit nie verschließen lassen wollen. Der Wahrheit muß man mutvoll ins Auge sehen lernen. Und um der Wahrheit willen gehört, gewagt! Denn im Aneignen der Wahrheiten des Lebens vollzieht sich in uns ein Vorgang des werdenden neuen Lebens. Wir kommen zu einem neuen Lebensbesitz nur, indem sich in uns Wahrheit an Wahrheit reiht. Denn Wahrheit reiht sich nur an Wahrheit, nicht an Lüge. Und auch nur mit Hilfe derjenigen Wahrheit, die uns bereits zum inneren Lebensbesitz geworden ist, vermögen wir festzustellen, was Wahrheit in dem Neuen ist, das uns entgegentritt. Diese Erfahrung entspricht ganz dem uns von Kant gelehrten Gesetz von den Kategorien des Daseins. Es ist nicht immer leicht, der Wahrheit die Ehre zu geben, und es beschämt den Christen tief, bei sich immer wieder neue Quellen versteckter Unwahrheit entdecken zu müssen. Aber die Tatsache besteht, und sie stärkt den Wahrhaftigkeitswillen, daß die Wahrheit neue Möglichkeiten schafft, neue Gegebenheiten bringt, Dingen Tür und Tor öffnet, die hereinragen und hereinwirken da, wo unsere menschlichen Möglichkeiten erschöpft sind. Und das geschieht, weil Gott in der Wahrheit wirksam ist. Es ist so: Wo die Fäden der Wahrheit aufgegriffen werden, gestalten sich die Dinge neu. Gott sorgt dafür, daß der Wille zur Wahrheit leben kann, wo er vom Menschen aus ganzer Ergriffenheit gewagt wird. Mit dem Willen zur Wahrheit zerreißen wir den unheimlichen Zwang der Ketten und Bande eines irren geschäftlichen Denkens und Handelns, dessen sittliche Verirrung nicht etwa dadurch gerechtfertigt sein kann, daß sie in so breiter Front auftritt.  

Wir entscheiden uns an unserer Stellung zum Nebenmenschen. Der brutale Zweckgedanke, in den das Wirtschaftsleben hineingebannt ist, kann nur aus einer innerlich erneuerten Stellung zum Nebenmenschen heraus gebrochen werden. Viele Dinge entscheiden sich nicht in der Theorie, sondern in der Lebenswirklichkeit. Das Leben, das gelobt wird, befruchtet das Leben. Zur Wahrheit muß die Liebe treten. Pascal sagt: „Wahrheit allein ist noch nicht Gott, Wahrheit allein ist ein Götze. Gott ist Wahrheit – und Liebe.“ Die Liebe im wirtschaftlichen Leben wird im Erwachen eines neuen Verantwortungsbewußtseins geboren. Die Liebe hat Kleider, in denen sie einherwandelt, Gestalten, in die sie sich verbirgt und lebt. In der Gestalt der Gerechtigkeit schreitet sie durch unser wirtschaftliches Leben dahin. „Säet euch Gerechtigkeit — und erntet Liebe“, ist ein alter Spruch. Wir brauchen sie, die freie Tat freischaffender Liebe, einer Liebe, die nicht auf das Ihre sieht, sondern auch auf das, was des andern ist. Wir brauchen sie, weil sie den Dingen erst die Gestalt gibt, weil der Weg unserer eigenen Freiheit und Entfaltung durch sie hindurchläuft. – Professor Ernst Abbé, der verstorbene wissenschaftliche Leiter der Zeißwerke in Jena, ein Arbeitersohn, der große Wohlfahrtseinrichtungen in diesem industriellen Unternehmen geschaffen hat, erzählt in seinen Schriften folgendes über das Entstehen des in ihm lebendig gewordenen neuen Gedankens. Im Sommer 1871 habe der Drechslergeselle August Bebel in Jena eine Agitationsrede gehalten. „Wenn schon“, so Abbé wörtlich, „diese Rede in den meisten Punkten meinen Widerspruch herausforderte, so hat sie mir doch einen nachhaltigen Impuls gegeben, angesichts der wirtschaftlichen Vorgänge in meinem Umkreis immer die Augen offen zu halten und insbesondere alles, woran ich selbst beteiligt war, unter dem Bewußtsein strenger Verantwortung zu betrachten.“ Es ist so: Mit dem Erwachen des Bewußtseins, daß wir nicht für uns allein zu leben haben, daß wir Verantwortung für unsere Umwelt haben, ersteht ein neuer sittlicher Mensch in uns. 

Wir entscheiden uns auch an unserer Stellung zur Sache. Wirtschaftsdienst ist Dienst an der Sache. An dem Maß von Treue, das wir „der Sache gegenüber“ aufzubringen den Mut haben, entscheidet sich unsere Befähigung zu neuem sittlichem Tun im Wirtschaftsleben. In der Gewissenhaftigkeit gegenüber Anvertrautem ist keimhaft, gleichsam in potentieller Art das ganze Maß von sittlicher Willenskraft enthalten, das im Leben einzusetzen wir nicht hintanhalten dürfen. Wir sind überzeugt, daß jener Mann, der in wunderbarer Weise berufen ward, als ägyptischer Ernährungsminister ein ganzes Volk durch einen großartigen, von Gott eingegebenen Organisationsgedanken in teurer Zeit hindurchzuretten, in seinem Ministeramt die nämlichen Kräfte (und keine andern) von Treue hat einsetzen müssen als die Jahre zuvor in Potiphars Haus und als Gefangener im Gefängnis, die nämlichen Kräfte, wenn sie auch auf dem Ministerstuhl voll entwickelt erscheinen mögen.  

Vorhin sprachen wir von den neuen Möglichkeiten, die im Willen zur Wahrheit dadurch begründet sind, daß sich die Wahrheit einen Weg bricht. Der Wille zur Wahrheit dringt nicht nur nach außen zu und verschafft sich dort Raum, er dringt auch nach innen zu, indem er das Ziel unseres Lebens wandelt und die Motive unserer Handlungen reinigt. Wir gelangen zu einem neuen Lebensziel und einer neuen Lebensauffassung. Unser Leben gestaltet sich zu Dienst und Hingabe. Und was schon im naturhaften Sinn des Lebens gelegen ist, nämlich die Fassung des Lebens als Auftrag, kommt erst durch die sittliche Willensentscheidung ganz zum Durchbruch. Dienst, Hingabe, … das ist die Richtung der neuen Lebensgestaltung. Wir brauchen ein hohes Lebensziel, damit uns das Losreißen von den Hemmungen und der Sünde gelingt. 

Die Frage nach dem Erfolg ist diejenige Frage, die wir am tiefsten zu fassen haben. In ihr kristallisieren sich gleichsam alle wirtschaftlichen Fragen in Eine zusammen, und an ihr in christlich-sittlichem Sinn sich nicht zu verirren, erfordert den gewaltigen Einsatz sittlicher Willens- und christlicher Glaubenskraft. Alles wirtschaftliche Tun und Treiben ist auf den Erfolg eingestellt. Auf der einen Seite erkennen wir die Notwendigkeit des Erfolges, weil für uns Wirtschaftsmenschen die Wirtschaftsfrage mit der Existenzfrage zusammenfällt. Wir erkennen auch, daß das biblische Leben, die göttlichen Gaben und Kräfte nicht gegen den Erfolg streiten. Andererseits aber müssen wir ernsthaft fragen: Kann der Erfolg wirklich unser letztes Lebensziel sein? Ist der Erfolg unter allen Umständen geboten? Und indem diese Fragen nur aufgeworfen werden, tritt uns das Problem des Erfolges bereits in seinem vollen Umfang entgegen. Steht der Erfolg als unser einziges, letztes Lebensziel da, so werden notwendig die Beweggründe unseres Handelns aus der Reinheit und Unbedingtheit, in der sie sich — wie wir bis jetzt gesehen haben — befinden sollen, verrückt. Es kann nicht sein, daß der Erfolg unser letztes Ziel ist. Es gibt noch höhere Lebenswerte als den Erfolg, die gefunden werden müssen. 

