von Kasia Andres | Sep. 14, 2026 | Montagsgedanke
Wer Jesus lange genug in der Arbeitswelt nachfolgt, wird dies zu spüren bekommen. Leiser Druck, immer in dieselbe Richtung. Wir sollen handeln wie alle anderen. Die Zahlen sollen stimmen, unsere Überzeugungen sollen wir für uns behalten. Es geht um den Profit.
In der Bibel finden wir viele Beispiele dafür. Den Zauberer Simon, der die Kraft des Heiligen Geistes mit Geld kaufen wollte (Apg. 8,18-24). Den Silberschmied Demetrius, der in Ephesus einen Aufruhr vom Zaun brach, als das Evangelium ihm in seinem Handel in die Quere kam (Apg. 19,24). In Philippi wurde ein Sklavenmädchen von Dämonen befreit. Ihre Besitzer tobten vor Zorn, als sie feststellten, dass sie kein Geld mehr mit ihr verdienen konnten (Apg. 16,16-19).
Jedes Mal war Geld der Auslöser für den Ärger. Wo Jesus Christus Raum gewinnt, geht irgendwo das Einkommen zurück und es gibt Widerstand. Nichts davon sollte einen gläubigen Menschen überraschen. Das Evangelium verändert einen Menschen. Alle anderen schwimmen weiter im Mainstream, während ein Jünger Jesu umkehrt und gegen den Strom schwimmt.
Stellen Sie sich einen vollen Bürgersteig mitten in der Großstadt vor. Hunderte Menschen laufen in dieselbe Richtung, Smartphone in der einen, Kaffee in der anderen Hand. Dann dreht sich einer um und läuft in die Menschenmasse hinein. Erst erstaunte Blicke, dann Rempler. Jemand flucht. Ein anderer will wissen, warum man nicht in die Richtung läuft, in die alle laufen. So fühlt sich Nachfolge oft an.
Das Evangelium verändert einen Menschen grundlegend. Sehnsüchte und Motive verändern sich. Der Profit fällt vom Thron und wird zum Werkzeug. Bei Entscheidungen geht es nicht länger um materiellen Gewinn, sondern um Gehorsam. Der Fokus liegt nicht länger auf uns selber, sondern auf Christus. Und dann werden Dinge offenbar. Jesus sagte es frei heraus: „Und so vollzieht sich das Urteil: Das Licht ist in die Welt gekommen, aber die Menschen lieben die Finsternis mehr als das Licht. Denn alles, was sie tun, ist böse.“ (Joh. 3,19). Licht muss nicht schreien, es leuchtet einfach.
Einstellungen und Praktiken kommen ans Tageslicht und werden so in Frage gestellt. Entscheidungen brauchen mehr Zeit. Es werden Linien gezogen, wo bisher keine waren. Das Licht führt zu Unbehagen. Gier mag die Dunkelheit, sie scheut das Licht. Menschen fühlen sich verurteilt, auch wenn niemand etwas gesagt hat. Andere fühlen sich in ihrem Lebensstil, den sie genießen, gestört.
Die Bibel bringt es auf den Punkt: „Jeder, der an Jesus Christus glaubt und so leben will, wie es Gott gefällt, muss mit Verfolgung rechnen.“ Meistens geschieht dies leise. Ein Vertrag, der nicht zustande kommt. Eine Beförderung, die wir nicht bekommen. Einladungen, die ausbleiben. Druck, subtil, aber real.
Spannung ist kein Versagen, sondern ein klares Anzeichen, dass wir nicht mehr mit dem Strom schwimmen, wie es tote Fische tun. Lebendige Fische schwimmen gegen den Strom. Gott hat schon immer Menschen gebraucht, die gegen den Strom unterwegs sind. Nicht laut, aber stetig. Und dieser leise Gehorsam stört Menschen auf, die nicht wussten, dass sie in der falschen Richtung unterwegs waren. Einige von denen, die heute verärgert sind, danken Ihm vielleicht noch dafür, dass wir uns geweigert haben, mit dem Strom mitzulaufen.
©2026. Tief bewegt von der transformatorischen Kraft des Evangeliums ist es das Anliegen von Christopher C. Simpson, den Glauben in der Geschäftswelt zu verbreiten. Christopher ist Präsident von CBMC International; zuvor diente er 28 Jahre lang in der US Marine und beim Secret Service, wo er für den Schutz von 7 Präsidenten zuständig war. Mit seiner Frau Ana lebt er in Boca Raton, Florida, USA.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
von Kasia Andres | Sep. 10, 2026 | Allgemein, Monatsartikel, News
Die Wirtschaft verändert sich – und stellt uns vor neue Chancen und Herausforderungen. Das faktor c Jahresheft 2026 erzählt von Menschen, die Verantwortung übernehmen, mutig vorangehen und ihren Glauben mitten im Berufsleben leben.
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von Kasia Andres | Sep. 7, 2026 | Allgemein, Montagsgedanke
Es ist so wohltuend, wenn Verkäufer nicht das Beste für sich selber, sondern das Beste für ihre Kunden im Blick haben. Letztes Jahr sprach ich mit dem Geschäftsführer eines angesehenen Software-Unternehmens über den Bedarf meines Unternehmens. Seine Antwort überraschte mich: „Wir hätten vielleicht etwas für dich, Rick, aber ehrlich gesagt wäre das nicht die beste Option für dich.“ Wie würden Sie sich fühlen, wenn jemand bereitwillig zugibt, dass ein ähnliches Produkt einer anderen Firma besser für Sie wäre?
Ich zumindest fühlte mich durch seine ehrliche Antwort wertgeschätzt und geliebt. Er lebte das, was Jesus uns lehrte: „So wie ihr von anderen behandelt werden möchtet, so behandelt sie auch.“ (Lk. 6,31). Der Geschäftsmann versetzte sich in meine Lage und empfahl uns, jemanden mit mehr Expertise auf unserem speziellen Gebiet zu suchen.
Allzu oft geht es in der Geschäftswelt nur darum, einen Verkauf abzuschließen, auch wenn dabei Versprechen gemacht werden, die nicht eingehalten werden können. Es geht nur um den Profit. Doch als Christen sollen wir bei jeder Begegnung, bei einem Verkaufsgespräch, einem beiläufigen Gespräch oder wenn jemand Hilfe benötigt bei einer Problemlösung die Liebe Jesu sichtbar werden lassen.
Die Bibel lehrt uns, dass wir mit bedingungsloser, manchmal aufopferungsvoller Liebe dem Herrn und unseren Mitmenschen dienen: „Meine Freunde! Lasst uns einander lieben, denn die Liebe kommt von Gott. Wer liebt, ist ein Kind Gottes und kennt Gott.“ (1. Joh. 4,7). Wenn wir auch dann die Wahrheit sagen, wenn es uns schadet, können wir so in der Geschäftswelt die Liebe Jesu sichtbar machen.
Im neutestamentlichen Buch Philipper finden wir einen faszinierenden Vergleich, wie wir im harten Wettbewerb hervorstechen können. Wir sollen uns makellos verhalten, „und ihr werdet als Gottes vorbildliche Kinder mitten in dieser verdorbenen und dunklen Welt leuchten wie die Sterne in der Nacht.“ (Phil. 2,15). Doch nicht wir sind die Sterne, sondern wir „leuchten wie Sterne“. Anders gesagt sind wir eher wie der Mond, der das Licht der Sonne reflektiert. Wir reflektieren die Liebe Christi.
Ehrlichkeit in der Geschäftswelt hat aber auch noch einen weiteren Vorteil: Sie baut Vertrauen auf und zeigt Kunden und potentiellen Kunden, dass sie sich auf uns verlassen können. Im alttestamentlichen Buch der Sprüche wird dies deutlich gemacht: „Wer ehrlich ist, lebt gelassen und ohne Furcht; ein Unehrlicher aber wird irgendwann ertappt.“ (Spr. 10,9). „Der Ehrliche geht aufrichtig und sicher seinen Weg; ein Unehrlicher zerstört sich selbst durch seine Falschheit.“ (Spr. 11,3).
Der oben erwähnte Geschäftsmann gab ehrlich zu, dass sein Software-Produkt unseren Bedarf nicht optimal abdecken würde, aber er wusste auch, dass wir ihn in Zukunft wieder fragen und als vertrauenswürdig weiterempfehlen würden. Wenn wir Liebe empfangen, wollen wir Liebe weitergeben.
Copyright 2026, Unconventional Business Network.
Aus „UBN Integrity Moments“, eine Kommentarreihe über Ehrlichkeit am Arbeitsplatz aus christlicher Sicht.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
von Benjamin Biege | Sep. 4, 2026 | Online Magazin
Wie geben wir Weisheit, Glauben und Werte an die nächste Generation weiter – in einer Welt, in der Autorität nicht mehr automatisch als vertrauenswürdig gilt?
In ganz Europa erleben wir mehr als nur eine Phase des Wandels. Wir erleben einen tiefgreifenden Wandel in Kultur, Generationen, Technologie und der Art und Weise, wie Menschen miteinander umgehen, lernen, führen und Gemeinschaften aufbauen.
Eine neue Generation rückt in einflussreiche und verantwortungsvolle Positionen vor. Noch nie zuvor wurden gleichzeitig so viel Reichtum, Macht und Chancen von einer Generation an die nächste weitergegeben. Gestützt durch Technologie, soziale Medien, künstliche Intelligenz und globale Vernetzung prägen jüngere Generationen die Gesellschaft auf eine Weise, die sich frühere Generationen kaum vorstellen konnten.
Doch mit diesem Transfer von Reichtum und Einfluss geht eine wichtige Frage einher: Werden auch Weisheit und Glaube weitergegeben?
Viele jüngere Führungskräfte lehnen Glauben, Sinnhaftigkeit oder Gemeinschaft nicht ab. Vielmehr suchen sie danach auf andere Weise. Sie neigen weniger dazu, Institutionen zu vertrauen, und eher dazu, authentischen Beziehungen zu vertrauen. Sie schätzen Transparenz mehr als Position, Gemeinschaft mehr als Mitgliedschaft, Teilhabe mehr als passiven Konsum und Sinnhaftigkeit mehr als Programme. Sie fragen nicht in erster Linie nach Rückmeldung zur Vergangenheit, sondern nach einer überzeugenden Vision für die Zukunft. Sie wollen mitgestalten, was als Nächstes kommt.
Diese Veränderungen prägen nicht nur Wirtschaft und Gesellschaft, sondern gestalten auch neu, wie Menschen mit Glauben, Führung und Dienst umgehen. Traditionelle Modelle, die früheren Generationen gute Dienste geleistet haben, werden zunehmend durch beziehungsorientiertere, partizipativere und zweckorientierte Ansätze ergänzt oder ersetzt.
Bei Europartners und in Gesprächen mit Bewegungen wie Faktor-C beobachten wir zunehmend mehrere wichtige Veränderungen. In diesem Artikel möchte ich auf drei für uns in der Unternehmensseelsorge wichtige Aspekte eingehen:
- Von Kleingruppen zu Gemeinschaften
- Von Zielen zur Kultur
- Von dienender Führung zu weiser Ältestenleitung
Dies sind nicht bloß strategische Anpassungen. Sie spiegeln tiefgreifendere Veränderungen darin wider, wie Menschen miteinander in Verbindung treten, wachsen, lernen und einen Beitrag leisten. Das Verständnis dieser Trends ist unerlässlich, wenn wir das Evangelium in der Wirtschaft wirksam leben und weitergeben sowie Gemeinschaften aufbauen wollen, die auch für künftige Generationen von Bedeutung bleiben.
Bevor wir diese Entwicklungen näher beleuchten, möchte ich kurz Europartners und unsere Beziehung zu „Christen in der Wirtschaft“ (Faktor-C) vorstellen und anschließend tiefer auf einige der oben beschriebenen Trends eingehen.
Europartners
Europartners ist eine europäische Gemeinschaft und ein Netzwerk von Führungskräften, die Unternehmern und Führungskräften in der Wirtschaft dabei dienen, das Evangelium durch ihre Geschäftstätigkeit in Europa zu leben und weiterzugeben.
Die Bewegung wurde von mehreren Organisationen für Wirtschaftsmission aus Deutschland (IVCG und Christen in der Wirtschaft), den Niederlanden (CBMC), Frankreich (ACTE) und dem Vereinigten Königreich (CBMC) gegründet.
Nach dem Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 waren diese Organisationen der gemeinsamen Überzeugung, dass die dramatischen Veränderungen in Mittel- und Osteuropa sowohl eine Chance als auch eine Verantwortung darstellten, das Evangelium in die Geschäftswelt zu tragen.
Nach mehr als vierzig Jahren Kommunismus wuchs eine neue Generation von Unternehmern und Führungskräften heran. Es setzte sich die Erkenntnis durch, dass die bloße Einführung der freien Marktwirtschaft nicht ausreichen würde. Ohne Werte, Charakter und ethische Führung könnte wirtschaftliche Freiheit leicht zu Korruption, Eigennutz und Ausbeutung führen, anstatt menschliches Gedeihen zu fördern.
Viele dieser neuen Unternehmer waren bestrebt, von westlichen Führungskräften aus der Wirtschaft zu lernen. Dies schuf eine einzigartige Gelegenheit, nicht nur betriebswirtschaftliches Wissen weiterzugeben, sondern auch die Prinzipien, Werte und die Hoffnung, die in der Nachfolge Jesu Christi zu finden sind. Die Wirtschaft wurde sowohl zu einer Brücke als auch zu einer Plattform für das Evangelium.
In den Anfangsjahren betreute Europartners gemeinsam mit seinen Partnern in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden vor allem Führungskräfte in Mittel- und Osteuropa. Im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus eine breiter angelegte europäische Gemeinschaft, die sich dafür einsetzt, Unternehmern und Führungskräften dabei zu helfen, Glauben und Arbeit zu verbinden und in ganz Europa zu einer positiven Kraft in der Gesellschaft zu werden. Derzeit sind wir in 40 Ländern vertreten und verfügen über 94 angeschlossene Dienste, die Führungskräfte und Unternehmer im Geschäftsleben unterstützen.
Die ursprüngliche DNA von Europartners prägt uns auch heute noch: das Evangelium durch Leben, Führung und Wirtschaft weiterzugeben; über Ländergrenzen hinweg voneinander zu lernen; und gemeinsam etwas zu gestalten, anstatt isoliert zu arbeiten. Wir glauben, dass wir gemeinsam stärker sind und dass nachhaltige Wirkung durch Beziehungen, gegenseitige Ermutigung, gemeinsames Lernen sowie den Austausch von bewährten Methoden, Werkzeugen und Ressourcen entsteht.
Dieser Geist der Zusammenarbeit steht nach wie vor im Mittelpunkt von Europartners und ist auch das Herzstück dieses Artikels.
Während sich Europa weiter verändert, wachsen neue Generationen mit anderen Erwartungen, Werten und Arten der Vernetzung heran. Was sind die wichtigsten Trends, die wir beobachten, und was können Organisationen wie Faktor-C daraus lernen, wenn wir danach streben, künftigen Generationen effektiv zu dienen?
Von kleinen Gruppen zu Gemeinschaften.
Viele Jahre lang basierte die Gemeindearbeit auf Kleingruppen: ein festes Format, Treffen zu festen Zeiten mit einer begrenzten Anzahl von Menschen, die sich regelmäßig versammelten. Dieses Modell hat vielen Organisationen gute Dienste geleistet, neigt sich jedoch nun dem Ende zu.
Wir leben in einer zunehmend individualistischen und flexiblen Kultur. Die Menschen sind weniger bereit, sich an starre Strukturen und langfristige Zeitpläne zu binden, nur weil dies von ihnen erwartet wird. Stattdessen stellen sie Fragen wie: Inspiriert mich das? Fühle ich mich damit verbunden? Kann ich einen Beitrag leisten? Passt das zu meiner aktuellen Lebensphase?
Infolgedessen ersetzen Gemeinschaften zunehmend die traditionellen Kleingruppen.
Was ist eine Gemeinschaft?
Eine Gemeinschaft ist nicht in erster Linie um ein Treffen oder ein Programm herum organisiert. Sie ist um ein gemeinsames Ziel herum organisiert. Sie besteht aus Menschen, die sich in einer gemeinsamen Vision wiedererkennen und die zu etwas beitragen wollen, das größer ist als sie selbst.
Die Technologie macht dies einfacher denn je. Über WhatsApp, Online-Plattformen und Community-Apps können Menschen die ganze Woche über in Verbindung bleiben und sind nicht nur während eines monatlichen Treffens miteinander verbunden. Die Mitglieder tauschen Geschichten, Ideen, Fragen, Möglichkeiten und Initiativen aus. Die Teilnahme wird eher durch Interesse, Leidenschaft und Berufung als durch Verpflichtung angetrieben.
Stellen Sie sich eine WhatsApp-Community vor, die christliche Unternehmer und Führungskräfte aus Düsseldorf oder dem Ruhrgebiet zusammenbringt. Das gemeinsame Ziel könnte sein:
„Jesus in und durch unser Unternehmen weiterzugeben und ihm nachzufolgen sowie Unternehmen aufzubauen, die den Menschen dienen, Gott ehren und zum Gedeihen der Gesellschaft beitragen.“
Dieses gemeinsame Ziel schafft Einheit, auch wenn sich die Menschen auf unterschiedliche Weise einbringen.
In einer solchen Gemeinschaft fühlt sich vielleicht jemand dazu inspiriert, einen Alpha-Kurs für Führungskräfte aus der Wirtschaft zu starten. Andere, die diese Leidenschaft teilen, schließen sich an und helfen mit. Jemand anderes entdeckt vielleicht eine lokale Wohltätigkeitsorganisation, die Unterstützung benötigt, und lädt andere ein, sich zu beteiligen. Ein weiteres Mitglied beginnt vielleicht zu ergründen, was es bedeutet, ein „Kingdom-Unternehmen“ aufzubauen, und organisiert eine Brainstorming-Sitzung in seinem Unternehmen. Wieder ein anderer teilt vielleicht einen inspirierenden Artikel, einen Podcast oder ein Video, das eine sinnvolle Diskussion anregt.
Nicht jeder beteiligt sich an jeder Initiative. Genau darin liegt die Stärke einer Gemeinschaft. Die Menschen bringen sich dort ein, wo sie sich berufen, begabt und motiviert fühlen. Sie bleiben mit der übergeordneten Vision verbunden und genießen gleichzeitig die Freiheit und Flexibilität, sich auf eine Weise einzubringen, die ihren Interessen und Lebensumständen entspricht.
Dies erfordert eine andere Denkweise von den Leitern im Dienst. Es bedeutet, die Kontrolle loszulassen und sowohl dem Heiligen Geist als auch der Kreativität der Gemeinschaft zu vertrauen. Anstatt alles von oben herab zu lenken, schaffen Leiter ein Umfeld und eine Kultur, in der Menschen Eigenverantwortung übernehmen, Ideen einbringen und einander dienen können.
Die Zukunft gehört zunehmend diesen lebendigen, zweckorientierten Gemeinschaften: Gemeinschaften, die auf Vertrauen, Teilhabe, gemeinsamer Gestaltung und einer gemeinsamen Vision beruhen. Sie sind flexibel und doch geeint, vielfältig und doch verbunden. Und sie könnten in den kommenden Jahren durchaus zu einer der wirksamsten Formen des Lebens und der Verkündigung des Evangeliums werden.
Eine solche Gemeinschaft benötigt lediglich eine Leitperson, die die gewünschte Kultur pflegt und dafür sorgt, dass die Beiträge dem gemeinsamen Ziel und den Werten der Gruppe dienen. Die Kosten sind gering, und Initiativen sowie Energie kommen aus der Gruppe selbst.
Von Zielen zur Kultur
Viele Organisationen und Führungskräfte nutzen Ziele, um Fortschritt, Effektivität und Erfolg zu messen. Ziele können nützlich sein, da sie Orientierung und Klarheit bieten. Ziele allein inspirieren Menschen jedoch selten. Wenn Ziele zum Hauptfokus werden, können sie sogar unbeabsichtigt das Gegenteil dessen bewirken, was wir uns wünschen.
Die Menschen konzentrieren sich zunehmend darauf, das Ziel zu erreichen, anstatt den dahinter stehenden Zweck zu erfüllen. Mit der Zeit passt sich das Verhalten dem Bewertungssystem an. Einzelne tun nur noch das Nötige, um die Zahlen zu erreichen – manchmal auf Kosten von Kreativität, Beziehungen, Freude und sogar Integrität. Das Ergebnis sind vielleicht beeindruckende Zahlen auf dem Papier, während die Menschen langsam ihre Energie, Motivation und manchmal sogar ihre Seele verlieren.
Die heutige Generation fordert uns heraus, anders zu denken.
Noch nie zuvor haben wir eine Generation gesehen, die über so viel Talent, Kreativität, Wissen und Chancen verfügt. Sie ist hochgebildet, global vernetzt, technologisch versiert und bestrebt, einen Beitrag zu wichtigen Anliegen zu leisten. Die Herausforderung für Führungskräfte besteht nicht in erster Linie darin, sie zu motivieren. Die Herausforderung besteht darin, ein Umfeld zu schaffen, in dem ihre Kreativität, ihre Begabungen und ihre Leidenschaft gedeihen können.
Das beginnt mit einem überzeugenden Leitbild.
Menschen investieren bereitwillig ihr Herz, ihre Talente und ihre Energie, wenn sie an eine gemeinsame Vision glauben. Wenn Menschen sich wirklich mit der Mission identifizieren, benötigen sie oft weniger Führung und mehr Vertrauen. Sie werden intrinsisch motiviert, weil ihnen das Ergebnis am Herzen liegt – nicht, weil jemand ihre Leistung misst.
In einem solchen Umfeld haben Ziele nach wie vor ihren Platz, aber sie funktionieren anders. Sie werden zu Lernzielen statt zu Leistungszielen.
Lern- und Richtziele
Ein Lernziel dient als Wegweiser. Es gibt dem Team eine Richtung vor und hilft allen zu verstehen, wie Fortschritt aussehen könnte. Wenn Ziele nicht erreicht werden, lautet die Frage nicht: „Wer hat versagt?“, sondern vielmehr: „Was können wir daraus lernen?“ Ebenso lautet die Frage, wenn die Ergebnisse die Erwartungen übertreffen: „Was hat zu diesem Erfolg beigetragen, und wie können wir darauf aufbauen?“
Dadurch entsteht eine Kultur des Lernens, der Neugier und der kontinuierlichen Verbesserung.
Leistungsorientierte Kulturen teilen Menschen oft in Gewinner und Verlierer ein. Erfolg kann Stolz und Selbstgenügsamkeit hervorrufen; Misserfolg kann Entmutigung und Desinteresse hervorrufen. Teams fangen an, sich mit anderen zu vergleichen, und Energie wird dafür aufgewendet, Positionen zu verteidigen, anstatt die Mission zu verfolgen.
Zweckorientierte Kulturen bewirken etwas anderes. Die Menschen werden durch eine Vision beflügelt, die größer ist als sie selbst. Sie leisten ihren Beitrag nicht nur wegen des Gehalts, der Anerkennung oder des Status, sondern weil sie an das glauben, was sie gemeinsam aufbauen.
Veränderung in der Führung
Die Rolle der Führung verändert sich daher. Anstatt zu versuchen, Menschen zu motivieren, konzentrieren sich Führungskräfte darauf, Menschen zu verstehen. Sie helfen dem Einzelnen dabei, herauszufinden, wo seine Begabungen, Leidenschaften, sein Charakter und seine Kompetenzen am besten zur gemeinsamen Mission beitragen können. Sie schaffen eine Kultur, in der sich Menschen gesehen, verstanden, geschätzt und vertraut fühlen. Eine Kultur, in der der Einzelne die Freiheit hat, seine einzigartigen Stärken einzubringen und so zusammenzuarbeiten, dass das Beste im anderen zum Vorschein kommt.
Interessanterweise deckt sich dieser Ansatz eng mit dem, was Psychologen als die grundlegenden menschlichen Bedürfnisse für ein erfülltes Leben beschreiben:
- Sinn – das Wissen, dass das, was wir tun, wichtig ist.
- Autonomie – die Freiheit zu haben, einen Beitrag zu leisten und sinnvolle Entscheidungen zu treffen.
- Kompetenz – unsere Begabungen und Fähigkeiten zu entwickeln und einzusetzen.
- Beziehungen – Teil einer vertrauensvollen Gemeinschaft zu sein.
- Psychologische Sicherheit – das Gefühl, akzeptiert und respektiert zu werden und sich sicher fühlen zu können, einen Beitrag zu leisten.
Kultur ist wichtiger als Ziele
Wenn Führungskräfte den Fokus auf die Kultur statt nur auf Ziele legen, werden diese Bedürfnisse eher erfüllt. Das Ergebnis ist nicht nur eine bessere Leistung, sondern auch gesündere Menschen, stärkere Gemeinschaften und ein tieferes Engagement für die Mission.
Kultur ist schließlich das, was Menschen tun, wenn niemand zusieht. Und auf lange Sicht wird Kultur immer mehr bewirken als Ziele.
Von dienender Führung zu weiser Ältestenrolle
Die Rolle der Führung verändert sich.
In der Vergangenheit war Führung oft autokratisch. Führungskräfte gaben die Richtung vor, trafen Entscheidungen und erwarteten Gehorsam. Auch wenn dieser Stil heute noch in Teilen der Politik und der Wirtschaft anzutreffen ist, hat er in einer Welt, in der Informationen, Wissen und Einfluss weit verbreitet sind, zunehmend an Wirksamkeit verloren.
In den letzten Jahrzehnten haben viele christliche Führungskräfte das biblische Prinzip der dienenden Führung wiederentdeckt. Jesus lehrte, dass wahre Führungskräfte nicht diejenigen sind, die andere beherrschen, sondern diejenigen, die ihnen dienen. Dies war eine wichtige Korrektur gegenüber autoritärer Führung und hat sowohl den kirchlichen Dienst als auch die Wirtschaft tiefgreifend beeinflusst.
Heute vollzieht sich jedoch ein weiterer Wandel: von der dienenden Führung hin zu weiser Ältestenführung und moderierender Führung.
Moderierende Führung
Die heranwachsende Generation ist hochgebildet, einfallsreich, kreativ und technologisch versiert. Oft verfügt sie über Wissen und Erkenntnisse, zu denen frühere Generationen niemals Zugang hatten. Sie braucht nicht unbedingt Führungskräfte, die Dinge für sie erledigen. Was sie braucht, sind Führungskräfte, die die Voraussetzungen schaffen, unter denen sie sich entfalten kann.
Die Aufgabe der Führung besteht zunehmend darin, Freiraum zu schaffen statt zu lenken, zu fördern statt zu kontrollieren und zu befähigen statt zu verwalten.
Weise Ältestenschaft
Doch eines fehlt dieser Generation oft.
Zwar haben sie beispiellosen Zugang zu Informationen, Technologie, Chancen und Einfluss. Doch Weisheit ist etwas anderes. Weisheit ist angewandtes Wissen.
Weisheit bedeutet, Menschen zu verstehen, Prioritäten zu erkennen, aus Erfahrungen zu lernen und über den unmittelbaren Moment hinaus auf die langfristigen Konsequenzen unserer Entscheidungen zu blicken.
Hier erweist sich die Weisheit älterer Führungskräfte als von unschätzbarem Wert.
Einige Führungsexperten weisen darauf hin, dass jüngere Generationen weniger an Feedback und mehr an Feedforward interessiert sind. Sie fragen nicht in erster Linie: „Wie habe ich mich geschlagen?“, sondern vielmehr: „Wie schaffe ich den Weg in eine sinnvolle Zukunft?“ Sie suchen nach Orientierung, Perspektive und Hoffnung.
