Fünf Fragen an Frank Benner:

 

Galvanik ist eine Sparte, den die wenigsten auf dem Schirm haben – was zeichnet diese Berufssparte aus, und was macht sie interessant für junge Auszubildende, die sich gerade nach einem Berufsfeld umsehen?

Frank Benner: Was mich auch heute noch fasziniert ist, dass man mit extrem dünnen Schichten Bauteilen erst die Funktion geben kann, für die sie gedacht waren. Dazu beeinflusst die Galvanik den Korrosionsschutz, die elektrische Leitfähigkeit oder das optische Erscheinungsbild. Dies sind nur einige wenige Eigenschaften, die man mittels Oberflächentechnik erzeugen kann. Wer technisch interessiert ist, ist bei uns genau richtig.

 

In der Krankenpflege steht man in einem Angestelltenverhältnis. Was hat Sie motiviert und ermutigt, mit allen wirtschaftlichen Risiken ins Unternehmertum zu wechseln, und was macht für Sie den besonderen Reiz aus?

Frank Benner: Ich denke am Anfang stand eher das Thema Verantwortung. Sich bewusst sein, dass man für sein eigenes Handeln verantwortlich ist. Das falsche Medikament zu verabreichen hat Folgen, manchmal schwere. Als Unternehmer falsche Entscheidungen zu treffen ebenso. Nur wer sich seiner Verantwortung bewusst ist, kann verantwortlich handeln – leider eine Eigenschaft, die heute wenig verbreitet ist. „Schuld sind immer die anderen.“

Zusammen mit Gottvertrauen und Gottesfurcht ist man bereit, zu gestalten und neue Wege zu gehen. Das bedeutet, Gott ebnet Wege und stellt aber auch immer wieder die Weichen neu.

 

Galvanik ist offenbar eine Branche, die sich in Deutschland halten kann. Was hält den Wirtschaftsstandort Deutschland für Sie attraktiv, etwa trotz großer Bürokratie und hoher Energiekosten?

Frank Benner: Manchmal fällt es mir schwer, bei all dem Gegenwind, meinen Töchtern zu erklären, warum wir noch in Deutschland investieren. Aber hier bin ich geboren und aufgewachsen. Hier wohnen und leben unsere Mitarbeiter. Aktiv mitgestalten, manchmal auch kämpfen, und am Ende allem mit Gottvertrauen begegnen – so habe ich immer gearbeitet. Daher ist Weggehen keine Option.

 

KI bietet immer rasanter neue Möglichkeiten. Gleichzeitig birgt sie die Gefahr des Zugriffs auf firmeninterne Prozesse von außen, wie prominente Beispiele der jüngsten Vergangenheit gezeigt haben. Wie gehen Sie damit um?

Frank Benner: Wir beschäftigen uns seit rund 2 Jahren mit KI. Hier haben wir peinlich darauf geachtet, dass „unsere“ KI, in unserem Unternehmen läuft, sprich: auf „unseren“ Rechnern und hinter „unserer“ Firewall. Der Einsatz ist nur für wenige geschulte Mitarbeiter erlaubt. Die Ergebnisse stehen aber dann allen Mitarbeitern zur Verfügung.

 

Mit ihrem Wasserstoffprojekt wollen Sie in die eigene Energieproduktion einsteigen. Wie weit ist das Projekt gediehen, und was können Sie anderen Mitgliedern von Faktor C, die sich ebenfalls mit dem Thema autarke Energiegewinnung beschäftigen, bereits an Erfahrungen mitgeben?

Frank Benner: Auch wenn in Deutschland Bürokratie und Verwaltung häufig unternehmerisches Handeln nicht unterstützen, sondern immer neue Hürden aufbauen – verliert nicht den Mut, geht euren Weg.