Wilhelm von Kügelgen sagt von seinem Leben, das, was er habe erreichen wollen, habe er nicht erreicht. Eins aber sei er geworden, wonach er nicht strebte, was er nicht wollte: klein sei er geworden, ganz klein. …  

Im Licht der göttlichen Wahrheit stellt sich uns das Leben unter ganz neuen Gesichtspunkten dar. Wir gelangen zu einer Umwertung der Dinge; wir fangen an zu begreifen, daß das göttliche Leben, das gelebt werden soll, ganz unabhängig vom Erfolg oder Nichterfolg gelebt werden muß. 

Ist uns der Erfolg gewiß? Die Antwort hierauf ist uns bereits gegeben. Und die andere Frage: Kann uns das christliche Leben auf dem Wege zum Erfolg dienlich sein?, müssen wir dahin beantworten: Wenn wir die Gabe des Herrn Christus gebrauchen wollten, um zum geschäftlichen Erfolg zu gelangen, so würden wir uns an der Gabe versündigen. Gott kann nicht einer Sache wegen gebraucht werden. Wir können ihn nur um seiner selbst willen gebrauchen. Das Unbedingte darf nicht zur Schaffung des Bedingten, das Ewige nicht zur Schaffung des Zeitlichen mißbraucht werden. Wogegen wir uns ernsthaft bei uns wenden müssen, ist, daß wir noch nicht die letzten Konsequenzen gezogen haben. Wir lassen uns das Christentum gerne gefallen, weil es uns Segen verheißt. Wir sehen, daß das Christentum ein Weg ist, um zu einem Ziel, auch zu einem geschäftlichen Ziel zu gelangen. Aber die Unerbittlichkeit seiner Forderung, die Unbedingtheit seines Charakters lassen wir liegen. Ungemein klar erkennbar tritt uns diese letzte Konsequenz, die das göttliche Leben fordert, in der Antwort der drei Freunde Daniels an Nebukadnezar entgegen: „Unser Gott, den wir ehren, kann uns wohl erretten aus dem glühenden Ofen, dazu auch von deiner Hand erretten. Und wo er‘s nicht tun will, so sollst du dennoch wissen, daß wir deine Götter nicht ehren, noch das goldene Bild anbeten wollen.“ … Hier begegnen wir dem Wagnis des Glaubens in seiner ganzen Größe. Und wenn wir von einem Wagnis des Glaubens im wirtschaftlichen Leben sprechen wollen, so meinen wir damit kein anderes Wagnis als dieses, das letzte Konsequenzen in sich birgt. Und wo man gewillt ist, diese letzten Folgerungen mutvoll auf sich zu nehmen, wo ein Leben des Glaubens gelebt wird frei, los, ledig von allen Absichten auf irgendwelchen Zweck, wo ein Glaubensleben in die Wirtschaft hineingelebt wird rein um Gottes willen, da wird es sich ausweisen, daß dieses Leben — gerade nur dieses den allerstärksten und allernachhaltigsten Einfluß auf die Wirtschaft auszuüben vermag. Es wird sich ausweisen, daß dieses Leben von Segen für die Wirtschaft wie für den Menschen ist, auch wenn der Segen nur wenig, vielleicht sogar ganz und gar nicht in der meßbaren Form menschlichen Erfolges festgestellt werden kann. Das aus Christus fließende Leben braucht nicht notwendig den Erfolg. Weder gründet es sich auf den Erfolg, noch hat es ihn zum Ziel. Es kann gelebt werden auch ohne Erfolg und muß gelebt werden auch ohne Aussicht auf Erfolg, denn es steht in sich selbst. Aber erfolglos wird es trotzdem nicht sein. Der Erfolg fließt ihm nebenher nach dem Wort des Herrn Matth. 6,33. Um des Erfolges willen dieses Leben leben, macht unfähig, die letzten Folgerungen zu wagen, die dieses Leben in sich birgt; es läßt uns geradezu scheitern an diesem Leben. 

Einmal sehen wir, daß das göttliche Leben ganz außerhalb der Bedingtheit dieser Welt steht; und auf der anderen Seite tritt doch diese Gegenwartswelt mit den bestimmten Forderungen ihrer Aufgaben an uns heran, die wir zu erfüllen haben, und die der Christ gerade vom Christentum her und aus Christentum erfüllen muß. Es müssen also Beziehungen sein, die ihren Schnittpunkt anderswo als in dem Zweckgebrauch des Göttlichen zur Gestaltung der Dinge des diesseitigen Lebens haben. Diese Beziehungen ruhen in Gott selbst. Er ist eben doch der, der durch diese Welt hindurchschreitet, der Segen die Fülle hat, auf den alles Werk, bewußt oder unbewußt, zuletzt doch hinausläuft, der nicht etwa nur eine philosophische Gottesidee, nicht etwa nur ein Gesetz des Lebens ist, sondern der unumschränkte Herr alles Lebens, der Lebendige selbst. Und jenseits unseres Glaubenswagnisses ersteht uns die Berührung mit ihm! 

In Oswald Spenglers Werk vom Untergang des Abendlandes sind meine Gedanken an nichts so sehr hängen geblieben als an seiner Gegenüberstellung von Pilatus und Jesus und an der von Spengler zitierten Pilatusfrage: Was ist Wahrheit? Nichts hat mich von all den Problemen, die Spengler aufgreift – und der Spengler greift Probleme auf – mehr bewegt die Jahre hindurch, seit ich das Werk gelesen habe, als gerade die Auslegung, die Spengler der Pilatusfrage gibt. Hat Spengler recht, wenn er die Welt der Wahrheit und die Welt der Wirklichkeit (der Tatsachen) auseinanderreißt und jede für sich in Absolutheit setzt? Ja er hat recht in seiner Fassung der Welt der Wahrheit als Sache und der Welt der Tatsachen als Sache. Es geht keine Brücke  hinüber aus der Welt der Tatsachen hinüber in die Welt der Wahrheit. Man kann nicht aus der Welt der Tatsachen hinüberbauen in die Welt der Wahrheit. Aber Spengler hat keineswegs recht, sobald die beiden Welten in ihrer gegenseitigen Berührung in der menschlichen Persönlichkeit gesehen werden. Und entschieden müssen sie so gesehen werden. Das ist das ungeheuer Große am Menschenleben, daß der Mensch selbst die Brücke dieser beiden Welten ist, sie sein soll. Pilatus ist mit seiner Frage an eine Schwelle geführt worden. Aber die Schwelle hat er nicht überschritten; er hat sie nicht überschreiten können. Denn hier an dieser Schwelle ist die eigentlich große Entscheidung, die das Christentum fordert. Man kann aus der Welt der Tatsachen und Wirklichkeiten nicht hinüberbauen in das Reich der Wahrheit, wenn das Reich der Wahrheit nicht hinübergebaut hat, im Menschen und durch den Menschen in das Reich der Wirklichkeit. 

Mag die Beziehungslosigkeit der Welt der Wahrheit zur Welt der Tatsachen noch so behauptet werden, die Beziehung besteht eben doch und sie besteht ganz mächtig. Sie vollzieht sich in dem Menschen, der sich der Wahrheit unterwirft. Es gibt Dinge, die gar nicht anders bewiesen werden können, als daß sie vom Leben aufgenommen und gelebt werden. Die Wahrheit muß gelebt werden. Der große Beweis des göttlichen Lebens ist dieses Leben selbst, das gelebt wird, und die Tatsache, daß es gelebt wird, vielleicht aller Welt zum Trotz, macht das Glaubenswagnis aus. 