Interessanterweise kommt eine aktuelle Gallup-Studie zu demselben Ergebnis. Sie ergab, dass Mitarbeiter bei ihren Führungskräften durchweg vier Dinge suchen:
- Hoffnung
- Vertrauen
- Mitgefühl
- Stabilität
Dies sind nicht bloß Führungsqualitäten; es handelt sich um zutiefst biblische Werte, die christlichen Führungskräften bemerkenswerte Möglichkeiten bieten, ihren Glauben im täglichen Führungsalltag zu leben und weiterzugeben.
Hoffnung
Die Menschen sehnen sich nach einer überzeugenden Vision für die Zukunft. Sie möchten wissen, dass ihre Arbeit von Bedeutung ist und dass morgen besser sein kann als heute. Führungskräfte, die Hoffnung wecken, helfen den Menschen, Möglichkeiten jenseits der aktuellen Herausforderungen zu erkennen, und laden sie ein, einem Ziel zu folgen, das es wert ist, verfolgt zu werden.
Vertrauen
Diese Generation schätzt Authentizität mehr als Autorität. Sie wünscht sich Führungskräfte, die ehrlich, transparent und konsequent sind. Sie wünscht sich Führungskräfte, deren Worte und Taten im Einklang stehen. Gleichzeitig möchte sie selbst Vertrauen erfahren – Verantwortung, Freiheit und Eigenverantwortung erhalten.
Mitgefühl
Menschen wollen als Menschen behandelt werden, nicht als Ressourcen. Sie wollen gesehen, wahrgenommen, respektiert und geschätzt werden. Mitfühlende Führungskräfte schaffen Umgebungen, in denen Menschen das Gefühl haben, dazuzugehören, und in denen sie ihr ganzes Selbst in die Arbeit und die Gemeinschaft einbringen können.
Stabilität
In einer Welt, die von Unsicherheit, raschem Wandel und wachsender Angst geprägt ist, sehnen sich die Menschen nach Stabilität. Doch Führungskräfte können keine vollständige Gewissheit oder Kontrolle mehr versprechen. Was sie bieten können, ist etwas Tieferes: Resilienz.
Wahre Stabilität findet sich in einer fest verankerten Identität, klaren Werten und einem sinnvollen Lebenszweck.
Für Christen bedeutet dies, zu wissen, dass unsere Identität darin besteht, Kinder Gottes zu sein, dass unsere Werte durch das Vorbild Christi in Liebe, Vergebung und Mitgefühl geprägt sind und dass es unsere Bestimmung ist, sein Reich in der heutigen Welt widerzuspiegeln. Menschen, die in diesen Realitäten verwurzelt sind, können Rückschlägen, Unsicherheit und Veränderungen begegnen, ohne den Halt zu verlieren.
Nächste Stufe
Vielleicht weist dies auf die nächste Stufe der Führung hin.
Über ihre Rolle als Manager, Leiter oder sogar Diener hinaus sind Führungskräfte zunehmend dazu berufen, Älteste und geistliche Eltern zu werden. Ihre Aufgabe besteht nicht einfach darin, Aktivitäten zu organisieren oder Ergebnisse zu erzielen, sondern Weisheit weiterzugeben, Menschen zu fördern und der nächsten Generation zu helfen, zu entdecken, was es bedeutet, das Leben in seiner ganzen Fülle zu leben.
Jesus beschrieb diesen Gegensatz in Johannes 10,10. Er sprach von Führern, die zu ihrem eigenen Vorteil nehmen, nutzen und ausbeuten, und stellte ihnen sich selbst gegenüber, den Guten Hirten, der gekommen ist, damit die Menschen „das Leben haben und es in Fülle haben“.
In einer Kultur, die nach Hoffnung, Vertrauen, Mitgefühl und Stabilität hungert, besteht der vielleicht größte Beitrag, den christliche Leiter leisten können, darin, anderen zu helfen, diese Fülle des Lebens zu entdecken und zu erfahren.
Wouter Droppers, Präsident von Europartners, einer europäischen Bewegung christlicher Unternehmer und Führungskräfte.
von Benjamin Biege | Sep. 4, 2026 | 5 Fragen
Fünf Fragen an Frank Benner:
Galvanik ist eine Sparte, den die wenigsten auf dem Schirm haben – was zeichnet diese Berufssparte aus, und was macht sie interessant für junge Auszubildende, die sich gerade nach einem Berufsfeld umsehen?
Frank Benner: Was mich auch heute noch fasziniert ist, dass man mit extrem dünnen Schichten Bauteilen erst die Funktion geben kann, für die sie gedacht waren. Dazu beeinflusst die Galvanik den Korrosionsschutz, die elektrische Leitfähigkeit oder das optische Erscheinungsbild. Dies sind nur einige wenige Eigenschaften, die man mittels Oberflächentechnik erzeugen kann. Wer technisch interessiert ist, ist bei uns genau richtig.
In der Krankenpflege steht man in einem Angestelltenverhältnis. Was hat Sie motiviert und ermutigt, mit allen wirtschaftlichen Risiken ins Unternehmertum zu wechseln, und was macht für Sie den besonderen Reiz aus?
Frank Benner: Ich denke am Anfang stand eher das Thema Verantwortung. Sich bewusst sein, dass man für sein eigenes Handeln verantwortlich ist. Das falsche Medikament zu verabreichen hat Folgen, manchmal schwere. Als Unternehmer falsche Entscheidungen zu treffen ebenso. Nur wer sich seiner Verantwortung bewusst ist, kann verantwortlich handeln – leider eine Eigenschaft, die heute wenig verbreitet ist. „Schuld sind immer die anderen.“
Zusammen mit Gottvertrauen und Gottesfurcht ist man bereit, zu gestalten und neue Wege zu gehen. Das bedeutet, Gott ebnet Wege und stellt aber auch immer wieder die Weichen neu.
Galvanik ist offenbar eine Branche, die sich in Deutschland halten kann. Was hält den Wirtschaftsstandort Deutschland für Sie attraktiv, etwa trotz großer Bürokratie und hoher Energiekosten?
Frank Benner: Manchmal fällt es mir schwer, bei all dem Gegenwind, meinen Töchtern zu erklären, warum wir noch in Deutschland investieren. Aber hier bin ich geboren und aufgewachsen. Hier wohnen und leben unsere Mitarbeiter. Aktiv mitgestalten, manchmal auch kämpfen, und am Ende allem mit Gottvertrauen begegnen – so habe ich immer gearbeitet. Daher ist Weggehen keine Option.
KI bietet immer rasanter neue Möglichkeiten. Gleichzeitig birgt sie die Gefahr des Zugriffs auf firmeninterne Prozesse von außen, wie prominente Beispiele der jüngsten Vergangenheit gezeigt haben. Wie gehen Sie damit um?
Frank Benner: Wir beschäftigen uns seit rund 2 Jahren mit KI. Hier haben wir peinlich darauf geachtet, dass „unsere“ KI, in unserem Unternehmen läuft, sprich: auf „unseren“ Rechnern und hinter „unserer“ Firewall. Der Einsatz ist nur für wenige geschulte Mitarbeiter erlaubt. Die Ergebnisse stehen aber dann allen Mitarbeitern zur Verfügung.
Mit ihrem Wasserstoffprojekt wollen Sie in die eigene Energieproduktion einsteigen. Wie weit ist das Projekt gediehen, und was können Sie anderen Mitgliedern von Faktor C, die sich ebenfalls mit dem Thema autarke Energiegewinnung beschäftigen, bereits an Erfahrungen mitgeben?
Frank Benner: Auch wenn in Deutschland Bürokratie und Verwaltung häufig unternehmerisches Handeln nicht unterstützen, sondern immer neue Hürden aufbauen – verliert nicht den Mut, geht euren Weg.
von Kasia Andres | Aug. 31, 2026 | Allgemein, Montagsgedanke
Welche Vision haben Sie für Ihre Karriere? Was möchten Sie am Ende Ihres Berufslebens erreicht haben?
Wir gehen unsere Berufstätigkeit mit den unterschiedlichsten Perspektiven und Zielen an. Für manche steht das Geld im Vordergrund, sie wollen so lange wie möglich so viel wie möglich verdienen. Andere können es kaum erwarten, endlich in Rente zu gehen.
Manche Menschen möchten sich beruflich weiterentwickeln, die Karriereleiter erklimmen oder ein erfolgreiches Unternehmen gründen und führen. Sie wollen Erfolg und Anerkennung. Andere wiederum arbeiten, weil es ihnen echte Freude bereitet und sie mit Zufriedenheit erfüllt, wie es in Prediger 5,18 beschrieben wird: „Wenn Gott einen Menschen reich und wohlhabend werden lässt und ihm auch noch Freude dabei schenkt, dann kann der Mensch es dankbar annehmen und die Früchte seiner Arbeit genießen. Denn das ist ein Geschenk Gottes!“
Entwickeln Sie einen Plan, um Ihre beruflichen Ziele zu erreichen. Doch was wird bleiben? Diese Frage hat sich Patrick Morley gestellt, ein prominenter Autor und Redner. Vor einiger Zeit fand ich ein Zitat von ihm in den sozialen Medien: „Heute Morgen versuchte ich mich an den Namen eines enorm erfolgreichen Geschäftsmannes und legendären Philanthropen in Tampa, Florida, zu erinnern… Sein Name war ständig in den Nachrichten. Er war eine echte Berühmtheit, doch schon 10 Jahre, nachdem ich seinen Namen zuletzt gehört hatte, fiel mir sein Name nicht mehr ein. Und so geht es vielen Berühmtheiten.“
Auch ich erinnere mich nicht mehr an den Namen dieses Mannes. Er hat seine finanziellen Ressourcen und seinen Einfluss eingesetzt, um viel Gutes zu tun, doch Ruhm und Beliebtheit sind flüchtig. Ob wir beliebte Entertainer, begabte Musiker, prominente Manager, gefeierte Chirurgen, bekannte Rechtsanwälte oder talentierte Sportler sind, unsere Zeit im Rampenlicht ist endlich und wir werden durch andere Menschen ersetzt. Die Frage, die Morley stellte, lautete also: Wer erinnert sich 10 Jahre nach unserem Tod noch an unseren Namen? Eine sehr gute Frage, um in unserem Leben die Prioritäten richtig zu setzen!
Gott rief die Nation Israel durch den Propheten Jesaja zur Reue. Obwohl die Israeliten häufig stur und ungehorsam waren, vergaß der Herr niemals Sein Bundesversprechen. Durch den Propheten sagte Er: „Hab keine Angst, Israel, denn ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst zu mir…. So viel bist du mir wert, dass ich Menschen und ganze Völker aufgebe, um dich am Leben zu erhalten. Diesen hohen Preis bezahle ich, weil ich dich liebe.“ (Jes. 43,1-4).
Wir sollten niemals vergessen, dass Gott uns dazu berufen hat, Ihm zu dienen und an Seinem Plan für die Ewigkeit teilzuhaben. Es gibt keine bessere Investition als das Engagement für andere Menschen, indem wir sie zu Jesus führen und ihnen helfen, im Glauben zu wachsen, so dass sie wiederum andere lehren. Wie Apostel Paulus seinen Schützling Timotheus ermahnte: „Was du von mir in Gegenwart vieler Zeugen gehört hast, das gib jetzt an zuverlässige Christen weiter, die fähig sind, auch andere im Glauben zu unterweisen.“ (Tim. 2,2).
Copyright 2026 Robert J. Tamasy ist Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher. Er bloggt alle 14 Tage unter www.bobtamasy.blogspot.com.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
von Benjamin Biege | Aug. 24, 2026 | Allgemein, Montagsgedanke
Unsere Generation hat gelernt, schnell zu reagieren, aber gleichzeitig verlernt, wirklich zuzuhören. In Meetings, Gesprächen, ja sogar in Beziehungen hören wir gerade mal so lange zu, bis wir unsere nächste Antwort vorbereitet haben. Die Bibel dagegen lehrt uns etwas ganz anderes, nämlich dass wahrer Einfluss nicht dort beginnt, wo wir reden, sondern dort, wo wir jemandem das Gefühl geben, gesehen, verstanden und wertgeschätzt zu werden.
Im Neuen Testament ermahnt uns Jakobus 1,19: „Seid immer sofort bereit, jemandem zuzuhören; aber überlegt genau, bevor ihr selbst redet. Und hütet euch vor unbeherrschtem Zorn!“. Jesus praktizierte dieses aktive Zuhören ständig. Hier einige Beispiele:
Zuhören, ohne zu unterbrechen. In Lukas 24 lesen wir, dass sich die Jünger auf dem Weg nach Emmaus frustriert und enttäuscht fühlten. Der auferstandene Jesus näherte sich ihnen und fragte sie: „Worüber unterhaltet ihr euch?“ Er wusste es genau, gab ihnen aber geduldig die Möglichkeit, ihr Herz auszuschütten. Wir dagegen unterbrechen andere gerne, kommen zu voreiligen Schlüssen und wollen alles schnell lösen.
Echtes Interesse zeigen. Jesus begann Sein Gespräch mit der Samariterin am Brunnen (Joh. 4) nicht mit einer verurteilenden Rede, sondern indem Er eine Beziehung aufbaute und ihr so das Gefühl gab, von Bedeutung zu sein. Die Menschen merken, ob wir nur höflich sind oder echte Liebe in unserer Aufmerksamkeit ist.
Fragen, bevor wir antworten. Bartimäus, ein Blinder, rief am Wegrand: „Jesus, du Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!“ (Mk. 10, 46-52). Jesus blieb stehen und fragte: „Was soll ich für dich tun?“ Jesus kannte die Antwort, fragte aber dennoch. Zuhören heißt, anderen Würde zu geben. Häufig denken wir, wir wüssten, was der andere braucht, haben seinen Schmerz aber nicht wirklich verstanden.
Hören auch ohne Worte. Jesus sah die Furcht in Petrus‘ Augen, die Scham der Samariterin, den Frust der Emmaus-Jünger. Aktives Zuhören beinhaltet auch das Wahrnehmen von Emotionen und nicht-sichtbaren Bedürfnissen. Menschen äußern nur selten alles explizit. Reife Führungspersönlichkeiten lernen auch das wahrzunehmen, was nicht gesagt wird.
Mit Gnade und Wahrheit antworten. Jesus ging es nie nur um Informationen. Sein Zuhören erzeugte immer Fürsorge, Führung und Veränderung. Nach dem Zuhören ermutigte Er, konfrontierte wo notwendig, heilte und lehrte. Vielleicht ist unser Problem nicht nur mangelnde Kommunikation, sondern mangelnde Präsenz. Wir sind umgeben von Menschen, die beachtet werden wollen und sich nach jemandem sehnen, der ihnen wirklich zuhört. Wir spiegeln Jesus am besten wider, indem wir innehalten, sehen, hören und die Menschen mit unserer bedingungslosen Aufmerksamkeit lieben.
Zuhören erfordert Demut. Es erfordert Geduld. Es erfordert echtes Interesse. Und das weist auf Christus hin. Aktives Zuhören ist eine stille Form der Liebe. Einflussreiche Menschen sind nicht immer die, die am meisten reden, sondern oft diejenigen, die anderen das Gefühl geben, von Bedeutung zu sein.
Copyright 2026. Erenia Mendoza ist Geschäftsführerin von CBMC Brasilien. Erenia wurde in Nicaragua geboren und ist in Brasilien aufgewachsen. Sie arbeitet in der Unterhaltungsindustrie, u.a. für Sony Pictures und Walt Disney.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
CBMC InternatIonal: Chris Simpson, President. Tel.: +1 520 334 1114 Adresse: P.O. Box 17376, Tucson, Arizona 85731, USA E-Mail: jmarple@cbmcint.org –
Internet: www.cbmcint.org (IVCG-Manna 35. KW 2026)
von Benjamin Biege | Aug. 17, 2026 | Allgemein, Montagsgedanke
Im College begann ich mich für Gott und den Glauben zu interessieren. Ich schrieb mich sogar in Religionskurse ein, verlor aber rasch das Interesse, da sich diese als staubtrocken entpuppten.
So verlagerte sich mein Interesse auf das Schreiben, das mir sehr lag, und ich wurde schließlich Herausgeber einer lokalen Zeitung. Über 10 Jahre lang schrieb ich für Zeitungen und arbeitete als Herausgeber, doch kein einziges Mal kam mir in dieser Zeit in den Sinn, dass ich dies für Gott tat. Und das, obwohl ich in der Zeit Christ geworden war.
Das änderte sich vollkommen, als ich Mitarbeiter von CBMC wurde (Herausgeberorganisation der Montags Impulse; Anm. d. Übers.). Als Herausgeber verschiedener Publikationen von CBMC traf ich viele Menschen, die nicht nur mit Hingabe an Jesus Christus glaubten, sondern auch die Vision teilten, Ihm an ihrem Arbeitsplatz zu dienen.
Schnell stellte ich fest, dass die Kluft zwischen meinem Glauben und meiner Arbeit nichts Ungewöhnliches war. Oft wurde ich fassungslos angestarrt, wenn ich in verschiedenen Gemeinden darüber sprach, dass wir „Botschafter Christi“(2. Kor. 5,20) seien. Für sie war der Dienst am Herrn ein hauptamtlicher Dienst, z.B. als Pastor oder Missionar. Doch in Wirklichkeit handelte es sich um ein Missverständnis ihrerseits.
Der Reformator Martin Luther hatte eine klare biblische Vorstellung davon, wie Glaube und Arbeit zusammenhängen sollten. Er schrieb: „Jede Tätigkeit hat ihre eigene Ehre vor Gott. Arbeit ist eine göttliche Berufung. In unserer täglichen Arbeit dienen wir Gott, indem wir unserem Nächsten dienen und wir haben Anteil an Gottes permanenter Versorgung der Menschheit.“ Arbeit und Glauben sind miteinander verbunden, nicht getrennt.
Luther trug dazu bei, die Vorstellung zu überwinden, dass es zwei „Klassen“ von Christen gäbe, Hauptamtliche wie Priester und Missionare und die „Laien“ in den Kirchenbänken, die für die Hauptamtlichen beten und dienen. Es gibt keine „Teilzeit-Christen“. Entweder folgen wir Jesus rund um die Uhr oder gar nicht. Und als Seine Nachfolger sind wir berufen, Ihm und anderen in Seinem Namen zu dienen. Alle Gläubige sind per Definitionem „Hauptamtliche“.
Jesu Missionsbefehl gilt allen. Nach Seiner Auferstehung gab Jesus Seinen Jüngern vor Seiner Himmelfahrt letzte Anweisungen. Keiner Seiner Jünger hatte ein Seminar oder eine Bibelschule besucht. Jesus sagte ihnen: „Geht hinaus in die ganze Welt, und ruft alle Menschen dazu auf, mir nachzufolgen!… Lehrt sie, so zu leben, wie ich es euch aufgetragen habe. Ihr dürft sicher sein: Ich bin immer bei euch, bis das Ende dieser Welt gekommen ist! “ (Mt. 28,19-20). Wir sollen nicht nur selber Jesus nachfolgen, wir sollen auch andere lehren und dazu ausrüsten, Ihm nachzufolgen.
Alles, was wir tun, dient dem Herrn. Gott wirkt auch außerhalb von Gemeinden und einem kirchlichen Umfeld. „All euer Tun – euer Reden wie euer Handeln – soll zeigen, dass Jesus euer Herr ist. Weil ihr mit ihm verbunden seid, könnt ihr Gott, dem Vater, für alles danken… Denkt bei allem daran, dass ihr für den Herrn und nicht für die Menschen arbeitet.“(Kol. 3,17 + 23).
Copyright 2026 Robert J. Tamasy ist Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher. Er bloggt alle 14 Tage unter www.bobtamasy.blogspot.com.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
CBMC InternatIonal: Chris Simpson, President. Tel.: +1 520 334 1114 Adresse: P.O. Box 17376, Tucson, Arizona 85731, USA E-Mail: jmarple@cbmcint.org –
Internet: www.cbmcint.org (IVCG-Manna 34. KW 2026)
von Kasia Andres | Aug. 10, 2026 | Allgemein, Montagsgedanke
In fast jeder Firma hört man, wie von Menschen in der Sprache der Mathematik gesprochen wird. Köpfe werden gezählt. Vollzeitäquivalente. Ressourcen. Zu besetzende Sitze. In all dieser Buchführung verschwindet der Mensch. Er wird zur Zahl, die steigt, wenn es gut läuft, und die reduziert wird, falls es nicht gut läuft.
Das passiert schleichend. Wir entscheiden uns nicht dafür, die Menschen nicht mehr zu sehen. Wir sind beschäftigt, die Arbeit stapelt sich, und der Mann, der den Kaffee auffüllt oder die Frau, die die Abrechnungen macht, werden zum Möbiliar. Wir laufen Hundert Mal an ihnen vorbei ohne einmal ihren Namen zu nennen.
Apostel Paulus weigerte sich, so zu leben. Am Schluss seines Briefes an die Römer, in Kapitel 16, einem Kapitel, das Sie wahrscheinlich überlesen haben, macht er etwas Merkwürdiges. Er zählt Menschen auf. Phoebe, Priszilla und Aquila, Epänetus, Maria, und so weiter, bis er 30 Menschen beim Namen genannt hat. Und er nimmt Bezug auf sie. Diese Person arbeitete fleißig, die andere riskierte ihren Hals für ihn. Zwei weitere sind noch vor ihm Christen geworden.
Dreißig Namen in einem Brief, der das Römische Reich überdauerte.
Warum bewegte der Heilige Geist einen Mann, so viel Tinte auf eine Namensliste zu verwenden? Weil es Gott wichtig ist, dass wir gekannt werden. Er schuf in uns einen Hunger danach, gesehen zu werden und für jemanden zu zählen. Er versteht diesen Hunger, weil Er ihn in uns hineingelegt hat. Bei Ihm ist niemand anonym. Der Gott, der die Haare auf unserem Kopf gezählt hat, kennt uns mit Namen.
Wieviel Kraft darin steckt, erlebte ich auf unserer „Africa Convention“ in Simbabwe 2024. Zusammen mit einem Bruder aus Südafrika machte ich die Runde durch einen Raum mit jungen Berufstätigen, wobei wir einige beim Namen nannten und Gottes Wahrheit über sie aussprachen. Die Augen jedes einzelnen füllten sich mit Tränen; sie weinten, weil jemand sie ansah und ihren Namen aussprach. Es liegt Kraft darin, einen Menschen wissen zu lassen, dass er gesehen wird.
Der Mann im Büro unter Ihnen hat einen Namen, den er von den Menschen bekam, die ihn am meisten liebten. Die Frau an der Rezeption ist es wert, nicht auf ein Profil, Namensschild und Klicks in den sozialen Medien reduziert zu werden.
Lernen Sie Namen und gebrauchen Sie sie. Nicht wie ein Verkäufer, der Ihnen schmeicheln und den Verkauf abschließen will. sondern wie ein Bruder, der die Person vor sich wirklich sieht. Grüßen Sie die Putztruppe. Danken Sie dem Assistenten laut und mit Namen vor allen anderen. Fragen Sie die neue Mitarbeiterin, wo sie herkommt, und merken Sie sich die Antwort.
Es kostet Sie nichts, spricht aber lauter als alle Predigten. Die Menschen erkennen, ob sie gemanagt werden oder geschätzt. Behandeln Sie die am geringsten bezahlte Person im Unternehmen als Ebenbild Gottes und Sie spiegeln unseren Erlöser wider. Sie brauchen keine Plattform, um am Arbeitsplatz zu dienen. Sie brauchen Namen. Sprechen Sie sie aus.
©2026. Tief bewegt von der transformatorischen Kraft des Evangeliums ist es das Anliegen von Christopher C. Simpson, den Glauben in der Geschäftswelt zu verbreiten. Christopher ist Präsident von CBMC International; zuvor diente er 28 Jahre lang in der US Marine und beim Secret Service, wo er für den Schutz von 7 Präsidenten zuständig war. Mit seiner Frau Ana lebt er in Boca Raton, Florida, USA.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
von Benjamin Biege | Aug. 10, 2026 | Allgemein, News
🎉 Sei bei MOVE Deutschland 2026 dabei!
Was früher der faktor c Festtag war, wird jetzt MOVE Deutschland: ein Tag voller Begegnung, Inspiration und Bewegung.
Am Samstag, 26. September 2026, kommen Menschen aus dem gesamten faktor-c-Netzwerk in Frankfurt zusammen. Freue dich auf persönliche Geschichten, inspirierende Impulse, Musik und viel Zeit für gute Gespräche.
Thomas Baader, Senior Vice President Marketing and Business Strategy bei Bosch Power Tools, spricht in seiner Keynote „Mein Berufsleben mit und ohne Jesus“ darüber, welchen Unterschied der Glaube im Berufsalltag macht.
Yasmina Hunzinger ist Sängerin, Vocalcoach und unter anderem aus „The Voice of Germany“ bekannt. Bei MOVE Deutschland gestaltet sie ein besonderes Kurzkonzert.
In den Come-Together-Gruppen kannst du Menschen mit ähnlichen Interessen kennenlernen, Erfahrungen austauschen und neue Kontakte knüpfen.
Ob du schon lange zu faktor c gehörst oder uns zum ersten Mal kennenlernst: Du bist herzlich willkommen – gerne auch mit deiner Familie.
Wir freuen uns darauf, diesen besonderen Tag gemeinsam mit dir zu erleben! ✨
📅 Termin
Samstag, 26. September 2026
09.30 bis 17.00 Uhr
Optionales Abendprogramm ab 17.30 Uhr
📍 Ort
Freie Christliche Schule Frankfurt
Orber Str. 4
60386 Frankfurt am Main
🧭 Programm
• Ankommen mit Getränken & Snacks
• Begrüßung und gemeinsamer Start
• Keynote mit Thomas Baader
• Infoteil & Short Stories Teil 1
• Mittagessen und Zeit für gute Gespräche
• Kurz-Konzert mit Yasmina Hunzinger
• Come Together in Gruppen
• Infoteil & Short Stories Teil 2
• Sektempfang und Ausklang
• optional: Besichtigung „Klassikstadt“ und gemeinsames Abendessen
🚸 Kinderprogramm
Auch Kinder sind bei MOVE Deutschland herzlich willkommen. Während des Vormittags- und Nachmittagsprogramms bieten wir ein Kinderprogramm in zwei Altersgruppen an:
- 3 bis 6 Jahre
- 7 bis 12 Jahre
Bitte gib den Betreuungsbedarf und das Alter der Kinder bei der Anmeldung an.
👥 Come Together
Am Nachmittag ist Zeit für Austausch und neue Verbindungen. In verschiedenen Come-Together-Gruppen triffst du Menschen, die ähnliche Interessen, Erfahrungen oder Lebenssituationen mitbringen.
Die konkreten Gruppen werden in Kürze bekannt gegeben.
💶 Kosten
Die Teilnahme an MOVE Deutschland ist inklusive Mittagessen kostenfrei. Vor Ort freuen wir uns über eine freiwillige Spende.
Das optionale Abendprogramm wird separat berechnet:
- Führung durch die Klassikstadt: 10 € pro Person
- Gemeinsames Abendessen: à la carte auf eigene Kosten
- Speisen und Getränke werden vor Ort selbst bezahlt
Für die Führung und das Abendessen ist eine frühzeitige, verbindliche Anmeldung bis Mitte August erforderlich.
Thomas Baader
Thomas Baader ist Führungskraft bei Robert Bosch GmbH und engagiert sich seit vielen Jahren für werteorientierte Führung und verantwortungsvolles Unternehmertum. In seiner Arbeit verbindet er wirtschaftliche Kompetenz mit einem klaren Wertefundament und inspiriert Menschen dazu, Glauben und Beruf nicht getrennt voneinander zu denken. Seine Impulse zeichnen sich durch Praxisnähe, Tiefgang und persönliche Erfahrungen aus.
Yasmina Hunzinger
ist Sängerin, Vocalcoach und international erfahrene Musikerin. Bekannt aus „The Voice of Germany“ und durch ihre Zusammenarbeit mit Künstlern wie Céline Dion, Anastacia, Nelly Furtado, DJ Bobo und den Höhnern, schafft sie mit ihrer Stimme Raum für Tiefe, Freude und Ermutigung.
🔗Kontakt
E-Mail
info@faktor-c.org
Telefonnummer
+49 931-306 992 50
Adresse
faktor c /
Christen in der Wirtschaft e. V.
Theaterstraße 16
97070 Würzburg
von Benjamin Biege | Aug. 4, 2026 | Allgemein, Monatsartikel, News
Frank Benner: Vom Krankenpfleger zum Unternehmer mit Weitsicht
Ohne Galvanik, der Veredelung von Oberflächen, wären die meisten Dinge, die uns umgeben, gar nicht brauchbar. Vom Silberbesteck über Bauteile in der Autoindustrie bis hin zu hochempfindlichen Instrumenten in der Medizintechnik. Doch welches Kind weiß schon, dass es den Beruf des Galvaniseurs gibt? Auch nicht Frank Benner. Er ist Intensiv-Krankenpfleger, bis er eines Tages im Galvanikbetrieb seines Schwiegervaters aushilft. Dort arbeitet er sich von der Werkbank bis zum geschäftsführenden Gesellschafter hoch, macht aus dem Betrieb eine Unternehmensgruppe. Und die will jetzt auch Wasserstoff produzieren, um den eigenen großen Energiebedarf zu decken.
Vom Handwerksbetrieb zum industriellen Komplettanbieter
B+T prangt in kursiven Lettern über dem Firmensitz in Hüttenberg, mitten in Mittelhessen: Benner und Töchter. Mit derzeit 125 Mitarbeitenden an zwei Standorten zählt B+T zu den großen von rund 900 – 1000 Galvanikbetrieben in Deutschland, wie der Zentralverband Oberflächentechnik auf seiner Homepage vorrechnet, und die wie B+T meist unternehmer- und familiengeführt sind
Bis 1954 reichen die Wurzeln von B+T zurück. Mit den Jahren wird aus dem Handwerksbetrieb ein Komplettanbieter für Galvano- und Oberflächentechnik, der sich über die Jahre fest in der Region etabliert.
Wenn bei B+T die Maschinen laufen, werden Bauteile für die Automobil- und die Elektroindustrie, für den Sondermaschinenbau und für die Medizintechnik in chemischen Tauchbädern und Trocknungsanlagen beschichtet. Hierzu gehören Schrauben und Muttern, ebenso Sicherheitsbauteile, Bauteile für Airbags und Sicherheitsgurte. Seit rund zweieinhalb Jahren gehören auch Teile für die Medizintechnik dazu.
Außerdem übernimmt das Unternehmen für seine Kunden Aufgaben wie etwa das Härten von Teilen und die Materialprüfung. Für die Auslieferung der fertigen Teile sorgt eine eigene Fahrzeugflotte. Zudem stehen Digitalisierung, Effizienzsteigerung und moderne Industrieprozesse als Dauerthemen auf der Tagesordnung.
Kurioser Karrieresprung
Doch anders als in vielen Familienunternehmen ist der geschäftsführende Gesellschafter von B+T, Frank Benner, nicht in den eigenen Werkshallen aufgewachsen, sondern kommt erst viel später als Quereinsteiger hinzu.
Und zwar aus einer völlig anderen Richtung. Benner beginnt seine berufliche Laufbahn als Krankenpfleger auf einer internistischen Intensivstation und bildet sich in der Herzchirurgie weiter – ein Aufgabengebiet mit Spezialwissen und Zukunftsperspektive.
Als er jedoch den Anstellungsträger wechselt und dafür zwei Monate überbrücken muss, schlüpft er im Betrieb seines Schwiegervaters unter – dem heutigen Galvanik-Unternehmen B+T.
Leistung aus eigener Kraft zeigen
Allerdings macht er es sich nicht einfach in der Büroetage bequem, sondern fängt ganz unten als Hilfsarbeiter an. Über diesen sehr bewussten Schritt sagt er im TV-Interview mit Michael vom Ende auf Hope TV:
„Ich wollte Leistung aus eigener Kraft zeigen, und nicht einfach von Beruf Schwiegersohn werden.“
Schnell wird aus dem Hilfsarbeiterjob mehr. Frank Benners Interesse an der Galvanik entflammt, und so absolviert er in verkürzter Zeit seine Gesellen- und Meisterprüfung und bildet sich zudem in Betriebswirtschaft weiter.
Krankenpfleger und jetzt Betriebswirtschaftler und Galvaniseur – zwei völlig verschiedene paar Schuhe? Ja und nein, denn manch wichtiges Handwerkszeug bringt Frank Benner aus seiner Zeit als Krankenpfleger mit. Für den Unternehmer, der letztlich Dienstleister und somit Helfer für seine Auftraggeber ist, ist eine Tugend ganz wichtig, die er in der Krankenpflege gelernt hat: Das Zuhörenkönnen. Frank Benner:
„Menschen verstehen, zuhören, herausfinden, wo etwas wehtut, wo Schwierigkeiten liegen und wie man helfen kann. Diese Fähigkeit habe ich in der Krankenpflege gelernt.“
Empathie statt Profitdenken
2011 übernimmt Frank Benner schließlich als geschäftsführender Gesellschafter den Betrieb des Schwiegervaters. Das Unternehmen wächst und wird zur Unternehmensgruppe. Frank Benner versucht stets, neue Felder zu erschließen.
Das erfordert Weitblick aber auch eine klare Linie und zuweilen Durchsetzungsvermögen.
Wo bei manchen Unternehmern das Profitdenken das Tempo für ihre Handlungen bestimmt, ist es bei dem bekennenden Christen Frank Benner sein Gottvertrauen. Das habe er schon bei seinen Eltern gelernt, und es trägt ihn nach eigener Aussage nicht nur Erfolge und Höhen, sondern auch in krisenhaften Zeiten.
Das persönliche „Jericho“: Wenn nur noch Beten hilft
Und diese bewältigt Frank Benner so ganz anders, als es wohl die meisten in vergleichbarer Lage tun würden. In seiner Zeit als angestellter Geschäftsführer in einem Betrieb in Langenfeld, wo er außerhalb des schwiegerväterlichen Betriebes Erfahrungen sammelt, gerät das Unternehmen in eine tiefe Krise. Um diese aufzufangen, wird am Ende an sieben Tagen die Woche verzweifelt geschuftet. Trotzdem platzen Liefertermine und die Qualität sinkt. Doch statt seine Mitarbeitenden zu immer weiteren Höchstleistungen anzutreiben und nach Schuldigen zu suchen, lässt sich Frank Benner von der biblischen Erzählung der fallenden Mauern von Jericho inspirieren. An einem weiteren von Chaos geprägten Morgen umschreitet er siebenmal betend das Firmengelände.
Segnen statt Schreien und Toben
Er segnet die Mitarbeiter, segnet die Kunden, segnet den Betrieb.
Danach beruhigt sich die Situation im Werk spürbar, berichtet Benner. Es sei das letzte Mal gewesen, dass das Unternehmen am Wochenende arbeiten muss. Diese Erfahrung prägt seine Überzeugung von der praktischen Kraft des Gebets auch in der Arbeitswelt.
Intergenerationale Innovativkraft
Bewusst stehen bei B+T die Initialen für „Benner und Töchter“. 2015 braucht Frank Benner im Zuge eine Werkserweiterung und des Ausstiegs eines Geschäftspartners Verstärkung. Weit suchen muss er nicht. Er findet sie bei seinen Töchtern Annalina und Sarah. Anders als er haben beide schon während der Schulzeit im Unternehmen mitgearbeitet. Abläufe und Prozesse sind ihnen ebenso vertraut wie strategisches Denken und innovative Entwicklungen.
Mittlerweile sind Annalina und Sarah Benner als Gesellschafterinnen aktiv am Unternehmen beteiligt. Immer hat Frank Benner Wert darauf gelegt, dass beide Frauen auch außerhalb des Unternehmens berufliche Erfahrungen sammeln, und so neue Perspektiven mit ins Unternehmen bringen. Das zahlt sich aus.
Errichtung eines eigenen Wasserstoffcampus
Wie etwa in einem völlig neuen Projekt, das gerade in Planung ist – die Errichtung eines Wasserstoffcampus auf dem eigenen Firmengelände, um so kostengünstig Energie für die energieintensive Galvanik zu gewinnen, die unabhängig von den Leistungsschwankungen der Wind- und Solarenergie arbeiten können muss. Wärmeüberschüsse bei der Wasserstoffproduktion sollen in das Energienetz der Ortsgemeinde Hüttenberg eingespeist werden, zu der B+T gehört. „Die Technik steht, aber der bürokratische Wahnsinn in Deutschland setzt immer wieder neue Stoppschilder,“ berichtet Benner. Dennoch sieht er gelassen in die Zukunft: „Mal schauen, wo wir am Ende stehen.“
Gesellschaftliche Verantwortung: christliches Wertefundament
Aktiv sucht Frank Benner mit B+T daher immer wieder den Kontakt mit der Politik, lädt Abgeordnete in sein Unternehmen ein, um Themen wie Energiekosten am Standort Deutschland oder das Thema Mindestlohn zu diskutieren.
Nicht raushalten, sondern einbringen, nicht passiv beobachten und nörgeln, sondern aktiv gestalten – das ist seine Devise.
„Wir Christen sitzen oft lieber am Rand und beobachten das Geschehen. […] Wir haben ein sehr klares Wertefundament. Und ich glaube, genau nach solchen Werten sehnen sich viele Menschen in unserer Gesellschaft.“
Für Benner gehört es daher zur unternehmerischen Verantwortung als Christ, auch im politischen Raum offen über den christlichen Glauben zu sprechen und bei Gleichgesinnten auch das gemeinsame Gebet zu suchen.
„Pflanzen statt kleben“: Hoffnungszeichen für die nächste Generation
Dabei setzt er auch auf praktisch sichtbare Zeichen außerhalb des Unternehmens und knüpft bereits bei den Jugendlichen an. Etwa als Vorsitzender des Fördervereins der Theodor-Heuss-Schule in Wetzlar, der einen Zukunftsgarten unter dem Motto „Pflanzen statt Kleben“ betreibt. Eine Reaktion auf die sogenannten Klimakleber, die sich vor ein paar Jahren auf Straßen und Kreuzungen festklebten, um mit dieser drastischen Protestform für eine radikal veränderte Klimapolitik zu demonstrieren.
Mittlerweile ist aus der Aktion „Pflanzen statt Kleben“ eine rund300 Meter lange Allee, der „Zukunftsgarten I“, entstanden, auf dem Frank Benner gemeinsam mit den Schülerinnen und Schüler Apfelbäume gepflanzt hat. So sollen die Jugendlichen lernen, sich aktiv einzubringen aber auch Geduld zu üben, bis Erfolg sichtbar und spürbar wird. Inzwischen sind aber auch schon in einem „Zukunftsgarten II“ die ersten 400 Liter Apfelsaft geflossen, deren Verkaufserlös der Schule zugutekommt.
Einladung, den Glauben zu bekennen
Neugier, Gestaltungsfreude und die Offenheit, Dinge ganz anders anzupacken – das zeichnet den Karriereweg von Frank Benner aus. Seinen christlichen Glauben will er bewusst zeigen und leben, und andere Christen in der Wirtschaft dazu ermuntern, das gleiche zu tun, wie er abschließend im Faktor C-TV-Interview sagt:
„Als Christ mutig sein, zum Glauben stehen. Wir haben häufig Angst, aus der Reserve zu kommen, und ich habe die Erfahrung gemacht, wenn ich mich als Christ oute und die Leute dadurch verstehen, warum ich so bin, wie ich bin, dann ist es viel einfacher.“
Andreas Odrich
👉Fünf Fragen an Frank Benner
Auf einen Blick: Was Frank Benner auszeichnet
Beruflich noch einmal alles völlig neu denken: Als Intensivkrankenpfleger mit Spezialwissen steigt Frank Benner in den Galvanikbetrieb seines Schwiegervaters ein und arbeitet sich von der Werkbank zum Geschäftsführer hoch, indem er nochmal eine völlig neue Ausbildung startet, weil er nicht „von Beruf Schwiegersohn“ sein will
Zuhören und Empathie zeigen – echte Unternehmerqualität: Als Krankenpfleger hat er gelernt, auf Menschen einzugehen und ihnen zuzuhören. Das wendet er heute auch auf seine Kunden an, und weiß so, was diese wirklich wollen
Unkonventionell Beten und Segnen: Als ein Betrieb, in dem er geschäftsführend tätig ist, in schwere Turbulenzen gerät, betet Frank Benner sichtbar für die Mitarbeitenden und die Kunden und segnet sie, in dem er nach dem Jericho-Prinzip siebenmal das Gebäude umrundet. Danach hätten sich die Turbulenzen spürbar geglättet
Mit der nachfolgenden Generation im Unternehmen auf Augenhöhe agieren: Als geschäftsführender Gesellschafter von B+T bindet Frank Benner seine Töchter frühzeitig in die Unternehmensführung ein, die fortan gemeinsam geschieht. Aktuell plant das energieintensive Galvanikunternehmen den Aufbau einer eigenen Wasserstoffproduktion, und hält trotz bürokratischer Hürden an den Plänen fest
Nicht zuschauen, sondern als Christ aktiv gestalten: Glaube muss aktiv gelebt werden und sichtbar in die Gesellschaft hineinwirken, sagt Frank Benner. So geht er als Unternehmer etwa in Energiefragen bewusst auf Politiker und Abgeordnete zu, und pflanzt im Ehrenamt mit Schülerinnen und Schülern Apfelbäume, um die Jugendlichen anzuregen, sich aktiv in die Gesellschaft und in die Zukunft einzubringen statt nur zuzuschauen
von Kasia Andres | Aug. 3, 2026 | Allgemein, Montagsgedanke
Stimmen im Kopf sind normalerweise nichts Gutes, doch ich habe gelernt, dass zwei davon durchaus – in gleichem Maße – bedenkenswert sind. Diese beiden „Stimmen“ heißen Bedacht und Demut.
Bedacht. Beim Planen und Verfolgen einer Vision sollten wir nicht impulsiv und oberflächlich vorgehen, sondern mit Bedacht und Verstand. Jesus hat uns das vorgelebt. Zu Beginn Seines Dienstes sprach Er gegenüber Seinen Jüngern davon, „die Kosten zu überschlagen“: „Stellt euch vor, jemand möchte einen Turm bauen. Wird er dann nicht vorher die Kosten überschlagen? Er wird doch nicht einfach anfangen und riskieren, dass er bereits nach dem Bau des Fundaments aufhören muss. Die Leute würden ihn auslachen und sagen: Einen Turm wollte er bauen! Aber sein Geld reichte nur für das Fundament!“ (Lk. 14,28-30).
Viele Geschäftsleute können sich nicht mit der Idee anfreunden, die Kosten zu überschlagen. Menschen neigen dazu, sich zu überschätzen. So überschätzten laut einer von David Brooks zitierten Studie 99% der Geschäftsleute ihren Erfolg.
Voller Begeisterung stürzen wir uns auf eine sich bietende Gelegenheit und gehen dabei mehr Risiken ein als gedacht. Wir begeistern uns für eine großartige Vision, doch nach 100 Metern geht uns die Luft aus.
Wir müssen uns Fragen stellen wie: Welche Ressourcen benötige ich? Welche Hindernisse könnten auftreten? Wird sich diese Entscheidung im Rückblick als impulsiv erweisen? Wer bringt eine andere Sicht ein, von wem könnte ich lernen? Bevor wir Ergebnisse bekommen, müssen wir investieren. Wir müssen Zeit investieren, um zu weisen Entscheidungen zu gelangen: „Was der Fleißige plant, bringt ihm Gewinn; wer aber allzu schnell etwas erreichen will, hat nur Verlust.“ (Spr. 21,5).
Das Gegengewicht dazu ist die Demut: Wir sollten uns nicht zu sehr auf unsere eigenen Pläne verlassen und gar arrogant werden. Bleiben wir demütig und bescheiden. Auch wenn Jesus uns ermahnt, „die Kosten zu überschlagen“, sollten wir daran denken, dass Pläne nicht in Stein gemeißelt sind.
Deutlich wird dies im neutestamentlichen Buch Jakobus, das in seiner Lehre so unmittelbar und realitätsnah ist. Hier heißt es: „Manche von euch kündigen an: Heute oder morgen wollen wir hier- und dorthin reisen. Wir wollen dort ein Jahr bleiben, gute Geschäfte machen und viel Geld verdienen. Dabei wisst ihr nicht einmal, was morgen geschieht! Was ist denn schon euer Leben? Nichts als ein leiser Hauch, der – kaum ist er da – auch schon wieder verschwindet. Darum sollt ihr lieber sagen: Wenn der Herr will und wir leben, wollen wir dieses oder jenes tun. Ihr aber seid stolz auf eure Pläne und gebt damit an. Eine solche Überheblichkeit ist verwerflich.“ (Jak. 4, 13-16).
Gott ist gut. Wenn Er will, wird er meine Sache voranbringen. Wenn Er ihr Einhalt gebietet, ist Er immer noch gut.
Demut ohne Bedacht produziert Führungskräfte, die Entscheidungen mit einem Übermaß an Emotionen treffen und Dinge nicht zu Ende bringen. Bedacht ohne Demut bringt Führungskräfte hervor, die nicht mit Fehlschlägen umgehen können und empathielos sind. Es braucht beides.
Copyright 2024. Dr. Stephen R. Graves ist Unternehmensstratege, pragmatischer Theologe und sozialer Kapitalist. Er berät Manager und Unternehmer.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
von Kasia Andres | Juli 20, 2026 | Allgemein, Montagsgedanke
Mein Ur-Großvater wurde Mitte 90. Wade (sein Vorname) war Dachdecker und Teilzeit-Landwirt. Er liebte es, hart zu arbeiten und das Leben zu genießen. Als er 89 war, verriet er mir mit einem Augenzwinkern: „Gestern habe ich das Dach der benachbarten Kirche fertiggestellt, aber sage deinen Eltern nichts davon.“
Wie viele Menschen kennen Sie, die im hohen Alter ein solch anstrengendes Projekt auf sich nehmen? Die meisten Menschen sprechen eher davon, wie sehr sie sich auf den Ruhestand freuen, wenn sie nicht mehr täglich zur Arbeit müssen. Nicht so mein Ur-Großvater. Für ihn war Arbeit Freude; sie war ihm auch über das Rentenalter hinaus wichtig.
Auf der ganzen Welt sehen wir ehrfurchtgebietende Beispiele von Menschen, die mit ganzem Herzen bei der Arbeit waren. Große, wunderbare Kirchen in Europa, die Chinesische Mauer, das Taj Mahal in Indien, die modernen Wolkenkratzer in Dubai, die architektonische Wunderwerke sind. Die Vereinigten Staaten von Amerika feierten kürzlich ihren 250. Geburtstag, und zahlreiche Gebäude in ihrer Hauptstadt Washington D.C. zeugen von der harten Arbeit und der Hingabe vieler Menschen.
Vor Hunderten von Jahren wurde ein Steinmetz in Paris, der an einer kleinen Mauer arbeitete, gefragt, was er da tue. Mit großer Begeisterung antwortete er: „Ich baue eine Kathedrale!“ Sein Anteil daran mag klein gewesen sein, aber er wusste, dass sein Dienst wichtig war.
Die meisten von uns bauen wahrscheinlich nicht an Wahrzeichen, die die Jahrhunderte überdauern, aber dennoch können wir alle Freude und Zufriedenheit aus unserer Arbeit ziehen.
König Salomo verbrachte die meiste Zeit seines Lebens mit Vergnügungen, Unterhaltung und allen ehrgeizigen Projekten, die ihm in den Sinn kamen. Am Ende kam er zu dem Schluss: „Alles ist vergebliche Mühe.“ (Pred. 1,14), ein Satz, den er zahlreiche Male wiederholte. Doch der König hatte eine Offenbarung, die ihm zeigte, dass mitten in den vergeblichen Mühen des Lebens Sinn zu finden ist.
Salomo schrieb: „So erkannte ich: Ein Mensch kann nichts Besseres tun, als die Früchte seiner Arbeit zu genießen – das ist sein einziger Lohn. Denn niemand kann sagen, was nach dem Tod geschehen wird!“ (Pred. 3,22). Außerdem riet er seinen Lesern: „Alles, was du tun kannst, wozu deine Kraft ausreicht, das tu! Denn im Totenreich, wohin auch du gehen wirst, gibt es weder Tun noch Denken, weder Erkenntnis noch Weisheit.“ (Pred. 9,10).
In der Bibel entdecken wir, dass Gott von Beginn an wollte, dass Arbeit keine Last ist, sondern Zufriedenheit, Erfüllung und Freude bringt. Das erste Gebot Gottes an Adam und Eva war: „Vermehrt euch, bevölkert die Erde, und nehmt sie in Besitz! Ihr sollt Macht haben über alle Tiere: über die Fische, die Vögel und alle anderen Tiere auf der Erde! Ihr dürft die Früchte aller Pflanzen und Bäume essen…“ (Gen. 1,28-29).
Gott bestimmte die Menschen, die Er geschaffen hatte, zu Verwaltern, Managern und Arbeitern, damit sie alles, was Er gemacht hatte, pflegten und erhielten. Deshalb finden Menschen wie mein Ur-Großvater Erfüllung in „allem, was sie tun können“. Haben auch Sie Freude an Ihrer Arbeit?
Copyright 2026, Unconventional Business Network.
Aus „UBN Integrity Moments“, eine Kommentarreihe über Ehrlichkeit am Arbeitsplatz aus christlicher Sicht.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
von Benjamin Biege | Juli 17, 2026 | history snack
Athanasius Wolff
ATHANASIUS WOLFF, geb. 1931, Studium der Philosophie, Geschichte, kath. und evang. Theologie. Hauptarbeitsgebiet: Fragen aus dem Dialog zwischen Theologie und Gesellschaft.
Perspektiven von Morgen als Herausforderung von Heute
Auszüge aus einem Vortrag von P. Athanasius Wolff – VCK-Haupttreffen Dorfweil
Gott schuf den Menschen auf Hoffnung hin
Die Frage nach der Zukunft ist nicht nur eine Frage, die die Dichter, Träumer, Denker oder Propheten beschäftigt, sondern sie ist Lebens- und Schicksalsfrage für eine Menschheit, die mit den Mitteln der technisch-wissenschaftlichen Zivilisation anders als je zuvor in ihrer Geschichte Zukunft produzieren kann.
Gewiß ist unsere Gegenwart auch immer die Konsequenz dessen, was unsere Väter getan oder unterlassen haben, was ihnen gelungen oder mißlungen ist, wo sie sich bewährt oder versagt haben. Keiner kann sich der Vergangenheit entziehen. Wir sind von ihr getragen und gehalten und müssen sie zumindest in unserer Erinnerung behalten.
Doch zum Menschen gehören neben der Erinnerung genauso die Hoffnung dazu und die Sehnsucht nach Mehr und Größerem. Er erfährt in jeder Gegenwart, daß er noch nicht ganz das ist, was er gern sein möchte. „Alles schuf Gott fertig, den Menschen schuf er auf Hoffnung hin“, heißt es in einem rabbinischen Kommentar. Von da her leben wir nicht in einer fertigen Welt, als gäbe es nur die bestehenden Ordnungen zu bewahren. Hinzu kommt, daß der Mensch nicht nur von seiner antropologischen Verfaßtheit her auf eine Zukunft hin bezogen ist, sondern als Christ immer mit Verheißung lebt auf das, was kommen wird – mit einer Verheißung des Himmels.
Himmel heißt, daß alles, was wir heute so leidvoll erfahren: Ungerechtigkeit, Neid, Haß, Gewalt und Angst einmal als Gabe Gottes von uns genommen wird und wir dann miteinander echt kommunizieren werden in einem Raum der Angstlosigkeit und Freude, von Glück und Frieden. Angesichts dieser Verheißung, daß Gott einmal jede Träne trocknen wird, legt sich der Christ weder auf das Lotterbett fauler Existenz, noch trägt er das gegenwärtige Leid mit der Vertröstung auf die zukünftige Freude. Er wird vielmehr provoziert, das gegenwärtig Mögliche von dem, was er einmal von Gott ganz erhofft, hier schon teilweise ein Stück weit zu realisieren. Der Christ lebt also nicht davon, indem er in die Vergangenheit schaut und dabei einem vermeintlich verlorenen Paradies nachtrauert und das restaurieren, konservieren und renovieren möchte, sondern er versucht, kleine Hoffnungen selbst zu verwirklichen und so in der Vorwegnahme des Himmels ein Stück seiner Hoffnung zum Vorschein zu bringen.
Das Bewährte von gestern wird in Frage gestellt
Unsere heutige Welt ist nicht mehr angemessen mit dem Begriff des industriellen Zeitalters beschrieben, sondern sie ist auf Grund der vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten als kommunikative Globalgesellschaft gekennzeichnet. Wir erinnern uns der Energiekrise vor eineinhalb Jahren, als auf einmal diese Welt hier ganz andere Modelle für Wachstum entwickeln mußte. Wenn heute irgendwo etwas passiert, dann ist das am gleichen Tage weltweit bekannt. Wir leben in einer Zeit, in der eine Rapidität des Informationsaustausches geschieht, in einer Welt, die sich innerhalb von sieben Jahren schneller verändert, als früher in hundert Jahren. Unsere Zeit muß man als epochale Wende bezeichnen. Wir sind in einer eigentümlichen Weise gegenüber Verhaltensmustern und Denkmodellen von gestern unsicher geworden.
Auch der Christ fühlt sich mit dem, was er zu sagen hat, zutiefst fragwürdig. Er ist aufgefordert, das Bewährte von gestern hinter sich zu lassen und sich nach dem neu zu Bewährenden auszustrecken. Es ist nicht Ausdruck von Glaubensschwäche, wenn man mit dem Gestrigen nicht einfach leben kann, sondern ich glaube eher, es ist Ausdruck des Glaubens, der die neue Zeit als Angebot Gottes begreift.
Das Weinen des Herrn über Jerusalem (Luk. 19) ist das Weinen über das Jerusalem, welches Gefangener seiner sozialen, religiösen und politischen Vergangenheit geworden ist. Ein Jerusalem, das dem jeweils neuen Anspruch nicht entsprach, weil es Gott so sehr hinter sich hatte. Schlimm wäre es, wenn wir Christen nur mit dem lebten, was wir gestern unter dem Anspruch des Evangeliums gefunden hatten und wir nicht auch mit der Phantasie des Glaubens Schritt hielten in eine sich wandelnde Welt hinein, die für uns ebenfalls Angebot Gottes bedeutet.
Die Frage, ob das Christentum noch Zukunft hat, darf aber nicht an der Antwort auf die Frage gemessen werden, ob es wieder zur herrschenden Macht wird. Mir scheint gerade die Säkularisation, die die äußere Herrschaftsstellung des Christlichen beseitigt hat, ein providentieller Vorgang zu sein. Denn Säkularisation kann auch eine reinigende Bedeutung haben, nämlich die Lösung der Kirche von bisherigen Klassengebundenheiten und die Befreiung von ideologischer Indienstnahme durch Gruppeninteressen.