Und dieses Leben ist Kampf! Harter, ernster Kamp! Wir Menschen sehen allem Leben, auch dem christlichen Leben, mehr hintennach, als daß wir es in seinem seienden Zustand fassen. Wir fassen es mehr in einer fertigen, ausgeschlossenen Form, als daß wir es in seiner über alles Wirklichkeitssein entscheidenden Wahl und seinem Kampf in dämonenhafter Art und Größe erkennen. Es hängt alles an der Entscheidung, die der Mensch trifft, und an dem Mut des Glaubens, den er beweist. Jener junge Deutsche in Paris, der seinem Freund in der Heimat schrieb, ein Christ sein möchte er wohl auch, aber den Kampf kämpfen, den ein Christ zu kämpfen habe, möge er nicht, und deswegen lasse er es lieber sein, — jener junge Mann hat wohl kaum geahnt, welche Entscheidung er damit gefällt hat. Sein Freund hatte ihm nämlich geschrieben von einer Wandlung der Dinge seines Lebens, die durch den Glauben an Christus gekommen sei. 

Hilty sagt einmal über das Glaubensleben, es müsse soweit kommen, daß sich in dem Menschen, der glaubt, gewisse Grundsätze sammeln, aus denen heraus er ständig handle. Dieses Wort enthält eine große Erfahrungswahrheit. Nur läßt es u. E. den Charakter des Triebhaften, der dem göttlichen Leben eigen ist, noch etwas dahinten. Dieser kann in Hiltys Wort nicht ganz untergebracht werden. Denn der Christ handelt nicht nur aus einem Gesetz des Lebens, sondern auch aus einem Trieb des Lebens. Das macht die Entscheidungen immer wieder leicht, daß der Christ bei jeder Wahl des Guten vom Geist getrieben wird, so zu handeln und nicht anders. Das Leben des Glaubens kann nicht nur als eine Art Häufung von Lebensgrundsätzen ausgelegt werden; denn es ist auch eine Quelle, es ist Strom, es ist Trieb des Geistes. 

Die Gewissensnot bleibt dem wirtschaftenden Christen durchaus nicht erspart. Der Weg, den der Christ einzuschlagen hat, geht vielfach über Nötigungen, die vom Gewissen ausgehen. Die ungeheure Spannung der zwei Welten, in die der Christ hineingesetzt ist, muß ganz notwendig „Not des Gewissens“ hervorrufen. Der Kampf um die Unbeflecktheit des Gewissens inmitten in aller seiner Not ist es aber auch, der ein starkes Persönlichkeitsleben ausgestaltet. Und wo Gewissensgröße ist, da ist gegen den gewaltigen Rationalisierungswillen der Zeit ein Damm errichtet, daß der Mensch nicht noch zur „Sache“ gemacht wird. Das Gewissen tut den Dienst an uns, daß es uns sagt, ob wir nach unserer Überzeugung gehandelt haben oder nicht. Es hat Einheit unserem Leben zu verschaffen. 

Wir sind auf Vergebungsgnade gewiesen! Denn wir sind nicht ohne Fehler und werden nicht ohne Fehler sein. Aber mögen uns unsere Fehler auch noch so sehr niederdrücken, mögen sie uns auch noch so sehr zu schaffen machen, — das Entscheidende der Dinge liegt doch nicht eigentlich bei unseren Fehlern, sondern darin, daß wir demütig und bußfertig genug bleiben, uns zu unseren Fehlern zu bekennen. Denn Gott hat noch keinen einzigen verlassen, der sich zu seinen Fehlern wirklich bekannte!  

Das Leben erzieht uns. „Unsere Fehler müssen unsere Lehrmeister sein“, hörten wir einen alten Christen oftmals sagen. Die Forderungen der Lebenswirklichkeit müssen mit innerer Wahrhaftigkeit verfolgt werden. Wir brauchen eine Sehergabe für das Leben. Bei allem Wissen vom Leben müssen wir dem Leben doch stets mit innerer Unvoreingenommenheit gegenübertreten. Der Wille, das Leben nur von unseren Theorien aus zu beherrschen, darf uns nicht ergreifen. — Bei aller Strenge gegen uns selbst wollen wir stets darum ringen, mild zu sein gegen andere. Das Gesetz unseres Handelns soll ein Gesetz der Freiheit und nicht der Knechtschaft sein, vor allem nicht der Knechtschaft gegen andere. 

Wir sind auf Vergebungsgnade angewiesen! Allein schon unserer vielen Versäumnisse wegen! Unsere Versäumnisse sind es, die uns am meisten Not bereiten. Dieses Bewußtsein kehrt, jemehr die Gabe Gottes in Christus in uns lebendig wird. Es ist der Gedanke der Buße, der uns in der Tiefe ergreift. Nach einem Wort Cyprians von Karthago schöpfen wir aus der Buße ein größeres Maß von Charakterstärke und Glauben. 

In unserem Lebenseinsatz liegt alles! Lebenseinsatz deswegen, weil – wir reden von Wirtschaft – alles wirtschaftliche Tun zuletzt immer wieder Lebensgestaltung ist. Gott hat ein Ja und ein Nein zu den Dingen dieser Welt. Und ein Ja aufbringen, da wo Gott ein Ja hat, und ein Nein aufbringen, wo er ein Nein hat, — das macht, so groß als er auch sein mag, zuletzt den ganzen Kampf aus, den ein Christ zu kämpfen hat, den er auch im wirtschaftlichen Leben kämpfen muß. Aber dieser Kampf erfordert ein ganzes Wagnis des Lebens. „Der Mensch ist etwas, das überwunden werden muß.“ Dieses Nietzschewort, in voller Verneinung und Verachtung des Christentums ausgesprochen, sagt gerade das aus, was das Christentum fordert und was es in Wirklichkeit ist; nämlich ein Heldentum, ein Sieg, ein Lebensgewinn, weil es ein Sieg über uns selbst ist. 

Und trotz der Tatsache, daß wir mit allem, was wir aussprachen, die Größe und Bedeutung des Lebenseinsatzes in das hellste Licht gerückt haben, wozu jede Berechtigung vorliegt, so wollen wir in letzter Linie es doch nicht wagen, alles nur auf unsere Entscheidung, nur auf unsere menschliche Entschließung und damit nur auf uns Menschen abzustellen. Nicht nur jenes Erfahren und Wissen von Jeremia 10,23 bewahrt uns davor; nicht nur werden wir davon zurückgehalten, weil wir schon zuviel Versagen auch unseres besten menschlichen Wollens erlebt haben; nein, es ist vielmehr von der grundlegendsten Art, es so machen zu müssen. 

Denn der Glaube an Christus gründet sich nicht auf Anstrengungen unseres Willens, obgleich der Christusgläubige ein ganzer Mensch des Willens ist; er gründet sich auf etwas, das uns Gott hat klar machen und zeigen können und worauf wir, allerdings mit unserem Willen, eingegangen sind. Deswegen möchten wir alles ganz anderswo abstellen, indem wir, nach einer Liedstrophe zu reden, „dem ins Herz sehen, der uns so sehr geliebt“. Da sind die Wurzeln, da ist die Quelle, von daher fließt uns jenes Leben zu, das wert ist, gelebt zu werden, das wert ist, unser eigenes Leben daranzuwagen. … Und es wird sich ausweisen, greifbar klar ausweisen, daß es nicht umsonst ist, das eigene Leben zu wagen in freier Tat der Liebe und des Glaubens, die im Grunde ja doch nichts anderes ist, als was seine Tat der Liebe, sein Wagnis für uns hat unseren Herzen abringen können. 

Alles Große in der Welt, alles Ganze, auch alles große Erleben kommt von einem Reichtum, einem Überfluß her, der da ist, gleich einem Strom über seine Ufer tritt und in unsere Seele hereindrängt. Diese Beobachtung, die wir dem Leben abgesehen haben und immer zunehmender und überzeugender absehen, — was hindert uns daran, sie nicht auch auf das innere, tiefste und höchste Leben zu übertragen? Denn wir stellen sie auch hier fest. „In dem allen überwinden wir weit um deswillen, der uns geliebet hat.“ Es ist eine Fülle überragenden Lebens, ein Reichtum an göttlicher Liebe und Erbarmen da, und solange davon in unser Leben hereinströmt, mächtig hereinströmt und glaubenskräftig aufgenommen wird, solange wird auch Kraft zu dem Wagnis da sein, das der Glaube von uns fordert. 