Die Frage nach der Zukunft der Christen ist eigentlich nicht die, ob wir mächtig oder unmächtig sind, sondern ob wir das Wort des Evangeliums als treffendes und betreffendes Wort, als helfendes Wort, in diese sich wandelnde Zeit hinein auslegen können. Das Wort von der Verheißung an die Gemeinde Jesu Christi ist kein Vertröstungswort, sondern die Aufforderung, daß keine Zeit kommen kann, in der nicht das Wort aus dem Glauben ein angemessenes und helfendes Wort zur Stunde wäre. Ich bin der Meinung, der Glaube gibt die Gemeinde dazu frei, sorglos um sich selbst zu sein. Damit ist sie freigesetzt zur Sorge um das Jeweilige.
Evangelium – Herausforderung an die Christenheit
Die Botschaft des Evangeliums ist eine Herausforderung, die Vergangenheit in der Bekehrung zu überwinden. Provokation für die Christenheit ist, in der Phantasie des Glaubens Schritt zu halten mit den Absichten Gottes. Wir sollten das Kommende aus der Hand Gottes nicht nur als Gefährdung und Infragestellung unserer Person begreifen, sondern als ein neues Angebot, das wir dann freilich nicht bewältigen können im bloßen Rückblick auf das Gestrige und schon gar nicht im Zitieren von Bibelversen.
Das Weitergeben in der Kirche geschieht im Weitergehen und einem immer wieder Abschiednehmen; nicht darin, daß die Kirche zu jeder Zeit gleich redet, sondern das Gleiche stets neu und dann auch in anderer Sprache zur Sprache bringt. – So, wie Paulus den Römern ein Römer wurde und den Korinthern sehr korinthische Probleme von der Mitte des Glaubens her löste.
Im steten Verwandeln ist das Unüberholbare, die Person Jesus Christus, festzuhalten. Von ihm wird behauptet, durch ihn habe sich die Situation des Menschen grundsätzlich geändert. Die christliche Botschaft verkündet Jesus Christus als das letztbestimmende Ereignis für Mensch, Geschichte und Welt. Darin ist die Eschatologie, die Botschaft vom Letzten, nicht das Reden in einer Hintertreppensprache über ein himmlisches Jerusalem, sondern das Verbindlichmachen der Bedeutung Jesu Christi jederzeit neu und zwar als das Entscheidende und Qualifizierende für Welt und Geschichte.
Von Jesus Christus wird gesagt, daß er aus dem Handeln Gottes absolute Zukunft hat. Nicht wir stehen auf, sondern Gott erweckt uns. Nicht von unten her als menschliches Tun in Selbstmächtigkeit geschieht Zukunft als absolute Zukunft für Jesus Christus und für die an ihn Glaubenden, sonderen Christus erfährt Gottes Handeln und Leben am Ende menschlicher Möglichkeit als Gabe von Gott verwirklicht.
So ist der Christ nur insofern auf Vergangenheit bezogen, als das Kreuz und die Auferstehung Vergangenheit sind. Zugleich aber ist er von dieser Vergangenheit auf eine verheißungsvolle Zukunft ausgerichtet. Denn der Christ weiß um das „Schon“, der geschehenen Versöhnung mit Gott. Er weiß also um die Aufhebung der Entfremdung mit Gott und wartet, daß er in Fülle daran Anteil hat.
Gegenwart – Bauplatz einer glücklichen Zukunft
Nicht in einem traditionellen Beharren auf vergangenen Positionen bewährt sich der Christ, sondern in einer Bejahung der Unaufhaltsamkeit technischer Entwicklung aber als ein Bejahen mit dem Ziel menschlicher Beherrschung. Ein Hineintaumeln etwa in die Raumfahrt zum Mond mit keiner anderen Begründung, als einer dummen Ost-West-Konkurrenz, birgt nur eine gewisse Scheinrealität in sich.
In einer Zeit, in der man diese Welt nur bewältigen kann, indem man Informationen austauscht, taucht die Frage auf, ob nicht eine wesentliche Aufgabe für die Welt von morgen das Einüben in kooperatives Verhalten sein wird. In der Vergangenheit konnte man christliche Werte sehr individuell formulieren, denn wer keine Verantwortung im öffentlichen Raum hatte, mußte im Grunde genommen das christliche Ethos im Raum des Privaten leben. Aber reicht das für uns, die wir heute im Bereich des Öffentlichen Verantwortung tragen? Sollen wir nicht Verhaltensweisen entwickeln, die ein Gruppenethos sichtbar machen? Es reicht nicht mehr, die Privatkategorien des 19. Jahrhunderts zu übernehmen, so edel sie sind.
Der Christ ist aus dem Glauben an den Himmel ein aktiver Kritiker bestehender Verhältnisse und zwar im Hinblick auf ihre Verbesserung, auf ein Morgen hin. Er ist aber ebenso ein Kritiker von Ideologien, die den Schritt aus der Traurigkeit in die Freude heute als innerweltlich zu bewältigenden Vollzug deklarieren. Bezeichnenderweise sind die Menschen heute um des Himmels von morgen sehr leicht inhuman. Aber gerade der Christ wird die Gegenwart zum bloßen Bauplatz einer absolut glücklichen Zukunft machen können. Er ist in seiner Sehnsucht auf das Größere aus und erwartet das Letzte von einem anderen.
Keine Zeit wird Gott los
Im Raum dieser Mentalität, die Veränderungen anstrebt und zugleich sich der letzten Veränderung durch Gott bewußt bleibt, ist der Christ ein Ausschreitender. Er wird alle Ordnung als lebendiges Lebensgefüge für den gegenwärtigen Menschen in einer Offenheit auf die Zukunft hin gestalten. Er wird dabei nicht mit hechelnder Zunge unbedingt der Kritik der Zeit nachlaufen müssen. Er darf aber auch nicht in vermeintlicher Zeitüberlegenheit dem Fluß der Veränderung widerstehen. Sonst würde die Christlichkeit einmal so übelriechend werden wie Wasser, das nicht in Fluß bleibt.
Eine Zeit mag sich selbst als gottlos deklarieren, sie wird aber Gott nicht los, weil er menschenfreundlich bleibt. Wenn man daran glaubt, daß die Welt unter der Verheißung Gottes steht, kann einem keine Zeit uninteressant sein. Der Christ wird aus dem Hören auf das Evangelium diese Botschaft auf das Heute, auf die Zukunft hin aufschließen wollen. So leben wir auch jetzt in einer sich wandelnden und einer uns oft so fremd und bedrohlich anmutenden aber vom Herrn her doch sehr verheißungsvollen Welt.
von Benjamin Biege | Juli 17, 2026 | Allgemein
Wenn man den Betriebswirtschaftler Christoph Wegert mit etwas begeistern kann, dann sind es Innovationen und Neugier auf neue Technologien. Vor allem im digitalen Bereich. So experimentiert er schon früh mit dem Internet und gründet erste IT-Firmen. Heutzutage spielen sich die Innovationen im Bereich KI ab, und daher ist es kein Wunder, dass Christoph Wegert darauf sein Hauptaugenmerk legt. Zudem findet er: KI kann sehr nützlich sein, wenn wir sie klug nutzen und dabei christliche Werte zum Maßstab machen.
Gebete und Experimente
Passen nüchterne digitale Prozesse aus den Bereichen Robotik, IT und KI auf der einen Seite und Spiritualität und Religion auf der anderen Seite zusammen? Für Christoph Wegert ist das keine Frage. Denn als Christ beschäftigt er sich nicht nur damit, wie Bits und Bytes zusammenwirken und demnächst Quantensprünge in neue Dimensionen machen, sondern vor allem damit, wie wir sie nachhaltig, ethisch verantwortungsvoll und zum Wohle der Menschheit einsetzen.
Beides ging für ihn schon immer Hand in Hand. Während er noch mit seinen ersten Computern experimentiert, besucht er zusammen mit Freunden und Kollegen einen christlichen Gebetskreis.
Werte werden immer wichtiger
Auch die dann folgende Entwicklung von Anwendungen im Bereich Augmented Reality, AR, bei der in vorhandene Szenarien virtuell zusätzliche Informationen eingespeist werden (wie etwa virtuelle Ansichten eines Urlaubsgebiets, oder Verkehrsdaten im Szenario einer Straße), hat Christoph Wegert immer wieder darin bestätigt, dass eine ethische Basis dringend erforderlich ist, damit die Dinge dienlich für den Menschen bleiben und nicht manipulativ gegen ihn missbraucht werden – sei es im Marketing aber auch in der Industrie, aus denen sich sein Kundenkreis seinerzeit generiert.
So ist der Unternehmer und KI-Manager fest davon überzeugt:
„Gerade in einer automatisierten Welt werden Werte wichtiger und nicht unwichtiger.“
Unabhängigkeit und Datensicherheit
Schon seit einiger Zeit steht nunmehr die Nutzung von Daten in Verbindung mit Künstlicher Intelligenz im Fokus seiner Arbeit. Seit 2025 ist er Teil von Schwarz Digits, dem digitalen Arm der Schwarz Gruppe, zu der u.a. Lidl und Kaufland gehören, mit Sitz im baden-württembergischen Bad Friedrichshall. Schwarz Digits beschäftigt weltweit rund 8.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Schwerpunkt ist mit der Marke STACKIT der Aufbau und Entwicklung einer europäischen Cloud, um angesichts der aktuelle globalen Entwicklung unabhängig von anderen Cloud Anbietern zu werden; zum einen für die eigene Unternehmensgruppe, aber mittlerweile auch als souveränes Angebot für viele europäische staatliche Organisation, Länder, Kommunen und Unternehmen.
So errichtet Schwarz Digits derzeit neben bereits eigenen Rechenzentren in Deutschland und Österreich ein weiteres Großprojekt dieser Art in Lübbenau im Spreewald.
Technik macht nicht alles automatisch besser
Doch für Christoph Wegert beginnt die Verantwortung schon viel früher, auch im kleineren Rahmen. Denn für ihn geht die Veränderung sämtlicher Arbeitsprozesse durch KI schneller als alles bisher Gekannte.
Ständig entwickelten sich neue Geschäftsmodelle, ständig würden Prozesse verändert und durch Automatisierung beschleunigt, berichtet er Michael vom Ende im Interview für Faktor C auf Hope TV.
Was früher zuweilen Wochen oder gar Monate brauchte, sei mittlerweile in wenigen Minuten zu haben. Nicht per se schlecht, und schon gar nicht für jemanden, der wie Christoph Wegert Innovationsfan ist, aber dennoch gibt der Betriebswirtschaftler zu bedenken:
„Nur weil etwas schneller geht, ist es noch nicht automatisch besser.“
Ethik- und Werte weiter in Menschenhand
Genau deshalb bleibt für ihn die KI nicht mehr als ein Werkzeug, wenn auch ein revolutionäres, das viele unserer Abläufe, Prozesse und Arbeitsgewohnheiten bereits auf den Kopf gestellt hat und noch viel mehr als bisher durchwirbeln wird.
Anwendung und verantwortungsvoller Einsatz muss daher aus seiner Sicht entschlossen in Menschenhand bleiben.
Was die Technologie KI oft besser oder zumindest schneller als der Mensch kann, sind Faktenrecherche, Datenanalyse, Mustererkennung, Prozessoptimierung, Bündelung und Durchführung von Organisations- und Routinetätigkeiten sowie komplexe Planungsaufgaben.
Was sie aber nicht kann, ist für Christoph Wegert genauso wichtig: Verantwortung übernehmen, Wahrheit und Lüge erspüren und auseinanderhalten, echtes Mitgefühl entwickeln, das über ein schematisches Widerspiegeln des Gesagten hinausgeht.
Vor allem aber könne die KI eines nicht: moralische Entscheidungen treffen.
„Die Verantwortung bleibt immer beim Menschen“,
sagt Wegert. Der Mensch müsse auch weiterhin entscheiden, steuern, priorisieren.
Glaube in der digitalen Zukunft weiter unerlässlich
Somit geht für den KI-Experten der christliche Glaube ganz automatisch über den reinen Privatbereich hinaus, weil er die Grundlage weitreichender ethischer Entscheidungen liefert.
Die unternehmerische Frage könne daher nicht nur lauten:
„Wie können wir erfolgreich sein?“
Sondern:
„Wie können wir Menschen dienen?“
Werte zeigen sich bereits im Alltag
Auf Basis dieser Fragestellung hatten christliche Werte für Christoph Wegert schon immer einen zentralen Stellenwert:
Ehrlichkeit gegenüber Kunden. Fairness gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Verlässlichkeit im Umgang mit Geschäftspartnern.
„Werte müssen sichtbar werden“, sagt er.
KI als Werkzeug für mehr Menschlichkeit
Und das setze sich erst recht in den großen Fragen rund um KI fort. Anders als manche Kritiker sieht Wegert in KI keine Bedrohung für die Menschheit.
Im Gegenteil.
Wenn die KI-Technologie richtig eingesetzt wird, könne sie Zeit freisetzen, für das, was Menschen am besten können – kommunizieren und kreativ sein, Gespräche von Mensch zu Mensch führen, nachhaltig in Beziehungen investieren:
„Der eigentliche Maßstab ist deshalb nicht die technische Leistungsfähigkeit, sondern der menschliche Nutzen.“
Mit Optimismus in die digitale Zukunft
Christoph Wegert blickt somit als Fan von Innovationen optimistisch auf die kommenden Jahre. Er ist davon überzeugt, dass Künstliche Intelligenz weit mehr Chancen als Risiken bietet.
Gleichzeitig warnt der experimentierfreudige Betriebswirtschaftler davor, Technologie zum Selbstzweck zu machen.
„Die entscheidende Frage ist nicht, wie intelligent Maschinen werden. Sondern wie verantwortungsvoll Menschen mit dieser Intelligenz umgehen.“
Denn die Zukunft brauche nicht nur leistungsfähige Algorithmen – sondern Menschen mit Werten, Charakter und Haltung.
Die wichtigsten Erkenntnisse des Betriebswirts mit Schwerpunkt KI, Christoph Wegert, auf einen Blick:
1. Innovation entsteht durch Mut zum frühen Ausprobieren:
Christoph Wegert gehört zu den Menschen, die schon früh mit Augmented Reality und KI experimentierten. Sein Erfolgsrezept: Nicht warten, bis alles ausgereift ist, sondern Chancen erkennen und verantwortungsvoll testen.
2. KI verändert die Wirtschaft schneller als jede Technologie zuvor:
Prozesse, die früher Wochen oder Monate dauerten, werden heute oft in Minuten erledigt. KI beschleunigt Recherche, Analyse, Planung und Organisation massiv.
3. Schneller bedeutet nicht automatisch besser:
Trotz aller Begeisterung für Innovation warnt Wegert davor, Geschwindigkeit mit Qualität zu verwechseln:
„Nur weil etwas schneller geht, ist es noch nicht automatisch besser.“
4. Ethik und Verantwortung müssen weiter in Menschenhand bleiben:
Wenn die KI-Technologie richtig eingesetzt wird, könne sie Zeit freisetzen, für das, was Menschen am besten können – kommunizieren und kreativ sein, Gespräche von Mensch zu Mensch führen, nachhaltig in Beziehungen investieren:
„Der eigentliche Maßstab ist deshalb nicht die technische Leistungsfähigkeit, sondern der menschliche Nutzen.“
5. Glaube ist zwangsläufig mehr als Privatsache:
Für den KI-Experten geht der christliche Glaube ganz automatisch über den reinen Privatbereich hinaus, weil er die Grundlage weitreichender ethischer Entscheidungen liefert.
Die unternehmerische Frage könne daher nicht nur lauten:
„Wie können wir erfolgreich sein?“, sondern: „Wie können wir Menschen dienen?“
6. Sein Fazit zur derzeitigen Entwicklung der KI:
„Die entscheidende Frage ist nicht, wie intelligent Maschinen werden. Sondern wie verantwortungsvoll Menschen mit dieser Intelligenz umgehen.“
Das entspricht dem heutigen Stand der Technik und der aktuellen Debatte deutlich genauer.
von Benjamin Biege | Juli 3, 2026 | Allgemein, News
Was passiert, wenn junge Christinnen und Christen zusammenkommen, die ihren Glauben nicht vom Rest ihres Lebens trennen wollen? Genau das durften wir beim impact weekend 2026 erleben: ein Wochenende voller Begegnungen, ehrlicher Fragen, starker Impulse und neuer Perspektiven darauf, wie Glaube, Leiten und Leben im Alltag zusammenfinden können.
Impulse, die herausfordern und ermutigen
Dr. Daniel Bergmann nahm die Teilnehmenden mit hinein in seine persönliche Geschichte zwischen McKinsey, Verantwortung und Non-Profit-Arbeit. Dabei ging es nicht um schnelle Erfolgsformeln oder klassische Business-Takeaways, sondern um Identität, Fokus und die Frage, wie Christsein mitten in anspruchsvollen beruflichen Kontexten konkret werden kann. Besonders stark war sein Gedanke: Nicht vorsortieren, sondern Gott alles hinlegen – und dann mit klarem Fokus losgehen.
Auch Martin Daum setzte prägende Akzente. Er sprach darüber, was Christen in Wirtschaft und Verantwortung trägt: Menschen auf Augenhöhe begegnen, Verantwortung nicht als Privileg verstehen und auch dann das Richtige tun, wenn niemand hinsieht. Am Ende zählt nicht Position oder Kontostand, sondern ob wir gute Verwalter dessen waren, was Gott uns anvertraut hat.
Yasemin Lupo berührte mit ihrer persönlichen Geschichte und starken Bildern von Vertrauen, Heilung und Verwurzelung. Besonders eindrücklich war ihr Vergleich mit dem Löwenzahn: scheinbar unscheinbar, aber unglaublich widerstandsfähig, weil seine Wurzeln tief reichen. Ihre Ermutigung: nicht nur hoch wachsen wollen, sondern tief – in der Abhängigkeit von Gott, im Frieden statt Getriebensein und im Vertrauen statt Kontrolle.
Berufung bleibt – auch wenn Aufträge sich ändern
Ein besonderer Moment war die Predigt von Felix Märtin, der die Geschichte von Josef mit verschiedenen Gewändern lebendig machte. Vom bunten Gewand über den einfachen Sack und die Gefängnisjacke bis zum königlichen Mantel wurde sichtbar: Äußere Positionen können sich verändern – aber die Berufung bleibt. Auftrag ist das, was wir für eine Zeit tun. Berufung ist, wer wir vor Gott sind: geliebte Kinder, gerufen, ihm treu zu leben und zu dienen.
Gemeinschaft, die bleibt
Neben allen Impulsen war es vor allem die Gemeinschaft, die das Wochenende besonders gemacht hat: Gespräche beim Essen, ehrlicher Austausch, Gebet, Freizeit, neue Kontakte und die Erfahrung, mit den eigenen Fragen nicht allein zu sein.
Das impact weekend 2026 war mehr als ein Event. Es war ein Ort zum Auftanken, Nachdenken, Vernetzen und Neu-Ausrichten – mit tiefen Wurzeln, klarem Fokus und dem Wunsch, dort impact zu haben, wo Gott uns hingestellt hat.
Dann sichere dir schon jetzt dein Ticket fürs nächste impact weekend und werde Teil eines Wochenendes, das Glauben, Leiten und Leben neu verbindet.
Ein besondere Dank gilt unseren Sponsoren, die diesen Event überhaupt erst möglich machen. (auch denen die die bewusst im Hintergrund bleiben wollten)
Hier einige Impressionen vom impact weekend
von Kasia Andres | Juni 29, 2026 | Allgemein, Montagsgedanke
Abgeschlossene Verträge, gelieferte Projekte, die meisten Berufstätigen messen ihren Wert durch ihre Leistung. Wir leben innerhalb von Zahlen und Fristen und beginnen zu glauben, dass alles von uns abhängt. Wenn wir nicht liefern, geht nichts mehr.
Diese Lüge bleibt nicht im Büro, sie schleicht sich in unseren Glauben ein. Wir beginnen zu denken, dass Gottes Wirken auf der Welt von unserem Bemühen, unserer Kompetenz und unserer Bereitschaft abhängt. Unsere Berufung fühlt sich als Druck an. Der Dienst wird zur Last.
Johannes 21 erzählt eine andere Geschichte. Nach der Auferstehung fischten die Jünger die ganze Nacht und fingen nichts. Bei Sonnenaufgang fragte Jesus sie, ob sie etwas gefangen hätten. Sie verneinten. Er hieß sie das Netz auf der anderen Seite des Bootes auswerfen. Sie gehorchten, und das Netz wurde so gefüllt, dass sie es kaum wieder einholen konnten. Ihre harte Arbeit schien sich ausgezahlt zu haben. Dann kamen sie an den Strand. Jesus hatte bereits Feuer gemacht und grillte die Fische. Das Brot stand bereit, das Frühstück war fertig. Und dann sagte Er etwas, das jeden selbstgefälligen Arbeiter am Boden zerstören sollte: „Bringt ein paar von den Fischen her, die ihr gerade gefangen habt!“ (Joh. 21,10).
Das Essen hing nicht von ihrem Fang ab. Jesus wollte immer noch, dass sie einen Beitrag leisteten, aber Er brauchte ihren Fisch nicht. Er hatte bereits für alles gesorgt, was nötig war. Aber Er hieß willkommen, was sie beisteuerten. Es verband sie miteinander. Das Wunder bestand nicht darin, Jesus etwas zu bringen, was Er nicht hatte, sondern darin, dass Er sie daran teilhaben ließ.
Das verändert unser Verständnis von Arbeit. Gott ist nicht durch unsere Leistung begrenzt, Er braucht unsere Kompetenz nicht für Sein Handeln. Unsere Jobs, unser Einfluss, unser Zeugnis sind keine Werkzeuge, die Er verzweifelt benötigt, sondern Gaben, die Er uns aus Gnade gibt. Eine Einladung, an dem mitzuarbeiten, was Er in der Welt bereits tut. Das verändert die Vorzeichen unserer Arbeit: Wir erscheinen nicht mehr deshalb, weil die Welt ohne uns untergeht, sondern weil Gott uns gebrauchen will. Wir arbeiten, weil wir bereits berufen sind. Wir bezeugen Christus nicht, weil Gott ohne unsere Stimme hilflos wäre, sondern weil Er sich über unseren Gehorsam freut.
In Kolosser 3,23 heißt es: „Denkt bei allem daran, dass ihr für den Herrn und nicht für die Menschen arbeitet.“ Das ist ein Privileg, kein Druck. Die Gefahr ist, dies zu vergessen und göttliche Zusammenarbeit als persönliche Last zu empfinden. Dann wird Gehorsam zur Pflicht statt zur Gelegenheit. Wir leben, als würde Gott von uns abhängig sein, statt uns daran zu erinnern, dass Er uns einlädt.
Der auferstandene Herr bittet die Jünger nicht, für das Mahl zu sorgen, Er bittet sie, das zu bringen, was sie gefangen haben, und ihm am Feuer Gesellschaft zu leisten. Mögen wir niemals Seine Einladung mit unserer Unentbehrlichkeit verwechseln. Mögen wir Berufung niemals als Last statt als Wunder empfinden. Mit Jesus unsere Arbeit zu verrichten ist nichts, das wir ertragen müssten. Es ist ein Geschenk und eine Ehre.
©2026. Tief bewegt von der transformatorischen Kraft des Evangeliums ist es das Anliegen von Christopher C. Simpson, den Glauben in der Geschäftswelt zu verbreiten. Christopher ist Präsident von CBMC International; zuvor diente er 28 Jahre lang in der US Marine und beim Secret Service, wo er für den Schutz von 7 Präsidenten zuständig war. Mit seiner Frau Ana lebt er in Boca Raton, Florida, USA.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
von Kasia Andres | Juni 22, 2026 | Montagsgedanke
In meiner Kindheit gab es das Sprichwort: „Stöcke und Steine können mir die Knochen brechen, aber Beleidigungen können mir nichts anhaben.“ Doch das Leben hat mich gelehrt, dass Worte uns genauso verletzen können wie Stöcke und Steine.
Besonders deutlich wird dies mit der Entwicklung und Eskalation des sogenannten „Cybermobbing“. Vor allem junge Menschen werden in den sozialen Medien, in Textnachrichten und E-Mails Opfer böswilliger verbaler Attacken. Viel zu viele Kinder und Teenager erfahren so großes Leid, was manchmal sogar zum Suizid führt.
Doch auch Erwachsene und die Arbeitswelt bleiben davon nicht verschont. An manchen Arbeitsplätzen sind Beleidigungen eine tägliche Realität. Wutausbrüche, das öffentliche Vorführen von Kollegen, rachsüchtige E-Mails und die Verunglimpfung anderer sind nur allzu häufig.
All dies ist bestenfalls kontraproduktiv, kann aber auch ernsthaften Schaden verursachen. Sowohl das Neue als auch das Alte Testament erinnern uns an die Kraft und potentielle Gefahr unserer Worte. Hier einige Beispiele, die sich auf mündliche wie schriftliche Äußerungen beziehen:
Kleine Ursache, große Wirkung. Wir sollten die Wirkung unserer Worte nicht unterschätzen und unsere Worte weise wählen. „Genauso ist es mit unserer Zunge. So klein sie auch ist, so groß ist ihre Wirkung! Ein kleiner Funke setzt einen ganzen Wald in Brand. Mit einem solchen Feuer lässt sich auch die Zunge vergleichen. Sie kann eine ganze Welt voller Ungerechtigkeit und Bosheit sein. Sie vergiftet uns und unser Leben, sie steckt unsere ganze Umgebung in Brand, und sie selbst ist vom Feuer der Hölle entzündet. “ (Jak. 3,5-6).
Zum Guten wie zum Bösen. Wie ein Hammer ein Nagel in Holz schlagen oder jemandes Daumen verletzen kann, kann die Zunge anderen dienen oder harsch kritisieren und beleidigen. „Mit unserer Zunge loben wir Gott, unseren Herrn und Vater, und mit derselben Zunge verfluchen wir unsere Mitmenschen, die doch nach Gottes Ebenbild geschaffen sind. Segen und Fluch kommen aus ein und demselben Mund. Aber genau das, meine lieben Brüder und Schwestern, darf es bei euch nicht geben!“ (Jak. 3,9-10).
Unter unserer Kontrolle. Worte können dazu dienen, Informationen zu kommunizieren, aber sie können auch Waffen sein. Deshalb ist es weise, die Wirkung unserer gesprochenen und geschriebenen Worte zu kalkulieren, so wie wir erst zielen, bevor wir ein Gewehr abfeuern. „Wer viele Worte macht, wird sicher schuldig – darum hält der Kluge sich zurück.“ (Spr. 10,19).
Ein Werkzeug zur Ermutigung. Bei so viel Negativität in dieser Welt fallen wir positiv auf, wenn wir uns beherrschen und bewusst darum bemühen, nur das zu äußern, was für andere und uns selber von positivem Nutzen ist. „Redet nicht schlecht voneinander. Was ihr sagt, soll für jeden gut und hilfreich sein, eine Wohltat für alle.“ (Eph. 4,29).