Leben zwischen zwei Welten

Leben zwischen zwei Welten

Dorothee Schwertfeger – Unternehmerin, Christin, Brückenbauerin

Dorothee Schwertfeger aus Eisenach (Thüringen), 44 Jahre, verheiratet, Vorstandsmitglied von faktor c, ist es gewohnt, Spannungen auszuhalten. Zwischen Ost und West, Wirtschaft und Werten, Verantwortung und Zuhören. Als Dipl.-Betriebswirtin führt sie mit ihrem Bruder in 5. Generation das deutschlandweit agierende Familienunternehmen Innenausbau Schwertfeger und engagiert sich ehrenamtlich auf verschiedensten Ebenen für die Gesellschaft.

Für eine Betriebswirtin ungewöhnlich: mit 30 studiert sie Soziale Arbeit. Und das prägt ihren unternehmerischen Stil bis heute.

Kirche als kleine aber starke Gemeinschaft in der DDR

Geboren 1981 in Eisenach, erlebt Dorothee Schwertfeger die erste Zeit ihrer Kindheit in der DDR. Christlicher Glaube, den ihre Familie praktiziert, fordert eine klare Haltung. Denn Benachteiligung durch das DDR-Regime für engagierte Christen gibt es immer wieder. Daher lebt die Gemeinde der Evangelisch-methodistischen Kirche, zu der ihre Familie gehört, ihren Glauben klar und aufrecht aber nicht offensiv, in einer kleinen aber starken Gemeinschaft.

„Wir haben eher in einer kleinen Gruppe als Christen gelebt. Christsein war nicht sichtbar, nicht selbstverständlich und brauchte Mut.“

Auch nach der Wiedervereinigung empfindet Dorothee Schwertfeger Glauben zunächst als etwas, das Mut erfordert. Aber das ändert sich. Als Mitglied des Vorstandes von faktor c lebt die Diplom-Betriebswirtin diesen Glauben schon lange ganz bewusst sichtbar für alle.

Unternehmen mit wechselvoller Geschichte

Und noch etwas unterscheidet ihre Geschichte von einer typischen DDR-Biografie. Das Familienunternehmen Innenausbau Schwertfeger. Es existiert seit 1902 und übersteht als Produktionsgenossenschaft auch die DDR. In fünfter Generation leitet Dorothee Schwertfeger seit 2016 gemeinsam mit ihrem Bruder Jan-Albrecht das renommierte Unternehmen. Heute beschäftigt der Betrieb rund 30 Mitarbeitende, ist bundesweit tätig und fertigt sogenannte Funktions- und Objektmöbel für Arztpraxen und Krankenhäuser, für Bürolandschaften und für die gehobene Gastronomie.

Produkte an prominenten Orten

Besondere Aufmerksamkeit erregen dabei auch prominente Auftraggeber. Der Innenausbau der DFB-Akademie in Frankfurt am Main gehört ebenso dazu wie der der Hessische Landesvertretung in Berlin. Für einen Betrieb aus Thüringen sind das nicht nur prestigeträchtige Referenzen, sondern auch ein Zeichen gelebter gesamtdeutscher Normalität, die aber erst wachsen musste.

„Heute ist es für uns ganz normal, in ganz Deutschland zu arbeiten – auch wenn das früher als ‚Ost baut für West‘ beschrieben wurde.“

Zahlen sind nicht alles, Menschen schon

Nach dem Abitur entscheidet sich Dorothee Schwertfeger zunächst für ein Studium der Betriebswirtschaftslehre, das sie mit einem Diplom abschließt – eine „pragmatische Entscheidung“, wie sie sagt. Zahlen, Controlling und Organisation liegen ihr. Doch im Alter von ca. 30 kommt eine Phase der Neuorientierung. Sie spürt, dass ihr etwas fehlt, und so beginnt sie ein zweites Studium, ungewöhnlich für eine Unternehmerin: Soziale Arbeit.

Beruflich bleibt sie zwar im Unternehmen, doch der Perspektivwechsel wirkt nachhaltig. Besonders in der Personalführung profitiert sie bis heute von dieser zweiten inhaltlichen Ausrichtung.

„Ich habe gemerkt, dass ich gern mehr mit Menschen arbeiten möchte – nicht nur mit Zahlen.“

Führung als Beziehung

Im Alltag ihres Unternehmens setzt Dorothee Schwertfeger seitdem vor allem auf Teamarbeit, Augenhöhe und Wertschätzung. Führung basiert für sie nicht auf einer Ansammlung von Dienstanweisungen, sondern auf Beziehung mit den Mitarbeitenden.

„Führen heißt für mich nicht Machtausübung, sondern beginnt mit Zuhören.“

Gerade in einem Familienunternehmen spüre man sofort, wenn Mitarbeitende Sorgen haben – beruflich oder privat.

„Zuhören hilft, fair zu bleiben, nicht vorschnell zu urteilen und den eigenen Druck nicht ungebremst „nach unten“ weiterzugeben.“

Dieser Ansatz prägt auch ihren Umgang mit unterschiedlichen Generationen, von erfahrenen, altgedienten Handwerkern bis hin zu den jungen Auszubildenden der Generation Z.

„Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen. Meine Aufgabe ist es, die Stärken zu sehen und zur Entfaltung zu bringen.“

Engagement über das Unternehmen hinaus

Schwertfegers Engagement endet nicht am Werkstor. Zehn Jahre lang ist sie Mitglied des Stadtrats von Eisenach, arbeitet in verschiedenen Gremien und Aufsichtsräten, engagiert sich in ihrer evangelisch-methodistischen Kirchengemeinde und im Vorstand des Handball-Bundesligisten ThSV Eisenach. Zudem ist sie Vorstandsmitglied von faktor c – Christen in der Wirtschaft.

Diese Vielzahl an Rollen empfindet sie nicht als Belastung, sondern als Chance zur Vermittlung zwischen verschiedenen Bereichen in der Gesellschaft.

„Ich habe gelernt, Spannungen auszuhalten und im Gespräch zu bleiben – auch dort, wo es schwierig wird.“

Christliche Werte im Wirtschaftsalltag

Ihr Glaube ist für Dorothee Schwertfeger kein Zusatz, sondern Fundament. Er prägt ihr Menschenbild, ihren Führungsstil und ihren Umgang mit Verantwortung. Wirtschaftlicher Erfolg und christliche Werte sind für sie kein Widerspruch – aber auch kein Selbstläufer.

„Wertschätzung, Ehrlichkeit und Vergebung sind keine theoretischen Begriffe, sondern tägliche Übung.“

Gerade in Krisenzeiten – etwa während Corona oder angesichts steigender Energiepreise – zeige sich, wie tragfähig dieses Ethos ist. Kündigungen konnte das Unternehmen bislang vermeiden.

Mit Gottes Hilfe auf neue Gegebenheiten eingehen

Am Ende des Gesprächs auf Hope TV bringt Dorothee Schwertfeger ihre Haltung gegenüber Moderator Michael vom Ende in einem Satz auf den Punkt – schlicht, persönlich und konsequent:

„Ehrlich zu sich selbst sein und zu Gott, sich immer wieder reflektieren, sich verändern lassen – und auf neue Gegebenheiten einzugehen. Mit Gottes Hilfe.“

Ein Satz, der ihr Leben zwischen vielen Welten zusammenfasst – und ihre Art, Brücken zu bauen.

👉 Fünf Fragen an Dorothee Schwertfeger

👉 Das ganze Interview hier in der Hope TV Mediathek ansehen

👉Erkenntnisse auf einen Blick – was man von Dorothee Schwertfeger lernen kann

Autor Andreas Odrich.

Fünf Fragen an Dorothee Schwertfeger

Vor welchen Herausforderungen stehen die Unternehmen und diejenigen, die sie führen, im Jahr 2026 bei faktor c? Was bewegt sie, und was können sie an Erfahrungen weitergeben? Dazu haben wir für diesen Newsletter Dorothee Schwertfeger, Geschäftsführerin des deutschlandweit agierenden Tischlerei-Unternehmens Innenausbau Schwertfeger aus Eisenach gebeten, unsere „Fünf Fragen an…“ zu beantworten. Zu ihr persönlich und zu ihrem Unternehmen finden Sie in diesem Newsletter einen ausführlichen Artikel.

Wenn Sie mit Dorothee Schwertfeger, die auch zum Vorstand von faktor c gehört, bezüglich des Inhalts Kontakt aufnehmen möchten, nutzen Sie einfach ihre E-Mailadresse: d.schwertfeger@faktor-c.org

  

KI – ein willkommener Assistent

Welche Rolle spielt KI im Jahr 2026 in einem Tischlereiunternehmen?
Das Thema Digitalisierung ist bei uns super aktuell. Gestartet sind wir damit 2024. Es bedarf aber noch vieler Abstimmungsprozesse, weil z.B. unsere Geschäftspartner bezüglich Digitalität noch sehr unterschiedlich aufgestellt sind und die Schnittstellen mit unserer Branchensoftware noch optimiert werden müssen. KI speziell sehe ich in der Verwaltung zunächst für die Erstellung von Verträgen oder komplexere Kommunikationsprozesse, etwa im Baurecht. In der Arbeitsvorbereitung haben wir jetzt schon einige KI-Elemente eingesetzt. Konkretes Beispiel das Controlling der Materialstücklisten. Außerdem haben wir im Planungsbereich ein weiteres Auto-CAD-Programm eingeführt, das die Pläne für unsere Einbauten im 3D-Verfahren erstellt. Ein Mitarbeiter testet dies gezielt seit einem halben Jahr. Es hilft neben vielem anderen z.B. dabei, die Pläne anschaulicher für die Kunden zu gestalten.

Der Mensch – im Handwerk immer der wesentliche Faktor

 Welche Rolle spielen künftig Menschen in ihrem Betrieb?
Menschen werden bei uns weiterhin eine große Rolle spielen. Möglicherweise kann man mit KI im Erstkundenkontakt arbeiten, indem telefonische und schriftliche Anfragen von der KI erfasst und weitergeleitet werden. Aber danach wird es sehr schnell wieder zum direkten menschlichen Kontakt kommen, weil Beratung sowie das Aufmaß immer persönlich sein muss und auch die Montage kommt nicht ohne Menschen aus, sodass Menschen weiterhin der wesentliche Faktor in unseren Unternehmen sein werden.

Fachkräfte – selbst ausbilden, auch Quereinsteiger

Wie gehen Sie mit dem Fachkräftemangel um?
Der Fachkräftemangel ist leider schon seit den 1990er Jahren ein Dauerthema. Vor allem versuchen wir, neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen, indem wir sie selber ausbilden. Wir haben jedes Jahr zwei bis drei Auszubildende (bei einer Betriebsgröße von rund 30 Beschäftigen), und hoffen, dass der eine oder andere auch im Unternehmen bleibt, was bisher auch so geschehen ist. Zudem versuchen wir, die Menschen in unserem Unternehmen durch Weiterbildungsangebote zu halten, und ihnen unter anderem zu ermöglichen, neue Aufgabenbereiche zu übernehmen. Ganz konkret haben wir unseren bisherigen LKW-Fahrer als Quereinsteiger für die Arbeitsvorbereitung gewinnen können, der schon einen anderen technischen Beruf mitgebracht hatte, ein Modell auch für zukünftige Quereinsteiger. Außerdem haben wir schon zum dritten Mal Hochschulstudenten aus den dualen Studiengängen bei uns. Außerdem versuchen wir, mit unserer Öffentlichkeitsarbeit über die Sozialen Netzwerke zu zeigen, dass wir ein modernes, cooles und soziales Unternehmen sind. Die, die uns noch nicht kennen, sollen auf diesem Wege schon im Vorfeld erfahren, dass wir „gut drauf sind“ und als Familienunternehmen gute Rahmenbedingungen schaffen wollen, um ein angenehmes Arbeitsklima zu erzeugen, dazu zählen unser Handwerkerfrühstück und Physiotherapieangebote.

 „Gen_Z“ –vom Smartphone an die Werkbank

 Wie attraktiv ist der Tischlerberuf für die jungen Generationen Gen_Z und die bereits nachrückende Gen_Alpha?
Wir haben das Glück, dass die Arbeit mit Holz immer im Trend liegt. Zwischenzeitlich war es schon klar, dass man im Handwerk nicht ganz so viel Geld verdient, wie bei der Polizei oder bei der Bundeswehr, aber inhaltlich merken wir bei Anfragen doch immer wieder, dass die Arbeit mit Holz sehr beliebt ist, gerade bei der Gen_Z. Die Angehörigen dieser Generation sind natürlich viel im Online-Bereich unterwegs, aber gerade deshalb schätzen sie den Kontrast, und wollen gerne etwas Haptisches erlernen, wie den Umgang mit Holz. Auch das Thema Nachhaltigkeit, das wir mit den Holzprodukten bespielen, steht bei unseren Auszubildenden hoch im Kurs.

Vernetzung – Erfolgsfaktor persönliche Präsenz

 Wie haben Sie es geschafft, in den wechselvollen Jahren seit den 1990er Jahren den Betrieb stabil zu halten?
In den 1990 waren noch meine Eltern in der Hauptverantwortung. In dieser Zeit lag die größte Herausforderung in den hochverzinsten Krediten. Da war viel Geduld nötig, um für unseren Betrieb akzeptable Kreditmargen heraus zu handeln. Dabei hat uns die gute Vernetzung meiner Eltern in der Stadt geholfen, bedingt durch das ehrenamtliche Engagement meines Vaters in unserer Kirchengemeinde und für weitere soziale Projekte. Das hat die Firma Schwertfeger zu einem vertrauenswürdigen Unternehmen gemacht, was in den Kreditverhandlungen und bei den Kunden nicht ohne positives Echo blieb. Die Coronazeit haben wir gut überstanden, weil viele Menschen ans Haus gebunden waren und recht viele Kunden in diesen Jahren ihr Geld in neuem Mobiliar angelegt haben, aber auch viele Kliniken in diesen Jahren besser ausgestattet werden mussten. Das alles war aber nur möglich, weil mein Vater sich gerade in den 1990er Jahren als selbstständiger Unternehmer zum Teil über seine Kräfte eingebracht hat, und das Wohl und Wehe der Firma über alles gestellt hat – ein typisches Unternehmerschicksal. Daher bin ich froh, dass ich die Firma mit meinem Bruder zusammen leite, und so doch eine bessere Work-Life-Balance möglich ist, als das in früheren Zeiten der Fall war.

 

Angeschlagen, aber noch nicht geschlagen

Angeschlagen, aber noch nicht geschlagen

„Angeschlagen, aber noch nicht geschlagen“ – groß prangte kürzlich diese Überschrift über einem Artikel in der Tageszeitung. Es ging um die Rolle der Kirchen, unter Druck von der Welt und der Gesellschaft im Großen, von der Politik im Kleinen. „Angeschlagen, aber noch nicht geschlagen“. Im Artikel standen Sätze wie „Wer betet, wird auffällig.“ Und „Christentum und Autoritarismus vertragen sich nicht.“, aber auch, dass in den Kirchen „eine Kraft steckt, die sich für das eigene Leben nutzen ließe.“  

Was hier über die Kirche geschrieben wurde, löste bei mir Nachdenken aus: Wäre solch eine Artikel-Überschrift nicht auch passend für die aktuelle Wirtschaft – und die Christinnen und Christen, die in ihr aktiv sind? 