Copyright 2026 Robert J. Tamasy ist Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher. Er bloggt alle 14 Tage unter www.bobtamasy.blogspot.com.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
von Benjamin Biege | Juni 17, 2026 | Allgemein, News
Wie sieht gelebtes Christsein in der Wirtschaft aus? Bei unseren MOVE-Treffen erleben wir es ganz praktisch: durch persönliche Begegnungen, ehrliche Einblicke in Unternehmen und inspirierende Gespräche mit Menschen, die Verantwortung übernehmen. Mit ABUS in Nordrhein-Westfalen und der B+T Unternehmensgruppe in Hessen durften wir zwei besondere Gastgeber kennenlernen. Entdeckt hier die Rückblicke und Fotogalerien der Veranstaltungen.
von Benjamin Biege | Juni 16, 2026 | Allgemein
Ein inspirierender Nachmittag bei MOVE NRW liegt hinter uns! 🙌
Zu Gast bei ABUS in Wetter (Ruhr) durften wir erleben, wie Verantwortung, Unternehmertum und Werte in einem international erfolgreichen Familienunternehmen zusammenkommen. Vom Logistikpark über das Museum bis zur Ausstellung boten sich spannende Einblicke hinter die Kulissen eines Unternehmens, das seit Generationen für Sicherheit und Verlässlichkeit steht.
Ein herzliches Dankeschön an Christian K. Filseth, sein Team und Michael vom Ende für ihre Impulse sowie an alle Teilnehmenden für die vielen guten Gespräche, neuen Begegnungen und den offenen Austausch.
📸 Hier findet ihr einige Eindrücke eines besonderen Nachmittags.
von Benjamin Biege | Juni 16, 2026 | Allgemein
Dass die Teilnahme an einem „Ü58-Wochenende“ bei faktor c im Jahr 2021 im wahrsten Sine des Wortes lebensverändernd sein könnte, hatten Jürgen und Dorothee Rexer damals noch nicht geahnt. Bei dieser Veranstaltung im unterfränkischen Kirchschönbach trafen sich Menschen, die die fortgeschrittenen Jahre aktiv gestalten wollen. Für das Ehepaar ein deutlicher und wertvoller Anstoß, sich etwas Besonderes auszudenken für die Zeit nach der Erwerbsphase.
Doch zunächst zur Vorgeschichte und was daraus wurde: Die beiden haben Jahrzehnte lang Familie, Beruf und Gemeindeleben jongliert. Jetzt, im Ruhestand, wagen sie einen neuen Aufbruch – nach Norwegen. Was sie antreibt, hat viel mit Dankbarkeit zu tun, und mit
einer Vision, die lange still geglüht hat. Und natürlich mit faktor c.
Ein Paar, ein Haus, eine Familie
Es begann Ende der 1980er Jahre mit zwei jungen Menschen, die beschlossen, alles gemeinsam zu machen. Sie heirateten, bezogen ihr erstes gemeinsames Zuhause – und schon war es mit dem ruhigen Leben vorbei. Drei Söhne kamen zur Welt, der jüngste kurz vor Dorothees 40. Geburtstag.
„Es ging rund bei uns“, erinnert sich Dorothee. „Ich liebte meine Familie, merkte aber schnell, dass ich oft an meine Grenzen kam.“
Jürgen war beruflich viel unterwegs – 33 Mal in China, 40 Mal in Nordamerika, fast tausend Starts und Landungen. Dorothee hielt die Stellung zu Hause, arbeitete über 14 Jahre im Pfarramt und organisierte das Familienleben mit dem, was ein afrikanisches Sprichwort treffend beschreibt: „Um ein Kind aufzuziehen, braucht es ein ganzes Dorf.“
Und dieses Dorf gab es: Großeltern, Tanten, Onkel, Gebetspartnerinnen, Nachbarn, verlässliche Weggefährten – sie alle trugen dazu bei, dass drei Söhne aufwachsen konnten, auch in nicht immer einfachen Phasen. Eine davon: die Diagnose ADHS bei einem der Kinder, damals kaum erforscht, für die Familie überraschend. Erst als Dorothee Jahre später selbst ein Kind mit ADHS in der Schule begleitete, fiel manches rückblickend ins rechte Licht. „Veränderung ist möglich“ – diese manchmal hart erkaufte Erkenntnis trägt bis heute.
Halb drinnen, halb draußen – und ein wachsender Wunsch
Mit Jürgens häufigen Auslandsreisen wuchs ein stilles Unbehagen. „Jürgen konnte seine Aufgaben im Leitungskreis der Gemeinde nicht mehr zufriedenstellend erfüllen. Ich konnte mich nicht zuverlässig irgendwo einbringen“, beschreibt Dorothee. Halb drin, halb draußen – kein befriedigender Zustand.
Langsam entstand aber etwas Neues: der gemeinsame Wunsch, wenn die Zeit reif ist, zusammen einen Dienst in einer christlichen Einrichtung zu tun. Eine Vision, die lange klein und unscharf blieb – und doch nicht verschwand.
Das Beste kommt zuletzt
„Soll man sich mit 67 nicht langsam zur Ruhe setzen?“ Diese Frage trieb Jürgen und Dorothee um. Weiterbildung, auch nach der Rente, ein Nachhaltigkeitsprojekt mitgestaltet, Korn gemahlen und Brot gebacken – Aufhören stand nicht auf dem Plan. Aber ein ganzes Jahr von zu Hause aufbrechen? Zweifel kamen auf. Ein wichtiger Baustein war dann das eingangs bereits erwähnte Ü58-Wochenende von faktor c. Neben interessanten Begegnungen mit Menschen, die nach dem Renteneintritt ungewöhnliche Wege eingeschlagen haben gab es Fachvorträge und praktische Hilfen zur Gestaltung des Umbruchs. Für Rexers war das eine starke Ermutigung und Orientierung, für die sie bis heute dankbar sind.
Der christliche Sänger Paul Colman singt: „The best is yet to come.“ Für die beiden Colman-Fans ist das inzwischen nicht nur Wunschdenken, sondern ein Plan, der umgesetzt werden konnte!
Norwegen – eine Vision nimmt Form an
Die erste Idee war Schweden, ein Land, das die Familie über viele Jahre liebgewonnen hat. Doch Türen schlossen sich – und schließlich wurde es Norwegen. Lia Gård, heute das größte norwegische christliche Retreat Center, war ein abgelegener Bauernhof, der vor 50 Jahren Schritt für Schritt zu einem Ort der Stille und des Gebets umgestaltet wurde und der sich für Menschen öffnet, die innehalten wollen. Lia liegt in atemberaubender Landschaft hoch über dem See Storsjøen und lädt ein, „sich von den Anforderungen des Alltags zurückzuziehen, um still zu werden und zu beten“.
Was den Ort besonders macht, ist auch seine Architektur. Der neuere Bauabschnitt erinnert an ein kleines Kloster: Gebäude gruppieren sich um einen Innenhof, verbunden durch einen gedeckten Gang zwischen Kirche und Wohnbereich. Die Gästezimmer sind stufenartig an den Berghang gelehnt und münden in den Kreuzgang. Die Kirche thront wie ein „Kraftwerk“ aufrecht am Hang – im geistlichen Sinne ein Ort, an dem Menschen zur Ruhe kommen und Kraft schöpfen. Dazu gibt es täglich drei liturgische Gebetszeiten. Für Jürgen und Dorothee ist Lia Gård ein Ort, der zu dem passt, was sie suchen aber auch anbieten: Gemeinschaft, Stille, Dienst.
Alltag auf Lia Gård
Seit Januar 2026 arbeiten sie in den verschiedenen Bereichen des Hauses mit – Hauswirtschaft, Küche, Haustechnik, was anfällt, halbtags, gegen Kost und Logis. An ihrer Seite: wenige Hauptamtliche und das sogenannte Husfolk, junge Menschen oft aus dem deutschsprachigen Raum, die dort ein diakonisches Auslandsjahr verbringen. Ein generationenübergreifendes Miteinander, das beiden gut gefällt.
Vertrauen, Gemeinschaft, Wagnis
Was treibt ein Paar in diesem Lebensabschnitt dazu, das Vertraute loszulassen? Für Jürgen und Dorothee ist die Antwort klar: Dankbarkeit. „Wir können mit großer Dankbarkeit auf unser Leben zurückschauen – und die ganz großen Katastrophen sind uns erspart geblieben.“ Aus dieser Dankbarkeit – auch gegenüber Gott – speist sich der Antrieb, nochmals etwas zu wagen.
Es ist keine Flucht ins Idyll – auch vor Ort gibt es Herausforderungen, Ungeplantes, gelegentlich Konflikte – und der schmerzhafte Abschied von Kindern und deren Familien auf Zeit. Doch Mut war gut: Jürgen und Dorothee haben beschlossen, das ganze Jahr zu bleiben. „Manchmal weiß man erst unterwegs, dass man auf dem richtigen Weg ist.“
Lia Gård ist seinerseits angetan von der Idee, künftig wieder aktive ältere Menschen für ein Jahr zur Mitarbeit zu gewinnen. Wer interessiert ist, kann sich hier kundig machen.
Jürgen und Dorothee Rexer kommen aus der Region Stuttgart. Jürgen war zuletzt als Verkaufsbereichsleiter und Produktmanager für Anlagentechnik im RFID-Bereich tätig, Dorothee ist gelernte Fremdsprachenkorrespondentin und hat zuletzt in der Schulbegleitung mit Spezialisierung auf ADHS gearbeitet. Ihr Einsatz bei Lia Gård begann im Januar 2026.
von Benjamin Biege | Juni 16, 2026 | Allgemein
Was für ein besonderer Tag! 🙌
Wir sind dankbar für offene Türen, inspirierende Menschen, ehrliche Gespräche und die Möglichkeit, gemeinsam zu entdecken, wie Christsein und Wirtschaft im Alltag gelebt werden können.
Vielen Dank an die B+T Unternehmensgruppe, unsere Impulsgeber und alle Teilnehmenden für die wertvolle gemeinsame Zeit.
Hier ein paar Eindrücke von MOVE HE 📸
von Benjamin Biege | Juni 16, 2026 | Allgemein
Hannah Brocksieper: Was Frauen im Business wirklich brauchen
Warum Hannah Brocksieper für ehrliche Vorbilder statt für Idealfiguren plädiert
Internationale Erfahrung und Begegnung mit der rauen Wirklichkeit auf mehreren Kontinenten in acht Ländern, Studium im Großkonzern, parallel Engagement gegen Menschenhandel und heute selbständige Marketingberaterin in Stuttgart: Hannah Brocksiepers Lebenslauf wirkt außergewöhnlich vielseitig. Erst als Mutter musste sich die selbständige Unternehmerin plötzlich in ihrer Rolle als Frau in der Businesswelt erklären. Daraus zog sie Erkenntnisse, Schlüsse und Konsequenzen.
Kindheit in außergewöhnlicher Freiheit
Barfuß oder in Flip-Flops und den ganzen Tag draußen verbringen – Hannah kann sich keine schönere Kindheit vorstellen. Zwar wird sie in Deutschland geboren, dennoch verbringt sie ihr Leben auf dem halben Globus. Frankreich ist dabei, die Schweiz und dann eben auch Kamerun, das Land mit dem Leben in Flip-Flops.
Die Erklärung für diese globale Kindheit: ihr Vater bildet christliche Pastoren aus und ist dafür vor allem im Ausland tätig.
Das bedeutet für das Kind Hannah Natur, Freiheit und ganz selbstverständlich ein Leben zwischen unterschiedlichen Kulturen.
Sehnsucht nach der ganzen Welt
Doch damit allein will sich die Teenagerin Hannah nicht zufriedengeben. Die Neugier nach weiteren Ländern und noch mehr Kulturen ist einfach zu groß: mit 16 ein Jahr USA, später Taiwan, Guinea, und Österreich.
Ihr Ziel: alle Kontinente bereisen. Wer sie fragt, wie sie sich wohl beschreiben würde, bekommt folgerichtig diese Antwort:
„Ich wollte immer Neues entdecken. Ein Teil von mir ist bis heute sehr neugierig.“
Realitäts-Check in Guinea
Doch was für Außenstehende wie ein schickes, hippes Weltenbummlertum klingen mag, ist streckenweise eine harte Begegnung mit der Wirklichkeit. So wie ihr freiwilliges soziales Jahr 2015 in Guinea, als das Ebola-Virus dort viele Tote unter den Infizierten fordert.
Viele, vielleicht auch manche romantischen Vorstellungen von erfolgreicher Sozialarbeit werden damals für sie infrage gestellt, wie Hannah Brocksieper rückblickend berichtet:
„Ich war damals noch sehr idealistisch, und dachte ich könnte die Welt retten. Dort habe ich jedoch gemerkt, wie komplex vieles wirklich ist.“
So stößt sie damals immer wieder an persönliche Grenzen. Aber gleichzeitig gelangte sie auch zu einer wichtigen Erkenntnis:
„Gutes tun braucht mehr als Idealismus.“
Herausforderungen systematisch anpacken
Im Anschluss entscheidet sie sich für ein duales Studium bei Bosch im Bereich International Business. Was zunächst eher pragmatisch klingt, entwickelt sich schnell zu echter Begeisterung, die sie heute so beschreibt:
„Ich habe gemerkt, wie spannend es ist, Ressourcen sinnvoll einzusetzen und Organisationen zukunftsfähig zu machen.“
Im Studium durchläuft sie unterschiedlichste Unternehmensbereiche und vertieft sich im Bereich Marketing.
Anschließend startet sie ihre erste Vollzeitstelle bei Bosch und träumt davon, später einmal ihre Erfahrungen in einer Non-Profit Organisation (NPO) einzubringen.
Vom Großkonzern zum Non-Profit-Sektor
Gesellschaftlich bringt sie sich weiter ehrenamtlich ein. Parallel zu ihrem Masterstudium findet man sie bei der International Justice Mission (IJM) – einer Organisation, die sich gegen Menschenhandel und moderne Sklaverei einsetzt. In Österreich gründet Hannah mit Freunden dafür eigens eine IJM-Regionalgruppe.
Als zur selben Zeit eine NPO nach Unterstützung im Marketing sucht, ist das der Schlüsselmoment für Hannah: Sie gründet ihre Marketingagentur und berät Organisationen aus Gemeinnützigkeit und Wirtschaft dabei, online sichtbarer zu werden.
Damit zeigt sie, dass Strategie, Kreativität und Werteorientierung wie selbstverständlich zusammenpassen.
Kollision mit dem Rollenbild als Mutter
Dann kommt durch die Geburt ihres Sohnes ein neues Thema hinzu: die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Ab wann kann wieder gearbeitet werden? Wie lassen sich Alltag und Karriere sinnvoll zueinander bringen, und was bedeutet das konkret für die Gestaltung des Familienlebens?
Fragen, die sich bis heute für Frauen anders stellen als für Männer:
„Vorher habe ich kaum darüber nachgedacht, ob ich als Frau im Business anders wahrgenommen werde.“
Flexibilität mit individueller Ausprägung
Gemeinsam mit ihrem Mann hat Hannah Brocksieper ein flexibles Familienmodell auf die Beine gestellt, das vor allem auf variablen Arbeitszeiten für beide basiert. So lassen sich für sie Selbständigkeit und Familienleben verbinden.
Überstülpen oder gar als Allheilmittel verkaufen möchte sie ihr persönliches Familienmodell nicht. Wichtig ist ihr daher:
„Es gibt keine allgemeingültige Lösung. Jede Familie muss ihren eigenen Weg finden.“
Unterstützung organisieren und offen individuelle Lösungen bleiben – das sei das Wichtigste.
Echte Vorbilder – wichtiger als Idealfiguren
Der Austausch mit anderen Frauen ist ihr in diesen Fragen eine wichtige Hilfe. Dabei empfindet sie einen Bruch zwischen der perfekten Social-Media-Welt und dem „echten“ Leben.
Ihre Erkenntnis:
„Man sieht online oft ein glänzendes Bild von Frauen oder Männern, die scheinbar alles schaffen. Aber das ist selten die ganze Realität.“
Vorbilder entstünden daher vor allem für Hannah durch ehrlichen Austausch und gegenseitige Unterstützung.
Auf der Suche nach echten Vorbildern möchte Sie sich daher nicht von idealisierten Zerrbildern frustrieren lassen. Ein Satz, der ihr dabei immer geholfen habe, ist dieser, auch wenn es ihr selbst an Mut eigentlich kaum mangelt:
„Viele da draußen sind gar nicht besser als du – nur mutiger.“
Deshalb animiert sie immer wieder andere Frauen, eigene Projekte zu starten, Dinge auszuprobieren und sich vor allem selbst etwas zuzutrauen. Und das sei eigentlich ganz leicht:
„Einfach anfangen, und schauen, was daraus entsteht.“
Glaube als Konstante
Bei allem Ortswechsel und bei aller Initiative gibt es dann doch die eine Konstante, die alles trägt: Hannahs christlicher Glaube.
Besonders während ihres Austauschjahres in den USA wird ihr bewusst, dass dieser Glaube ein wichtiger Halt für sie ist.
„Ich habe gemerkt: Gott ist unabhängig von Ort und Situation da.“
Dieser Glaube sorgt für Gottvertrauen, und macht deshalb so mutig, weil Hannah weiß, dass sie ihren eigenen Wert nicht durch Leistung oder Erfolg selbst erwirtschaften muss. Sie weiß sich von Gott geliebt und angenommen, wie sie ist.
Dankbar bleiben für das, was man hat
Neugierig bleiben, Neues wagen, das wird das einstige Mädchen mit den Flip-Flops in Kamerun wohl immer. Aber es ist keine Strategie, die dazu zwingt, ständig etwas anderem hinterherzujagen, um eine Leere zu füllen.
Denn wie damals in ihrer Kindheit kann sie auch heute vieles wertschätzen, was sie bereits erlebt, geschafft und geschaffen hat. Hannah Brocksiepers Quintessens im faktor c-TV-Interview bei Michael vom Ende auf Hope TV lautet daher ganz schlicht:
„Immer wieder Neues wagen – und gleichzeitig dankbar bleiben für das, was man hat.“
👉 Erkenntnisse auf einen Blick – was wir von Hannah Brocksieper lernen können
👉 Fünf Fragen an Hannah Brocksieper
von Benjamin Biege | Juni 16, 2026 | 5 Fragen
1. Du wendest dich auf deinem LinkedIn-Profil explizit an junge Frauen im Beruf mit Kindern, warum ist dir das Thema so wichtig?
Ich bin selbst mitten in dieser Lebensphase und merke: Statistiken über „Gender Pay Gap“ oder die „Teilzeitfalle“ frustrieren mich, aber bringen mich nicht weiter. Ich brauche konkrete Tipps, wie ich diese Phase gut meistern und genießen kann. Dabei helfen mir Vorbilder, deren Strategien, Einstellung oder auch die Kompromisse, die sie bewusst eingehen, ich mir abschauen kann. Weil ich so wenige davon kenne, möchte ich selbst Teil der Konversation sein. Dadurch lerne ich auch die Frauen kennen, die bereits über diese Themen sprechen.
2. Was muss in unserer Gesellschaft passieren, damit Frauen Beruf und Familie optimal zusammenbringen können?
Das Thema ist komplex und es gibt keine „one-size-fits-all“ Lösung. Aus meiner Sicht braucht es zum einen ein gesellschaftliches Umdenken. Kinder sind unsere Zukunft, deshalb geht uns das Thema alle etwas an. Die Frage ist also vielmehr, wie wir als Gesellschaft Beruf und Kinder optimal zusammenbringen. Die Verantwortung darf nicht bei „Frauen im Beruf“ liegen, sondern auch bei Männern, Arbeitgebern und den einzelnen Teams. Zum anderen brauchen wir strukturelle Anpassungen aus der Politik, beispielsweise in der Steuer-, Renten- und Elterngeldpolitik.
3. Welche Rolle sollten dabei die Männer spielen?
Eine ganz zentrale! Wir können den Wandel nur gemeinsam gestalten. Auch hier wünsche ich mir mehr männliche Vorbilder, die beispielsweise länger als zwei Monate Elternzeit nehmen, nicht alleine unter Frauen auf dem Spielplatz sind und ihren Teil der Verantwortung bei Erziehung, Haushalt und Mental Load übernehmen. Es ist schön zu sehen, dass sich in meiner Generation schon einiges bewegt, aber wir haben noch einen Weg vor uns.
4. KI ist unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Immer häufiger gibt es teure Schulungsangebote, die davon sprechen, dass man mit Hilfe einer KI ganze Marketingstrategien fahren kann, mit einem vollständig automatisierten Konzept, das von der Planung bis zur Durchführung der Kommunikation mit den Kunden sämtliche Marketingagenturen und Copywriter, sprich, Menschen, überflüssig macht. Was hältst du von diesen Angeboten?
Die KI kann gerade im Bereich Automatisierung und Datenanalyse eine enorme Effizienzsteigerung bringen. Das sehe ich als große Chance, auch für meine Agentur! Kreativität oder eine authentische, emotionale Verbindung zur Zielgruppe aufbauen kann sie nicht, bzw. nur mit dem richtigen Prompting. Das macht ein Mensch. Am Ende ist es immer die make-or-buy-decision des Kunden: Steure ich mithilfe von KI das Marketing (auch das und ggf. Kurse benötigen Zeit und Geld) oder engagiere ich jemanden, der das übernimmt.
5. Fühlst du dich als Marketingfrau von KI bedroht, wo lauern Gefahren, wo ist KI aber auch wirklich nützlich und was kann sie im Marketingbereich sinnvoll an menschlicher Arbeit ersetzen?
Nein, ich sehe die KI grundsätzlich als Chance: Die Welt hat sich schon immer verändert und es überleben die Unternehmen, die den Wandel erkennen und gestalten. Ich nenne die KI gerne meine „inselbegabte Mitarbeiterin“. Extrem gut in vielen Bereichen, aber ich muss sie führen und schulen. Gefahren sehe ich darin, wenn Ergebnisse blind übernommen werden, im Bereich von Urheberrechten oder wenn KI menschliche Beziehungen ersetzen soll.
Was meine Kunden an mir als Agentur schätzen ist, dass sie ein echtes Gegenüber haben, ich persönliche Erfahrungen einbringe, zwischen den Zeilen lese und ich ihnen nur das verkaufe, was gerade für sie relevant ist. Kaufentscheidungen werden immer auch von Emotionen gesteuert. In meinem Fall kaufen Kunden neben meiner Expertise das Gefühl, „gut aufgehoben zu sein“ – was sie auch sind 😉
von Benjamin Biege | Juni 16, 2026 | Allgemein
1. Weniger zweifeln, einfach starten
Hannahs Satz bringt es auf den Punkt:
„Viele sind gar nicht besser – nur mutiger.“
Ob Selbständigkeit, Karrierewechsel oder neue Ideen: oft scheitert es nicht am Können, sondern daran, überhaupt loszugehen. Gerade Menschen, die dazu neigen, alles richtig machen zu wollen, scheitern an ihren Zweifeln und starten erst gar nicht. Hannah zeigt, dass man nicht alles perfekt planen muss, bevor man beginnt.
2. Statt Zerrbilder echte Vorbilder und Gespräche
Gerade die Social-Media-Welt zeichnet teils ein verzerrtes Bild von der Wirklichkeit – alles ist auf Hochglanz und Erfolg getrimmt. Menschen, die ohnehin schon zu klein von sich denken, lassen sich dadurch noch mehr entmutigen.
„Man sieht online oft nur das glänzende Bild von Frauen und Männern, die scheinbar alles schaffen. Aber das ist selten die ganze Realität.“
Hannah setzt deshalb lieber auf echten Austausch gerade zwischen Frauen, bei dem Höhen und Tiefen ihren Platz haben. Das ermutigt sie wesentlich mehr, als eine Scheinwelt, die nur einen Bruchteil der Realität darstellt.
3. Flexibilität statt der einen, perfekten Lösung
Hannah spricht offen darüber, dass es keine allgemeingültige Antwort auf die Frage nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf gibt.
„Es gibt keine allgemeingültige Lösung. Jede Familie muss ihren eigenen Weg finden.“
Zusammen mit ihrem Mann hat sie als Selbständige eine gute Lösung gefunden mit flexiblen Arbeitszeiten – bei anderen kann das anders sein, sagt sie.
4. Gutes Tun braucht mehr als Idealismus
Als studiere Betriebswirtin hat Hannah im Non-Profit Sektor schnell gemerkt, dass Gutes tun oft komplexer ist, als viele sich das idealisiert vorstellen. Und dass Gemeinnützigkeit ebenso Struktur und Professionalität benötigt, wie ein Wirtschaftsunternehmen.
„Ich habe gemerkt, wie spannend es ist, Ressourcen sinnvoll einzusetzen und Organisationen zukunftsfähig zu machen.“
Als Betriebswirtin kann sie sich dort vollumfänglich sinnvoll einbringen – handfestes Business-Knowhow macht so caritative Hilfe erst zielführend.
5. Der eigene Wert hängt nicht nur von Leistung ab
Trotz internationaler Karriere, Selbständigkeit und Verantwortung beschreibt Hannah ihren Glauben als wichtigen Anker. Gott ist dabei kein Aufpasser, der schlechte Noten verteilt.
„Ich habe gemerkt: Gott ist unabhängig von Ort und Situation da.“
Das gibt ihr die Freiheit, Familie und Beruf sinnerfüllend zu gestalten und wie schon als Kind und Jugendliche weiter offen und neugierig auf Neues zu bleiben.
von Benjamin Biege | Juni 15, 2026 | history snack
Die Frau im Spannungsfeld zwischen Familie und persönlicher Entfaltung (Auszüge aus einem Vortrag von Elfriede Weber, Marburg, gehalten auf dem VCK-Haupttreffen in Dorfweil, 1976)
Frau Weber ist der Überzeugung, daß Spannungen und Konflikte letztlich nur von Jesus Christus gelöst werden können, wir aber Hilfsmittel zur Verfügung haben, deren wir uns bedienen sollen. Diese Grundhaltung setzte sie auch bei den Zuhörern voraus und verzichtete auf die Heranziehung von hilfreichen Bibelaussagen. Der Zweck dieses Referates war lediglich der, einer Frau die Notwendigkeit zu zeigen und Mut zu machen, etwas für sich selbst zu tun.
Während im Jahre 1908 Moebius es noch wagen konnte, ein Buch „Über den Schwachsinn des Weibes“ zu schreiben und darin die geringe Intelligenz der Frau herausstellte, wissen wir heute, daß kein Unterschied hinsichtlich der Gesamtheit intellektueller Fähigkeiten besteht. Trotzdem kommt in unserer heutigen Gesellschaft der Frau, von Ausnahmen abgesehen, nicht dieselbe Rolle zu wie dem Manne.
Aktuelle Untersuchungen ergaben eine stärkere soziale Orientierung der Frau, die vielfach mit einer größeren Umweltabhängigkeit und einem weniger stabilen Selbstwertgefühl verbunden ist. Psychologen erklären dies mit bestimmten Rollenerwartungen und Wertmaßstäben in unserer Gesellschaft. Möglicherweise bestimmen aber auch diese spezifischen Eigenschaften der Frau unsere Gesellschaftsformen mit. Eine Frau bringt die Voraussetzungen mit, sich anzupassen, eigene Leistungsvorstellungen und Wünsche zurückzustellen und mehr für die Familie als für sich da zu sein. – Männer erbringen demgegenüber lieber anerkannte Leistungen in der Öffentlichkeit, als sich von ihrer Frau ernähren zu lassen.
Ich will versuchen, deutlich zu machen, daß eine Frau weit mehr als ein Mann dazu bereit ist, eigene Wünsche zurückzustellen. Die Nur-Hausfrau hat meist einen Beruf aufgegeben, in den sie, wenn überhaupt, später nur unter erschwerten Bedingungen wieder hineinkommt. Bevor die Hausfrau im Gegensatz zu den anderen Familienmitgliedern das Haus für Nebenbeschäftigungen oder Freizeit verlassen kann, muß der Haushalt in Ordnung sein, die Aufgaben der Kinder kontrolliert und Besorgungen erledigt sein. Übt sie dazu noch einen Beruf aus, bekommt sie unter Umständen sogar ein schlechtes Gewissen gar in der Meinung, selbst etwas für sich zu tun. Manchmal überschätzt sich eine Frau auch darin, wenn sie ihre eigenen Wünsche mehr zurückstellt. Sie verdrängt sie sogar, weil ja die Gesellschaft, ihre Umgebung, ihr die Rolle der guten Hausfrau und Mutter aufdrängt. Sie bekommt dann Schwierigkeiten mit sich selbst.
Entfaltung der Persönlichkeit
Selbstverwirklichung
Wenn wir es fertigbringen, unseren Anspruch an die Umwelt, den Ich-Bereich mit allen Gaben und Fähigkeiten, auch den Nicht-Gaben und Nicht-Fähigkeiten, sowie unser Verhalten in der Umwelt auf die Realitäten abzustellen, können wir uns selbst verwirklichen.
Welche Forderungen stellt unser Ich, das wir mit der Realität in Einklang bringen müssen? Welche Wünsche kennen Sie aus ihrem Leben? Musik studieren? Lehrerin werden? Sprachen lernen und die Welt kennenlernen? Traum vom Haus im Grünen mit vielen Kindern, die durch die Erziehung der Mutter gute Schüler werden?
Die Realität kann doch aber heißen: Arbeitsüberlastung, große Familie, zu wenig Entspannung, kaum einmal Konzert oder Theater usw.
Sicher sind es aber nicht die unverwirklichten Träume, die zur Unzufriedenheit führen müssen. Die Hausfrau und Mutter erfährt zu wenig Anerkennung und Lob. Ein Punkt, der wesentlich für ihre Selbstverwirklichung ist. Da die Frau stärker umweltabhängig ist und ein weniger stabiles Selbstwertgefühl hat, braucht sie mehr als ein Mann eine Bestätigung von außen, ein „Feedback“. Und gerade dies hat sie in der Familie am wenigsten.
Informatives Feedback ist eine Rückmeldung, die darüber informiert, ob das Verhalten und Handeln richtig oder falsch war. Man fühlt sich bestätigt oder nicht. – Der Mann, im Kontakt mit der Umwelt und im Beruf, erlebt dieses Feedback: Die Umsätze steigen – also liegen Warenangebot und Werbung richtig. Oder die Umsätze gehen zurück – also müssen bessere Leistungen erbracht werden. Und wie ist das bei der Hausfrau? Wenn bei Tisch ohne negative Kommentare gegessen wird, kann sie annehmen, daß es einigermaßen geschmeckt hat.
Die Frau in der Familie muß sich ihre eigenen Bewertungsmaßstäbe setzen. Dabei sollte man sich hüten, falsche Vorstellungen zu entwickeln. Ein Kind, mit dem man lernt, muß nicht Musterschüler werden, sondern nur die individuell beste Leistung erbringen. Es kommt auch durch die Schule, wenn es nichts von Mengenlehre versteht. Und es gibt Dinge, die für Ihr Kind wichtiger sind als Pädagogik und Psychologie. Sollten Sie Klavierspielen lernen wollen, so kommt heute James Last besser an als Klassiker. – Das Leben einer Familie wird nicht dadurch wesentlich bereichert, daß Sie dies oder jenes können. Wenn Sie aber durch eine bestimmte Beschäftigung außerhalb Ihres Haushaltes eine Bestätigung bekommen oder ein Leistungserlebnis haben, wenn Ihnen dies oder das Spaß macht, und Sie dadurch zufrieden werden, dann haben nicht nur Sie etwas davon sondern auch Ihre Familie.
Sind später einmal die Kinder aus dem Hause, können gerade solche „Nebenbeschäftigungen“ und „Hobbies“ eine ganz wesentliche Funktion übernehmen, indem sie dazu beitragen, keine Langeweile aufkommen zu lassen, in deren Folge auch Depressionen eintreten können.
Ursula Lehr hat sehr stark an dem Thema „Frau–Beruf–Familie“ gearbeitet und wesentliche Untersuchungen zusammengetragen. Als eine entscheidende Variabel ergab sich dabei in den meisten differenzierten Fällen Zufriedenheit der Frau mit ihrer jeweiligen Rolle.
• Die Kinder zufriedener Nur-Hausfrauen zeigten die geringsten Entwicklungsstörungen oder Verhaltensprobleme. Wahrscheinlich sind auch die Ehemänner besser dran.
• In der zweiten Rangreihe folgten die Kinder zufriedener berufstätiger Frauen.
• Die größte Häufung von Problemen zeigte sich bei den Kindern nichtberufstätiger, unzufriedener Nur-Hausfrauen.
Die Beziehung eines Kindes zur Mutter braucht nicht durch die Berufstätigkeit der Mutter beeinträchtigt zu werden. Die Zufriedenheit der Mütter mit ihrer Berufstätigkeit hängt wiederum von anderen Faktoren ab. Hierzu gehören das Bildungsniveau und die Qualifikation ihres Berufes. Je höher beides ist, um so wahrscheinlicher ist eine Frau neben der Hausfrau gern berufstätig. Entscheidend ist auch die Einstellung des Mannes zur Berufstätigkeit der Frau. Auch hier findet man in höheren sozialen Schichten, in denen sich der Mann dadurch nicht so leicht von seiner alleinigen Ernährerrolle entthront fühlt, häufiger eine positive Einstellung. Eine partnerschaftliche Ehe, in der sich auch der Vater in Haushalts- und Erziehungsproblemen engagiert, läßt alle Beteiligten die Berufstätigkeit der Mütter eher positiv erleben.
Auf die Schulleistungen der Kinder hatte das berufliche Engagement der Mutter, vorausgesetzt, daß sie es gern tat, im allgemeinen keinen negativen Einfluß. Bei älteren Kindern und Studenten waren die Leistungen und die Leistungsaktivität sogar eher besser.
Allgemein kann man sagen: Für die Familie ist es besser, nur wenige Stunden am Tage eine glückliche und zufriedene Mutter um sich zu haben, als den ganzen Tag eine mürrische und unzufriedene, die immer das Gefühl hat, sich nicht entfalten zu können.
Im Nachgespräch wurden Anregungen und Beispiele von den Zuhörern gebracht, die das Referat zum Teil auch kritisch aufgenommen hatten. Der Referentin ging es aber lediglich darum, Initiativen anzuregen, die dazu beitragen sollen, daß sich die Frau weiter entfaltet und zufrieden wird.
von Benjamin Biege | Juni 15, 2026 | Um die Ecke gedacht
Vor einiger Zeit bin ich eingeladen worden, eine regelmäßige Interviewreihe im bundesweiten – und via Internet weltweiten – Fernsehen und weiteren digitalen Verbreitungswegen zu moderieren. Der Sender, Hope TV, war angetan von dem Gedanken, Christinnen und Christen zu ihren Erfahrungen, Einsichten, Werten und Überzeugungen im Bereich der Wirtschaft sichtbar und hörbar zu machen.
Bisher hatte ich das Vorrecht, 45 Unternehmerinnen und Unternehmer oder leitende Führungskräfte als Gäste begrüßen zu dürfen. Darunter waren z. B. Martin Daum, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Daimler Truck, die Unternehmerin Nora Oelkers, die mit Gottes Hilfe und zu seiner Ehre zwei *****Hotels führt, Friedrich Rominger, der zuletzt den Entwicklungsbereich von Continental Automotive leitete und aktuell der Vorsitzende von faktor c ist, Hanna Brocksieper, die nach einigen Jahren Wirtschaftserfahrung sich als junge Unternehmerin selbstständig macht oder Christian Filseth, der Verantwortung für das europäische Auslandsgeschäft bei der Sicherheitsfirma Abus trägt.
Eines der auffälligsten Zwischen-Fazite nach der ersten Staffel ist dieses: Dass Menschen „Gesehen werden. Und gehört“ werden, wurde in den Gesprächen überdurchschnittlich oft erwähnt und betont im Blick auf Verantwortung und Führung.
Gesehen werden.
Nicht jede oder jeder, der einen Raum betritt, erfüllt ihn gleich mit ihrer oder seiner Aura. Nicht jeder fällt gleichermaßen bei der Führung eines Teams oder der Suche nach dem richtigen Menschen für eine zu besetzende Stelle auf. Aber jede und jeder hat das Recht, gesehen zu werden. Wahrgenommen – und ernstgenommen. Mit der eigenen Geschichte, den Fähigkeiten, den (Fach-)Kenntnissen, den Stärken und Schwächen.
Die Bibel erzählt sehr detailliert und intim auf ihren Anfangsseiten von einer Frau, deren Namen wir bis heute kennen. Sie heißt Hagar – und leidet genau darunter, dass sie in ihrem „Eingeklemmt sein“ zwischen zu erfüllenden Pflichten und eigenen Träumen nicht als Mensch wahr- und ernstgenommen wird. Sie flüchtet sprichwörtlich aus ihrer Situation und begegnet Gott, dem sie das Leid klagt, dass er schon lange sieht. Da fühlt sie sich ernstgenommen. Ihr tiefer Wunsch geht in Erfüllung, gesehen zu werden. Und sie spricht es in dieser Gottesbegegnung aus: „Du bist ein Gott, der mich sieht.“ (Genesis 16, 13)
Und Gehört.
Es ist so eine Sache mit der Stimme. Die eine hat eine sehr laute, den anderen hört man kaum beim Reden. Die Stimme des einen klingt schrill, die der anderen piepsig. Unsere Stimme ist das Ergebnis von körperlicher Entwicklung, aber auch von Psyche und Übung. Glauben Sie mir, ich kann das als staatlich geprüfter Chorleiter aus vielen Erfahrungen so schreiben. Der eine kann die anderen niederbrüllen, die andere schafft es nicht, in der Diskussion gehört zu werden.
Die Bibel erzählt sehr detailliert und intim in ihrem ältesten Evangelium, dem von Markus, von einem Mann, dessen Namen wir bis heute kennen. Er heißt Bartimäus – und leidet darunter, dass er in seinem „Eingeklemmt sein“ zwischen der ewigen Dunkelheit seines Blindseins und dem Wunsch nach sehenden Augen nicht wahr- und ernstgenommen wird. Er muss sich täglich zum Betteln auf die Straße setzen und begegnet Jesus Christus, dem er hinterherschreit. Der hört ihn und geht zu ihm. Seine Sehnsucht findet ihr Ziel, gehört zu werden. Wir lesen beim Evangelisten über Bartimäus: „Er aber schrie noch viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner!“ (Markus 10, 48)
Es gehört zu unseren großen Bedürfnissen, gesehen zu werden. Und gehört. Und die Kehrseite? Wenn alle das Bedürfnis haben, gesehen zu werden und gehört, dann ist es für Christinnen und Christen eine wunderbare Steilvorlage, wie Jesus als „Vormacher“, Mitarbeitende und Marktteilnehmer, Machtbesessene und Mutlose, zu sehen und zu hören.
Sehen. Und Hören.
Wer sehen will muss die Augen öffnen, den Blick schärfen, genau zu schauen. Das braucht den Willen, die Anstrengung und die Zeit. Sehen, zur Schärfung vielleicht mit Brille und Lupe, mit geübtem Blick hinter das Vordergründige, mit einem Herzen, das verstehen und den anderen wahrnehmen will.
Wer hören will, muss feine Gehörgänge haben, die Geräusche und die suchen, konzentriert hinzuhören. Das braucht den Willen, die Anstrengung und die Zeit. Hören, vielleicht mit Ohrspülung und Kopfhörer, mit feinem Sensor für die Zwischentöne und die versteckten Botschaften, mit einem Herzen, das hören, verstehen und den anderen wahrnehmen will.
Das ist eine Anstrengung, aber für die und den anderen eine Wohltat.
Zum christlichen Menschenbild gehört die Menschenwürde. Jesus Christus kennt unser Bedürfnis, gesehen zu werden. Und gehört. Und es steht uns gut an, die Würde des anderen zu respektieren, indem wir ihn sehen. Und hören.
Michael vom Ende, im Juni 2026
Geschäftsführer faktor c, eine Initiative von Christen in der Wirtschaft
www.faktor-c.org
von Kasia Andres | Juni 15, 2026 | Montagsgedanke
Als junger Berufstätiger war ich mit Arbeitgebern gesegnet, die Fortbildung zu schätzen wussten. So konnte ich an wertvollen und hilfreichen Fortbildungen teilnehmen; manchmal entpuppten sich diese allerdings auch als kurzlebige Trends, die von wenig Nutzen und schnell vergessen, ja vielleicht sogar konträr zu Gottes Weisheit waren.
Die Ideen und Philosophien von Geschäftspraktiken mögen sich mit der Zeit und der Technik verändern, doch die Wahrheiten und Prinzipien der Bibel sind zeitlos und nicht der Veränderung unterworfen. Dies gilt besonders in Hinblick auf Ethik, Werte und unsere Beziehungen zu anderen und zu Gott.
Im Alten Testament lehrt uns der Herr durch den Propheten Hosea: „Wer klug und weise ist, der hört auf alle diese Worte und nimmt sie sich zu Herzen. Denn der Herr zeigt uns den richtigen Weg. Wer ihm vertraut, kommt ans Ziel, doch wer sich vom Herrn abwendet, stürzt ins Verderben.“ (Hosea 14,10).
Wissen und Erfahrung sind nützlich, aber nicht mit Weisheit gleichzusetzen. Im Neuen Testament lesen wir: „Wenn es jemandem von euch an Weisheit fehlt, soll er Gott darum bitten, und Gott wird sie ihm geben.“ (Jak. 1,5). Die „Weisheit“ der Wirtschaft kann sich jeden Tag verändern, doch die zeitlose Weisheit Gottes ist unveränderlich und immer verlässlich.
Dasselbe gilt auch im Hinblick auf die Ausbildung. Ich war immer der Auffassung, dass eine gute Ausbildung wichtig für mein Fortkommen ist. So habe ich möglichst hohe Abschlüsse angestrebt und mich beständig fortgebildet, um bessere Arbeit zu leisten und Engagement zu zeigen.
Als ich Christ wurde, machte ich es in meinem Glauben genauso; ich las kontinuierlich in der Bibel, um mehr Wissen zu erlangen. Doch ich erkannte bald, dass ich damit an Grenzen kam. Wie der Apostel Jakobus schrieb: „Wer Gelegenheit hat, Gutes zu tun, und tut es trotzdem nicht, der wird vor Gott schuldig.“ (Jak. 4,17).
Es ist wichtig, Gottes Wort kennen zu lernen, doch dabei können wir es nicht belassen. Es geht nicht darum, nur Wissen anzuhäufen, sondern wir dienen Gott, indem wir nach unserem Wissen handeln und es auch bei unserer täglichen Arbeit umsetzen.
Wir sind gewiss: „Denn die ganze Heilige Schrift ist von Gott eingegeben. Sie soll uns unterweisen; sie hilft uns, unsere Schuld einzusehen, wieder auf den richtigen Weg zu kommen und so zu leben, wie es Gott gefällt. So werden wir reife Christen und als Diener Gottes fähig, in jeder Beziehung Gutes zu tun.“ (2. Tim. 3,16-17). Wenn wir in der Wahrheit der Bibel leben, befähigt uns das, unsere Arbeit gut und richtig zu tun.
Eine Ausbildung und praktisches Training können – in welchem Bereich auch immer – sehr wertvoll sein. Doch das Training des Herrn durch Sein Wort wird sich für Ihren Werdegang als noch viel gewinnbringender erweisen. Wie es in Eph. 2,10 heißt: „Gott hat etwas aus uns gemacht: Wir sind sein Werk, durch Jesus Christus neu geschaffen, um Gutes zu tun. Damit erfüllen wir nur, was Gott schon im Voraus für uns vorbereitet hat.“
Copyright 2026, Unconventional Business Network.
Aus „UBN Integrity Moments“, eine Kommentarreihe über Ehrlichkeit am Arbeitsplatz aus christlicher Sicht.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
von Benjamin Biege | Juni 10, 2026 | Montagsgedanke
In der Geschäftswelt geraten wir schnell unter Druck. Ein Geschäft platzt. Eine vertrauenswürdige Führungskraft sucht sich eine andere Stelle. Die Zahlen gehen runter. Der Vorstand will sofortige Antworten. Ihr Team beobachtet Sie. Zu Hause lässt der Druck nicht nach. Entscheidungen und Gespräche stehen an. Und mittendrin schleicht sich der Gedanke ein: Das ist zu viel für mich.
Dieser Gedanke zeigt uns etwas, nicht nur über die Situation, sondern über unseren Glauben. Wir nehmen reflexhaft an, dass der Druck zu stark ist und wir zu schwach sind. Doch vielleicht stimmt das gar nicht. Vielleicht ist der Druck nicht zu stark, sondern genau angemessen?
Die Heilige Schrift widerspricht immer wieder unserem Instinkt, vor Druck zu fliehen. Noah trug die Last des Gehorsams, als niemand ihn verstand. Josef ertrug Verrat und wurde hingehalten, bevor er in eine Führungsposition gelangte. Moses stand stotternd und mit einem Stab vor dem Pharao. Daniel blieb standhaft in einem feindlichen System, das ihn umformen wollte. Diese Männer wichen dem Druck nicht aus.
Paulus, der erst ein Verfolger, dann ein Prediger war, ist vielleicht das eindeutigste Beispiel. Als der Herr ihn rief, sprach Er sehr deutlich: „Ich habe diesen Mann dazu auserwählt, mich bei allen Völkern und Herrschern der Erde, aber auch bei den Israeliten bekannt zu machen.“ (Apg. 9,15). Keine Willkür. Kein Zufall. Auserwählt. Nicht, weil es bequem ist, sondern weil es passt.
Paulus‘ Geist, Ausbildung, Ausdauer und sogar seine Vergangenheit wurden in etwas geformt, das Gott gebrauchen konnte. Dieser Auftrag war schwer, aber nicht fahrlässig. Gott wählt das aus, was erforderlich ist. Manchmal in Form von Klarheit, wenn alle anderen kopflos sind. Manchmal in Form von Ruhe mitten im Stress. Manchmal in Form von Mitleid, wenn Menschen am Ende ihrer Kraft sind. Manchmal bedeutet das dranbleiben, wenn es vernünftig erscheint, wegzulaufen.
Paulus kannte Druck nicht nur theoretisch, sondern auch in der Realität. Er schrieb: „Die Schwierigkeiten bedrängen uns von allen Seiten, und doch werden wir nicht von ihnen überwältigt. Wir sind oft ratlos, aber nicht verzweifelt.“ (2. Kor. 4,8). Er brach unter dem Druck nicht zusammen, weil Gott ihn bereits so formte, dass er ihn aushalten konnte. Dasselbe gilt auch für uns. Gott weiß genau, was wir brauchen, und bereitet uns entsprechend vor. Wenn wir Druck verspüren, heißt das also nicht notwendigerweise, dass etwas nicht stimmt. Vielleicht soll uns etwas anvertraut werden. Bevor wir beten, dass die Last von uns genommen wird, sollten wir um Kraft bitten, diese gut zu ertragen. Um Weisheit, Ausdauer und Klarheit. Gott versorgt und hilft uns, Er bringt das zu Ende, was Er begonnen hat.
Der Druck mag real sein, aber er ist nicht willkürlich. Wir sind erwählt. Und manchmal besteht der Unterschied zwischen Zusammenbrechen und Führen einfach darin, zu glauben, dass die Last, die Gott uns auf die Schultern gelegt hat, kein Fehler ist, sondern: eine Berufung.
©2026. Tief bewegt von der transformatorischen Kraft des Evangeliums ist es das Anliegen von Christopher C. Simpson, den Glauben in der Geschäftswelt zu verbreiten. Christopher ist Präsident von CBMC International; zuvor diente er 28 Jahre lang in der US Marine und beim Secret Service, wo er für den Schutz von 7 Präsidenten zuständig war. Mit seiner Frau Ana lebt er in Boca Raton, Florida, USA.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
CBMC InternatIonal: Chris Simpson, President. Tel.: +1 520 334 1114 Adresse: P.O. Box 17376, Tucson, Arizona 85731, USA E-Mail: jmarple@cbmcint.org –
Internet: www.cbmcint.org (IVCG-Manna 24. KW 2026)
von Benjamin Biege | Juni 1, 2026 | Allgemein, News
Menschen oder Zahlen? Für David Hirsch kein Entweder-oder. Schon früh lernt er beides zu verbinden: geprägt von einem Vater, der als Pfarrer für Menschen da war – und zugleich wirtschaftliche Verantwortung trug. Heute steht David Hirsch als Geschäftsführer in der Sozialwirtschaft genau in diesem Spannungsfeld. Er führt Organisationen durch Krisen, balanciert zwischen Menschlichkeit und Effizienz – und kennt die Herausforderungen auch aus eigener Erfahrung: berufliche Rückschläge, persönliche Brüche und hohe Verantwortung. Dabei hat er gelernt, mit Krisen umzugehen – und ihnen nicht auszuweichen. Sein Fazit: „Ich kann Krise“ und „Ich kann beten“. Wie beides zusammengeht und was ihn trägt, erzählt er in dieser Folge.✨
faktor c – Christen in der Wirtschaft
Unsere Sendung auf Hope TV
Wirtschaft und Glaube – passt das zusammen? Was bedeutet es, als Christ unternehmerisch zu denken, Entscheidungen zu treffen, mit Erfolgsdruck umzugehen – und dabei den eigenen Glauben nicht außen vor zu lassen? Diese Fragen beschäftigen viele Unternehmer und Führungskräfte täglich. Mit der neuen Sendereihe „faktor c – Christen in der Wirtschaft“ bietet Hope TV ab Oktober 2025 eine einzigartige Plattform für authentische Geschichten aus der Wirtschaftspraxis.
Echte Geschichten aus der Wirtschaftswelt
Das Besondere an diesem Format liegt in der Kombination von Wirtschaft und Christsein – ein Themenbereich, der bisher kaum im christlichen Fernsehen behandelt wurde. Doch „faktor c“ setzt nicht auf theoretische Abhandlungen oder wirtschaftswissenschaftliche Analysen. Stattdessen stehen echte Menschen mit ihren ganz persönlichen Erfahrungen im Mittelpunkt. Jede Folge erzählt die Geschichte eines Unternehmers oder einer Führungskraft, die ihren Glauben als wesentlichen Faktor in ihrem beruflichen Wirken versteht.
Moderiert wird die wöchentliche Sendung von Michael vom Ende, Kaufmann und Theologe. Der 63-Jährige war nach seiner Zeit in der Stahlindustrie als Pastor tätig und viele Jahre Pressesprecher eines christlichen Medienunternehmens. Heute ist er Geschäftsführer von „faktor c“, einer Initiative von Christen in der Wirtschaft.
Wer sollte einschalten?
Die Sendung richtet sich an Menschen mit unternehmerischer Orientierung und alle, die sich für die Verbindung von Christsein und Wirtschaft interessieren.
Wer sich fragt, „Wie kann ich meinen Glauben authentisch in einer oft kompromisslosen Geschäftswelt leben?“ oder „Muss ich zwischen finanzieller Verantwortung und christlichen Werten wählen?“, der sollte unbedingt einschalten. „faktor c“ stellt sich genau diesen Fragen – und zwar in Form von ehrlichen Einblicken in das Leben erfolgreicher Christen. Die Gäste sprechen offen über ihre Zweifel, Herausforderungen und auch Fehler. Sie erzählen, wie sie schwierige Entscheidungen getroffen haben, wo sie an ihre Grenzen gestoßen sind und wie ihr Glaube sie durch Krisen getragen hat.
Warum „faktor c“?
Der Titel „faktor c“ steht dabei für mehr als nur den Anfangsbuchstaben von „Christ“. Er verkörpert das Extra, das Vitamin C der Wirtschaft – jenes besondere Element, das Geschäfte nicht nur erfolgreich, sondern auch sinnvoll macht. Gerade in Zeiten, in denen wirtschaftliche Entscheidungen massive gesellschaftliche Auswirkungen haben, ist die Frage nach den handelnden Personen und ihren Werten von entscheidender Bedeutung.
Mit dieser neuen Sendereihe betritt Hope TV ein Themenfeld, das bislang in der deutschen Fernsehlandschaft kaum Beachtung fand, und schafft eine Plattform für den Austausch unter Christen in der Wirtschaft. Die Geschichten echter Menschen inspirieren und fordern heraus und zeigen, wie wirtschaftlicher Erfolg und Glaubenstreue keine Gegensätze bleiben müssen, sondern sich ergänzen können.
Schalten Sie ein und entdecken Sie, wie Menschen den „faktor c“ in ihrem beruflichen Alltag leben. Lassen Sie sich begeistern von Berichten, die zeigen: Christsein in der Wirtschaft ist möglich – und macht den entscheidenden Unterschied.
factor c – Christen in der Wirtschaft
Immer donnerstags um 21:00 Uhr auf Hope TV und hopetv.de
von Kasia Andres | Juni 1, 2026 | Montagsgedanke
Die Arbeitsmotivation vieler Menschen ist selbstorientiert. Sie müssen ihren Lebensunterhalt verdienen, für ihre Familie sorgen, ihren selbsterwählten Lebensstil finanzieren, sie gehen ihrer Arbeit mit Freude und Leidenschaft nach, fühlen sich bestätigt und bedeutend.
Nichts davon ist schlecht. Dies alles kann eine sinnvolle Nebenwirkung unserer Arbeit sein. Doch auch der schlaueste, begabteste und erfahrenste Mensch kann nicht alles allein bewerkstelligen. Ein „selbstzentrierter“ Ansatz kann sich in unserer Arbeit und unserem Leben verheerend auswirken.
Ich denke an meine eigene Karriere zurück. Als ich vor über 40 Jahren zu CBMC (Herausgeberorg. d. Montags Impulse; Anm. d. Übers.) kam, war dies ein großer Schritt für mich, verbunden mit wesentlich mehr Verantwortung. Ich hatte Erfahrung im Schreiben, Layouten und Fotografieren, hatte aber noch nie ein Magazin herausgegeben. Viele Fähigkeiten fehlten mir, und ich hatte keine Erfahrung mit Themen wie Finanzen, Zeitmanagement und Familienbeziehungen.
Glücklicher Weise fanden wir talentierte Menschen, die diese Lücken ausfüllen konnten, wie einen Grafikdesigner und Illustrator, kompetente Autoren, sowie einen Redaktions- und einen Verwaltungsassistenten. Alle brachten ihre einzigartigen Begabungen und Fähigkeiten mit ein. Jede neue Ausgabe des Magazins übertraf unsere Erwartungen. Meiner Ansicht nach war das Ganze großartiger als die Summe der einzelnen Teile.
Dieses Prinzip trifft auf alle Berufe zu. Ob wir Unternehmer sind, Manager, Verkäufer, Rechtsanwalt, Arzt, Ingenieur oder Architekt oder auch Pastor, wir können nicht nur für uns selber arbeiten. Für ein optimales Ergebnis brauchen wir einander. Eine der besten Bibelstellen zum Wert der Zusammenarbeit finden wir in Prediger 4,9-12. Hier einige Aussagen daraus:
Mehr Produktivität. Ein Arbeitspferd mag eine bestimmte Last ziehen können, aber zwei Arbeitspferde können zusammen ein Vielfaches dieser Last ziehen. Dieses Prinzip trifft auch beim Verfolgen eines Zieles oder der Zusammenarbeit an einem Projekt zu. „Zwei haben es besser als einer allein, denn zusammen können sie mehr erreichen. “ (Pr. 4,9).