Angeschlagene Wirtschaft 

Ja, die Wirtschaft ist in der Summe massiv angeschlagen und sucht, schlingernd, ihren Kurs. Viele Ursachen liegen in ihr selbst, in den menschlichen und organisatorischen Beharrungskräften, die einen Aufbruch verhindern. Vieles liegt aber auch an (welt)politischen Umständen, auf die sie nur begrenzt Einfluss hat. Manche Branchen wie z. B. die Zunft der Wirtschaftsübersetzer drohen wegdigitalisiert zu werden, manchen Branchen wie z. B. der metallverarbeitenden, der Möbel-Industrie oder der Landtechnik droht die Luft auszugehen, manche Branchen wie z. B. die Lebensmittelindustrie hält sich tapfer, weil Essen und Trinken immer gehen. Und, auch das muss der Vollkommenheit und der Ehrlichkeit halber gesagt werden, wittern manche Branchen wie z. B. die IT-Dienstleistungen Morgenluft und steigern Einsatz und Gewinn. Trotzdem gilt: In der Summe ist die Wirtschaft angeschlagen.  

Angeschlagene Christen in der Wirtschaft 

Und wenn wir auf die Christinnen und Christen in der Wirtschaft schauen, zeigt sich genau solch ein unterschiedliches Bild. Aber: Eine angeschlagene Branche muss nicht gleich angeschlagene Christen in ihr bedeuten. Bei manchen ist die Branche und ihr Unternehmen angeschlagen, aber sie selbst haben den Kopf „über Wasser“. Genauso gilt: Bei manchen steigen Einsatz, Umsatz und Gewinn, und trotzdem gehen sie als Christinnen und Christen fast unter. Fakt ist, dass es solche christlichen Schwestern und Brüder gibt, die angeschlagen sind. Und die Berichte von ihnen oder über sie häufen sich. Ich bekam es kürzlich eindrücklich erzählt – einem Unternehmer drohte das Ende seines Unternehmens und er überlegte sich auf der Brücke, ob er springen sollte. Was sich so leicht schreibt, beschreibt unaussprechliche Tiefen und Schmerzen der Seele, des Geistes und des Körpers.  

Aber noch nicht geschlagen? 

Angeschlagen, aber noch nicht geschlagen. Kann das tatsächlich möglich sein, dass eine angeschlagene Wirtschaft, Branche und eine angeschlagene Firma nicht automatisch angeschlagene Christinnen und Christen bedeuten muss? Und falls dem so ist, woran könnte es liegen? Gibt es Tipps, Tricks und Geheimnisse, um angeschlagen, aber noch nicht geschlagen zu sein? Viel wäre zu schreiben, von Work-Life-Balance, von seelischer Gesundheitspflege, körperlichem Ausgleich, guter Fachberatung und Unterstützungsangeboten von vertrauenswürdigen Menschen im eigenen Umfeld. 

Aber nicht geschlagen! 

Und ganz am Ende gibt es einen Hinweis, der in seine Tiefe, Weisheit und Ermutigung unüberbietbar ist. Im Neuen Testament gibt es eine bemerkenswerte Passage, in der der einflussreiche Paulus von Tarsus als der Gestalter des sich in alle Welt ausbreitenden Christentums in sein Herz blicken lässt. Sie ist nachzulesen seines zweiten Briefes an die Christen in der Wirtschafts- und Hafenstadt Korinth im heutigen Griechenland. Darin heißt es: „Von allen Seiten werden wir in die Enge getrieben und finden doch noch Raum; wir wissen weder aus noch ein und verzweifeln dennoch nicht“ (2. Kor. 4, 8). Es lohnt sich, die ganze Passage zu lesen, die gipfelt und endet mit dieser Überzeugung, dass Christinnen und Christen beschenkt sind mit dem „weiten Blick“, der weit über den Tag, das Leben und sogar die Welt hinausweist: „Darum werden wir nicht müde; sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert.  Denn unsre Bedrängnis, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit, uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig.“ (2. Kor. 4, 16 – 18) 

Wer sich in diesem Weitblick übt, kann daraus Kraft, Resilienz, Klarheit und Durchhaltevermögen ziehen. Angeschlagen, aber nicht geschlagen! 

 Michael vom Ende, im Januar 2026
Geschäftsführer faktor c, einer Initiative von Christen in der Wirtschaft
www.faktor-c.org 

 

 

„Wo du bist, bist du richtig“

„Sucht eure Berufung, dann seid ihr zufrieden“

Prinz Constantin zu Salm-Salm über Glauben, Berufung und die Kunst, loszulassen

Constantin zu Salm ist Unternehmer, Vermögensberater, Christ, Vater von fünf Kindern – und ein Mensch, der erst lernen musste, seinen Platz zu finden. Als Jugendlicher hätte er wohl am wenigsten akzeptiert, dass sein Platz dort liegen würde, wo er geboren wurde. Heute ist er angekommen und kann seine Berufung leben. In der TV-Reihe von fak+or c auf Hope TV hat er seine Lebens- und Lerngeschichte erzählt.

Ein Bibelvers über dem Tor zum Weingut

Selten werden Menschen im 21. Jahrhundert an Gebäuden und über Einfahrten mit Bibelversen begrüßt. Über dem Torbogen des Weinguts von Prinz Constantin zu Salm-Salm in Wallhausen (Rheinland-Pfalz, Anbaugebiet Rhein-Hessen) ist so ein Bibelvers zu finden:

„Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen.“

Eine Reminiszenz an ein altes Adelsgeschlecht? Keineswegs. Der Vers stammt aus jüngster Vergangenheit. „Meine Frau und ich haben den Vers aus dem Buch Josua anbringen lassen, als wir das Gut übernommen haben“, erzählt der Adlige, der sich im TV-Interview bei fak+or c ganz locker von Moderator Michale vom Ende mit Constantin ansprechen und Duzen lässt. „Der Vers erinnert uns jeden Tag daran, wofür wir Verantwortung tragen – und wem wir letztlich dienen.“

 

Zweifel am vorgezeichneten Weg

Dennoch scheint sein Weg in dem traditionsreichen Haus, in dem er aufwächst, vorgezeichnet: Irgendwann würde er in Wallhausen das Familienunternehmen übernehmen, das Weinbau, Forstwirtschaft und Vermögensverwaltung verbindet. „Als Kind war mir das zwar bewusst,“ erinnert er sich, „aber ich habe mich oft gefragt, ob das wirklich mein Platz ist.“

Sein Jugendleiter in der Kirchengemeinde nimmt ihm die Zweifel: „Dort wo du bist, bist du richtig“. Ein Zuspruch, den Constantin wörtlich nimmt. So kann er sich mit der Vorstellung, sein Leben und Wirken auf dem Stammgut der Familie zu verbringen, immer besser vorstellen.

Doch dann schicken ihn die Umstände erstmal weit weg von Hause. Seine Lehr- und Wanderjahre beginnen, und zwar im Ausland.

 

Schule als Mobbingfaktor

Denn in der Schule läuft es zunächst nicht gut. Legasthenie, schlechte Noten, Lehrer, die ihn vor allem an seinen Schwächen messen. „Ich hatte in der siebten Klasse ganz viele Fünfen. Heute würde man sagen: Ich wurde gemobbt.“ Seine Eltern entscheiden, ihn auf ein Internat nach England zu schicken – ein Benediktinerkloster. Das bringt die Wende. Dort erlebte Constantin zu Salm zum ersten Mal, was es heißt, als ganze Person mit all ihren Gaben gesehen zu werden. „Die Engländer schauten nicht auf meine Schwächen, sondern auf das, was ich gut kann. Das hat alles verändert.“

 

Rugby – hart aber 100% fair

Neben dem Unterricht entdeckt er den Sport für sich – Rugby wird zu seinem Lieblingssport und zur Lebensschule. „Wir haben anfangs jedes Spiel verloren – aber keiner hat aufgegeben. Diese Haltung, immer weiterzumachen, hat mich geprägt.“

Rugby lehrt ihn Teamgeist, Durchhaltevermögen und Fairness – Tugenden, die er in allen Bereichen für prägend hält. „Wenn in einer Rugby-Mannschaft einer nicht 100 Prozent gibt, verliert das ganze Team. So ist es auch im Unternehmen oder in der Familie.“

 

Vom Pflichtgefühl zur Berufung

Nach seiner Ausbildung kehrt Constantin zurück nach Wallhausen. Gemeinsam mit seinem Bruder führt er das Familienunternehmen fort. Während Felix den Weinbau verantwortet, leitet Constantin die Bereiche Forstwirtschaft und Finanzen.

„Ich bin geschäftsführender Gesellschafter – aber ehrlich gesagt, das Führen fiel mir früher schwer“, gibt er zu. Erst ein Berufungsseminar öffnet ihm die Augen: „Da wurde mir klar, dass Menschen völlig unterschiedliche Begabungen haben. Manche leiten, andere lehren, wieder andere dienen. Das hat mir geholfen, mich selbst einzuordnen – und andere besser zu verstehen.“

Heute sieht er Führung als Dienst – als Aufgabe, Menschen zu befähigen, ihren Platz zu finden.

„Wenn jeder das tut, was er wirklich gut kann, entsteht Frieden – im Team und im Herzen.“ (Prinz Constantin zu Salm-Salm)

 

Warten können auf den richtigen Moment

In dieser Haltung spiegelt sich eine biblische Gestalt wider, die ihn besonders fasziniert: Nehemia. „Nehemia hat nicht aufgegeben, aber er hat auch nicht übereilt gehandelt. Er hatte ein Gespür für das richtige Timing.“ Dieses Vertrauen auf Gottes Zeit habe er selbst erst lernen müssen. „Manchmal ist eine Entscheidung einfach noch nicht reif. Dann darf man warten – und darauf vertrauen, dass der richtige Moment kommt.“

 

Erfolg ist Ruf zur Verantwortung

Als Unternehmer adeliger Herkunft wird Constantin oft mit automatisch vorhandenem Wohlstand in Verbindung gebracht. Doch das Bild trügt, wendet der durchaus erfolgreiche Unternehmer ein. Wohlstand müsse immer wieder neu erarbeitet und gepflegt werden, sagt er.

Das Entscheidende sei die Haltung zum Geld. „Ich bin katholisch geprägt, da ging es immer ums Dienen, um Barmherzigkeit. Geld war fast etwas Verdächtiges. Aber irgendwann habe ich verstanden: Wenn meine Begabung wirtschaftlicher Erfolg ist, dann darf ich sie nutzen. Unternehmerisch zu denken ist keine Sünde – es ist eine Berufung. Wichtig ist, was man damit tut.“

Erfolg sieht er daher als Ruf zur Verantwortung, nicht als Selbstzweck. „Wenn wir Geld verdienen, schaffen wir Arbeitsplätze. Das ist für mich ein Dienst an anderen.“

 

Familie zuerst

So ist Constantin zunächst der klassische Unternehmer, der seine Arbeit und das Wohl und Wehe seines Unternehmens in den Mittelpunkt stellt. Erst vor rund vier Jahren beginnt für ihn ein innerer Wandel. „Ich habe gefastet, war danach eine Woche im Kloster – und habe gemerkt: Meine Reihenfolge stimmt nicht. Ich sagte immer: Gott, Familie, Arbeit. Aber gelebt habe ich: Arbeit, Familie, Gott.“

Seitdem hat Constantin seine Prioritäten neu justiert. „Mein ältester Sohn wollte, dass ich mit auf ein CVJM-Zeltlager komme. Früher hätte ich gesagt: keine Zeit. Diesmal fuhr ich mit – und es war großartig.“

Heute nimmt er sich gezielt Zeit für jedes seiner fünf Kinder, schwärmt er: Reiten mit der Tochter, Fußballspielen mit einem der Söhne, Besuche im Internat. „Jedes Kind hat seine Vorlieben und Hobbys, daran kann ich bewusst anknüpfen, und für die Kinder besonders wertvolle Zeit mit ihnen verbringen.“ Das habe er für sich herausgearbeitet.

 

Nicht immer der Beste sein müssen

Prinz Constantin zu Salm-Salm ist angekommen. Die Zweifel, die er als Kind über seinen Platz auf der Welt hatte, sind verflogen. Heute empfindet er es als Berufung, das Erbe seiner Vorfahren weiterzuführen und nach heutigen Maßstäben zu gestalten.

Dazu gehöre auch, die Gaben seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schätzen und zielgerichtet einzusetzen. Und das bezieht er auch auf sich selbst. So habe er endlich gelernt, nicht alles selbst machen zu müssen. „Früher dachte ich, ich müsse in allem der Beste sein. Heute weiß ich: Es ist ein Geschenk, wenn andere etwas besser können.“

Diese Haltung – Vertrauen, Loslassen, Berufung leben – prägt sein Denken heute. Was er den Menschen mitgeben wolle, wird er in dem TV-Interview gefragt. Seine Antwort:

„Sucht eure Berufung, wenn ihr die gefunden habt, führt das zu tiefer Zufriedenheit.“ (Prinz Constantin zu Salm-Salm)

 

Schlussgedanke:

Prinz Konstantin zu Salm hat seinen Platz gefunden – nicht, weil er ihn gesucht hat, sondern weil er gelernt hat, auf Gottes Führung zu vertrauen. Sein Leben zeigt: Berufung ist weniger ein Ziel als eine Haltung. Sie beginnt dort, wo man sagt: „Hier bin ich – und hier will ich treu sein.“

🎁🌟Bonustext – Aufnehmen, inspirieren lassen, umsetzen

 Acht Fragen an Constantin zu Salm-Salm auf einen Blick:

 

Was ist unsere größte Verantwortung?

Für jeden von uns hat Gott eine Aufgabe, jeder hat eine Berufung. Unsere Verantwortung ist es, diese Berufung zu suchen bzw. sich rufen zu lassen.

 

Was ist deine größte Stärke?

Es liegt mir, neue Unternehmen zu gründen, das mache ich richtig gerne.

 

Was ist deine größte Schwäche?

Im eigentlichen, operativen Prozess bin ich nicht der beste Geschäftsführer. Das zu erkennen und das zuzulassen, war ein Prozess. Ich musste zulassen, mir jemanden an die Seite zu holen, der das Geschäftsführerische besser kann als ich.

 

Wo hast du deine größte Unterstützung erlebt?

Im Internat in England hat man auf meine Stärken gesetzt und nicht auf meine Schwächen als Mensch mit Legasthenie geschaut wie in der deutschen Schule.

 

Rugby ist dein Lieblingssport, was hast du dort gelernt?

Beim Rugby muss jeder 100% geben, sonst verliert die ganze Mannschaft, auch das habe ich im Internat in England gelernt.

 

Was ist in deinem Unternehmen das größte Geschenk?

Es gibt so viele Mitarbeiter in unserem Unternehmen mit so vielen Gaben. Das mitzuerleben ist ein Geschenk. Aber auch das war ein Prozess. Erst in einem Berufungsseminar habe ich bewusst gelernt, die Stärken des anderen zu sehen und zu erkennen: für jeden gibt es einen Platz.

 

Was war dein wertvollster Umdenkungsprozess?

Ich habe immer von den Prioritäten her gedacht: Gott, Familie, Firma. Gehandelt habe ich in Wirklichkeit aber genau umgekehrt. Erst nach Exerzitien im Kloster habe ich angefangen, die Reihenfolge in echt zu leben. Statt einem wichtigen Termin in Firma bin ich mit einem meiner Söhne in ein Zeltlager gefahren. Das war sehr bereichernd. Jetzt versuche ich, Familie ganz anders zu leben.