Mehr Resilienz. Niemand ist perfekt und wir alle machen mal Fehler oder geraten ins Straucheln. Kollegen, die uns helfen, wieder aufzustehen und uns erneut an die Arbeit zu machen, sind immer hilfreich. „Stürzt einer von ihnen, dann hilft der andere ihm wieder auf die Beine. Doch wie schlecht steht es um den, der alleine ist, wenn er hinfällt! Niemand ist da, der ihm wieder aufhilft!“ (Pr. 4,10).
Mehr Ressourcen. Als Einheit können wir besser auf Herausforderungen reagieren. „Wenn zwei in der Kälte zusammenliegen, wärmt einer den anderen, doch wie soll einer allein warm werden?“ (Pr. 4,11).
Mehr Kraft. Widrigkeiten, die einen, vielleicht auch zwei von uns, zum Einknicken bringen können, sind besser zu überwinden, wenn wir als Team zusammenarbeiten. „Einer kann leicht überwältigt werden, doch zwei sind dem Angriff gewachsen. Man sagt ja auch: Ein Seil aus drei Schnüren reißt nicht so schnell!“ (Pr. 4,12).
Copyright 2026 Robert J. Tamasy ist Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher. Er bloggt alle 14 Tage unter www.bobtamasy.blogspot.com.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
von Kasia Andres | Mai 26, 2026 | Allgemein, Montagsgedanke
Haben Sie schon einmal eine Prüfung durchmachen müssen? Eine Prüfung verbinden wir meistens mit Widrigkeiten, echten Nöten oder größeren Herausforderungen. Die Prüfung besteht darin, wie wir damit umgehen. Aber es gibt noch eine weitere Form der Prüfung, an die die meisten von uns gar nicht denken würden. Es ist die Prüfung durch… Lob. Wie reagieren wir, wenn alles gut geht und die Menschen uns erzählen, wie talentiert wir seien und welch gute Arbeit wir machen würden?
Hier ein Beispiel: Lisa wurde die neue Abteilungsleiterin. Ihr Team war erleichtert, dass der vorherige Abteilungsleiter nach schweren persönlichen Konflikten und Rückschlägen in der Abteilung das Unternehmen verließ. Aus Freude über den Wechsel lobten sie Lisa, der ein hervorragender Ruf vorausging, in der Hoffnung, dass sie wieder eine Normalität herstellen würde.
Lisa hatte aber genug Erfahrung, um zu wissen, dass es nicht ausreichen würde, einfach besser als ihr Vorgänger zu erscheinen, denn die Bewunderung würde bald schwinden, sobald sie schwere Entscheidungen würde treffen müssen.
Das menschliche Ego ist schwach. So wie Kritik schnell dazu führen kann, dass wir unseren Wert in Frage stellen, kann Lob uns dazu bringen, höher von uns zu denken als angemessen ist. Genau davor hat Apostel Paulus gewarnt: „In der Vollmacht, die mir Gott als Apostel gegeben hat, warne ich euch: Überschätzt euch nicht, sondern bleibt bescheiden. Keiner von euch soll sich etwas anmaßen, was über die Kraft des Glaubens hinausgeht, die Gott ihm geschenkt hat.“ (Römer 12,3).
Jeden Tag erleben wir, dass Führungskräfte genau das tun, wovor Paulus gewarnt hat: Sie überschätzen sich. Es ist nichts falsch daran, auf gute Arbeit und erreichte Ziele stolz zu sein. Doch wenn der Stolz überhandnimmt und wir meinen, besser als andere zu sein, uns für bedeutender zu halten, wird das unweigerlich Probleme mit sich bringen.
Natürlich ist zu hoffen, dass wir von Zeit zu Zeit für unsere Arbeit Lob erhalten. Die Frage ist nur, wie wir damit umgehen. In zwei Versen aus dem alttestamentlichen Buch der Sprüche wird dieses Thema adressiert.
In Sprüche 27,2 heißt es: „Überlass es anderen, dich zu loben! Es ist besser, ein Fremder rühmt dich, als du selbst!“, und in Sprüche 27,21: „Gold und Silber werden im Ofen und im Tiegel geprüft, der Prüfstein eines Menschen ist sein Ruf.“ Der Ruf als Prüfstein!
Ein Freund von mir, der jahrelang als Herausgeber eines Magazins gearbeitet hat, erzählte mir, dass diese Verse ihm halfen, die richtige Sicht auf seine Arbeit einzunehmen. Als er und sein Team beträchtliche Veränderungen an Inhalt und Design der Publikation vorgenommen haben, wurden sie durch Menschen ermutigt, die ihnen mitteilten, wie sehr sie das Magazin schätzen würden. Dennoch vergaß er nie, dass Gott es war, der ihn in die Position gebracht, ihm die notwendigen Fähigkeiten und Erfahrungen gegeben und ein begabtes Team zur Seite gestellt hatte.
Es tut gut, Bestätigung für unsere Arbeit zu erhalten. Dennoch sollten wir niemals vergessen, dass letztlich dem Herrn die Ehre und das Lob für unsere Leistung gebührt.
Copyright 2026, Unconventional Business Network.
Aus „UBN Integrity Moments“, eine Kommentarreihe über Ehrlichkeit am Arbeitsplatz aus christlicher Sicht.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
von Benjamin Biege | Mai 18, 2026 | Allgemein
In der Wirtschaft sprechen wir viel über Prozesse, Ziele, Effizienz, Kennzahlen und Verantwortung. All das ist wichtig. Gerade in der Automobilbranche, in der ich seit über zehn Jahren tätig bin, geht es oft um komplexe Systeme, enge Termine, hohe Kundenerwartungen und klare Ergebnisse.
Über mehrere Jahre war und bin ich in Führungsverantwortung unterwegs. Teilweise mit disziplinarischer Mitarbeiterverantwortung, teilweise in fachlicher Führung ohne direkte Personalunterstellung. Gerade diese unterschiedlichen Formen von Führung haben mir gezeigt: Führung beginnt nicht erst dort, wo Menschen offiziell unterstellt sind. Führung beginnt dort, wo jemand Verantwortung übernimmt, Orientierung gibt und andere durch komplexe Situationen begleitet.
Dabei habe ich immer wieder erlebt: Führung ist nie neutral. Sie prägt Menschen. Sie prägt Kultur. Sie prägt Vertrauen.
In meiner beruflichen Welt spielt User Experience eine wichtige Rolle. Dort geht es um die Frage, ob Produkte und Systeme wirklich für Menschen funktionieren. Nicht nur für Präsentationen. Nicht nur für Managementziele. Nicht nur für interne Prozesse. Sondern für die Menschen, die am Ende damit arbeiten, fahren, entscheiden oder leben müssen.
Diese Frage beschäftigt mich inzwischen weit über die Produktentwicklung hinaus:
Für wen führen, entwickeln und entscheiden wir eigentlich?
Für Prozesse? Für Kennzahlen? Für unsere eigene Absicherung? Oder für Menschen, die von unseren Entscheidungen betroffen sind?
Als Christ kann ich diese Frage nicht rein wirtschaftlich beantworten. Der Mensch ist für mich nicht zuerst Ressource, Rolle oder Leistungsträger. Er ist Geschöpf Gottes. Er hat Würde, bevor er Leistung bringt. Er bleibt wertvoll, auch wenn er Fehler macht, Grenzen hat oder nicht in jedes System passt.
Das verändert Führung.
Christliche Führung bedeutet für mich nicht, weich, beliebig oder konfliktscheu zu sein. Gute Führung braucht Klarheit. Sie muss Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen und manchmal auch unbequeme Dinge ansprechen. Aber sie tut das in dem Bewusstsein, dass der Mensch nicht Mittel zum Zweck ist.
Gerade im wirtschaftlichen Druck zeigt sich, worauf Führung gegründet ist. Wenn Termine eng werden, Fehler sichtbar sind oder Erwartungen steigen, ist es leicht, nur noch funktional zu denken. Dann wird der Mitarbeiter schnell zur Kapazität, das Team zur Ressource und der Mensch zum Faktor im Projektplan.
Christlicher Glaube erinnert mich daran, anders hinzusehen.
- Diene ich den Menschen, die mir anvertraut sind?
- Gebe ich Orientierung oder erzeuge ich nur Druck?
- Bin ich ehrlich, auch wenn es unbequem ist?
- Schütze ich Menschen, wenn es schwierig wird?
- Übernehme ich Verantwortung oder schiebe ich sie weiter?
Ich habe gelernt: Man kann Menschen führen, ohne formale Macht über sie zu haben. Und man kann formale Macht haben, ohne wirklich zu führen. Echte Führung entsteht nicht allein durch Position, sondern durch Vertrauen, Klarheit, Verlässlichkeit und Haltung.
Für Christen in der Wirtschaft liegt darin eine große Verantwortung. Unser Glaube ist nicht für den Sonntag reserviert. Er gehört auch in den Montagmorgen. In Meetings. In Zielkonflikte. In Mitarbeitergespräche. In Entscheidungen, bei denen niemand zusieht. In die Art, wie wir über Menschen sprechen, mit Fehlern umgehen und unter Druck reagieren.
Ich schreibe das nicht aus einer sicheren Distanz, sondern auch als persönliches Bekenntnis. Wenn ich ehrlich bin, war ich in meiner eigenen Führungslaufbahn zu oft lauwarm. Zu oft habe ich nicht klar genug Stellung bezogen. Zu oft habe ich abgewogen, ob ein klares Wort jetzt beruflich klug, passend oder bequem ist. Und wenn ich zurück blicke, würde ich sicherlich einiges anders machen.
Denn unser Schweigen ist nicht immer neutral. Manchmal ist gerade unser Schweigen das Schlimmste, was wir tun können. Wenn wir schweigen, wo Wahrheit gebraucht wird. Wenn wir uns zurückhalten, wo Menschen Orientierung brauchen. Wenn wir unser Licht verstecken, obwohl Gott uns genau dort hingestellt hat: in Teams, in Unternehmen, in Verantwortung.
Das bedeutet nicht, jeden Besprechungsraum zur Kanzel zu machen. Aber es bedeutet, erkennbar zu leben. Wahrhaftig zu sprechen. Menschen würdig zu behandeln. Für das Richtige einzustehen, auch wenn es unbequem wird.
Wir brauchen Christen in der Wirtschaft, die nicht lauwarm bleiben. Christen, die sich neu anzünden lassen. Die nicht aus eigener Kraft glänzen wollen, sondern Licht bringen, weil Christus in ihnen lebt.
- Seid mutig und stark.
- Seid nicht lauwarm.
- Lasst euch anzünden.
- Bringt Licht in die Dunkelheit.
Michael Hayer ist Portfoliomanager bei der EDAG GmbH, selbstständiger Unternehmer und seit über zehn Jahren im Automotive-Umfeld tätig. Er verfügt über fachliche und disziplinarische Führungserfahrung und beschäftigt sich aus christlicher Überzeugung mit der Frage, wie Digitalisierung, Führung und Produktentwicklung dem Menschen dienen können – in Verantwortung vor Gott und den Menschen.
Im Buch „User Centered Politics – Warum Demokratie ohne Werte scheitert“ (M. & S. Hayer Verlag | lesen.mhayer.de) überträgt er Prinzipien aus User Experience und nutzerzentrierter Entwicklung auf größere gesellschaftliche Systeme. Seine These: Systeme scheitern, wenn sie am Menschen vorbeigebaut werden und ihr Wertefundament verlieren.
Mit #ByFaith möchte er Christen ermutigen, ihren Glauben auch im Berufsalltag sichtbar zu leben. Auf https://byfaith.network können Interessierte ihr Profilbild kostenlos mit einem #ByFaith-Badge versehen und so ein klares, verbindendes Zeichen für den Glauben im Alltag setzen.
von Benjamin Biege | Mai 18, 2026 | Allgemein, history snack
Wenn der Ofen ausgeht
Peter Oswald
Nach der Ölkrise Alles in allem gesehen, haben uns die Ölscheichs nicht nur einen Streich gespielt. Die politisch bedingte Ölkrise rückte uns nur einige Jahre früher ein Problem vor Augen, das unausweichlich auf uns zukommt, sobald die Ölquellen erschöpft sind.
Supervergeuder USA „Daran schuld ist eine Menschheit“, so der italienische Fachexperte Martinoli, „die, um in einem immer hektischeren Klima zu überleben, die vorgegebenen Energiequellen blindlings verpulvert“. An dieser Vergeudung sind alle schuld. Wenn man den Energieverbrauch pro Kopf im Rahmen der industriellen Entwicklung betrachtet – er hat sich seit 14 Jahren verdoppelt, und dürfte im Jahr 2000 viermal so hoch sein wie im Jahr 1970 –, dann sticht in die Augen, daß die Supervergeuder die USA sind. Angesichts dieser Tatsache hat S. T. Freeman, Direktor der Ford-Gründung für Energiepolitik gesagt: „Wir haben nicht die Natur zu tadeln (wegen der knappen Ölreserven), sondern Onkel Sam.“ Der amerikanische Lebensstil zeigt nämlich einen Energieverbrauch auf, der pro Kopf sechsmal höher liegt als der Durchschnitt der Weltbevölkerung. So verfügen die USA, die nur sechs Prozent der Menschheit ausmachen, über etwa ein Drittel der Weltenergie.
Wenn die Quellen versiegt sind … Die Berechnungen über die bekannten Energiereserven besagen, daß es Erdöl noch für 37 Jahre, Erdgas für 43 Jahre und Kohle für 448 Jahre geben wird. Wenn also das Erdöl zuerst ausgeht, so ist es klar, daß wir auf der Stelle die anderen Energiequellen entwickeln müssen. Zu diesem Thema schlagen die Fachleute neue Verbrennungsmethoden von gereinigten Kohlearten vor, außerdem die Vergasung der Kohle und die Herstellung von Erdöl aus Kohle, erdölhaltigem Sand oder erdpechhaltigen Schichten, die vielerorts vorkommen. Aber das alles genügt nicht. Man wird noch andere Energiequellen nutzbar machen müssen, zum Beispiel die Energie in Form der großen Hitze des Erdinnern, die Sonnen-, Meeres- und Windenergie. Dazu sind aber lange Forschungsarbeiten nötig. Die Ergebnisse werden jedenfalls nicht rechtzeitig kommen, als daß sie der Energiekrise begegnen könnten, der wir entgegeneilen.
Wohin mit dem „Atommüll“? Die Atomenergie scheint die naheliegendste Lösung des Problems zu sein. Der Energiespender dafür, das Uran, findet sich in den USA, der Sowjetunion, Australien, Kanada, Südamerika und Afrika. Es besteht also keine Gefahr eines Lieferungsmonopols. Den Gebrauch dieses neuen Energiespenders sollte man jedoch nicht auf die leichte Schulter nehmen. Der größte Nachteil sind die Schlacken, die beim „Verbrennen“ von angereichertem Uran in den Atommeilern anfallen, der sogenannte „Atommüll“. Der Mensch ist wie der berühmte Zauberlehrling. Er ist fähig, eine Kettenreaktion in Gang zu setzen, die Atomenergie erzeugt. Aber er kennt keinen chemischen oder physikalischen Weg, die radioaktive Strahlung des Atommülls aufzuheben. Die Radioaktivität verringert sich nur mit Ablauf der Zeit. Dazu sind Jahrhunderte und Jahrtausende nötig, während nichts anderes zu tun bleibt, als den Atommüll abzulagern. Welche sicheren Orte gibt es aber? Früher dachte man an den Meeresgrund. Dann aber entdeckten die Russen, daß die radioaktiven Substanzen die Meerestiere verseuchten. Durch den Verzehr von radioaktiv kontaminiertem Fisch wird dann doch der Mensch wieder erfaßt. Heute verschließt man den Atommüll in Metallbehältern und lagert ihn auf eigens dafür eingerichteten „Friedhöfen“. Der Zutritt dazu ist streng untersagt. Aber diese Metallbehälter gehen mit der Zeit kaputt. Jeweils nach 20 Jahren müssen sie ausgegraben und der Atommüll in neue Metallbehälter umgefüllt werden, ein mühsames Unternehmen. Dabei nehmen die Gefahren ständig zu. Wenn nämlich die Energiegewinnung immer mehr durch Kernspaltung geschieht, wird es auch mehr Atommüll geben. Der Anstieg erfolgt, mathematisch gesehen, in einer geometrischen Reihe. So werden dann für Jahrhunderte und Jahrtausende alle 20 Jahre immer mehr Metallbehälter auszuwechseln sein. Deshalb denken die „Umweltschützer“ daran, das Problem in den kommenden Jahren dadurch aus der Welt zu schaffen, daß sie den Atommüll auf die Sonne schießen; auf die reinigende Wirkung dieses riesigen Feuerherdes vertrauend.
Radioaktive Strahlen aus dem Atommeiler
Jedoch liegt die Gefahr nicht nur im Atommüll, sondern auch in den radioaktiven Strahlungen die der Atommeiler von sich gibt und die die Umgebung erreichen können. Freilich ist die einzelne Dosis an Radioaktivität so gering, daß sie praktisch unschädlich ist. Aber es ist auch wahr, daß viele kleine Strahlendosen sich summieren können und so, auf die Dauer gesehen, doch ernste Schäden hervorrufen können, vor allem auf genetischem Gebiet, also für die kommenden Generationen.
Die schwerwiegendste Folge aber bedeutet es, daß Atomreaktoren nach 20 bis 30 Jahren betriebsunfähig werden, und verlassen werden müssen. Wie uns E. S. Schumacher erklärte, können sie weder abgebaut noch abtransportiert werden. Sie müssen jahrhundertelang dort bleiben, wo sie stehen und geben still ihre unsichtbaren Strahlen in die Luft, ins Wasser und in den Boden ab. Es sind $\alpha$-, $\beta$- und $\gamma$-Strahlen, die Krebs erzeugen und bei den späteren Generationen zu Mißbildungen in der Art und Weise des Contergans führen können.
Was sagen die Futurologen?
An diesem Punkt ist es schwierig, die Vorausschau des Futurologen A. Peccei vom „Club of Rome“ zu ignorieren. Peccei rechnet mit etwa 24000 in Betrieb befindlichen atomaren Zentren am Ende unseres Jahrhunderts. Er sieht die Welt wie ein unermessliches Feld, auf dem zigtausend Menschen die Atomanlagen bewachen. Denn diese stellen eine Gefahr wie potentielle Atombomben dar. Andere Tausendschaften sind damit beauftragt, die radioaktiven Strahlungen zu überprüfen, und andere, auf die unschädlichste Art und Weise die Berge von radioaktiven Schlacken abzutragen. Die Aussichten – auch wenn man optimistischer gestimmt ist als Peccei – sind sicherlich nicht rosig. Schließlich steht man doch vor der Alternative: Entweder Atommeiler bauen, oder die Industrie einschränken. G. Martinoli, den wir eingangs erwähnten, hat vorgeschlagen, für einige Jahrzehnte auf den alten Rohstoff Kohle als Energiequelle zurückzugreifen. Er hat jedoch zugeben müssen, daß auch dabei die natürliche Umwelt und die Bevölkerung durch die Luftverschmutzung zu leiden hat.
Wie wir auch das Blatt drehen und wenden, die Krise, in die wir hineingeraten sind, läßt sich nicht auf einem bequemen Weg überwinden. Welche Straße wir auch einschlagen, ohne ein „blaues Auge“ kommen wir nicht davon. Eines muß man aber sagen: Es genügen nicht die technischen Lösungen, um uns aus der Sackgasse herauszuhelfen, wenn wir nicht gleichzeitig eine Lebensweise überwinden, die uns in dieses Dilemma geführt hat; wenn wir nicht ein neues Modell für die menschliche und gesellschaftliche Entwicklung finden, aus dem die selbstzerstörerischen Grundthesen des Konsumdenkens gestrichen sind.
Jesus spricht:
Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.
Joh. 8.12
von Benjamin Biege | Mai 18, 2026 | Allgemein
Friedrich Rominger: Wenn Gott die Richtung vorgibt
35 Jahre lang ist Friedrich Rominger international im Top-Management tätig – als Entwicklungsleiter bei Continental, mit Verantwortung für tausende Ingenieure weltweit. Dann verändert Gottes Ruf sein Leben: Statt Karriere im Konzern folgen Selbständigkeit, Ehrenamt und neue Wege, die er am Anfang seines Berufslebens nie geplant hätte. Heute engagiert er sich ehrenamtlich in einem christlichen Gemeindenetzwerk und als Vorsitzender des Vereins „Christen in der Wirtschaft e. V.“ Sein Anliegen: christliche Unternehmer und Führungskräfte unterstützen, stärken und miteinander verbinden.
Werte: der neue Trendfaktor
Warum ein Top-Manager aussteigt – und was das für die eigene Laufbahn bedeutet
Wer an Karriere denkt, der assoziiert damit in der Regel Erfolg. Gerade bei Männern ist das so. Aufstieg Schritt für Schritt und am Ende als Krönung Chef eines Unternehmens oder gar eines ganzen Konzerns – die klassischen Karriereträume über viele Generationen hinweg.
Im Hintergrund nicht selten ein falsches Leistungsdenken, das den Wert eines Menschen vor allem über seine beruflichen Erfolge definiert.
Statt reiner Karriere Suche nach Sinnstiftung
Doch diese Zeiten sind wohl vorbei, jedenfalls für die Mehrheit. Laut Arbeitsbarometer des internationalen Personaldienstleisters Randstad von Anfang 2026 sollen mittlerweile 63% der Menschen im Arbeitsprozess verstärkt auf Sinnsuche setzen und halten die klassischen Karrieremuster für überholt.
Ebenso verzeichnet die Beratungsorganisation Managerseminare vor allem bei den jüngeren Führungskräften eine starke Zuwendung zu Werten, die sie höher priorisieren als bloße Karrierepläne.
Wertekompass ohne Leistungsdenken
Somit ist Friedrich Rominger ein echter Trendsetter. Einer, der wirklich für eine Karriere bis an die Spitze seines Unternehmens geeignet ist, und der sich aufgrund seines Wertekanons dann doch anders entscheidet.
Wenn der innere Kompass etwas anderes sagt
Das Umdenken erfolgt an einem Punkt, an dem der nächste Karriereschritt schon vorgezeichnet scheint: Spitzenposition mit globaler Verantwortung, Entwicklungsleiter in einem internationalen Unternehmen, weltweite Steuerung von Teams und Projekten.
Doch eine wachsende innere Spannung bringt Friedrich Rominger zum Umdenken:
„Ich habe gemerkt, dass meine äußere Entwicklung nicht mehr zu meiner inneren Überzeugung passt“,
beschreibt Rominger rückblickend diese Zeit im Fak+or C-Interview von Michael vom Ende auf Hope TV.
Weg von erfolgszentriert hin zu stimmig
Und so setzt der erfahrene Manager nicht mehr auf eine rein „erfolgszentrierte“ Karriere, sondern eine Betätigung, bei der er sich stärker und explizit für seinen christlichen Glauben engagieren kann.
Dieser Glaube spielt schon früh eine Rolle. So ist Friedrich Rominger in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen. Als Jugendlicher trifft er eine bewusste Entscheidung dafür. Diese persönliche Dimension seines Glaubens wird somit schon früh zum Maßstab seines beruflichen Handelns.
Glaube an Gott als Kompass
Nicht, dass die Religion seine Karriere ersetzt, aber der Glaube an einen Gott, der jeden Menschen als Unikat geschaffen hat und persönlich liebt, der für Gnade, Gerechtigkeit und Erlösung steht, wird zu einem Kompass:
Welche Aufgabe übernehme ich? Welche Ziele verfolge ich auf dieser Basis und zu welchem Preis?
Statt linear phasenorientiert
Der Schritt raus aus dem Konzern ist daher kein spontaner Ausstieg oder gar eine Flucht. Vielmehr ist er für Friedrich Rominger ein Prozess, eine Schwerpunktverlagerung, die nicht das eine gegen das andere ausspielt, sondern seinen Fokus verlagert: raus aus Sicherheiten, Status und Struktur, hin zu Selbständigkeit, ehrenamtlichem Engagement und stärkerer inhaltlicher Ausrichtung an seinen Überzeugungen.
Damit zeigt Friedrich Rominger, dass eine Karriere längst nicht mehr linear verlaufen muss, sondern dass sich das berufliche Engagement immer stärker in individuellen Entscheidungen, in Clustern und neuen Betätigungsfelder erschließt.
Glaube als gleichwertige Entscheidungsgröße
Noch immer gilt hierzulande: Religion ist Privatsache oder fokussiert sich allzu oft auf rein spirituell meditative Übungen, die den Menschen das Leben in einer leistungsorientierten Gesellschaft erleichtert oder sie in erster Linie fit halten soll für den Job.
Friedrich Romingers Weg zeigt jedoch, dass vor allem der christliche Glaube Werte enthält, die breiter angelegt sind, die mit Nächsten- und Feindesliebe über ein reines Wellnessprogramm für die Seele hinausweist, und zur handlungsleitenden Kraft wird, die sich ganz praktisch im Berufsalltag auf Basis der folgenden Fragen umsetzt:
Wie lassen sich Überzeugungen im Berufsalltag leben? Wie beeinflussen sie Menschenbild, Führungsstil, Entscheidungen und Umgang mit Verantwortung?
Rominger engagiert sich heute als Vorstandsvorsitzender in dem Netzwerk „Christen in der Wirtschaft“, wo genau diese Fragen diskutiert werden. Sein Anliegen: Führungskräfte sollen nicht zwischen Karriere und Überzeugung wählen müssen – sondern beides zusammenbringen.
Karriere neu denken
Friedrich Rominger steht somit exemplarisch für einen größeren Trend: Karriere wird individueller, werteorientierter und weniger vorhersehbar.
Die entscheidende Frage lautet nicht mehr nur: „Wie komme ich nach oben?“
Sondern: „Wo will ich überhaupt hin – und warum?“
Wer darauf eine Antwort findet, hat einen Vorteil, der sich nicht allein in einem tabellarischen Lebenslauf erfassen lässt, der aber das Bild des gesamten Menschen zeichnet, der wesentlich mehr ist als die Aneinanderreihung seiner Karriereschritte und seien sie noch so respektabel.
👉 Erkenntnisse auf einen Blick – was wir von Friedrich Rominger lernen können
👉 Fünf Fragen an Friedrich Rominger
Autor: Andreas Odrich
von Benjamin Biege | Mai 18, 2026 | 5 Fragen, Allgemein
Fünf Fragen an Friedrich Rominger
Status und Geld sind nicht alles bei der Karriereplanung, Sinnerfüllung und nachhaltige Ziele sind mindestens genauso wichtig, sagt Friedrich Rominger, Vorstandsvorsitzender von Fak+or C und selbst Jahrzehnte lang in einem internationalen Konzern in der Leitung tätig, bevor er noch einmal im Nonprofitbereich neue Akzente gesetzt hat. Wie aus seiner Sicht eine gute Karriereplanung aussehen kann, schildert er hier in unserer Rubrik „Fünf Fragen an…“:
faktor c:
Fünf Fragen an Friedrich Rominger
Status und Geld sind nicht alles bei der Karriereplanung, Sinnerfüllung und nachhaltige Ziele sind mindestens genauso wichtig, sagt Friedrich Rominger, Vorstandsvorsitzender von faktor c und selbst Jahrzehnte lang in einem internationalen Konzern in der Leitung tätig, bevor er noch einmal im Nonprofitbereich neue Akzente gesetzt hat. Wie aus seiner Sicht eine gute Karriereplanung aussehen kann, schildert er hier in unserer Rubrik „Fünf Fragen an…“:
Was raten Sie jemandem, der am Anfang seiner Karriere den nächsten Schritt plant?