 

Wo beginnt Verantwortung?

Verantwortung lernt man schon in der Familie. Wenn ich als Vater morgens schlechte Laune habe, dann verderbe ich allen anderen den Tag.

 

Die Grundlage für diesen Artikel wurde durch Transkription aus dem TV-Interview durch ChatGPT geschaffen. Redaktionelle Fassung Andreas Odrich.

Abschied und Neubeginn

Liebe Velotaxi-Kolleginnen und Kollegen, Mitarbeitende und Freunde,

die meisten von euch haben es im letzten Jahr mitbekommen oder sogar live verfolgt. Nun ist es soweit und ich habe vor einigen Tagen Velotaxi Frankfurt nach 22 Jahren in die Hände von Chris Kügler gegeben, der das Unternehmen weiterführen wird.

Es war ein langer Prozess, den wir bereits im Dezember 2021 gestartet und kontinuierlich verfolgt haben. Die Corona-Pandemie war gerade vorbei und hatte uns gezeigt, dass Velotaxi auch “Krise“ kann.

Als ich im April 2004 in die 1. Velotaxi-Saison startete war meine Zukunft noch ungewiss. Ich war vorher bereits 9 Jahre selbstständig im Eventbereich tätig, Velotaxi war dennoch etwas ganz Neues für mich, fühlte sich aber gut und richtig an. Bis 2004 gab es nur den „Mutterbetrieb“ in der Hauptstadt und ich hoffte hier ähnlichen Erfolg zu erlangen. Das Vorbild meiner Heimat Berlin hat sicher geholfen, aber Frankfurt hatte von Beginn an ganz andere Herausforderungen, aber auch Chancen und großes Potential.

Die Liebe zu beiden Städten, die Liebe zu den Menschen aus aller Welt und die Chance mit Velotaxi auch das Stadtbild positiv zu prägen, eine völlig neue Dienstleistung zu etablieren und etwas zu gestalten und aufzubauen, stärkte meine Vision und gab mir die Kraft und den Antrieb. Velotaxi wurde Ausbildungsbetrieb und bekam für das Engagement im Tourismus, Klimaschutz und Ehrenamt immer wieder Auszeichnungen und Preise. Der Fortschritt und Lifestyle hob uns regelmäßig neu in den Blickwinkel unserer Kunden. Bis heute immer wieder aktuell: Die Elektromobilität, das Thema Fahrrad und die Nachhaltigkeit. So zeigen sich auch die Politiker:innen in Hessen gerne mit oder in einem Velotaxi, denn es ist nach wie vor ein absoluter Sympathieträger und Themen-Botschafter.

Mit der Zeit kam ein neuer starker und wichtiger Arbeitsbereich für uns dazu: Social Media! Unsere ganze Arbeit wurde von da an bis heute in Wort und Bild dokumentiert, gepostet, verfolgt und kommentiert. Immer wieder haben wir uns für Foto- und Videosessions getroffen und uns und unsere Kunden ins „richtige Licht“ gerollt.

Die Velotaxi-Fahrer:innen sind inzwischen zu echten Botschafter:innen unserer Stadt geworden. Meistens mehrsprachig, jede und jeder mit einem ganz eigenen Talent der Gästeführung. Mal ruhiger – mal lauter. Mal Teammensch – mal Einzelgänger:in. Immer interessant als Persönlichkeit. Bei Velotaxi gab und gibt es für alle einen Platz. Die einen fahren engagiert stunden- oder tageweise, andere seit 20 Jahren im Tagesgeschäft! Gingen manchmal für ein paar Jahre fort und kamen oft nach einiger Zeit zurück. Aus einem reinen Sommerbetrieb hat sich ein Ganzjahresgeschäft entwickelt. Viele berichten noch heute, dass Velotaxi ihr Leben positiv geprägt und verändert hat. Oft hörte ich den Satz: „Ich habe keinen Job länger in meinem Leben gemacht, der mir so viel Spaß, Freiheit, Kontakte und Abwechslung gegeben hat“. Viele lustige, bunte und spannende Velotaxi-Geschichten könnten sicher ein ganzes Buch füllen.
Ja, und auch mir ging es so!

Kein Job hat mich länger begeistert, keine Arbeit hat mir über so eine lange Zeit mehr Freu(n)de und
Flexibilität geschenkt und ich hoffe Ihr alle habt meine Leidenschaft gespürt.
Jeder Tag hat sich für mich neu angefühlt. Jeder Tag war eine neue Chance und wurde durch eine
neue wertvolle Begegnung mit euch und unseren Fahrgästen belohnt.
„Wie kannst Du denn Velotaxi verlassen? Es ist doch Dein Baby!“
Diese Frage habe ich in der letzten Zeit oft gehört.
Weil sich dieser Abschied richtig für mich anfühlt und ein Führungs- und Generationswechsel wichtig
ist, um Velotaxi erfolgreich in die Zukunft zu führen.
Weil mit Chris Kügler, der das Unternehmen seit 13 Jahren kennt und liebt, ein passender
Nachfolger und toller Mensch gefunden wurde, der viele Talente mitbringt, eigene Visionen hat und
Verantwortung übernehmen möchte. Weil wir Werbepartner und Kunden haben, die diesen Prozess gut finden und uns treu bleiben.
Das alles ist in der heutigen Zeit eher selten zu finden.
Häufig schließen Betriebe, wenn der Besitzer alt geworden ist, ohne eine Chance, dass es für
die Mitarbeitenden und Kunden weitergeht.

Ja und weil es auch für mich ein guter Zeitpunkt ist, eine neue berufliche Aufgabe zu finden, die mich
ebenfalls erfüllt. 2026 wird für mich deshalb ein Jahr der Neuorientierung werden. Dafür nehme ich mir ausreichend
Zeit. Wer mich und meinen Lebenslauf kennt weiß, dass ich Veränderungen und Neustarts liebe.
Dankbar für einen großen Schatz an Erfahrungen und Wissen, den ich in den letzten 22 Jahren bei
Velotaxi erhalten habe.

Mit Menschen, die mir auch nach meinem Abschied von Velotaxi in Freundschaft verbunden bleiben.
In meiner E-Mail Signatur steht nun anstelle von „Inhaber“ ein „Velotaxi-Botschafter“.
Dieser möchte ich gerne weiterhin für euch alle bleiben und mit meinen Empfehlungen, meinem
Wissen und meinen Kontakten im Hintergrund wirken.
Mein Heimatort Altenstadt bekommt in diesem Jahr 2 eigene Velotaxis die ehrenamtlich betrieben
werden. ( 1 x für das AWO Seniorenheim und 1 x für unsere Kommune )
Das Thema wird mir also automatisch immer wieder vor die Füße fahren.

Ich wünsche Velotaxi eine großartige Zukunft, viele treue Fahrer:innen, die Chris auf der
neuen Etappe begleiten und zu ihm halten, auch wenn es mal etwas holprig rollen sollte.
Ein gutes Mit- und Füreinander mit unseren langjährigen und auch neuen Kunden.
Eine ständige wichtige Weiterentwicklung der Technik und des Materials. Ich wünsche euch viele
spannende Events und neue Kampagnen. Sonne, die nicht nur in Bockenheim scheint.
Mut immer neue (Lebens-) Wege zu fahren. Die Kraft einander zu vergeben wenn es Not tut und
jeden Tag als neue Chance zu entdecken. Vielen Dank für die großartige Zeit mit euch allen!

Alles Gute & Gottes Segen

Euer Matthias Graf

PS: Leite diesen Brief gerne mit vielen Grüßen an Deine persönlichen Velotaxi-Kontakte weiter.
PPS: Im Mai werden wir den Abschied und Neubeginn noch einmal zusammen feiern.