Grundsätzlich alle Aufgaben, die anstehen, mit Freude und Elan ausführen und ausfüllen. Nicht nur auf den nächsten Karriereschritt fokussieren, sondern durch Leistung und Begeisterung auffallen und damit signalisieren, da ist jemand, der für die nächste Stufe bereit ist. Ich habe immer meine Aufgaben mit Elan und Begeisterung erledigt und dann kam der nächste Karriereschritt automatisch, natürlich bei entsprechender Eignung, so selbstkritisch muss man sein.
Und, was vielleicht komisch klingt in dieser Situation: zufrieden und dankbar sein mit der Rolle, die man zurzeit hat – nicht nur die nächste Stufe erzwingen wollen, was sogar das Gegenteil bewirken könnte.
Welche Werte sind Ihnen wichtig, wenn Sie jetzt auf ein erfülltes Berufsleben zufrieden zurückblicken?
Authentisch sein, loyal sein, ehrlich sein – keine krummen Dinge zulassen bzw. mitmachen. Nicht die Ellenbogen benützen, sondern als Teamplayer mit anderen zusammenarbeiten und nicht gegen sie agieren. Als Vorgesetzter nicht Macht ausüben, sondern die Mitarbeitenden auf Augenhöhe mit einbeziehen und fair behandeln.
Wie würden Sie konkret Gott in die Karriereplanung einbinden?
Gebet ist sehr wichtig – wir brauchen die Unterstützung und den Beistand von Gott. Auf dem Gebet liegt so viel Verheißung und Macht. Auch Gott klar fragen, wo soll es hingehen und um Weisheit für die richtige Entscheidung bitten. Er hilft dann, Klarheit zu bekommen.
Wie weit sind christliche Werte in einem weltumspannenden Konzern tragfähig, wieweit sind sie lebbar und wo sind Sie damit an Grenzen gestoßen?
Die sind sehr wohl lebbar und tragfähig, vor allem im eigenen Team kann man die schon durchsetzen bzw. einfordern. Das christliche Weltbild und die Konzernwerte waren aus meiner Sicht nicht konträr zueinander.
Sie haben Anfang des Jahres 2026 in einem Video-Statement werbend auf die Regionalgruppen von faktor c hingewiesen. Warum halten Sie den Austausch und die Begegnungen dort für wertvoll?
Als Vorgesetzter, speziell im Senior Executive Bereich oder als Unternehmer hat man sehr häufig Herausforderungen oder Problemstellungen, welche normalerweise niemand aus der Ortsgemeinde oder der lokalen Kleingruppe (zu der man hoffentlich zugehörig ist) versteht, und mit dem man sich da im christlichen Umfeld austauschen kann.
Die Themen wiederum verstehen Kollegen auf selbem Level, aber die haben häufig ein anderes Wertesystem als wir als Christen.
Deshalb ist es umso wichtiger, dass christliche Führungskräfte und Unternehmer eine Gruppe haben, die dieselbe Sprache sprechen, die einen verstehen und auch unterstützen können, und die einen im Gebet begleiten können. Ich hätte mir als Senior Executive gewünscht, so eine Gruppe zu haben – hatte ich aber nicht. Deshalb werbe ich bei faktor c jetzt so intensiv für diese Gruppen. Es ist so einfach und so hilfreich, so eine Gruppe zu starten und aufzubauen.
von Benjamin Biege | Mai 18, 2026 | Allgemein
Friedrich Romingers Entscheidung, am Ende seiner Laufbahn nochmal etwas völlig anderes zu tun, ist ein Gegenentwurf zur reinen Leistungslogik. Für Menschen, die sich mit ihrer Karriereplanung beschäftigen, lassen sich daraus verschiedene Erkenntnisse ziehen:
Früh klären, was wirklich zählt
Eigene Werte bestimmen das Handeln. Am Anfang der Karriere und auch zwischendrin sollten diese Werte geklärt werden, weil sich aus ihnen folgerichtig und stimmig die fälligen Entscheidungen ableiten.
Sinnstiftung entscheidender Faktor
Status, Titel und Kontostand lassen sich messen. Zufriedenheit, Kongruenz mit den eigenen Werten und ein sinnstiftendes Leben sind schwerer messbar aber oftmals am Ende der entscheidende Faktor beim persönlichen Rückblick auf ein gelungenes Leben.
Innere Signale ernst nehmen
Es muss nicht immer die totale Unzufriedenheit sein – aber wenn sich das Gefühl, dass „irgendetwas nicht mehr passt“, sich immer wieder einschleicht, ist es ratsam, die Ursachen dafür zu ergründen und gegebenenfalls konkrete Schritte zu unternehmen, um einen neuen, stimmigeren Weg einzuschlagen.
Mut zur Kurskorrektur
Karrierewege sind veränderbar. Ein Richtungswechsel ist kein Scheitern, sondern oft ein Zeichen von Klarheit und Selbstanalyse.
Gott als Karriereplaner
Gott bei der Karriereplanung mit ins Boot zu holen, klingt gerade für Außenstehende nahezu verrückt. Selbst Christen scheuen davor zurück. Friedrich Rominger hat diesen Schritt gewagt. Sein Beispiel ist keine Garantie für eine geradlinige Karriere für Dritte, sein stimmiges Leben ist aber ein Beleg dafür, wenn sich jemand in Gott verankert weiß.
von Kasia Andres | Mai 18, 2026 | Um die Ecke gedacht
Geschäfte
„Ein Vermieter streitet vor Gericht um Miete und Nutzungsentschädigung für einen Gewerberaum. Der für den Rechtsstreit zuständige Einzelrichter regte in der mündlichen Verhandlung an, dass die beiden Parteien den Rechtsstreit durch einen Vergleich erledigen könnten. Einer der Prozessbevollmächtigten des Vermieters bezeichnete diese Erwägung als „rührselig“.“
So beginnt ein Artikel vom Mai 2026* über ein Gerichtsverfahren bezüglich eines Mietgeschäfts. Diesen Sachverhalt gibt es im Juristischen immer wieder. Nun aber wird es spannend, denn der Artikel fährt fort:
„Daraufhin erwiderte der Richter, er orientiere seine Entscheidungen an seinem christlichen Menschenbild, was die Klägerseite möglicherweise als übergriffig empfinde, sollte zu diesen Werten keine Beziehung bestehen.“
Das „christliche Menschenbild“
Jetzt wird es in dreierlei Hinsicht spannend: Zum einen kommt das „christliche Menschenbild“ ins Thema, zum anderen wird schon die mögliche inhaltliche Spannung der Übergriffigkeit und der Vergleich von Wertesystemen angesprochen und zum dritten stellt sich jetzt die Frage, welche Auswirkungen die Vermischung von Geschäft und christlichem Menschenbild hat – in diesem konkreten Fall und grundsätzlich.
Es kommt, wie es kommen muss: „Der Vermieter lehnte den Richter nach dieser Aussage wegen Besorgnis der Befangenheit ab. Die zuständigen Mitglieder des 2. Zivilsenats am OLG Frankfurt am Main haben seinen Antrag nun zurückgewiesen.“
Die Mitglieder des Zivilsenats begründen ihre Zurückweisung so: „Es sei nicht zu beanstanden, dass der Richter angegeben habe, seine Entscheidungen an einem christlichen Menschenbild zu orientieren…“
Dann gehen die Mitglieder des Zivilsenats noch einen Schritt weiter, verweisen auf das Grundgesetz und stärken die Position des Richters noch einmal deutlich: „Entgegen der Auffassung des Vermieters widerspreche dies nicht der Bindung des Richters an das Gesetz aus Art 97 Abs 1. GG. Eine Orientierung an christlichen Werten sei sogar geboten. Das christliche Menschenbild bilde einen wichtigen geistesgeschichtlichen Hintergrund – insbesondere für das Grundgesetz – und sei damit prägend für das Verständnis der Menschenwürdegarantie und der Grundrechte, so das Gericht. Es sei anerkannt, dass sich sowohl die Grundrechte als auch die Menschenwürdegarantie auf die Auslegung und Anwendung zivilrechtlicher Generalklauseln und unbestimmter Rechtsbegriffe auswirke.
Nach der Rechtsprechung des BVerfG könne umgekehrt ein Grundrechtsverstoß vorliegen, wenn ein Zivilgericht diesen grundrechtlichen Einfluss überhaupt nicht oder unzutreffend berücksichtige. Gerade bei der Auslegung und Anwendung mietrechtlicher Vorschriften müssten die Gerichte die grundrechtlichen Wertungen berücksichtigen und einen angemessenen Ausgleich zwischen den grundrechtlich geschützten Positionen herstellen.“
Geschäfte und das „christliche Menschenbild“
Herzlichen Glückwunsch an alle Nichtjuristen, die bis hierher gelesen haben. Um eine lange Geschichte kurz zu machen: Das deutsche Recht betont im Blick auf Streit bei Geschäften, dass eine „Orientierung an christlichen Werten geboten sei“!
Deshalb zum Schluss: Hier sind christliche Werte im Blick auf den Menschen, hier sind Kernpunkte des „christlichen Menschenbildes“. Ich nenne sechs – und füge beispielhaft jeweils eine zentrale Stelle aus der Heiligen Schrift dazu:
- von Gott geschaffen (Genesis 1, 27),
- mit unverlierbarer Würde ausgestattet (Psalm 8, 5 – 6),
- als Ebenbild Gottes geschaffen (Jakobus 3, 9),
- zu Beziehung, Verantwortung und Liebe berufen (Matthäus 22, 37 – 39),
- zugleich fehlbar und erlösungsbedürftig (Römer 3, 23),
- aber von Gott gewollt und geliebt (Johannes, 3, 16)!
* Alle kursiv gedruckten Texte dieses Blog-Artikels habe ich dem Text zum skizzierten Rechtsstreit entnommen (https://www.beck-aktuell.de/heute-im-recht/rechtsprechung/olg-ffm-2U17424-befangenheit-richter-christliches-menschenbild-2026-05-05).
Michael vom Ende, im Mai 2026
www.faktor-c.org
von Kasia Andres | Mai 18, 2026 | Allgemein, Montagsgedanke
Ein Büro am Montagvormittag. Das Klackern der Tastaturen, Konkurrenzdenken hinter höflichem Lächeln. Soweit alles normal, neutral. Oder doch nicht? Jeder Arbeitsplatz ist eine Art Tempel mit eigenen Ritualen. Erfolg wird angebetet und erfährt seine Krönung in Beförderungen und Titeln. Sicherheit versteckt sich hinter Einkommen und Rentenplänen. Sie sind die Götter unserer Zeit, klein, glänzend und unerbittlich.
Und dann kommt Jesus herein. Während Seiner Zeit auf der Erde mied Er die Zentren der Macht nicht. Er begab sich mitten hinein in die Synagogen, Tempelvorhöfe, die Orte, an denen Kultur und Überzeugung miteinander kollidierten. Dort lehrte und heilte Er, konfrontierte das Zerbrochene. Und als der Tempel von Gier geflutet wurde, warf Er die Tische um (Mt. 21,12-13). Macht war für Jesus keine Gefahr, die es zu meiden galt, sondern ein Auftrag Seines Vaters.
Auch Apostel Paulus sprach nicht nur in Synagogen, sondern auch auf dem Marktplatz in Athen, einem Zentrum der Geschäfte und Ideen (Apg. 17,17). Später stand er vor Statthaltern und Königen und erzählte kompromisslos von Jesus (Apg. 24-26). Er suchte weder eine Plattform noch Ruhm. Er nutzte die Zugänge, die sich ihm boten. Sein Ziel: „Alles menschliche Denken nehmen wir gefangen und unterstellen es Christus, weil wir ihm gehorchen wollen.“ (2. Kor. 10,5).
Das ist keine Theorie, das ist ein ganz normaler Arbeitstag, im Büro, im Klassenzimmer, in der Klinik, im Gerichtssaal. Wenn Gott uns Türen öffnet, um gesellschaftlich oder beruflich Einfluss zu nehmen, geschieht das nicht zufällig. Wir sind nicht da, um schneller die Leiter zu erklimmen, sondern um Sein Königreich zu verherrlichen.
Jesus verglich dieses mit Sauerteig (Mt. 13,33): still, verborgen, aber nicht aufzuhalten. Wahrer Einfluss hat nicht mit Umfang oder Sichtbarkeit zu tun, sondern mit Präsenz. Exzellenz, die Respekt verdient. Integrität, die etwas kostet, uns aber auch authentisch werden lässt. Mut, das Falsche zu benennen und das Richtige zu leben. Geduld, treu zu bleiben, auch wenn sich Dinge schmerzhaft langsam verändern.
So ging es Daniel in Babylon (Daniel 6) und Josef in Ägypten (1. Mose 41). Beide lebten im Ausland, trugen aber Gottes Weisheit bis in die höchsten Führungsebenen. Sie waren nicht laut, blieben aber auch nicht still, als die Wahrheit eine Stimme forderte. Ihr Glaube formte Reiche, ohne sich vor ihnen zu beugen.
Die Arbeitswelt ist nach wie vor erfüllt vom Lärm ihrer eigenen Götter – Erfolg, Bequemlichkeit und Kontrolle –, doch der Geist Jesu sendet uns als Seine Botschafter direkt in diesen götzendienerischen Lärm hinein. Hier kommt der Zugang ins Spiel. Wir tragen Seine Präsenz in Räume, in denen andernfalls niemals Sein Name erwähnt würde. Wenn Sie morgen also Ihren Laptop öffnen oder in ein Meeting gehen, denken Sie daran: Sie betreten einen Tempel.
Arbeiten Sie mit Überzeugung. Führen Sie mit Integrität. Verweigern Sie sich den Götzen. Unser Glaube ist nicht laut, er ist lebendig. Macht bedeutet nicht Status, sondern Verantwortung. Die Frage ist nicht, ob wir irgendwo Zugang haben, sondern was wir mit dem Zugang machen, den wir haben. Denn Jesus will dort sichtbar werden, wo Er uns hinsendet.
©2026. Tief bewegt von der transformatorischen Kraft des Evangeliums ist es das Anliegen von Christopher C. Simpson, den Glauben in der Geschäftswelt zu verbreiten. Christopher ist Präsident von CBMC International; zuvor diente er 28 Jahre lang in der US Marine und beim Secret Service, wo er für den Schutz von 7 Präsidenten zuständig war. Mit seiner Frau Ana lebt er in Boca Raton, Florida, USA.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
von Kasia Andres | Mai 17, 2026 | Allgemein, News
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von Kasia Andres | Mai 12, 2026 | Allgemein, Montagsgedanke
Wissen ist in der heutigen Geschäfts- und Arbeitswelt an vielen Orten und auf vielerlei Weise zu finden. Weisheit hingegen nicht. Das habe ich in meinem eigenen Leben erfahren. Vor über 40 Jahren verkündete eine Zeitung, dass ich an der Pontificia Universidade Católica in Campinas, Brasilien, ein volles Stipendium erhalten hatte. Die Universitäten meines Heimatlandes Bolivien hatten ihre Tore geschlossen, und so schickte mein Vater meine Unterlagen an die brasilianische Botschaft. Kurz darauf verließ ich meine Heimat.
Von Bolivien nach Brasilien – das war einerseits weit, andererseits aber auch nicht. Vom Spanischen ins Portugiesische – das war anders, aber auch nicht ganz anders. Ein tropisches Land mit Winter in der Jahresmitte. Schwierig? Ja. Anders? Ja, aber mit ähnlicher, südamerikanischer Kultur. Dennoch fühlte ich mich entwurzelt, ohne Familie in der Nähe, ohne Freunde. Sogar mein Glaube fühlte sich nur noch wie eine ferne Erinnerung an. Immer wieder fragte ich mich, was ich tun und sagen und mit wem ich mich anfreunden sollte.
So dachte ich auch immer wieder darüber nach, was die beste – und weiseste – Option sei. Meine Eltern, die immer meine größte Quelle der Weisheit gewesen waren, konnte ich nicht länger fragen. Briefe waren zwei Wochen unterwegs, E-Mail, Fax und Messenger-Dienste gab es damals noch nicht. Und ständig machten neue Herausforderungen schnelle Lösungen erforderlich.
Vielleicht stehen auch Sie heute vor Fragen, die Einfluss auf den Lauf Ihres weiteren Lebens haben. Wenn wir Jesus Christus nachfolgen, ist Gott mit uns, aber wir erkennen nicht immer, dass wir mit Ihm sind. Gefühle der Einsamkeit und der Angst beeinflussen unser Weltverständnis und unsere Entscheidungen. So lebte ich damals: Schritt für Schritt, extrem vorsichtig, aber doch mit dem tiefen Wunsch, weniger ängstlich und spontaner zu sein.
Meine Professoren an der Universität meinten, Weisheit sei in Büchern zu finden und in guten Gesprächen, und Antworten in soliden Argumenten von Ursache und Wirkung. Das stimmt auch. Doch ich fand heraus, dass unsere wichtigste Ressource die Bibel ist. Wie Charles Spurgeon weise feststellte: „Besuchen Sie viele Bücher, aber leben Sie in der Bibel.“
Dazu Gedanken aus dem alttestamentlichen Buch Hiob: „Aber die Weisheit – wo ist sie zu finden? Und wo entdeckt man die Einsicht?… Das Meer und seine Tiefen sprechen: Die Weisheit ist nicht bei uns.“ (Hiob 28, 12+14). „Woher also kommt die Weisheit? Und wo entdeckt man die Einsicht? Ja, sie ist dem menschlichen Auge verborgen, und auch die Raubvögel erspähen sie nicht. Das tiefe Totenreich und selbst der Tod, sie sprechen: Wir haben von ihr nur ein Gerücht gehört!“(Hiob 28, 20-22).
Wenn wir das Wort Gottes lesen, kommen wir durch Reflexion zum Verständnis. Hier sind drei Beispiele:
- Wohin? „Gott allein kennt den Weg zur Weisheit; er nur weiß, wo sie zu finden ist.“ (Hiob 28,23). Ohne das Wort begrenzt mich die Angst, Fehler zu machen oder Schuld auf mich zu laden.
- Wie? „Kein Mensch kennt den Weg zu ihr; unter den Lebenden findet man sie nicht.“ (Hiob 28,13). In der intellektuellen Welt zählen Informationen, Kreativität und einsames Nachdenken, das Knien vor Gott kommt hier eher selten vor.
- Wo finden wir Führung? „Denn er blickt über die ganze Welt, er durchschaut Himmel und Erde.“ (Hiob 28,24). Der Einzige, der den Weg kennt und uns in unserem Leben führen kann, ist Gott.
Carmen Milka Herrera ist Gründerin und Leiterin einer Sprachschule in Brasilien.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
von Benjamin Biege | Mai 8, 2026 | Allgemein, News
Jetzt anmelden und Gesundheit ganzheitlich neu denken
Wir investieren in Fitness, Ernährung und mentale Stärke – und blenden einen zentralen Faktor systematisch aus: den Glauben.
Dieses Online-Seminar zeigt, warum echte Gesundheit im Unternehmen mehr ist als ein medizinischer oder psychologischer Zustand – und weshalb eine oft übersehene Dimension entscheidend dafür ist, wie Menschen langfristig leistungsfähig, resilient und tragfähig bleiben.
Inhalt
Aktuelle Studien, unter anderem aus den Human Flourishing Studies rund um Tyler VanderWeele (Harvard), zeigen deutlich:
Gesundheit ist zutiefst verbunden mit Sinn, Hoffnung, Beziehungen – und mit unserer geistlichen Verankerung.
Die provokante These dieses Vortrags lautet:
👉 Wer Glaube ausklammert, denkt Gesundheit unvollständig.
Gerade im wirtschaftlichen Kontext, wo Leistungsfähigkeit und Resilienz entscheidend sind, stellt sich die Frage:
👉 Reicht unser aktuelles Gesundheitsverständnis überhaupt aus?
👉 Oder übersehen wir eine Dimension, die Menschen wirklich tragfähig macht?
In diesem Online-Seminar zeigt Dr. Robert Zieringer, warum Glaube und Gesundheit untrennbar zusammengehören.
Sie erfahren:
- warum Gesundheit ohne Sinnperspektive an Grenzen stößt
- welche Rolle Glaube für Motivation und Stabilität spielt
- wie ein ganzheitliches Gesundheitsverständnis im Unternehmen aussehen kann
- und warum eine entscheidende Dimension oft übersehen wird
Ein Impuls für alle, die Gesundheit nicht nur optimieren, sondern wirklich verstehen wollen.
Wann
- Mai 2026, 19:00 – 20:30 Uhr
Ort
Online per Zoom
Dr. Robert Zieringer
Dr. Robert Zieringer ist Psychologe und promovierter Arbeitspsychologe. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit der Frage, was Menschen bei der Arbeit langfristig gesund, motiviert und leistungsfähig hält. Sein Blick verbindet wissenschaftliche Tiefe mit einer klaren geistlichen Perspektive – als Christ aus Überzeugung.
Zieringer Website
von Kasia Andres | Mai 4, 2026 | Allgemein, Montagsgedanke
Es beginnt meistens vor dem Bildschirm. Eine Tabelle. Eine Prognose. Zahlen, die nicht gehorchen wollen. Die Gewinnspanne ist dünn. Der Druck real. Die Menschen erwarten eine Antwort von Ihnen und alles vor Ihnen sagt: Es reicht nicht.
Dieser Moment ist kein seltener. Er ist aber auch heilig, da Glaubensüberzeugungen und Werte auf dem Prüfstand stehen. Die Frage ist: Werden wir den Test bestehen oder werden wir durchfallen?
Das Problem ist nicht neu, es ist so alt wie die Zeit. In der Bibel kommt es häufig vor, zum Beispiel in Johannes 6, wenn Jesus vor einer riesigen Menschenmenge steht. Tausende, die echten Hunger, ein echtes Bedürfnis haben. Und bevor Er irgendein Wunder tut, stellt Er eine Frage, die fast unvorsichtig erscheint: „Wo können wir für alle diese Leute Brot kaufen?“ (Joh. 6,5).
Einer Seiner Jünger, Philippus, macht daraufhin das, was Führungskräfte gemeinhin tun, er rechnet. Er schaut in den Geldbeutel und verkündet das Urteil. Er kommt zu dem Schluss, dass es nicht reichen wird, selbst wenn sie den letzten Groschen ausgeben. Der Jünger Andreas dagegen überlegt, was sie haben. Fünf Brote. Zwei Fische. Doch auch er kommt zu dem Schluss: „Aber was ist das schon für so viele Menschen!“ (Joh. 6,9).
In Johannes 6,6 erfahren wir aber: „Er (Jesus) fragte dies, um zu sehen, ob Philippus ihm vertraute; denn er wusste, wie er die Menschen versorgen würde.“ Das verändert alles. Jesus fragt nicht in Ermangelung eines Plans. Es geht ihm nicht um Brote, sondern um Glauben. Philippus rechnet, Andreas ergreift die Initiative; beide handeln rational. Aber beide versagen. Nicht weil sie sich irren, sondern weil sie bei der menschlichen Logik stehen bleiben.
Als berufstätige Menschen sind wir diszipliniert, kompetent. Unter Druck strengen wir uns noch mehr an, planen noch besser, versuchen doch noch das richtige Ergebnis zu erzielen. Doch manchmal geht es nicht mehr darum, das Problem noch irgendwie in den Griff zu bekommen, sondern darum, es zu überwinden. Jesus weist das Angebotene nicht zurück, Er empfängt es dankend und tut dann das, was nur Er tun kann.
Überfluss kommt nicht vom besseren Rechnen, es kommt davon, dass wir das, was wir haben, in Gottes Hand legen, denn Er weiß, was zu tun ist. Wenn die Zahlen nicht stimmen und alle Bemühungen nicht fruchten, ist unser Glaube gefragt. Wenn die Zahlen nicht stimmen, sind nicht unsere Fähigkeiten, sondern unser Vertrauen gefragt, denn Jesus ist treu.
Erkenntnisse für Führungspersönlichkeiten:
- Nicht jede Herausforderung muss gemeistert werden, manchmal geht es nur darum, sie zu überwinden.
- Kompetenz ist eine Gabe, kann aber zur Last werden, wenn sie an die Stelle von Vertrauen tritt.
- Jesus macht offenbar, in was wir vertrauen.
Gott kann mit unseren Ressourcen, die wir Ihm zur Verfügung stellen, mehr tun als mit unseren perfektesten Plänen.
©2026. Tief bewegt von der transformatorischen Kraft des Evangeliums ist es das Anliegen von Christopher C. Simpson, den Glauben in der Geschäftswelt zu verbreiten. Christopher ist Präsident von CBMC International; zuvor diente er 28 Jahre lang in der US Marine und beim Secret Service, wo er für den Schutz von 7 Präsidenten zuständig war. Mit seiner Frau Ana lebt er in Boca Raton, Florida, USA.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
von Benjamin Biege | Apr. 27, 2026 | Allgemein, News
Am 25. April 2026 lud faktor c zum MOVE BW ins Kloster Untermarchtal ein – und zahlreiche Teilnehmer folgten der Einladung zu einem inspirierenden Tag bei strahlendem Sonnenschein.
Der Empfang mit Sektempfang und kleinen Häppchen setzte direkt den Ton für eine offene und herzliche Atmosphäre. Die Schwestern vor Ort gaben auf authentische und zugleich unterhaltsame Weise Einblicke in das Leben im Orden der Vinzentinerinnen. Besonders eindrücklich: Das jährliche Erneuern des Gelübdes sowie die Geschichte des Ordens, die bis auf Vinzenz von Paul zurückgeht und bis heute in einem weit verzweigten Netzwerk sozialer Einrichtungen mit mehreren tausend Mitarbeitenden weiterlebt.
Im weiteren Verlauf öffneten David Mück und Ulrike Schmalzridt persönliche Perspektiven auf das Spannungsfeld zwischen Christsein und Wirtschaft. Während David Mück ehrlich über Herausforderungen und Entscheidungsprozesse im Unternehmenskontext sprach, zeigte Ulrike Schmalzridt anhand praktischer Beispiele, wie werteorientierte Führung im Alltag konkret gelebt werden kann – mit Klarheit im Denken und Haltung im Handeln.
Die Highlights des Tages:
- Glaube im Kontext von Wirtschaft: Authentische Einblicke in das Spannungsfeld zwischen unternehmerischem Handeln und christlichen Werten
- Offene Begegnungen: Ehrliche Gespräche, neue Kontakte und eine Atmosphäre, die Vertrauen wachsen ließ
- Einblicke ins Klosterleben: Führung über das Gelände, inklusive der Kirche im Stil von Le Corbusier, und lebendige Eindrücke aus dem Alltag der Schwestern
Besonders prägend waren die vielen persönlichen Gespräche, in denen Erfahrungen geteilt und Verbindungen neu geknüpft wurden – Momente, die zeigen, wie wertvoll echte Begegnung ist.
Ein herzliches Dankeschön an alle, die diesen Tag mitgestaltet haben. Die Impulse wirken nach – und machen Vorfreude auf die nächsten MOVE-Veranstaltungen, bei denen es wieder heißt: Glaube und Wirtschaft gemeinsam neu zu denken.
Das hatten wir im Programm
- Begrüßung
- Betriebsbesichtigung
- Mittagessen
- Drei Impulse plus Q/A
- Infos faktor c
- Kaffee/Süßes
- Schluss